In der Arbeit werden die verschiedenen Formen der Eingliederung eines Logistikcontrollings im Unternehmen vorgestellt. Zunächst wird hier zwischen dem strategischen und operativen Logistikcontrolling unterschieden und die Differenzen herausgearbeitet. Weiterhin werden die verschiedenen Möglichkeiten erläutert, wie eine Logistikcontrolling-Abteilung im Unternehmen implementiert werden kann. Zunächst wird hier auf die Unterschiede eines zentralen und dezentralen Controllings eingegangen, wonach dann die Erläuterung der Eingliederung des Logistikcontrollings in der Linienform folgt. Hierbei werden die Unterschiede zwischen dem Einliniensystem und dem Mehrliniensystem herausgestellt.
Im darauffolgenden Kapitel wird die Möglichkeit der Eingliederung als Stabsfunktion erläutert und es werden die Vor- und Nachteile bei dieser Form herausgearbeitet und somit kritisch betrachtet. Weiterhin werden die formalen Voraussetzungen für diese Eingliederungsform erklärt. Im Anschluss folgt die Eingliederung als Matrix-Organisation, wobei auf die Unterschiede zwischen der gleichberechtigten, ungleichberechtigten und unvollständigen Matrix-Organisation eingegangen wird.
Im letzten Kapitel wird die Möglichkeit eines prozessorientierten Logistikcontrollings beschrieben und deren Unterschiede zur hierarchischen Eingliederung herausgearbeitet. Zum Schluss werden die wesentlichen Aspekte dieser Arbeit in einem Fazit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Strategisches und Operatives Logistikcontrolling
3 Eingliederung des Logistikcontrolling im Unternehmen
3.1 Zentrales und dezentrales Logistikcontrolling
3.2 Logistikcontrolling in Linie
3.2.1 Einliniensystem
3.2.2 Mehrliniensystem
3.2.3 Controlling als Linienfunktion in einer Spedition
3.3 Logistikcontrolling als Stabsfunktion
3.3.1 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung
3.3.2 Kritik am Logistikcontrolling als Stabsfunktion
3.4 Logistikcontrolling als Matrix-Organisation
3.4.1 Gleichberechtigte Matrix-Organisation
3.4.2 Ungleichberechtigte Matrix-Organisation
3.4.3 Unvollständige Matrix-Organisation
4 Prozessorientiertes Logistikcontrolling
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die verschiedenen organisatorischen Eingliederungsmöglichkeiten des Logistikcontrollings in Unternehmen, um aufzuzeigen, wie strategische und operative Steuerungsprozesse in der Logistik effektiv strukturiert werden können.
- Differenzierung zwischen strategischem und operativem Logistikcontrolling
- Eingliederung in die Unternehmenshierarchie (Linien-, Stabs- und Matrix-Organisation)
- Vor- und Nachteile sowie spezifische Anforderungen der jeweiligen Organisationsformen
- Vergleich zwischen hierarchisch und prozessorientiertem Logistikcontrolling
- Analyse von Zentralisierungs- und Dezentralisierungsgraden
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Kritik am Logistikcontrolling als Stabsfunktion
Bei der Implementierung des Controllings als Stabsfunktion in einem Unternehmen bestehen einige Nachteile. Zunächst hat es der Controller in der Praxis häufig schwer sich durchzusetzen, da er nur als Beraterfunktion agiert. Weiterhin ist er der Gefahr ausgesetzt, dass er in eine Interessenkollision zwischen verschiedenen Vorstandsbereichen gerät, wobei er gegebenenfalls nicht mehr objektiv und neutral bewertet. Daher sollte bei einer Etablierung einer Controlling-Stabsstelle darauf geachtet werden, dass der Controller unter alle Vorstände unterstellt wird um damit die Weisungsbefugnis aufzuteilen (vgl. Preißler, 2007, S. 53 f.).
