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Eine Darstellung des Frauenlebens im 18. Jahrhundert

Eine Analyse mit zwei Briefauszügen

Titre: Eine Darstellung des Frauenlebens im 18. Jahrhundert

Dossier / Travail , 2015 , 20 Pages

Autor:in: Dorle Schröder (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Das 18. Jahrhundert in Europa ist geprägt von vielen einschneidenden Ereignissen und einem daraus resultierenden Identitäts- und Wertewandel, weshalb es auch als das Zeitalter der Aufklärung bezeichnet wird. Als Grundlagen dieser kulturellen Veränderung sind das vernunftorientierte Denken und das Streben nach Freiheit beziehungsweise Wahrheit zu nennen. Ausgelöst durch die in Frankreich entwickelten neuen Ideale zur menschlichen Erkenntnis, dehnten sich diese Vorstellungen auch in deutschen Gebieten aus. Ein weiterer Grund für die Entstehung einer veränderten europäischen Gesellschaftskultur ist die Verbreitung des Buchdrucks, welcher die steigende Alphabetisierung zur Folge hatte. Eine Folge dieser Entwicklung war auch ein gesteigertes Engagement der breiten Bevölkerungsschichten für politische und gesellschaftliche Problemstellungen.

Eine thematisierte Fragestellung betraf demzufolge auch die Rolle der Frau in Bezug auf die wachsende Gelehrsamkeit. In den vergangenen Jahrhunderten wurde das weibliche Geschlecht auf die Verrichtung ihrer häuslichen Pflichten reduziert und das individuelle Potenzial der meisten Frauen ignoriert. Es bildeten sich Diskussionen zur weiblichen Bestimmung in der Gesellschaft heraus, welche allerding zunächst nicht von den Frauen selbst ausgingen. Diesen aufkommenden Geschlechterdebatten folgte in der Spätaufklärung, welche die letzten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts umfasst, stürmische Gegenreaktionen.

Im Jahre 1807 schrieb Johann Wolfgang von Goethe in seinem Schauspiel „Torquato Tasso“: „Nach Freiheit strebt der Mann, das Weib nach Sitte“. Dieses Zitat bringt die Problematik der Geschlechterverhältnisse auf den Punkt. Es liegt in der Natur des Mannes durch seine Freiheit etwas Bedeutendes zu erreichen. Dagegen hält sich die Frau nach Goethe an moralische, traditionsgebundene Verhaltensnomen und ist demnach abhängiger von der Gesellschaft. Hier wird das ungleiche Machtverhältnis zwischen den Geschlechtern deutlich.

Im Verlauf dieser Arbeit möchte ich durch zwei Briefanalysen untersuchen, inwieweit diese Auffassung über das Rollenverständnis von einem weiblichen, wie auch männlichen Vertreter jener Zeit getragen wird. Jedoch erfordert dies zunächst eine kurze Erläuterung zur Bedeutung des Briefes als Kommunikationsmedium, der ich mich im folgenden Punkt widmen werde.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Brief als ein neues Artikulationsmedium der Frauen im 18. Jahrhundert

3. Das Frauenleben im 18. Jahrhundert: Eine Untersuchung zweier Briefe

3.1 Textanalyse eines Briefes von Johann Gottfried Herder an Caroline Flachsland

3.2 Textanalyse eines Briefes von Dorothea Schlözer an Luise Michaelis

4. Die Betrachtung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Briefe in Bezug auf das damalige Frauenbild

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand zweier historischer Briefauszüge aus dem 18. Jahrhundert das zeitgenössische Rollenverständnis von Frauen und Männern. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen traditionellen weiblichen Pflichten und dem aufkommenden Wunsch nach intellektueller Selbstbestimmung und Bildung durch die Analyse der Korrespondenz von Johann Gottfried Herder und Dorothea Schlözer zu verdeutlichen.

