Nachdem der Markt für Unternehmenstransaktionen sowohl in Deutschland als auch in anderen großen Nationen im Zuge der Finanzkrise fast vollständig zum Erliegen kam, ist seit 2009 wieder eine erhöhte Aktivität auf diesem Markt zu verzeichnen. Begriffe, die häufig in diesem Zusammenhang fallen, sind u.a. Merges & Acquisitions sowie Due Diligence. Für M&A gibt es in der Literatur keine standardisierte Definition, vielmehr kann man zusammenfassend sagen, dass es sich um ein eigenes Fachgebiet handelt, welches sich mit der Übernahme und Fusion von Unternehmen, aber auch von Unternehmensteilen beschäftigt. Bei der DD handelt es sich um eine mit "gebotener Sorgfalt" durchgeführte Risikoprüfung u.a. im Rahmen von M&A-Transaktionen. Diese Prüfungen werden aber auch bei z.B. Börsengängen von Emissionsbegleitern durchgeführt, um die Vollständigkeit/Richtigkeit des Wertpapierprospektes zu gewährleisten.
Diese Arbeit beschäftigt sich allerdings ausschließlich mit der DD bei Unternehmenstransaktionen, also M&A-Projekten. Im Rahmen dieser Sorgfaltsprüfung bekommt der Kaufinteressent die Möglichkeit, anhand z.T. nicht öffentlicher Daten zu prüfen, ob das Akquisitionsobjekt seinen Erwartungen entspricht. Zudem kann er anhand der gewonnenen Erkenntnisse einen Plan für die Transaktionsstruktur und den Finanzierungsbedarf der Übernahme erstellen.
Um die Bedeutung dieses Prüfungsinstruments für den Gesamtprozess der Unternehmenstransaktion zu klären, wird in Kapitel 2 zunächst ein kurzer Überblick über den Transaktionsprozess gegeben und die DD eingeordnet. Nachdem die Motive für die beteiligten Parteien im Punkt 2.2 erläutert wurden, erfolgt eine Vorstellung des DD-Teams sowie vom Durchführungsablauf in Kapitel 2.3 bzw. 2.4.
Damit ein Verständnis für den Umfang der DD entstehen kann, wird in Kapitel 3 ein Überblick über die wichtigsten Prüfungsinhalte gegeben sowie die Bedeutung der erhaltenen Ergebnisse erklärt. Die beiden letzten Abschnitte ordnen einerseits Chancen sowie Risiken der Sorgfaltsprüfung ein und fassen anderseits die wesentlichen Erkenntnisse dieser Arbeit zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriffsklärung und Problemstellung der Arbeit
2. Due Diligence im Transaktionsprozess
2.1. Einordnung in den Trankaktionsprozess
2.2. Motive und Bedeutung für Käufer und Verkäufer
2.3. Das Due Diligence Team
2.4. Durchführung
3. Ausprägungen der Due Diligence
3.1. Strategic Due Diligence
3.2. Financial Due Diligence
3.3. Legal und Tax Due Diligence
3.4. Human Resources Due Diligence
3.5. Ergebnisse
4. Chancen und Risiken
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Due Diligence als systematisches Instrument der Risikoprüfung bei Unternehmenstransaktionen und analysiert, wie durch den Abbau von Informationsasymmetrien zwischen Käufer und Verkäufer fundierte Entscheidungen getroffen und Transaktionserfolge gesteigert werden können.
