In der vorliegenden Master Thesis wird untersucht, inwieweit es ausgewählten Mitgliedsunternehmen von respACT, der Unternehmensplattform zu Corporate Social Responsibility und Nachhaltiger Entwicklung in Österreich, gelingt, das vorgegebene Leitbild in den jeweiligen Unternehmen umzusetzen. Dabei wurden mithilfe einer quantitativen Onlinebefragung die fünf Handlungsfelder des Leitbildes abgefragt und anhand von Rankingfragen versucht, die Plausibilität der Aussagen zu überprüfen.
Die 78 teilnehmenden Unternehmen stellen einen sehr soliden Querschnitt der engagierten österreichischen Unternehmen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung dar. Die Ergebnisse zeigen zum Unterschied zu den meist qualitativ dokumentierten Case Studies, die sich mit einzelnen Unternehmen beschäftigen, eine Gesamtschau einer ausgewählten Gruppe von engagierten Unternehmen im Bereich von Corporate Social Responsibility. Dabei zeigt sich grundsätzlich ein sehr hohes Engagement in allen Handlungsfeldern mit unterschiedlichen Umsetzungen in den einzelnen Anwendungsgebieten. Daneben konnten aber auch Bereiche mit einem besonderen Bedarf an zusätzlichen Aktivitäten identifiziert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Gesellschaftliche Verantwortung
1.2 Fokus und Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Begriffsklärungen
2.1.1 Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung
2.1.2 Corporate Social Responsibility (CSR)
2.1.3 Corporate Citizenship
2.1.4 Corporate Governance
2.2 Die historische Entwicklung von CSR
2.3 CSR in der Europäischen Union
2.4 CSR in Österreich
2.4.1 Das „austrian business council for sustainable development“ (respACT)
2.4.2 Das österreichische „Global Compact-Netzwerk“
2.4.3 Das Netzwerk Soziale Verantwortung
2.4.4 ISO 26000 - Social Responsibility und ONR 192500
2.4.5 OECD Guidelines for Multinational Enterprises
2.4.6 Der Nationale Aktionsplan CSR
2.5 Nachhaltige Berichterstattung
2.5.1 Der Global Reporting Initiative (GRI) Standard
2.5.2 Die sechs Schritte zum CSR Nachhaltigkeitsbericht
2.6 Der TRIGOS Preis
2.7 Zusammenfassung der Definitionen und Vergleich der Standards
3. Die Methodik der Arbeit
3.1 Empirische Forschungen
3.1.1 Quantitative Forschungsmethoden
3.1.2 Der Fragebogen
3.1.3 Der Aufbau eines Fragebogens
3.1.4 Arten von Fragen
3.2 Die Auswertung der Ergebnisse
4. Die Befragung ausgesuchter CSR-Unternehmen in Österreich
4.1 Die Daten der Befragung
4.2 Die Entwicklung und Beschreibung des Onlinefragebogens
4.2.1 Die Gliederung des Onlinefragebogens
4.2.2 Die Fragen des Hauptteils
4.2.3 Pretest und Aussendung
5. Die Ergebnisse der Onlinebefragung
5.1 Die einführenden Fragen
5.2 Fragen zur Umsetzung im Unternehmen
5.2.1 Handlungsfeld Führung und Gestaltung
5.2.2 Handlungsfeld Produkte und Kunden
5.2.3 Handlungsfeld Mitarbeiter/innen
5.2.4 Handlungsfeld Umwelt
5.2.5 Handlungsfeld Gesellschaft
5.2.6 Die Einschätzung der Handlungsfelder
6. Die Bewertung und Interpretation der Ergebnisse
6.1 Die einführenden Fragen
6.2 Das Handlungsfeld Führung und Gestaltung
6.3 Das Handlungsfeld Produkte und Kunden
6.4 Das Handlungsfeld Mitarbeiter/innen
6.5 Das Handlungsfeld Umwelt
6.6 Das Handlungsfeld Gesellschaft
7. Zusammenfassung und Resümee
7.1 Die Beantwortung von Forschungsfrage und Leitfragen
7.2 Resümee der Methode
8. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, inwieweit es ausgewählten Mitgliedsunternehmen von respACT gelingt, die Ziele von Corporate Social Responsibility (CSR) in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Die zentrale Forschungsfrage lautet dabei: "Inwieweit gelingt es ausgewählten Mitgliedsunternehmen von respACT, die Handlungsfelder des CSR-Leitbildes umzusetzen?"
- Analyse des aktuellen Forschungsstandes und theoretischer Konzepte von CSR, Nachhaltigkeit, Corporate Citizenship und Corporate Governance.
