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Der Warenfetischismus, seine Eigenschaften und sein Aktualitätsbezug. Der Fetischbegriff nach Karl Marx

Titel: Der Warenfetischismus, seine Eigenschaften und sein Aktualitätsbezug. Der Fetischbegriff nach Karl Marx

Hausarbeit , 2016 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Mona Schlachtenrodt (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Obwohl der Theorie über den Warenfetisch von Karl Marx zunächst von den Anhängern des Marxismus und der Arbeiterbewegung keine große Bedeutung zugerechnet wurde, betrachtet man sie heute als eine der zentralen Theorien, die eine große Rolle für seine Kapitalismuskritik insgesamt spielt. Einer der ersten, die diese Wichtigkeit erkannten, war Georg Lukács, der 1923 den Warenfetisch als eine Entfremdung vom Menschsein interpretierte und den Fetischcharakter darin sah, dass der Mensch selbst zur Ware degradiert und damit verdinglicht wird.

Heute wird unter Kritik des Warenfetischs hauptsächlich Konsumkritik verstanden, was auf Herbert Marcuse zurückgeht, der 1969 die Wirkung beschrieb, welche Waren im Kaufhaus auf Menschen ausüben. Dies ist auch die Vorstellung, die einem als erste in den Kopf kommt, wenn man zuvor nichts über den Warenfetisch nach Marx oder anderen Theoretikern gelesen hat und zum ersten Mal etwas davon hört. Doch was genau meinte Marx mit dem Begriff Warenfetisch? Und welche Kritik wird dadurch ausgedrückt?

Diesen Fragen wird die vorliegende Arbeit nachgehen. Darüber hinaus wird die Kritik, die Marco Iorio in Bezug auf den Warenfetisch 2012 formulierte, erläutert und diskutiert. Zum Schluss werde ich alles mit einer Bewertung des Warenfetischs in Bezug auf die aktuelle Situation abschließen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen zum Verständnis der Fetischtheorie

3 Warenfetisch nach Karl Marx

4 Ist der Warenfetisch epistemologisch oder ontologisch zu verstehen?

5 Bezug des Warenfetischs auf die aktuelle Situation

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den zentralen Begriff des Warenfetischs bei Karl Marx, um dessen Bedeutung für die Kapitalismuskritik zu klären und die kritische Perspektive von Marco Iorio im Kontext heutiger ökonomischer Verhältnisse zu diskutieren.

  • Historische Herleitung des Fetischbegriffs im Marx'schen Denken
  • Differenzierung zwischen Gebrauchswert und Tauschwert als Basis der Fetischisierung
  • Ontologische versus epistemologische Lesart des Warenfetischs
  • Diskussion der Marx'schen Kritik an der vermeintlichen Naturgesetzlichkeit des Marktes
  • Analyse der Relevanz des Warenfetischs für die heutige kapitalistische Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

3 Warenfetisch nach Karl Marx

Karl Marx beschreibt die Ware als etwas Mysteriöses, ein Ding voller „metaphysischer Spitzfindigkeit und theologischer Mucken“. Das ist ein erster Hinweis darauf, was er mit dem Fetischcharakter der Waren meint. Im Gegensatz zur heutigen Zeit, hatte der Begriff Fetisch im 19. Jahrhundert noch nicht die „Bedeutung einer sich an bestimmten Objekten oder Materialien als Stimulus festmachenden Sexualität“. Er ist im Zusammenhang mit den Religionen und Riten der sogenannten „Urvölker“ entstanden. So geht Marx’ Fetischbegriff zum größten Teil auf das Werk „Ueber den Dienst der Fetischgötter“ von Charles de Brosses zurück, das auch schon Grundlage für Hegels Verwendung des Fetischbegriffs ist.

Erstmals verwendet wurde der Begriff Fetisch von portugiesischen Missionaren, die damit die Gegenstände bezeichneten, welche von den Eingeborenen wie Götter verehrt wurden, beziehungsweise denen sie magische Fähigkeiten zusprachen. Der Begriff entstand also ursprünglich auch in Abgrenzung zu dem Glauben, nachdem es nur einen Gott gibt, der immateriell ist. Er stand aber auch im Gegensatz zur Aufklärung. Demnach ist ein Fetisch ein weltlicher oft menschengemachter Gegenstand, der in gewisser Weise Macht über die Menschen hat, da sie ihm Eigenschaften zusprechen, die er eigentlich nicht hat.

