Der Übergang in die weiterführende Schule

Ängste von Schülern und Eltern und die Möglichkeit, ihnen zu begegnen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
24 Seiten, Note: 2,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Übergangsverfahren in Baden-Württemberg

3. Die weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg
3.1. Hauptschule/ Werkrealschule
3.2. Realschule
3.3. Gemeinschaftsschule
3.4. Gymnasium

4. Ängste der Schüler beim Übergang in die weiterführende Schule
4.1. Die neue Schule
4.2. Der neue Schulweg
4.3. Die neuen Lehrer
4.4. Die neuen Schulfächer
4.5. Schulnoten
4.6. Die neuen Mitschüler

5. Ängste der Eltern beim Übergang in die weiterführende Schule
5.1. Die Wahl der weiterführenden Schule
5.2. Der neue Schulweg und die neue Schule
5.3. Die neuen Lehrer
5.4. Schulnoten
5.5. Wie Eltern den Kindern beim Übergang helfen können

6. Wie Lehrer diese Ängste nehmen und den Übergang gestalten können
6.1. Gestaltungsmöglichkeiten
6.2. Weitere Ideen

7. Entwicklungspsychologischer Hintergrund

8. Mögliche Konflikte, die während des Übergangs entstehen können
8.1. Konflikte zwischen Schülern untereinander
8.2. Schulangst
8.3. Konflikte zwischen Schülern und Lehrern

9. Reflexion

1. Einleitung

In Baden-Württemberg wechseln laut des Statistischen Bundeamtes (2014) jedes Jahr knapp 90.000 Schülerinnen und Schüler von der Grundschule auf eine weiterführende Schule (Statistisches Bundesamt, 2014, S. 8).

Büchner und Koch (2001) erläutern, dass dieser Übergang sowohl von Seiten der Kinder, als auch von Seiten der Eltern nicht nur mit Vorfreude auf die Zukunft, sondern auch mit Ängsten auf beiden Seiten verbunden ist (Büchner, P. und Koch, K., 2001, S. 11). Während sich die Kinder Sorgen machen, ob die Mitschüler und Lehrer nett sind oder es auf dem Pausenhof Möglichkeiten zum Spielen gibt, müssen sich die Eltern mit der Entscheidung auseinandersetzen, welche weiterführende Schule für ihr Kind die Richtige ist. Diese Entscheidung für die Schullaufbahn ihres Kindes zu treffen, gehört für die Eltern „zu den schwierigsten Entscheidungen, die sie für ihr Kind treffen müssen“ (Büchner, P. und Koch, K., 2001, S. 12).

Diese Hausarbeit befasst sich nicht nur mit dem Übergangsverfahren und den möglichen weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg, sondern hauptsächlich mit den Ängsten der Schülerinnen und Schüler sowie ihren Eltern und Möglichkeiten, mit diesen umzugehen. Ergänzend dazu geht sie auf den entwicklungspsychologischen Hintergrund und auf mögliche Konflikte ein, die entstehen können.

2. Das Übergangsverfahren in Baden-Württemberg

Deutschlandweit ist der Übergang auf die weiterführende Schule gleich. Nach der vierten Klasse wechseln die Schülerinnen und Schüler in die Sekundarstufe. Roth und Ogrin (2016) stellen dar, dass es von Bundesland zu Bundesland verschieden ist, wer die Entscheidung trifft, auf welche Schule gewechselt wird. Je nach Bundesland liegt die Entscheidung entweder bei der Schule oder bei den Eltern. In einigen Bundesländern gibt es die Möglichkeit zu einem Probeunterricht, der sich auf unterschiedliche Zeiträume erstreckt (Roth, A. und Ogrin, S., 2016, S. 24).

In dieser Arbeit wird sich auf das Übergangsverfahren in Baden-Württemberg konzentriert und genauer erläutert.

Das Serviceportal Baden-Württemberg (2015) macht deutlich, dass seit die Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung in Baden-Württemberg aufgehoben wurde, die Entscheidung, auf welche weiterführende Schule das Kind wechselt, bei den Eltern liegt (Serviceportal Baden-Württemberg, 2015, S. 1). Damit „wurden die Rechte der Eltern bei der Wahl der weiterführenden Schulart gestärkt“ (Serviceportal Baden- Württemberg, 2015, S.1). Nach Roth und Ogrin (2016) bekommen die Eltern von der Grundschule eine Beratung, um die Wahl der richtigen Schulform zu erleichtern (Roth, A. und Ogrin, S., 2016, S. 17). Zusätzlich veranstalten Grundschulen im ersten Halbjahr der 4. Klasse Informationsabende für die Eltern, erklärt das Serviceportal Baden-Württemberg (2015). Auf diesen Informationsabenden stellen sich die verschiedenen weiterführenden Schulen vor und informieren über die möglichen Bildungsabschlüsse an ihren Einrichtungen. Als weitere Unterstützung gibt es noch immer die Grundschulempfehlung der Klassenlehrerin oder des Klassenlehrers (Serviceportal Baden-Württemberg, 2015, S. 1). Diese wird gemeinsam mit der Halbjahresinformation der 4. Klasse ausgegeben und ihr „liegt eine pädagogische Gesamtwürdigung zu Grunde, welche die seitherige Lern- und Leistungsentwicklung des Kindes, sein Lern- und Arbeitsverhalten sowie seine Lernpotenziale berücksichtigt“ (vgl. Serviceportal Baden-Württemberg, 2015, S. 1). Wie hier deutlich wird, liegt zwar die Entscheidung bei den Eltern, sie werden in der Entscheidungsfindung jedoch nicht alleine gelassen, sondern bekommen vor allem von der Grundschule Unterstützungsangebote.