  • Briefkultur als Medium weiblicher Artikulation und Selbstinszenierung.
  • Geschlechterdebatten und Rollenbilder in der Zeit der Aufklärung.
  • Die Spannung zwischen häuslicher Zweckorientierung und dem Wunsch nach Bildung.
  • Vergleich männlicher und weiblicher Perspektiven auf das "Frauenleben".
  • Die Rolle der Ehe als limitierender oder strukturgebender Faktor.

Auszug aus dem Buch

3.2 Textanalyse eines Briefes von Dorothea Schlözer an Luise Michaelis

Im Jahre 1785 schreibt Dorothea Schlözer an ihre Freundin Luise Michaelis einen Brief, welcher in Form eines Auszugs Gegenstand der folgenden Untersuchung zum Geschlechterdiskurs jenes Jahrhunderts sein wird. Die 15jährige Briefschreiberin kam im August 1770 als Tochter von Caroline Friederike und deren Mann Professor August-Ludwig Schlözer, in Göttingen zur Welt. Besonders in ihrer Geburtsstadt Göttingen aber auch im Ausland, wurde Dorothea durch den Erhalt des Doktortitels für Philosophie als erste Frau berühmt. Das amerikanische „Columbian Magazine“ bezeichnete sie daraufhin als „gelehrte Exotin“.

Dieser Briefauszug lässt durch den Satz: „Deine Frage habe ich nun recht wohl verstanden“, auf einen vorhergehend schriftlichen Dialog mit Luise Michaelis schließen. Freundschaften, die sich aus dem Briefaustausch entwickelten, hatten in der damaligen Zeit einen hohen Stellenwert. Pflichten und das Rollenverständnis ließen den Frauen wenig Möglichkeit außerhalb ihres Wohnraums Kontakte zu knüpfen oder gar zu pflegen. Im Folgenden wird sich zeigen, dass Luise und Dorothea ihre Gedanken und Empfindungen zu den Pflichten des weiblichen Geschlechtes, wie beispielweise zu der Verheiratung, thematisierten. Dorothea stellt zunächst, etwas empört wirkend, die Suggestivfrage, ob „[…] Kochen und Spinnen angenehmer [sei], als […] ein historisches Collegium […]“? Aufgrund der Professur für Geschichte und Politik ihres Vaters hatte Dorothea die Chance erhalten, die Vorlesungen einiger Kollegen von ihm zu besuchen. August-Ludwig Schlözer war überzeugter Aufklärer, mit dem Vorhaben, sein Kind als Mittel zu nutzen, um pädagogische Theorien empirisch zu beweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Zeitalter der Aufklärung ein und erläutert die zentrale Fragestellung zur Rolle der Frau im 18. Jahrhundert sowie die Wahl des Briefes als primäres Analysemedium.

2. Der Brief als ein neues Artikulationsmedium der Frauen im 18. Jahrhundert: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Bedeutung des Briefeschreibens als einen der wenigen Wege für Frauen, sich in einer männerdominierten Literaturwelt intellektuell zu artikulieren.

3. Das Frauenleben im 18. Jahrhundert: Eine Untersuchung zweier Briefe: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse zweier konkreter Briefe, wobei die gegensätzlichen Ansichten von Herder (konservativ) und Schlözer (emanzipatorisch) herausgearbeitet werden.

3.1 Textanalyse eines Briefes von Johann Gottfried Herder an Caroline Flachsland: Der Fokus liegt auf Herders ablehnender Haltung gegenüber weiblicher Gelehrsamkeit und seiner Forderung nach einer rein auf Hausarbeit und Erziehung begrenzten Frauenrolle.

3.2 Textanalyse eines Briefes von Dorothea Schlözer an Luise Michaelis: Dieses Kapitel analysiert das Selbstbild von Dorothea Schlözer, die trotz der sozialen Zwänge ihr Recht auf intellektuelle Bildung und ein unabhängiges Denken einfordert.

