Im Rahmen der Seminararbeit bestimmt der Autor zunächst in einem theoretischen Teil die verschiedenen Begriffe, die im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit stehen und ordnet diese in den Gesamtkontext ein. Anschließend wird die Verbindung zur Outdoor-Branche hergestellt. Dabei wird der Begriff Outdoor geklärt und auf die Marktsituation in der Branche eingegangen. Danach wird der Frage nachgegangen, was Nachhaltigkeit in der Outdoor-Branche bedeutet. Im praktischen Teil der Ausarbeitung wird der Status Quo der Nachhaltigkeits-Aktivitäten am Beispiel der Mammut Sports Group AG beschrieben. In einem abschließenden Fazit wird ein kurzer Ausblick gegeben.
„Der Wunsch hin zur Natur ist allgegenwärtig und findet Ausdruck durch das Tragen von Outdoor-Bekleidung in der City. Das Phänomen ist viel mehr Lebenseinstellung denn Hobby!“ Mit dieser Aussage beschreibt German Käsmeier, der Produktmanager von Schöffel, den Outdoor-Boom in den Großstädten. Insgesamt betrachtet „haben sich Outdoor und Wandern im letzten Jahrzehnt zu einer Massenbewegung in Deutschland entwickelt.“ Nach Meinung der Experten „sind der Erholungseffekt im Kontrast zum beruflichen Alltag und das Erlebnis Natur […] die Hauptfaktoren für diese Entwicklung.“ Auf der einen Seite profitieren die Hersteller von Outdoor-Produkten zweifelsohne von diesem Trend und konnten infolgedessen z.B. im Jahr 2012 über zehn Milliarden Euro Umsatz in Europa, u.a. durch den Verkauf von Bekleidung, Schuhen und sonstiger Ausrüstung, generieren. Auf der anderen Seite wird keine andere Branche so mit „[…] dem Image einer intakten Natur […]“ in Verbindung gebracht, wie die Outdoor-Branche. In diesem Zusammenhang erwarten die Konsumenten ökologisch einwandfreie und fair produzierte Produkte. „Verbunden mit diesem Boom sieht sich die Branche mit kritischen Fragen konfrontiert, die mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit zu tun haben […].“
Aber immer wieder machen einige Hersteller negative Schlagzeilen, weil sie bei der Produktion der Outdoor-Bekleidung umweltschädliche und gesundheitsgefährdende Chemikalien verwenden. Auch berichten die Medien regelmäßig über die niedrigen Löhne, die Näherinnen in den Produktionsländern, wie Indonesien oder Vietnam erhalten. Infolge der Berichterstattung über die schlechten und gefährlichen Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten bleibt der Öffentlichkeit v.a. der Einsturz der Textilfabrik in Bangladesch im Jahr 2013, bei dem mehr als 1000 Menschen getötet wurden, stark in Erinnerung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen und Einordnung in den Gesamtkontext
2.1 Corporate Social Responsibility und Citizenship
2.2 Corporate Sustainability
2.3 Nachhaltige Entwicklung
2.4 Die Notwendigkeit von verantwortungsvollen und nachhaltigem Handeln
3. Die Outdoor-Branche
3.1 Was ist Outdoor-Sport?
3.2 Die Situation im Outdoor-Markt
3.3 Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Outdoor-Branche?
4. Status Quo der Nachhaltigkeits-Aktivitäten am Beispiel der Mammut Sports Group AG
4.1 Unternehmensvorstellung
4.2 Nachhaltigkeitsansatz im Unternehmen
4.2.1 Ökonomische Nachhaltigkeit
4.2.2 Ökologisches Engagement
4.2.3 Soziales Engagement
4.2.4 Gesellschaftliches Engagement
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert den Status quo der Nachhaltigkeitsbemühungen in der Outdoor-Branche, wobei die Mammut Sports Group AG als Fallbeispiel dient. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein marktführendes Unternehmen ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung in seine Unternehmensstrategie integriert und welche Herausforderungen dabei in einer globalisierten Textilindustrie bestehen.
- Grundlagen der Corporate Social Responsibility und Corporate Sustainability
- Marktanalyse und aktuelle Herausforderungen der Outdoor-Branche
- Integration von Nachhaltigkeitsstandards in Wertschöpfungsprozesse
- Soziale und ökologische Verantwortungsübernahme am Praxisbeispiel
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Ökologisches Engagement
Aufgrund der komplexen Materialbeschaffungs- und Herstellungsprozesse „stellt […] das Material- und Ökologie- Management entlang der Wertschöpfungskette eine grosse Herausforderung dar.“ Das verdeutlichen auch die folgenden Daten und Fakten: Eine Outdoor-Funktionsjacke von Mammut besteht aus 250 verschiedenen Einzelteilen. Darüber hinaus werden pro Bekleidungskollektion durchschnittlich 130 verschiedene Stoffe verarbeitet.
