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Die „Tragik der Allmende“. Möglichkeiten und Grenzen bei der Selbstverwaltung von Allmenderessourcen

Titel: Die „Tragik der Allmende“. Möglichkeiten und Grenzen bei der Selbstverwaltung von Allmenderessourcen

Bachelorarbeit , 2013 , 44 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Christian Hüsch (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Fischvorkommen im Ozean, Bewässerungsanlagen in Spanien oder Waldnutzung in den Alpen – überall auf der Welt verwalten Gruppen von Menschen ihre Ressourcen selbst. Doch wie kann es gelingen Phänomene wie Trittbrettfahren oder ein Ausnutzen der Ressource durch Mitglieder der Gruppe zu verhindern und die Ressource langfristig und nachhaltig zu bewirtschaften? Unter welchen Bedingungen gelingt es Menschen miteinander zu kooperieren?

Dieser Frage stellt sich die vorliegende Arbeit aus theoretischer Perspektive. Dabei beschränkt sie sich auf die Kooperation bei so genannten Allmenderessourcen, solchen Ressourcen also, die einer Gruppe gemeinsam gehören und die von dieser gemeinsam verwaltet wird. Dabei wird auf Möglichkeiten der Sanktionierung ebenso eingegangen wie die Größe der Gruppen und das gegenseitige Vertrauen ineinander.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Allmenderessource und die Probleme einer Selbstverwaltung

2.1. Die Eigenschaften der Allmende und die Arten der Verwaltung

2.2. Grundlegende Probleme bei der Selbstverwaltung von Allmenderessourcen - „Nicht-Ausschließbarkeit“, „Trittbrettfahren“ und „Rivalität“

2.3. Die „Tragik der Allmende“ als Gefangenendilemma

2.4. Das Gefangenendilemma – Ein Modell mit restriktiven Annahmen

3. Reziprozität, Vertrauen und Reputation als Basis für kooperatives Verhalten

4. Die Rolle von face-to-face Kommunikation bei der Überwindung kollektiver Dilemmasituationen

4.1. Erkenntnisse aus experimentellen Studien – Der „communication-effect“

4.2. Der „communication-effect“ – Eine Erklärung

4.3. Kommunikation und die Bewältigung von Allmendeproblemen – Ein teurer Mechanismus

5. Niedrige Diskontierungsraten als Anreiz für kooperatives Handeln

6. Klar definierte Grenzen zur Lösung des Problems der „Nicht-Ausschließbarkeit“

7. „Quasi-freiwillige Regelkonformität“ durch gegenseitige Überwachung und abgestufte Sanktionen

7.1. Reputation, Vertrauen, reziprokes Handeln – Ein für Kooperation hinreichendes System?

7.2. Gegenseitige Überwachung

7.3. Abgestufte Sanktionen

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen, unter denen Individuen in der Lage sind, kollektive Dilemmasituationen bei der Nutzung von Allmenderessourcen durch Selbstverwaltung zu überwinden, ohne dabei auf externe staatliche oder privatrechtliche Lösungen angewiesen zu sein.

  • Die Überwindung der „Tragik der Allmende“ durch gemeinschaftliche Regeln.
  • Die Bedeutung von Reziprozität, Vertrauen und Reputation als kooperative Basis.
  • Der Einfluss von direkter face-to-face Kommunikation auf das Kooperationsverhalten.
  • Die Rolle von Diskontierungsraten und der langfristigen Abhängigkeit von Ressourcen.
  • Die Notwendigkeit von Überwachungs- und Sanktionsmechanismen zur Sicherung regelkonformen Verhaltens.

Auszug aus dem Buch

4.1. Erkenntnis aus experimentellen Studien – Der „communication-effect“

Im Folgenden soll auf den Einfluss von Kommunikation auf die Kooperationsbereitschaft am Beispiel der Studien von Isaac und Walker (1988) und Ostrom/Gardner/ Walker (1994) eingegangen werden. Isaac und Walker (1988) untersuchten den Einfluss von Kommunikation auf kooperatives Verhalten in so genannten „Public-Good Experiments“. Dafür bildeten Ökonomiestudierende, die sich freiwillig gemeldet hatten und sich vorher nicht kannten jeweils Gruppen von vier Personen. Den Teilnehmern wurde vor jeder Spielrunde ein virtueller Betrag an Ressourcen bereitgestellt (62 Tokens). Sie hatten in jeder Spielrunde die Möglichkeit, ihre virtuellen Ressourcen (alle oder einen Teil) mittels eines Computers anonym in einen individuellen Pott oder einen Gruppenpott (kollektives Gut) zu investieren. Die Ressourcen, die in den individuellen Pott eingezahlt wurden, wurden mit einem Quotient von 0,01 multipliziert (Isaac/ Walker 1988: 598). Wenn ein Individuum also in einer Runde alle Ressourcen in den individuellen Pott eingezahlt hätte, wäre es auf einen Betrag von 0,62 (62*0,01=0,62) gekommen.

Würde jedes Individuum in einer Spielrunde alle Ressourcen (insgesamt 248 Einheiten) zur Bereitstellung des kollektiven Gutes aufwenden, wäre durch die Kooperation mit den anderen Teilnehmern ein höherer Gewinn generiert worden. Der Multiplikationsquotient lag für diesen Fall bei 0,003 pro Ressourceneinheit (Isaac/ Walker 1988: 599). Bei insgesamt 248 investierten Einheiten ergäbe sich folgende Auszahlung pro Runde: 248*0,003= 0,744.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Konzept der „Tragik der Allmende“ ein und skizziert die Fragestellung, wie Individuen kollektive Handlungsprobleme durch Selbstverwaltung statt durch staatliche Eingriffe lösen können.

