Um von einer erfolgreichen Sozialisation bzw. Integration von Migranten sprechen zu können, müssen soziale Aufstiegschancen in einer Gesellschaft für Einwanderer und Einheimische gleich sein. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit der Frage, wie es um die soziale Mobilität von Immigranten in Deutschland bestellt ist. Von Interesse ist dabei insbesondere, wie sich der soziale Status im Einwanderungsland im Vergleich zum Herkunftsland entwickelt (hat) und ob Zugewanderte vergleichbar sozial mobil sind wie Einheimische, und wenn nicht, ob sich Mobilitätsunterschiede im Zeitablauf verringert haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 GANG DER UNTERSUCHUNG
2. Begriffliche Abgrenzungen
2.1 MIGRATION
2.2 SOZIALE MOBILITÄT
3. Typologisierung der Migranten
4. Indikatoren der sozialen Mobilität
4.1 BILDUNG DER IMMIGRANTEN
4.2 BERUFSLAGE DER IMMIGRANTEN
4.3 ERWERBSLAGE DER IMMIGRANTEN
4.4 WOHNVERHÄLTNISSE DER IMMIGRANTEN
4.5 KULTURELLE UND FAMILIÄRE EINFLÜSSE
4.6 ZUSAMMENHANG DER INDIKATOREN
5. Empirische Evidenz in Deutschland
5.1 BERUFLICHE, ÖKONOMISCHE UND SOZIALE MOBILITÄT VON ARBEITSMIGRANTEN (UNTERSUCHUNG VON SEIFERT 1995)
5.2 BERUFLICHE MOBILITÄT ETHNISCHER MIGRANTEN (UNTERSUCHUNG VON BAUER/ZIMMERMANN 1999)
5.3 DER BILDUNGSERFOLG VON AUSLÄNDERN DER ZWEITEN GENERATION IM VERGLEICH ZU DEUTSCHEN ALTERSGENOSSEN (STUDIE VON RIPHAHN 2001)
5.3.1 Entwicklung bei den Bildungsabschlüssen
5.3.2 Entwicklung bei den Schultypen
5.4 DIE RELATIVE EINKOMMENSPOSITION VON IMMIGRANTEN IN DEUTSCHLAND (STUDIE VON BIEWEN/SCHMIDT 1999)
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den sozialen Aufstieg von Immigranten in Deutschland und analysiert, inwieweit diese im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung sozial mobil sind und ob sich Mobilitätsunterschiede im Zeitverlauf verringern.
- Analyse der sozialen Mobilität und des beruflichen Status von Migranten
- Einfluss von Bildungsabschlüssen und beruflicher Platzierung
- Vergleich des Bildungserfolgs zwischen Einheimischen und der zweiten Generation
- Untersuchung der relativen Einkommensposition von Immigranten
- Rolle familiärer und kultureller Einflüsse auf den Integrationserfolg
Auszug aus dem Buch
4. Indikatoren der sozialen Mobilität
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, anhand welcher Faktoren die soziale Mobilität der Immigranten allgemein analysiert werden kann. Anders formuliert interessieren nun Indikatoren des gesellschaftlichen Status und der Aufstiegschancen im Schichtungsgefüge des Einwanderungslandes. Im Folgenden werden deshalb fünf Kategorien vorgestellt, die Statuszuweisungen ermöglichen und mit deren Hilfe sich Aussagen über soziale Mobilität innerhalb und zwischen Immigrantengenerationen treffen lassen. Erwähnt sei an dieser Stelle noch, dass man diese Kategorien nicht strikt voneinander trennen kann, da oft die Stellung in einer Kategorie die Stellung in einer anderen bedingt (s. Kapitel 4.6).
4.1 Bildung der Immigranten
Am Anfang jedweder Statusallokation steht die Schulbildung. Sie stellt die Weichen dafür, welcher Beruf ergriffen, welches Einkommen erzielt und welcher Wohnkomfort genossen werden kann. Als Bildungsniveaus und damit als Ansatzpunkte der Mobilitätsforschung kommen verschiedene Schulabschlüsse in Frage, in Deutschland also die vier Kategorien (1) (noch) kein Abschluss, (2) Hauptschule, (3) Mittlere Reife/Abschluss einer polytechnischen Schule und (4) Fachhochschulabschluss/Abitur. Anzeichen sozialer Mobilität sind nun Bewegungen zwischen diesen Kategorien, die in Bezug auf die erste und zweite Immigrantengeneration oder auf die Immigranten im Vergleich zur Restbevölkerung eines Landes möglich sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung zur sozialen Mobilität und Integration von Zuwanderern in Deutschland ein und legt den Gang der Untersuchung dar.
2. Begriffliche Abgrenzungen: Es erfolgt eine theoretische Definition der Begriffe Migration und soziale Mobilität sowie deren Differenzierung.
3. Typologisierung der Migranten: Das Kapitel stellt verschiedene Migrantentypen wie Professionelle, Siedler, Vertragsarbeiter und Asylsuchende vor.
4. Indikatoren der sozialen Mobilität: Hier werden fünf zentrale Kategorien zur Messung des sozialen Status und der Aufstiegschancen definiert.
5. Empirische Evidenz in Deutschland: Dieses Kapitel fasst ausgewählte Studien zur beruflichen, ökonomischen und sozialen Mobilität von Migranten zusammen.
6. Schlussbetrachtung: Es wird ein Fazit zur begrenzten Mobilität von Immigranten gezogen und ein Ausblick auf zukünftige integrationspolitische Herausforderungen gegeben.
Schlüsselwörter
Migration, soziale Mobilität, Integration, Bildungsabschluss, Berufslage, Einkommensposition, Einwanderung, zweite Generation, Humankapitaltheorie, Deutschland, Sozioökonomisches Panel, Arbeitsmarkt, Statusallokation, soziale Schichtung, Aufstiegschancen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit der Frage, wie es um die soziale Mobilität und die Aufstiegschancen von Immigranten in Deutschland im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung bestellt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die berufliche Stellung, die Bildungsabschlüsse, die Einkommensverhältnisse sowie die Wohnbedingungen von Migranten und deren Entwicklung im Zeitablauf.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszufinden, ob ein sozialer Annäherungsprozess zwischen Zugewanderten und der einheimischen Bevölkerung stattfindet und ob Mobilitätsunterschiede über Generationen hinweg abnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Definition der Mobilitätsbegriffe sowie einer vergleichenden Analyse empirischer Ergebnisse aus bestehenden Studien, insbesondere unter Verwendung von Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Typologisierung der Migranten, die Definition von Mobilitätsindikatoren sowie die Präsentation empirischer Belege aus verschiedenen Fachstudien zur Bildungs- und Einkommenssituation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Migration, soziale Mobilität, Humankapital, Bildungsabschluss und Arbeitsmarktintegration charakterisieren.
Welche Rolle spielt die „zweite Generation“ in der Untersuchung?
Die Arbeit analysiert gezielt, ob Immigranten der zweiten Generation, die in Deutschland zur Schule gegangen sind, bessere Aufstiegschancen haben als ihre Eltern oder ihre deutschen Altersgenossen.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich der Einkommensposition?
Studien zeigen, dass Immigranten auch bei längerer Verweildauer in Deutschland systematisch niedrigere Einkommenspositionen einnehmen als vergleichbare Deutsche und ihr Einkommen zudem konjunkturanfälliger ist.
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- Kristina Beisel (Author), 2004, Migration und soziale Mobilität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35163