In Zeiten immer stärkerer Spezialisierung von Unternehmen und der damit einhergehenden geringeren Fertigungstiefe, entwickelt sich der Begriff „Beschaffungsmanagement“ zu einer zentralen Größe in Unternehmen. Grund hierfür ist die immer noch weiter fortschreitende Globalisierung und damit ein erhöhter Konkurrenz- und Preisdruck.
Um weiter am Markt zu existieren zu können, ist es für Unternehmen wichtig, sich auf diese Gegebenheiten einzustellen und möglichst schneller und besser zu reagieren als die direkten Konkurrenten. Die sich verändernden Markt-Situationen geben dem eigenen Unternehmen so die Chance, in gesättigten Märkten Marktanteile von Konkurrenten zu übernehmen und die eigene Situation zu verbessern.
Ergebnis der beschriebenen Situation ist eine zunehmende Konzentration unternehmerischer Tätigkeiten auf Kernkompetenzen. Beispielhaft für die Konzentration auf Kernkompetenzen kann hier Automobilindustrie genannt werden, welche mit hunderten Zulieferern für die Herstellung ihrer hochkomplexen Produkte zusammenarbeitet. Die renommierten Autobauer lassen sich von teilweise hochspezialisierten Zulieferern ganze Module oder Systeme anliefern und setzen die Komponenten in den eigenen Werkshallen zusammen. Vorteile ergeben sich aus der Spezialisierung der einzelnen Zulieferer was eine Kostengünstige Produktion und ein qualitativ hochwertiges Endprodukt ermöglicht.
Um das Konzept der geringen Fertigungstiefen aufrechterhalten zu können, nimmt der Begriff Beschaffungsmanagement für viele Unternehmen eine zentrale Rolle ein. Das Beschaffungsmanagement legt die Basis für Erfolg und Misserfolg eines Unternehmens.
In der Arbeit werden die Vorteile, Nachteile, Probleme sowie Einflüsse und vor allem die Preisstrategien im Beschaffungsmanagement tätigkeitsbezogen und objektorientiert beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des Beschaffungsmanagement
2.1 Grundbegriffe des Beschaffungsmanagement
2.1.1 Beschaffung ist Fremdversorgung von Unternehmen
2.1.2 Beschaffungsmanagement ist betriebswirtschaftliches Beschaffungshandeln
2.1.3 Beschaffungsmarketing ist markt- und kundenorientiertes Beschaffungshandeln
2.2 Der Beschaffungsmarketingprozess
2.2.1 Situationsanalyse
2.2.2 Bedarfsanalyse
2.2.3 Marktanalyse- und auswahl
2.2.4 Lieferantenanalyse und -auswahl
2.2.5 Lieferantenverhandlung
2.2.6 Beschaffungsabwicklung
3. Einflüsse auf die Preisstrategien im Beschaffungsmanagement
3.1 Material und Bestellkosten
3.2 Art der zu beschaffenden Faktoren
3.3 Marktmacht der Lieferanten
3.4 Sourcing-Konzepte
4. Preisstrategien im Beschaffungsmanagement
4.1 Preispolitik
4.2 Rabattpolitik
4.3 Prämienpolitik
4.4 Pönalienpolitik
4.5 Zahlungsmodalitätspolitik
4.6 Kreditpolitik
4.7 Hierarchisierung der entgeltpolitische Variablenausprägungen
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Anwendung verschiedener Preisstrategien im modernen Beschaffungsmanagement, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in einem globalisierten Umfeld zu sichern. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Auswahl und Kombination geeigneter entgeltpolitischer Instrumente in Abhängigkeit von Beschaffungsobjekten und Lieferantenbeziehungen.
- Grundlagen und Prozessmodelle des Beschaffungsmarketings
- Einflussfaktoren wie Marktmacht und Materialkosten
- Systematisierung von Sourcing-Konzepten
- Detaillierte Analyse preispolitischer Instrumente (Rabatt-, Prämien-, Kreditpolitik)
- Hierarchisierung von Strategien zur zielgerichteten Lieferantenverhandlung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Situationsanalyse
Beschaffungskonstellationen sind Zustände und Gegebenheiten, die das Beschaffungshandeln eines Unternehmens beeinflussen. Diese können Chancen und Risiken in sich bergen. An die meisten Veränderungen können sich Unternehmen nur anpassen (z.B. Streik). Bestimmte Konstellationen sind von Unternehmen aber auch beeinflussbar (z.B. präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Lieferunwilligkeit). Die für die Beschaffung wichtigen Beschaffungskonstellationen sind bedingt durch den Beschaffungsmarkt, den Absatzmarkt, das eigene Unternehmen und das Umfeld. Das Geschehen in diesen Bereichen wird beobachtet und nach Möglichkeit positiv beeinflusst. Mit der Prognose von Veränderungen soll frühzeitiges Planen und Handeln ermöglicht werden [1,8,9].
