Dass die Kaiserkrönung Karls des Großen am 1. Weihnachtsfeiertag einen wichtigen Moment und vielleicht sogar Meilenstein der mittelalterlichen Geschichte darstellt ist Konsens unter den Historikern. Ebenso 'einig' ist man sich darüber, dass eben keine einheitliche Darstellung und Interpretation der Geschehnisse und Motive dieses Moments erstellt werden können.
Diese Problematik basiert auf der vorliegenden Quellenlage.
Die Illustrationen der Kaiserkrönung in den Hauptbezugsquellen divergieren voneinander, so dass eine „einheitliche Collage“ der Geschehnisse aus den Einzelinformationen der Quellen nicht erstellt werden könne. Man müsse sich bei der Beschäftigung mit diesem Ereignis auf die Primärquellen konzentrieren.
Inhaltsverzeichnis
I. Die Kaiserkrönung und ihre Quellen
II. Die Kapitularien
Was waren die Kapitularien?
Vergleich der Treueeide
Fazit
III. Die Pfalz in Aachen
Baugeschichte
Wirkungsgeschichte
Aufbau der Pfalz
Fazit
IV. Nachfolgeregelung
Warum musste Karl der Große seine ursprüngliche Nachfolge ändern und wie änderte er sie?
Fazit:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Ausarbeitung untersucht zentrale politische und administrative Aspekte der Herrschaft Karls des Großen. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse zeitgenössischer Quellen zur Kaiserkrönung, der Bedeutung der Kapitularien sowie der Funktion der Aachener Pfalz und der Gestaltung der Nachfolgeregelung, um ein differenziertes Bild des karolingischen Herrschaftsethos und der innenpolitischen Strategien zu gewinnen.
- Quellenkritische Untersuchung der Kaiserkrönung von 800
- Rechtliche und administrative Funktion der Kapitularien
- Bedeutung der Aachener Pfalz als Herrschaftszentrum
- Entwicklung und Modifikation der Nachfolgeplanung (Divisio regnorum)
- Wandel des Herrschaftsverständnisses im Kontext der Kaiserkrönung
Auszug aus dem Buch
I. Die Kaiserkrönung und ihre Quellen
Dass die Kaiserkrönung Karls des Großen am 1. Weihnachtsfeiertag einen wichtigen Moment und vielleicht sogar Meilenstein der mittelalterlichen Geschichte darstellt ist Konsens unter den Historikern. Ebenso `einig` ist man sich darüber, dass eben keine einheitliche Darstellung und Interpretation der Geschehnisse und Motive dieses Moments erstellt werden können.
Diese Problematik basiert auf der vorliegenden Quellenlage. Die Illustrationen der Kaiserkrönung in den Hauptbezugsquellen divergieren voneinander, so dass eine „einheitliche Collage“1 der Geschehnisse aus den Einzelinformationen der Quellen nicht erstellt werden könne. Man müsse sich bei der Beschäftigung mit diesem Ereignis auf die Primärquellen konzentrieren.2
Im Folgenden möchte ich nun aufzeigen, welcher Art diese Unterschiede sind, wobei ich dies nur kurz an Hand ihres Inhalts beleuchten werde um mich dann vor allem der Frage zu widmen warum diese Unterschiede bestehen, wobei ich mich insbesondere an den Ergebnissen Janet L. Nelsons orientieren werde um dann ein Fazit aus der Beschäftigung mit ihrem Ansatz zu ziehen.
Die wichtigsten Quellen, die man heranziehen sollte, wenn man sich mit der Kaiserkrönung Karls des Großen beschäftigt, sind das liber pontificalis, die Reichsannalen, die Lorscher Annalen und die Vita Karoli Magni.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Die Kaiserkrönung und ihre Quellen: Dieses Kapitel analysiert die divergierenden Darstellungen der Kaiserkrönung in zentralen zeitgenössischen Quellen und erläutert die Gründe für diese unterschiedlichen Perspektiven.
II. Die Kapitularien: Hier werden Definition, Funktion und zeitliche Einordnung der Kapitularien untersucht sowie deren Rolle bei der Festigung der innenpolitischen Herrschaft durch Treueeide beleuchtet.
III. Die Pfalz in Aachen: Dieses Kapitel befasst sich mit der Bedeutung Aachens als dauerhafter Kaisersitz, der Baugeschichte der Pfalzkapelle und ihrer symbolischen Funktion für den Herrscher.
IV. Nachfolgeregelung: Der Abschnitt analysiert die Divisio regnorum von 806, die notwendigen Anpassungen der Nachfolgeplanung nach dem Tod der Söhne Karls und das schließlich in Kraft getretene Testament.
Schlüsselwörter
Karl der Große, Kaiserkrönung, Kapitularien, Aachener Pfalz, Divisio regnorum, Herrschaftsethos, Treueeide, Reichsannalen, Einhard, Innenpolitik, karolingische Herrschaft, Quellenkritik, Nachfolgeregelung, Vita Karoli Magni, Fränkisches Reich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Ausarbeitung zu einem Referat über das Kaisertum Karls des Großen und analysiert ausgewählte politische und administrative Schwerpunkte seiner Regierungszeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Quellenlage zur Kaiserkrönung, das gesetzgeberische Instrument der Kapitularien, die architektonische Bedeutung der Aachener Pfalz sowie die Regelung der kaiserlichen Nachfolge.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine quellenkritische Betrachtung und Analyse politischer Entscheidungen ein tieferes Verständnis für das Herrschaftsverständnis und die innenpolitischen Strategien Karls des Großen zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die primär auf der Auswertung und dem Vergleich zeitgenössischer Quellen sowie der Einbeziehung aktueller forschungsrelevanter Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier inhaltliche Abschnitte: die Quellenproblematik der Kaiserkrönung, die Funktion der Kapitularien als Herrschaftsinstrument, die Entwicklung von Aachen als Hauptpfalz und die Modifikation der Nachfolgepläne des Kaisers.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kaiserkrönung, Kapitularien, Aachener Pfalz, Divisio regnorum und das karolingische Herrschaftsethos charakterisiert.
Warum war die Lorscher Annalen als Quelle für die Kaiserkrönung von besonderem Interesse?
Sie gilt als der Bericht, der dem Ereignis der Krönung zeitlich am nächsten steht, da es sich um eine Kopie einer zwischen 794 und 803 entstandenen Vorlage handelt.
Warum konnte die "Divisio regnorum" letztlich nicht wie geplant umgesetzt werden?
Da Karl der Große erst 812 vom byzantinischen Kaiser anerkannt wurde und zu diesem Zeitpunkt bereits zwei seiner drei Söhne verstorben waren, trat die geplante Dreiteilung des Reiches nicht ein.
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- Kevin Witte (Author), 2012, Das Kaisertum Karls des Großen. Die Kaiserkrönung und ihre Quellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350989