Immer wieder prangern Nichtregierungsorganisationen, wie z.B. Greenpeace oder Vier Pfoten verschiedene Missstände an. Mammut setzt seit 2011 v.a. auf den Bluesign® Standard der Schweizer Zertifizierungsfirma bluesign technologies ag.
„Durch ein permanentes Monitoring aller Arbeitsprozesse innerhalb der gesamten Produktionskette soll Ressourcenproduktivität, Konsumentenschutz, Abluft, Abwasser und Arbeitsplatzsicherheit […] sichergestellt werden. Der Standard erhebt den Anspruch, garantieren zu können, dass Produkte in der gesamten Herstellungskette für Mensch und Umwelt unbedenkliche Komponenten enthalten.“ Mammut und dessen Zulieferer verpflichten sich, dass nur „[…] von bluesign® zugelassene Chemikalien und Rohmaterialien verwendet werden. Diese Chemikalien und Rohstoffe erfüllen strenge Grenzwerte hinsichtlich ihrer ökologischen und toxikologischen Eigenschaften und Risiken.“ Denn „viele Textilchemikalien haben unerwünschte Eigenschaften: Schwermetalle und einige organische Chemikalien können unsere Gesundheit und den Lebensraum Wasser langfristig Schädigen.“ Der gegenwärtig strengste Textilstandard „[…] gilt für alle Textilprodukte einschliesslich Kleidung und Zubehör, Rucksäcke, Schlafsäcke, Klettergurte sowie Seile und Schlingen. Fussbekleidung ist nicht enthalten […].“ Für den Konsumenten wird die Anwendung der Standards durch entsprechende Verbraucherlabel ersichtlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Outdoor-Boom in Deutschland und die damit verbundenen kritischen Fragen hinsichtlich Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen und Umweltschutz.
2. Begriffsdefinitionen und Einordnung in den Gesamtkontext: Dieses Kapitel definiert wesentliche Begriffe wie Corporate Social Responsibility, Corporate Citizenship und Corporate Sustainability sowie deren Bedeutung für eine nachhaltige Unternehmensführung.
3. Die Outdoor-Branche: Hier wird der Outdoor-Markt charakterisiert, die aktuelle Marktsituation dargestellt und die spezifische Bedeutung von Nachhaltigkeit im Kontext der Outdoor-Produktion erörtert.
4. Status Quo der Nachhaltigkeits-Aktivitäten am Beispiel der Mammut Sports Group AG: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Nachhaltigkeitsstrategie der Mammut Sports Group AG hinsichtlich ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die Rolle von Nachhaltigkeit als zukünftiger Wettbewerbsfaktor in der Outdoor-Branche.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Outdoor-Branche, Corporate Social Responsibility, CSR, Corporate Sustainability, Mammut Sports Group AG, Umweltschutz, Arbeitsbedingungen, Wertschöpfungskette, Bluesign, Fair Wear Foundation, Ressourcenmanagement, ökologisches Engagement, soziale Verantwortung, Unternehmensstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ein führendes Unternehmen der Outdoor-Branche das Konzept der Nachhaltigkeit in seine Unternehmensstrategie und tägliche Geschäftspraxis integriert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von CSR-Konzepten, die Marktsituation der Outdoor-Branche sowie konkrete Umsetzungsmaßnahmen in ökologischen und sozialen Bereichen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine Bestandsanalyse der Nachhaltigkeits-Aktivitäten bei der Mammut Sports Group AG, um aufzuzeigen, wie Theorie und Praxis der unternehmerischen Verantwortung ineinandergreifen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse zur Begriffsbestimmung und eine praxisbezogene Fallstudie unter Verwendung von Unternehmensberichten und Branchenanalysen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Mammut Sports Group AG und die detaillierte Darstellung ihres CSR-Engagements in den Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nachhaltigkeit, Outdoor-Branche, CSR, soziale Verantwortung, Bluesign-Standard und die Fair Wear Foundation.
Warum ist der Bluesign® Standard für Mammut so bedeutend?
Er dient als Instrument zur Sicherstellung eines schadstofffreien und umweltschonenden Herstellungsprozesses entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Wie geht Mammut mit den sozialen Herausforderungen in Produktionsländern um?
Das Unternehmen ist Mitglied der Fair Wear Foundation und verpflichtet sich zur Einhaltung strenger Sozialstandards, deren Einhaltung durch Audits kontrolliert wird.
Welche Rolle spielt die ökonomische Nachhaltigkeit bei Mammut?
Sie wird als Grundlage betrachtet, um den langfristigen Erfolg zu sichern, der wiederum Investitionen in ökologische und soziale Projekte erst ermöglicht.
- Quote paper
- Ludwig Zausinger (Author), 2014, Nachhaltigkeit in der Outdoor-Branche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351561