In André Gides „Les faux-monnayeurs“ steht, wider dem Titel, nicht das Thema der „Falschmünzerei“ im Mittelpunkt der Erzählung. Vielmehr geht es um den allgemeinen Konflikt von Realität und Schein; die Symbolik der Falschmünzerei in Bezug auf das menschliche Leben.
„Je commence à entrevoir ce que j’appellerais le «sujet profond» de mon livre. C’est, ce sera sans doute la rivalité de monde réel et de la représentation que nous nous en faisons. La manière don’t le monde des apparances s’impose à nous et don’t nous tentons d’imposer au monde extérieur notre interprétation particulière, fait le drame de notre vie.”
So fasst die Romanfigur Édouard, welche Autor ist und einen Roman mit gleichnamigen Titel zu schreiben vorhat, seine Vorstellung des Hauptthemas zusammen. Damit trifft er genau den Kern der „faux-monnayeurs“ von Gide: Den Konflikt der wirklichen Welt und der Vorstellung, die wir uns von ihr machen.
Die Figuren präsentieren stets ein bestimmtes Bild von sich nach außen. Die damit verbundenen Verhaltensweisen wollen sie so „beherrschen“, dass sie von anderen für wahrhaftig; den Kern ihrer Persönlichkeit gehalten werden. Teilweise wissen die Personen selbst nicht mehr, wann sie eine Rolle spielen und wann nicht. Die Oberflächlichkeit der Menschen erlaubt, dass dieses Prinzip leicht funktioniert. Kleine Makel können jedoch das Innere durchscheinen lassen und die Falschheit der Oberfläche demonstrieren.
Dieses menschliche Phänomen ähnelt ganz dem Prinzip der eigentlichen „Falschmünzerei“. Strebend nach dem großen Wert echten Geldes, hat das Herstellen von Falschgeld das Ziel einen bestimmten Wert zu imitieren. Nur wenn die Fälschung gut genug ist, kann sie sich unbemerkt fortbewegen.
Anhand dieser Arbeit soll die Symbolik der „Falschmünzerei“ in André Gides „Les faux-monnayeurs“ Anhand verschiedener Aspekte herausgestellt werden. Dazu wird zunächst erklärt, was die eigentliche „Falschmünzerei“ bedeutet und in wie fern dieses Thema explizit im Roman aufgegriffen wird. Anschließend wird genauer darauf eingegangen, wofür die Falschmünzerei symbolisch stehen kann, und letztendlich wird dies anhand einiger im Roman aufgeführten Beziehungen und Ideale festgemacht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hauptteil
- Falschmünzerei
- Das Thema der Falschmünzerei in „Les faux-monnayeurs“
- Die Symbolik der Falschmünzerei
- Die Symbolik der Falschmünzerei in „Les faux-monnayeurs“
- Falschmünzerei
- Schluss
- Quellen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Symbolik der Falschmünzerei in André Gides Roman „Les faux-monnayeurs". Sie analysiert, wie die Fälschung von Geld als Metapher für die menschliche Lebensweise in der Welt des Scheins und der Illusion genutzt wird.
- Die Kluft zwischen Realität und Schein im Roman
- Die Darstellung der Menschen als „Falschmünzer" ihrer eigenen Identität
- Die Symbolik der Falschmünzerei in Bezug auf das menschliche Verhalten
- Die Bedeutung der Oberflächlichkeit und der Scheinheiligkeit in der Gesellschaft
- Die Folgen des Strebens nach dem Scheinbaren und der Unfähigkeit, die wahre Natur der Dinge zu erkennen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Thema der Falschmünzerei in „Les faux-monnayeurs" vor und erklärt, wie es als Symbol für den Konflikt zwischen Realität und Schein im menschlichen Leben interpretiert werden kann. Der Hauptteil konzentriert sich zunächst auf die eigentliche Falschmünzerei und ihre Darstellung im Roman. Anschließend werden die verschiedenen Symbole der Falschmünzerei und ihre Bedeutung für die Beziehungen und Ideale der Figuren im Roman analysiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit untersucht das Konzept der Falschmünzerei in André Gides „Les faux-monnayeurs", wobei sie die Bedeutung von Schein und Wirklichkeit, Identität, menschliche Beziehungen und Illusionen in Bezug auf das Motiv der Fälschung beleuchtet. Weitere wichtige Begriffe sind Oberflächlichkeit, Scheinheiligkeit, und der Konflikt zwischen der wahren Natur der Dinge und der künstlichen Welt, die wir erschaffen.
Häufig gestellte Fragen
Wofür steht die Symbolik der Falschmünzerei in André Gides Roman?
Sie ist eine Metapher für die Falschheit menschlicher Identitäten und den Konflikt zwischen der wirklichen Welt und dem Schein, den Personen nach außen präsentieren.
Wie wird das Thema der Falschmünzerei konkret im Buch aufgegriffen?
Neben der symbolischen Ebene gibt es eine reale Handlungsebene, in der Jugendliche tatsächlich mit Falschgeld hantieren, was die moralische Korruption widerspiegelt.
Wer ist die Figur Édouard und welche Rolle spielt er?
Édouard ist ein Schriftsteller innerhalb des Romans, der selbst ein Buch mit dem Titel „Die Falschmünzer“ plant und so die Meta-Ebene der Erzählung und die Reflexion über Wahrheit und Darstellung verkörpert.
Was kritisiert Gide an der bürgerlichen Gesellschaft?
Er kritisiert die Oberflächlichkeit und Scheinheiligkeit, bei der Menschen Rollen spielen, bis sie selbst nicht mehr wissen, was ihr wahrer Kern ist.
Wie hängen Falschgeld und menschliches Verhalten zusammen?
So wie Falschgeld echten Wert imitiert, imitieren Menschen Tugenden oder Gefühle, um in der Gesellschaft einen bestimmten Status oder Anerkennung zu erschleichen.
Was ist das „sujet profond“ (tiefe Thema) des Romans?
Das tiefe Thema ist die Rivalität zwischen der realen Welt und der Repräsentation, die wir uns von ihr machen – das Drama der menschlichen Interpretation der Wirklichkeit.
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- Ann-Kathrin Berninger (Author), 2014, André Gides "Les faux-monnayeurs". Die Symbolik der Falschmünzerei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351697