Laut Hegel geht es dabei immer um undurchschaute Naturverhältnisse. Wenn man beispielsweise eine Gottheit um Regen anbetet, und es am nächsten Tag tatsächlich zu regnen beginnt, hat man nicht durchschaut, dass der Regen aus gewissen physischen Abläufen und Gegebenheiten in der Atmosphäre (unabhängig von dem eigenen Gebet) entstanden ist und befindet sich stattdessen in dem Irrglauben, der Regen sei von der Gottheit auf Grund des Gebets gesendet worden. Der Glaube an die magische Kraft des Fetischs basiert demnach auf Unwissenheit und Irrationalität. Auch diese Ergänzung Hegels wurde von Marx übernommen. Das Konzept dass einem Ding Eigenschaften zugesprochen werden, die es nicht haben kann, wurde später von dem Religionskritiker Feuerbach auf das Christentum selbst bezogen, welches somit ebenfalls als von Menschen gemacht und irrational entlarvt werden sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz des Marx'schen Warenfetischs ein, stellt zentrale Interpretationsansätze von Lukács bis Marcuse vor und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.

2 Grundlagen zum Verständnis der Fetischtheorie: Hier wird die Marx'sche Spaltung des Produkts in Gebrauchswert und Tauschwert dargelegt, um das gesellschaftliche Fundament der Warenform zu verdeutlichen.

3 Warenfetisch nach Karl Marx: Das Kapitel beleuchtet die historische Herkunft des Fetischbegriffs und erklärt, wie soziale Verhältnisse als gegenständliche Eigenschaften von Waren erscheinen.

4 Ist der Warenfetisch epistemologisch oder ontologisch zu verstehen?: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit Marco Iorios Interpretation, der zwischen einer wahrnehmungsbezogenen und einer substanziellen Lesart des Fetischs unterscheidet.

5 Bezug des Warenfetischs auf die aktuelle Situation: Abschließend wird diskutiert, wie der Fetischbegriff als Werkzeug zur Kritik gegenwärtiger neoliberaler Strukturen und deren Darstellung als Naturgegebenheit dienen kann.

Schlüsselwörter

Warenfetisch, Karl Marx, Kapitalismuskritik, Gebrauchswert, Tauschwert, Entfremdung, Marktmechanismen, Marco Iorio, Epistemologie, Ontologie, gesellschaftliche Arbeit, Produktionsverhältnisse, Warenform, Neoliberalismus, Marktwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Warenfetisch-Konzepts von Karl Marx und untersucht dessen theoretische Grundlagen sowie seine Bedeutung als Kritikinstrument gegenüber kapitalistischen Wirtschaftsverhältnissen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Etymologie des Fetischbegriffs, die ökonomischen Kategorien von Gebrauchs- und Tauschwert sowie die erkenntnistheoretische Frage, wie ökonomische Strukturen das menschliche Bewusstsein beeinflussen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Warenfetisch als zentrales Element der Kapitalismuskritik zu evaluieren und insbesondere die von Marco Iorio vorgebrachte Kritik an Marx' Konzept zu diskutieren und zu entkräften.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, in der primär Marx' Schriften ("Das Kapital") und die kritische Auseinandersetzung von Marco Iorio systematisch verglichen und interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen (Gebrauchs- vs. Tauschwert), die historische Herleitung des Begriffs, die Debatte um die ontologische oder epistemologische Lesart des Fetischs sowie deren Anwendung auf heutige Wirtschaftsverhältnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Warenfetisch, Tauschwert, Kapitalismuskritik, Entfremdung, Epistemologie, Ontologie und die Analyse gesellschaftlicher Produktionsverhältnisse.

Welchen Stellenwert nimmt die Kritik von Marco Iorio ein?

Marco Iorios Kritik dient als strukturierter Gegenentwurf, der die Sinnhaftigkeit der Marx'schen Theorie in Frage stellt, indem er zwischen einer "epistemologischen" Wahrnehmungskritik und einer "ontologischen" Realitätsbeschreibung unterscheidet.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Fetischbegriffs heute?

Die Autorin argumentiert, dass der Warenfetisch trotz seiner Entstehung im 19. Jahrhundert ein treffendes Bild für die heutige Verschleierung ökonomischer Zusammenhänge bietet, da er verdeutlicht, wie Marktkräfte als "natürliche" Gesetzmäßigkeiten wahrgenommen werden.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Warenfetischismus, seine Eigenschaften und sein Aktualitätsbezug. Der Fetischbegriff nach Karl Marx
Hochschule
Universität Potsdam  (Philosophisches Institut)
Note
1,3
Autor
Mona Schlachtenrodt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V351284
ISBN (eBook)
9783668378025
ISBN (Buch)
9783668378032
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marx Fetisch Kapitalismus Warenfetisch Ware Geld Tauschwert Gebrauchswert Wert abstrakte Arbeit Iorio Naturalisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mona Schlachtenrodt (Autor:in), 2016, Der Warenfetischismus, seine Eigenschaften und sein Aktualitätsbezug. Der Fetischbegriff nach Karl Marx, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351284
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