Wenn von den Eltern die Entscheidung getroffen wurde, welche weiterführende Schule ihr Kind besuchen soll, müssen sie ihr Kind an dieser Schule anmelden und es kann nach den Sommerferien auf diese Schule gehen. Das Serviceportal Baden- Württemberg (2015) weist daraufhin, dass bei der Anmeldung weder die

Grundschulempfehlung noch die Halbjahresinformation der 4. Klasse vorgezeigt werden muss (Serviceportal Baden-Württemberg, 2015, S. 1).

3. Die weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg

Nach der Grundschule gibt es für die Schülerinnen und Schüler verschiedene Möglichkeiten für ihre weitere Schullaufbahn. Die gängigsten Schulformen in BadenWürttemberg werden im Folgenden dargestellt.

3.1. Hauptschule/ Werkrealschule

Das Ziel der Werkrealschule und Hauptschule „ist eine durchgängige individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler und eine verstärkte Berufswegeplanung in allen Klassenstufen“ (Serviceportal Baden-Württemberg, 2015, S. 1). Wie das Serviceportal Baden-Württemberg (2015) erläutert, haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit nach der 9. oder 10. Klasse ihren Hauptschulabschluss abzulegen. Ist dieser bestanden, können sie entweder eine Berufsausbildung beginnen oder eine Berufsfachschule besuchen.

Außerdem besteht seit dem Schuljahr 2012/ 2013 die Option ohne Notenhürde nach der 9. Klasse in die 10. Klasse der Werkrealschule überzuwechseln. Am Ende der 10. Klasse können die Schülerinnen und Schüler den Werkrealschulabschluss erlangen. Dieser mittlere Bildungsabschluss ermöglicht nicht nur den Beginn einer Berufsausbildung oder den Besuch einer Berufsfachschule, sondern auch den Besuch eines Berufskollegs oder eines beruflichen Gymnasiums. Dort kann die Fachhochschulreife oder sogar das Abitur absolviert werden (Serviceportal Baden- Württemberg, 2015, S. 1).

3.2. Realschule

Das Ziel der Realschule hingegen ist es, eine „Grundlage für eine Berufsausbildung und für weiterführende, insbesondere berufsbezogene schulische Bildungsgänge“ (Serviceportal Baden-Württemberg, 2016, S. 1) zu schaffen.

Laut dem Serviceportal Baden-Württemberg (2016), legen die Schülerinnen und Schüler an der Realschule am Ende der 10. Klasse eine Abschlussprüfung ab und erwerben mit Bestehen dieser den mittleren Schulabschluss, die mittlere Reife. Mit diesem Abschluss besteht die Möglichkeit, entweder eine Berufsausbildung zu beginnen oder eine Berufsfachschule, ein Berufskolleg, ein berufliches oder ein allgemeinbildendes Gymnasium zu besuchen (Serviceportal Baden-Württemberg, 2016, S. 1).

3.3. Gemeinschaftsschule

Die Gemeinschaftsschule als Option der weiterführenden Schule gibt es in Baden- Württemberg seit dem Schuljahr 2012/ 2013. Sie „kann die Klassen 5 bis 10 (Sekundarstufe I), gegebenenfalls auch die Klassen 1 bis 4 (Primarstufe) und 11 bis 13 (Sekundarstufe II) umfassen“ (Serviceportal Baden-Württemberg, 2016, S. 1). Ebenso erläutert das Serviceportal Baden-Württemberg (2016), dass die Entscheidung über den angestrebten Schulabschluss des Kindes, die Eltern erst ein Jahr vor dem Abschlussjahr treffen.

Die Schülerinnen und Schüler haben am Ende der 9. oder 10. Klasse die Möglichkeit den Hauptschulabschluss zu erwerben. Am Ende der 10. Klasse kann der Realschulabschluss erworben werden und wenn die Gemeinschaftsschule über eine Sekundarstufe II verfügt, kann nach dieser das Abitur abgelegt werden (Serviceportal Baden-Württemberg, 2016, S. 1).