2. Die Allmenderessource und die Probleme einer Selbstverwaltung: Dieses Kapitel definiert Allmenderessourcen und erläutert die damit verbundenen Herausforderungen wie Rivalität und Nicht-Ausschließbarkeit sowie die Problematik des Gefangenendilemmas.

3. Reziprozität, Vertrauen und Reputation als Basis für kooperatives Verhalten: Hier wird dargelegt, wie verinnerlichte Normen und der Aufbau von Reputation und Vertrauen die Grundlage für eine erfolgreiche Kooperation innerhalb einer Gruppe bilden können.

4. Die Rolle von face-to-face Kommunikation bei der Überwindung kollektiver Dilemmasituationen: Das Kapitel analysiert den „communication-effect“ und zeigt auf, wie direkte Kommunikation die Kooperationsrate in Dilemmasituationen durch Koordination und Vertrauensbildung signifikant steigern kann.

5. Niedrige Diskontierungsraten als Anreiz für kooperatives Handeln: Es wird argumentiert, dass eine langfristige Orientierung der Akteure (niedrige Diskontierungsraten) essenziell ist, damit Individuen ein nachhaltiges Interesse am Erhalt der Ressource entwickeln.

6. Klar definierte Grenzen zur Lösung des Problems der „Nicht-Ausschließbarkeit“: Hier wird erläutert, warum die Festlegung klarer Grenzen bezüglich der Personengruppe, die auf eine Ressource zugreifen darf, eine notwendige Voraussetzung für das kollektive Handeln darstellt.

7. „Quasi-freiwillige Regelkonformität“ durch gegenseitige Überwachung und abgestufte Sanktionen: Dieses Kapitel zeigt auf, dass für langfristige Stabilität neben Vertrauen auch Überwachungs- und Sanktionsmechanismen erforderlich sind, um abweichendes Verhalten zu minimieren.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Bedingungen für eine erfolgreiche gemeinschaftliche Verwaltung von Allmenden zusammen und betont, dass diese eine tragfähige Alternative zu klassischen Verwaltungsformen darstellen kann.

Schlüsselwörter

Allmenderessource, Tragik der Allmende, Kollektives Handeln, Gefangenendilemma, Kooperation, Selbstverwaltung, Kommunikation, Vertrauen, Reputation, Reziprozität, Trittbrettfahren, Diskontierungsrate, Sanktionen, Ressourcenmanagement, Gemeinschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Gruppen von Individuen natürliche Ressourcen gemeinschaftlich verwalten können, ohne dass es zur Übernutzung kommt, und widerspricht damit der klassischen Annahme, dass Selbstverwaltung bei Allmenden unmöglich sei.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Spieltheorie zur Erklärung kollektiver Dilemmata, der Bedeutung von Vertrauens- und Reputationssystemen, dem Einfluss von face-to-face Kommunikation sowie der Rolle von Sanktionen und langfristiger Planung (Diskontierungsraten).

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den spezifischen Bedingungen, die Individuen in die Lage versetzen, Regeln auszuhandeln und einzuhalten, um die „Tragik der Allmende“ ohne externe Hilfe zu überwinden.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf spieltheoretischen Modellen und der Auswertung zahlreicher behavioristisch-experimenteller Studien sowie Feldstudien zum kollektiven Handeln basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen, die Kooperation ermöglichen: von der Bedeutung kleiner Gemeinschaften und direkter Kommunikation über den Aufbau sozialer Normen bis hin zur Implementierung von Überwachungs- und Sanktionsmechanismen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der „Tragik der Allmende“ vor allem die „Reziprozität“, der „communication-effect“, „kollektives Gut zweiter Ordnung“ sowie die „quasi-freiwillige Regelkonformität“.

Warum spielt die „face-to-face“ Kommunikation eine so große Rolle für den Erfolg der Selbstverwaltung?

Sie ermöglicht den Akteuren, ihre Handlungen zu koordinieren, ihre Vertrauenswürdigkeit durch Mimik und Gestik zu beweisen sowie öffentliche Versprechen auszutauschen, was das Dilemma des Trittbrettfahrens deutlich reduziert.

Inwiefern sind „abgestufte Sanktionen“ für den Erfolg einer Gemeinschaft entscheidend?

Sie erlauben es der Gemeinschaft, auf einmalige Regelverstöße mild zu reagieren und den Akteur wieder in das System zu integrieren, während wiederholte Verstöße mit zunehmender Härte bestraft werden, um die allgemeine Regelkonformität zu sichern.

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Details

Titel
Die „Tragik der Allmende“. Möglichkeiten und Grenzen bei der Selbstverwaltung von Allmenderessourcen
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,3
Autor
Christian Hüsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
44
Katalognummer
V351442
ISBN (eBook)
9783668378742
ISBN (Buch)
9783668378759
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Allmenderessourcen Trittbrettfahrer Kooperation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Hüsch (Autor:in), 2013, Die „Tragik der Allmende“. Möglichkeiten und Grenzen bei der Selbstverwaltung von Allmenderessourcen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351442
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Leseprobe aus  44  Seiten
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