- Methodische Einordnung der Due Diligence in den M&A-Transaktionsprozess
- Analyse der Beweggründe und Interessen von Käufer- und Verkäuferparteien
- Detaillierte Erläuterung der verschiedenen Prüfungsschwerpunkte (strategisch, finanziell, rechtlich/steuerlich, HR)
- Bewertung der Erfolgsfaktoren sowie typischer Risiken und Konfliktfelder während der Due Diligence
Auszug aus dem Buch
2.4. Durchführung
Entscheidenden Einfluss über den Erfolg der DD hat die Einholung aller wesentlichen Informationen über das Zielunternehmen, wobei sich die Parteien bereits im LoI bezüglich Dauer und Umfang der Prüfung geeinigt haben. Dem Käufer stehen zur Datenbeschaffung sowohl externe als auch interne Quellen zur Verfügung. Externe Quellen sind der Öffentlichkeit zugänglich und bieten in Form von z.B. Jahresabschlussberichten sowie Ratingreports einen ersten Datenbestand, der einen Überblick gibt und ausgewertet werden kann. Zum anderen können ehemalige Mitarbeiter, Konkurrenten aber auch Lieferanten befragt werden um einen tieferen Einblick in das Zielunternehmen zu bekommen. Bei der Nutzung von internen Informationsquellen ist der Käufer dagegen auf die Mithilfe des Verkäufers angewiesen, denn diese Daten sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Auf generell vier verschiedenen Wegen besteht so die Möglichkeit, einen tiefen Einblick zu bekommen:
- Management Präsentationen
- Datenraum
- Experteninterviews
- Unternehmensbesichtigung
Die Management Präsentation wird in Zusammenarbeit vom Management und Berater des Zielunternehmens erstellt und soll den potenziellen Käufer in seiner Absicht bestärken. Neben aktuellen Informationen sollte die Vorstellung auch Daten enthalten, die nicht öffentlich zugänglich sind sowie einen Überblick über die Unternehmensstrategie geben. Eine weitere Informationsquelle beschreibt den Datenraum, der sowohl physisch im Unternehmen, als auch elektronisch eingerichtet werden kann. Heutzutage hat sich größtenteils der elektronische Datenraum durchgesetzt, da dadurch keine Räumlichkeiten gebunden und zum anderen auch Reisekosten gespart werden. Ein Vorteil des Verkäufers liegt dabei, dass Kaufinteressenten eine "digitale Spur" hinterlassen, wodurch nachverfolgt werden kann, wie viel Zeit für welche Dokumente aufgewendet wurde. Damit kann die Seriosität des Interesses beurteilt und Rückschlüsse auf eventuelle Kaufpreisminderungsgründe gezogen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffsklärung und Problemstellung der Arbeit: Einführung in das Thema der Due Diligence als Risikoprüfung im Rahmen von Unternehmenstransaktionen und Definition des Untersuchungsrahmens.
2. Due Diligence im Transaktionsprozess: Erläuterung der Phasen einer Transaktion sowie der Motive und der notwendigen personellen Zusammensetzung für die Durchführung einer Prüfung.
3. Ausprägungen der Due Diligence: Detaillierte Darstellung der vier wesentlichen Prüfungsteilgebiete: strategisch, finanziell, rechtlich/steuerlich sowie personell.
4. Chancen und Risiken: Diskussion der kritischen Erfolgsfaktoren sowie der typischen Konfliktfelder, die bei der Durchführung einer Due Diligence auftreten können.
5. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Untersuchungsergebnisse und abschließende Einschätzung des Werts der Due Diligence für den Erfolg von Unternehmenskäufen.
Schlüsselwörter
Due Diligence, Unternehmenstransaktion, Mergers & Acquisitions, Risikoprüfung, Informationsasymmetrie, Financial Due Diligence, Strategic Due Diligence, Legal Due Diligence, Human Resources, Transaktionsprozess, Unternehmenskauf, Synergien, Unternehmensbewertung, Datenraum, Kaufvertrag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Seminararbeit?
Die Arbeit analysiert die Due Diligence als ein essenzielles Prüfungsinstrument zur Risikominimierung und Entscheidungsunterstützung bei Unternehmenstransaktionen (M&A).
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?
Das Hauptaugenmerk liegt auf der Einordnung des Prozesses, der Motivation der beteiligten Parteien, den verschiedenen inhaltlichen Ausprägungen der Prüfung sowie den damit verbundenen Chancen und Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutung der Due Diligence für den gesamten Transaktionsprozess zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie sie zum Abbau von Informationsasymmetrien beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der systematischen Auswertung aktueller theoretischer Ansätze zum Thema Unternehmenstransaktionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die organisatorischen Aspekte (Prozess, Team, Durchführung) als auch die fachlichen Prüfungsschwerpunkte detailliert erläutert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Fachbegriffe wie Due Diligence, M&A, Informationsasymmetrie und verschiedene spezifische Prüfungsformen wie Financial oder Strategic Due Diligence geprägt.
Warum spielt die Human Resources Due Diligence eine immer wichtigere Rolle?
Durch die zunehmende Bedeutung des Humankapitals und den akuten Fachkräftemangel ist die Bewertung der personellen Substanz und Führungskultur für den Unternehmenswert entscheidend geworden.
Was unterscheidet "Deal Breaker" von "Nice to have"-Ergebnissen in der Prüfung?
Deal Breaker sind kritische Befunde, die den Abbruch der Transaktion zur Folge haben können, während Nice to have-Informationen für die Bewertung vorteilhaft, aber für den direkten Abschluss nicht zwingend ausschlaggebend sind.
Warum bevorzugen Unternehmen heute zunehmend den elektronischen Datenraum?
Der elektronische Datenraum bietet Effizienzvorteile bei Reisekosten und Logistik sowie die Möglichkeit für den Verkäufer, durch eine digitale Spur das Interesse der potenziellen Käufer zu analysieren.
- Quote paper
- Philipp Heiden (Author), 2016, Risikoprüfungen bei Unternehmenstransaktionen. Die Bedeutung der Due Diligence, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351215