Ziele beschreiben künftige Zustände eines Unternehmens. Alle Unternehmensaktivitäten werden darauf ausgerichtet, diese Ziele zu erreichen. Die im Unternehmen beschäftigten Personen werden durch Zielvorgaben in die richtigen Bahnen gelenkt. Die Qualität der Maßnahmen kann anhand eines Vergleichs zwischen Ausgangssituation und Zielzustand bewertet werden. Ziele werden hierarchisch in Ober-, Zwischen- und Unterziele unterteilt. Mögliche Beschaffungsinstrumentalziele sind z.B. Produktziele, Bezugsziele, Kommunikationsziele, Serviceziele sowie Entgeltziele. Diese werden nach ihrer Bedeutsamkeit geordnet. Die Erfüllung der Oberziele hat höchste Priorität [1,8].
Den Abschluss der Situationsanalyse bildet die Festlegung der eigenen Potenziale. Hierunter versteht man die Ressourcen des eigenen Unternehmens wie z.B. Personal, Kapital, Anlagen und Organisation. Durch die festgestellten Potentiale kann beurteilt werden, welche Möglichkeiten ein Unternehmen künftig hat. Ein Abgleich von vorhandenem und benötigtem Potenzial gibt Aufschluss darüber, ob welches aufgebaut, abgebaut oder verlagert werden muss. So werden beispielsweise bei der Strategie von Just-In-Time kaum Läger benötigt. Dadurch stehen zukünftig ungenutzte Ressourcen zur Verfügung, deren weitere Verwendungsweise zu klären ist [1,8].
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung des Beschaffungsmanagements durch Globalisierung und Spezialisierung und skizziert das Ziel der Untersuchung.
2. Grundlagen des Beschaffungsmanagement: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und beschreibt den Beschaffungsmarketingprozess von der Situationsanalyse bis zur Abwicklung.
3. Einflüsse auf die Preisstrategien im Beschaffungsmanagement: Hier werden die maßgeblichen Faktoren wie Materialkosten, Marktmacht und Sourcing-Strategien erläutert, die die Preisgestaltung beeinflussen.
4. Preisstrategien im Beschaffungsmanagement: Dieses Kernkapitel detailliert verschiedene Instrumente wie Preis-, Rabatt-, Prämien- und Pönalienpolitik sowie deren hierarchische Anwendung.
5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer differenzierten Strategiewahl zur Förderung partnerschaftlicher Win-Win-Situationen.
Schlüsselwörter
Beschaffungsmanagement, Beschaffungsmarketing, Preisstrategien, Einkauf, Lieferantenmanagement, Sourcing-Konzepte, Entgeltpolitik, Rabattpolitik, Marktmacht, Wertschöpfungspartnerschaften, Bedarfsanalyse, Preisdruckpolitik, Lieferantenverhandlung, Wettbewerbsfähigkeit, Beschaffungshandeln
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Strategien zur Preisgestaltung im Bereich des Beschaffungsmanagements und wie Einkäufer diese gezielt zur Erreichung ihrer Unternehmensziele einsetzen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Grundlagen des Beschaffungsmarketings, die Analyse von Einflussfaktoren wie Marktmacht und die detaillierte Darstellung entgeltpolitischer Instrumente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Wechselwirkungen bei der Beschaffung zu schaffen und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Kombination von Preisstrategien Win-Win-Situationen mit Lieferanten erreicht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine strukturierte literaturbasierte Analyse sowie die Einordnung in prozessorientierte Modelle (wie das Beschaffungsmarketing-Prozessmodell) und Portfolio-Klassifizierungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Einflussfaktoren (z.B. Kosten, Marktmacht) analysiert, bevor eine detaillierte Erläuterung der Instrumente (Preis-, Rabatt-, Prämien-, Pönalien-, Zahlungsmodalitäts- und Kreditpolitik) folgt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Beschaffungsmanagement, Preisstrategien, Lieferantenmanagement und Beschaffungsmarketing.
Wie unterscheiden sich Preisdruck- und Preissogpolitik in der Praxis?
Während die Preisdruckpolitik darauf abzielt, durch Forderungsmaßnahmen Tiefstpreise zu erzielen, versucht die Preissogpolitik durch attraktive Anreize die Lieferwilligkeit des Partners zu erhöhen.
Welche Bedeutung hat das Beschaffungsquellenportfolio für die Preisstrategie?
Das Portfolio dient als Entscheidungshilfe, um basierend auf dem Versorgungsrisiko und dem Entwicklungspotenzial des Lieferanten die jeweils geeignete Preisstrategie auszuwählen.
Warum ist die Pönalienpolitik als Gegenstück zur Prämienpolitik zu verstehen?
Pönalien wirken bei Nichteinhaltung von Verträgen als Strafzahlungen, während Prämien als Anreize für überdurchschnittliche Leistungen oder Flexibilität dienen.
Wann ist eine Kapitalbeteiligung des Beschaffers am Lieferanten sinnvoll?
Eine Kapitalbeteiligung wird insbesondere dann in Betracht gezogen, wenn der Beschaffer langfristig seine Versorgungssicherheit erhöhen möchte und eine tiefgreifende partnerschaftliche Zusammenarbeit anstrebt.
- Arbeit zitieren
- Felix Birken (Autor:in), 2016, Preisstrategien im Beschaffungsmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351365