3.4. Gymnasium

Als vierte Form der weiterführenden Schule kommt das allgemeinbildende Gymnasium in Frage, welches „eine breite und vertiefte Allgemeinbildung, die zur allgemeinen Studierfähigkeit führt“ (Serviceportal Baden-Württemberg, 2016, S. 1), vermittelt. Auf dem Gymnasium erwerben die Schülerinnen und Schüler mit dem Abschluss der 10. Klasse automatisch die mittlere Reife, wie das Serviceportal Baden-Württemberg (2016) veranschaulicht. Je nach G8 oder G9 erwerben die Schülerinnen und Schüler nach Ende der 12. oder 13. Klasse mit bestandener Abiturprüfung die allgemeine Fachhochschulreife und damit die allgemeine Studierfähigkeit.

Falls eine Schülerin oder ein Schüler die Abiturprüfung nicht besteht oder nur ein Jahr im Kurssystem besucht, besteht die Möglichkeit die Fachhochschulreife zu beantragen, wenn eine zweijährige Berufsausbildung, ein einjähriges Praktikum oder ein freiwilliges soziales bzw. ökonomisches Jahr oder ein Jahr Bundesfreiwilligendienst nachgewiesen werden kann (Serviceportal Baden-Württemberg, 2016, S. 1).

4. Ängste der Schüler beim Übergang in die weiterführende Schule

Wenn die Wahl der weiterführenden Schule getroffen ist und der erste Schultag naht, ist dieser, nach Büchner und Koch (2001) meist mit Vorfreude, aber auch mit Ängsten auf Seiten der Schülerinnen und Schülern verbunden (Büchner, P. und Koch, K., 2001, S. 11). Noack (2003) verdeutlicht, dass die Schülerinnen und Schüler in der 4. Klasse der Grundschule die „Großen“ in der Schule waren, zu denen die niedrigeren Klassen aufgesehen haben. Auf der weiterführenden Schule hingegen müssen sie wieder von vorne als die „Kleinen“ beginnen, auf die von den höheren Klassen herabgesehen wird (Noack, M., 2003, S. 46).

Die Ängste der Schülerinnen und Schüler können ganz verschiedene Bereiche betreffen, auf welche in diesem Teil der Arbeit eingegangen wird.

4.1. Die neue Schule

Die neue Schule kennen die Schülerinnen und Schüler vielleicht von einem Besuch auf einem Infoabend, vom Vorbeifahren mit dem Auto. Andere haben vielleicht noch überhaupt keine Vorstellung, was auf sie zukommt. Egal, welches Vorwissen bereits über die neue Schule besteht, treten gewisse Ängste vor dem Neuen auf. Sobald der erste Schritt in die neue Schule von den Kindern gemacht wird, fällt ihnen der Unterschied zur Grundschule auf. Noack (2003) erklärt, dass die weiterführenden Schulen mehr als vier Jahrgänge beinhalten und ein größeres Einzugsgebiet, als die Grundschule, haben. Daher haben ihre Gebäude mehr Klassenzimmer und aufgrund der höheren Anzahl an Lehrern manchmal sogar mehrere Lehrerzimmer. Zusätzlich kommen Fachräume wie beispielsweise für Chemie, Physik oder Technik hinzu und in manchen Fällen eine Cafeteria. Oft sind weiterführende Schulen zu einem Schulzentrum zusammengefasst, dann ist das Gelände auf dem sich die Schülerinnen und Schüler zurechtfinden müssen noch um einiges größer.

Am Anfang kann die Zeit auf der neue Schule sehr verwirrend und die Größe beängstigend sein. Mit jedem Tag werden sich die Schülerinnen und Schüler jedoch besser im Schulgebäude zurecht finden und je schneller dies funktioniert, desto schneller werden sie die neue Schule als „ihre“ Schule ansehen, was eine wichtige Voraussetzung für gutes Lernen ist (Noack, M., 2003, S. 46 f.).

4.2. Der neue Schulweg

Anders als die Grundschule, die meistens sehr nah am Wohnort liegt, ist die weiterführende Schule oftmals weiter entfernt und die Schülerinnen und Schüler müssen einen dementsprechend weiteren Weg zurücklegen, um zur Schule zu gelangen. Noack (2003) bezeichnet dies als eine Zeit, die mit einer freudigen Aufbruchsstimmung verbunden ist. Sie freuen sich darauf, ohne Eltern ihre eigene Lebenswelt etwas zu erweitern. Außerdem gehören sie nun zu den „großen“ Kindern, welche die weiterführende Schule besuchen und sie können auf die „kleinen“ Grundschüler hinabschauen, die in der alten Schule zurückbleiben (Noack, M., 2003, S. 41).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Der Übergang in die weiterführende Schule
Untertitel
Ängste von Schülern und Eltern und die Möglichkeit, ihnen zu begegnen
Note
2,0
Jahr
2016
Seiten
24
Katalognummer
V351087
ISBN (eBook)
9783668378063
ISBN (Buch)
9783668378070
Dateigröße
560 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulwechsel, weiterführende Schule, Grundschule, Sekundarstufe
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Der Übergang in die weiterführende Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351087

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