„In den meisten Unternehmen sind die Ziele der Logistik nur unvollständig, unvollkommen und unpräzise beschrieben. Der globale Verweis auf die "4 R′s" (richtige Ware in der richtigen Menge am richtigen Ort zur richtigen Zeit) eignet sich zwar zur Formulierung eines globalen Leistungsanspruchs an die Logistik, hilft aber im logistischen Tagesgeschäft nicht weiter, eignet sich nicht als Richtlinie zur Steuerung einzelner logistischer Leistungsbereiche, lässt sich nicht zur Formulierung expliziter Vorgaben verwenden. Logistisch Verantwortliche haben derzeit häufig selbst für ihren Bereich den Zielrahmen nach ihren eigenen Vorstellungen auszufüllen. Gefordert ist somit ein in sich abgestimmtes logistisches Zielsystem, das an jedem einzelnen logistischen Aktivitätsfeld ansetzt, Zielgewichtungen vorsieht und die Basis für eine Leistungsbeurteilung der Logistik bildet.“1 Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Ausarbeitung der Messpunkten/Messgrößen zu Planung, Steuerung und Kontrolle der Leistung in Unternehmensbereichen eines Third Party Logistics Provider.
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1 Weber (1995), S 26 ff.
Inhaltsverzeichnis
3 Einführung
4 Begriffsbestimmungen
4.1 Operatives Logistikcontrolling
4.2 Third Party Logistics (3PL)
5 Messpunkte
5.1 Bereichsübergreifende Kennzahlen
5.2 Wareneingang
5.3 Einlagerung
5.4 Kommissionierung
5.5 Warenausgang
5.6 Außerbetrieblicher Transport
5.7 Auftragsabwicklung
6 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein fundiertes System an Messpunkten und Kennzahlen für Third Party Logistics Provider (3PL) zu entwickeln, um die logistische Leistungsfähigkeit in der Praxis steuerbar und kontrollierbar zu machen. Hierbei wird der Übergang vom abstrakten Versprechen der "4 R's" hin zu quantifizierbaren Kennzahlen im operativen Tagesgeschäft adressiert.
- Analyse der logistischen Wertschöpfungskette und Definition von 3PL.
- Untersuchung operativer Prozessschritte wie Wareneingang, Einlagerung und Kommissionierung.
- Erarbeitung spezifischer Logistikkennzahlen zur Messung von Zeit, Kosten und Qualität.
- Anwendung von VDI-Richtlinien zur Standardisierung der Erfolgsmessung im Logistikbereich.
Auszug aus dem Buch
5.3 Einlagerung
„Entsprechend der VDI-Richtlinie 2411 ist Lagern jedes geplante Liegen von Arbeitsgegenständen im Materialfluss. Lagern wird auch als Lagerung bezeichnet. Ein Lager kann dabei ein Raum oder eine Fläche zum Aufbewahren von Stück- und/oder Schüttgut sein, das mengen- und/oder wertmäßig erfasst wird.
Kernleistung im Lager ist, die Durchführung eines zugriffsoptimalen geplanten Ablegens von Arbeitsgegenständen im Materialfluss. Das zugriffszeitoptimale Lagern von Arbeitsgegenständen erfolgt entsprechend einer A,B,C- Analyse, Zugriffszeiten werden minimal, wenn besonders häufig gebrauchte Teile im vorderen Abschnitt des Lagers eingelagert werden; unnötig längere Zugriffszeiten aufgrund falschen Einlagerns wirken sich negativ auf die Umschlaghäufigkeit eines Lagers und damit auf die Durchlaufzeit aus.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Defizite bei der Zielformulierung in der Logistik und führt die Notwendigkeit operativer Kennzahlen für 3PL ein.
Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen des operativen Logistikcontrollings sowie die historische und funktionale Entwicklung von Third Party Logistics.
Messpunkte: Hier werden zentrale Logistikkennzahlen für die verschiedenen Leistungsbereiche eines Logistikdienstleisters systematisch vorgestellt und erläutert.
Bereichsübergreifende Kennzahlen: Es werden grundlegende Metriken wie Flächenbestand und Personalzeiten definiert, die für den gesamten Lagerbetrieb relevant sind.
Wareneingang: Dieses Kapitel behandelt Kennzahlen zur Kontrolle und Erfassung von Warenflüssen, darunter Kosten, Durchlaufzeiten und Fehlerquoten.
Einlagerung: Der Fokus liegt auf der zugriffsoptimalen Lagerung sowie der Kostenstruktur und Durchlaufzeiten für den Einlagerungsprozess.
Kommissionierung: Hier werden Kennzahlen für das zeit- und kostenoptimale Zusammenstellen von Waren aus dem Sortiment thematisiert.
Warenausgang: Die Beschreibung konzentriert sich auf die effiziente Pufferung, Verladung und die dazugehörigen Kosten- sowie Zeitmetriken.
Außerbetrieblicher Transport: Dieses Kapitel widmet sich der termingerechten und kostenoptimierten Distribution von Gütern an den Kunden.
Auftragsabwicklung: Die Prozesskette vom Auftragseingang bis zur Rechnungsstellung wird hinsichtlich Lieferzeit und Qualität messbar gemacht.
Schlusswort: Die Zusammenfassung unterstreicht, dass die Kennzahlenanalyse das essenzielle Instrument ist, um die "4 R's" in der logistischen Praxis messbar zu machen.
Schlüsselwörter
Logistikcontrolling, Third Party Logistics, 3PL, Kennzahlen, Logistikprozesse, Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Warenausgang, Transportwesen, Auftragsabwicklung, Prozessoptimierung, Durchlaufzeit, VDI-Richtlinien, Supply Chain.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Unterstützung von Third Party Logistics Providern durch die Implementierung eines operativen Logistikcontrollings, um die Leistungsbereiche messbar zu steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die logistische Wertschöpfungskette, Prozesskosten, Zeitmanagement in der Logistik und die Standardisierung durch Kennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein abgestimmtes Zielsystem mit konkreten Messpunkten zu etablieren, das über den allgemeinen Anspruch der "4 R's" hinausgeht und operative Steuerung ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von VDI-Richtlinien zur Definition und Anwendung standardisierter Logistikkennzahlen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert die Logistikkette in funktionale Bereiche wie Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, Versand und Transport und definiert für jeden Bereich spezifische Kosten- und Zeitkennzahlen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Logistikcontrolling, 3PL, Kennzahlen, Prozessoptimierung, Lieferzeit und Logistikeffizienz.
Warum ist eine A,B,C-Analyse für die Einlagerung wichtig?
Die A,B,C-Analyse ermöglicht ein zugriffsoptimiertes Lagern, indem häufig benötigte Artikel in vorderen Bereichen platziert werden, was die Durchlaufzeiten erheblich reduziert.
Was genau ist ein 3PL-Dienstleister?
Ein Third Party Logistics Provider (3PL) ist ein Unternehmen, das für Kunden logistische Dienstleistungen wie Transport, Umschlag und Lagerung übernimmt und dabei Informations- und Warenflüsse koordiniert.
- Quote paper
- Alex Grünwald (Author), 2005, Messpunkte für das operative Logistikcontrolling eines 3PL, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35089