Weiterhin birgt die Einführung einer Controlling-Stabsstelle in Kombination mit einem Linienkonzept Konfliktpotenzial, da nach BÜHNER zwischen Stab und Linie funktionale Unterschiede bestehen. Diese äußern sich in der analysierenden und beratenden Funktion des Stabes und der Entscheidungsfunktion, welche die Linie innehat. Außerdem liegen häufig große Alters- und Ausbildungsunterschiede zwischen Stab und Linie vor, da Stabsmitarbeiter meist jünger und besser ausgebildet sind als Linienmitarbeiter, welches soziale Antipathien und Erwartungsunterschiede zwischen Stab und Linie hervorrufen kann (vgl. Bühner, 2004, S. 138 ff.).
Diese Kritik wird ebenfalls durch empirische Untersuchungen untermauert, beispielsweise einer Studie von BLUM, bei der herausgefunden wurde, dass lediglich 5% der befragten Unternehmen ihre Controlling-Abteilung als Stabsstelle organisiert hatten. Demgegenüber war die Controlling-Abteilung bei der Mehrheit, 61% aller Befragten, in der zweiten Führungsebene eingeordnet (vgl. Blum, 2006, S. 141).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die verschiedenen Formen der organisatorischen Eingliederung des Logistikcontrollings vor und erläutert den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2 Strategisches und Operatives Logistikcontrolling: Das Kapitel definiert die Grundlagen des Logistikcontrollings und unterscheidet zwischen der strategischen Ausrichtung auf Erfolgsfaktoren und der operativen Steuerung der Wirtschaftlichkeit.
3 Eingliederung des Logistikcontrolling im Unternehmen: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Organisationsformen wie Zentralisierung, Linienfunktion, Stabsfunktion und Matrix-Organisation.
4 Prozessorientiertes Logistikcontrolling: Hier wird der Wechsel von einer rein hierarchischen hin zu einer prozessorientierten Controlling-Struktur beschrieben, die sich an Wertschöpfungsprozessen orientiert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Vor- und Nachteile der behandelten Organisationsformen zusammen und gibt eine Empfehlung für deren Anwendung in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße.
Schlüsselwörter
Logistikcontrolling, Unternehmensstruktur, Linienorganisation, Stabsfunktion, Matrix-Organisation, Prozessorientierung, Zentralcontrolling, Operatives Controlling, Strategisches Controlling, Kostenrechnung, Organisationsentwicklung, Logistikmanagement, Weisungsbefugnis, Effizienz, Unternehmensführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit behandelt die verschiedenen organisatorischen Möglichkeiten, eine Logistikcontrolling-Abteilung in ein Unternehmen einzugliedern, und beleuchtet deren jeweilige Vor- und Nachteile.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Differenzierung zwischen strategischem und operativem Controlling sowie der Vergleich zwischen hierarchischen Organisationsmodellen und prozessorientierten Ansätzen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die verschiedenen Organisationsformen (Stab, Linie, Matrix) zu schaffen und aufzuzeigen, wie diese die Effektivität des Logistikcontrollings beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender organisationstheoretischer Konzepte sowie auf empirische Studienergebnisse zur Verbreitung der untersuchten Organisationsmodelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von zentralem und dezentralem Controlling, die verschiedenen Linien- und Stabsmodelle sowie die detaillierte Analyse der Matrix-Organisation.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Logistikcontrolling, Matrix-Organisation, Prozessorientierung und Organisationsstruktur charakterisiert.
Welche Vor- und Nachteile hat die Stabsfunktion laut dem Autor?
Die Stabsfunktion bietet Vorteile bei der erstmaligen Einführung eines Controllings durch direkten Zugang zur Geschäftsleitung, birgt jedoch Risiken wie Akzeptanzprobleme bei Linienmitarbeitern und mögliche Interessenkollisionen.
Wie unterscheidet sich die prozessorientierte Variante von der hierarchischen Struktur?
Während die hierarchische Struktur an festen Abteilungsleitungen orientiert ist, löst sich das prozessorientierte Controlling davon und richtet sich stattdessen nach den marktorientierten Geschäftsprozessen, um Kosten- und Leistungstransparenz zu schaffen.
- Arbeit zitieren
- Felix Birken (Autor:in), 2016, Organisationsformen des Logistikcontrolling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351357