4. Die Betrachtung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Briefe in Bezug auf das damalige Frauenbild: Ein vergleichender Überblick, der aufzeigt, wie beide Briefschreiber das binäre System ihrer Zeit thematisieren, dabei jedoch zu grundlegend verschiedenen Schlussfolgerungen gelangen.

5. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, dass trotz des aufklärerischen Fortschritts die Rollenvorstellungen des 18. Jahrhunderts in der Realität weitgehend starr und patriarchalisch blieben.

Schlüsselwörter

Aufklärung, 18. Jahrhundert, Frauenbild, Geschlechterverhältnisse, Briefkultur, Gelehrsamkeit, Emanzipation, Rollenverständnis, Bildung, Hausarbeit, Dorothea Schlözer, Johann Gottfried Herder, Briefanalyse, Geschlechterdebatten, Autonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit befasst sich mit den Geschlechterverhältnissen und der Rolle der Frau im 18. Jahrhundert, wobei zwei spezifische Briefe als historische Zeugnisse für das damalige Rollenverständnis analysiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Bedeutung des Briefes als Artikulationsmedium für Frauen, die Kritik an weiblicher Gelehrsamkeit, das Spannungsfeld zwischen häuslicher Pflicht und intellektuellem Anspruch sowie das gesellschaftliche Ideal der Ehe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, anhand der Briefanalysen zu untersuchen, inwieweit das weibliche wie auch das männliche Rollenverständnis jener Zeit durch die Briefe reflektiert wird und welche Widersprüche sich dabei auftun.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der literarischen Textanalyse von Briefen, eingebettet in einen historisch-kontextuellen Rahmen der Aufklärungszeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Brief von Johann Gottfried Herder an Caroline Flachsland und dem Brief von Dorothea Schlözer an Luise Michaelis, gefolgt von einem Vergleich der darin enthaltenen Frauenbilder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Aufklärung, Frauenrolle, Briefkultur, Gelehrsamkeit, Geschlechterverhältnis, Emanzipationsansprüche und Autonomie.

Wie unterscheidet sich die Haltung von Herder von der von Schlözer?

Herder lehnt weibliche Bildung als "wider die Natur" ab und sieht die Frau primär als häusliche Gefährtin, während Schlözer ihre Bildung aktiv einfordert und sich kritisch gegen die Reduktion der Frau auf häusliche Tätigkeiten stellt.

Welchen Einfluss hatte der Vater von Dorothea Schlözer auf ihr Selbstverständnis?

August-Ludwig Schlözer ermöglichte seiner Tochter eine umfassende Bildung (Sprachen, Mathematik), was ihr intellektuelles Selbstbewusstsein stärkte, obwohl auch er an traditionellen Rollenbildern festhielt.

Welche Bedeutung hat das Zitat "Nach Freiheit strebt der Mann, das Weib nach Sitte"?

Es fungiert als Leitmotiv für das damals vorherrschende ungleiche Machtverhältnis und die kulturelle Normierung, die das Handeln von Männern und Frauen strikt voneinander abgrenzte.

Was ist das Ergebnis der Analyse bezüglich der Eheschließungen?

Die Autorin stellt fest, dass die Ehe für Frauen im 18. Jahrhundert oft eine zweckorientierte Form der Lebensgestaltung war, bei der Autonomie und Selbstverwirklichung hinter gesellschaftlichen Normen zurückstehen mussten.

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Résumé des informations

Titre
Eine Darstellung des Frauenlebens im 18. Jahrhundert
Sous-titre
Eine Analyse mit zwei Briefauszügen
Université
University of Leipzig
Auteur
Dorle Schröder (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
20
N° de catalogue
V351372
ISBN (ebook)
9783668377103
ISBN (Livre)
9783668377110
Langue
allemand
mots-clé
eine darstellung frauenlebens jahrhundert analyse briefauszügen
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Citation du texte
Dorle Schröder (Auteur), 2015, Eine Darstellung des Frauenlebens im 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351372
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Extrait de  20  pages
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