- Untersuchung der institutionellen Rahmenbedingungen und Netzwerke für CSR in Österreich.
- Durchführung einer quantitativen empirischen Studie mittels Onlinebefragung bei Mitgliedsunternehmen von respACT.
- Bewertung der Implementierung in den fünf Handlungsfeldern: Führung und Gestaltung, Produkte und Kunden, Mitarbeiter/innen, Umwelt sowie Gesellschaft.
- Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der drei Bereiche der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Soziales, Ökologie).
Auszug aus dem Buch
1.1 Gesellschaftliche Verantwortung
Das freiwillige Wahrnehmen sozialer und ökologischer Verantwortung durch Unternehmen wird Corporate Social Responsibility (CSR) genannt. Im deutschen Sprachgebrauch ist die Übersetzung mit „gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“ gebräuchlich. Im Folgenden werden daher beide Begriffe synonym verwendet.
Corporate Social Responsibility ist für die Unternehmen Alleinstellungsmerkmal, wesentlicher Wettbewerbsfaktor und eine Frage des wirtschaftlichen Überlebens geworden, da das Bewusstsein der Konsumenten für nachhaltig produzierte Güter stark gestiegen ist. Aber nicht nur durch einen Imagegewinn bei den Kunden macht sich CSR bezahlt, sondern auch durch den hohen Stellenwert bei den eigenen und potenziellen neuen Mitarbeiter/innen, wobei die Motivation und damit die Leistungsfähigkeit des Personals in der Regel steigt und langfristigere Unternehmensbindungen entstehen. Unternehmen werden in diesem Sinne zunehmend als aktiver Teil der Gesellschaft gesehen, der zum Wohlstand beträgt und gleichzeitig von der sozial stabilen und ökologisch abgesicherten Gesellschaft profitiert. In der Studie „Die gesellschaftliche Verantwortung österreichischer Unternehmen“ heißt es dazu:
Daraus leitet sich eine umfassende Verantwortung von Unternehmen gegenüber der Gesellschaft ab, die über die Unternehmensgrenzen hinausgeht. Unternehmen bekennen sich neben der Verantwortung gegenüber den Eigentümern und Aktionären auch zur Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeitern, den Kunden, Lieferanten und der ökologischen und sozialen Umwelt. Sie zielen nicht nur auf nachhaltiges ökonomisches Wachstum, sondern auch auf eine nachhaltige ökologische und soziale Entwicklung ihres Umfelds ab. (CSR Austria 2003: 4)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz gesellschaftlicher Verantwortung für Unternehmen und legt den Fokus sowie den Aufbau der Masterthesis dar.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Nachhaltigkeit, CSR und Corporate Governance und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die Netzwerksituation in Österreich.
3. Die Methodik der Arbeit: Es wird der empirische Forschungsansatz beschrieben, wobei insbesondere die quantitative Methode mittels standardisierter Onlinebefragung und das Design des Fragebogens erläutert werden.
4. Die Befragung ausgesuchter CSR-Unternehmen in Österreich: Dieser Teil dokumentiert die Vorgehensweise bei der Adressermittlung, die Entwicklung des Onlinefragebogens und die Durchführung der Befragung bei respACT-Mitgliedern.
5. Die Ergebnisse der Onlinebefragung: Hier werden die Antworten der 78 teilnehmenden Unternehmen deskriptiv ausgewertet und in Form von Diagrammen dargestellt.
6. Die Bewertung und Interpretation der Ergebnisse: Die Resultate werden im Kontext der theoretischen Grundlagen analysiert und bewertet, wobei jedes Handlungsfeld einzeln betrachtet wird.
7. Zusammenfassung und Resümee: Dieses Kapitel beantwortet die Forschungsfrage und Leitfragen abschließend und reflektiert kritisch über die gewählte Forschungsmethode.
8. Ausblick: Der Autor skizziert zukünftige Herausforderungen für CSR-aktive Unternehmen, wie Migration, Klimawandel und digitale Transformation.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR, Nachhaltigkeit, Sustainable Development, Gesellschaftliche Verantwortung, Corporate Citizenship, Corporate Governance, respACT, empirische Studie, Onlinebefragung, Nachhaltigkeitsbericht, Global Reporting Initiative, GRI, Unternehmensführung, Stakeholder
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Masterthesis befasst sich mit dem Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) und untersucht, wie österreichische Unternehmen, die Mitglied der Plattform respACT sind, gesellschaftliche Verantwortung in ihre Geschäftsprozesse integrieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung umfasst die theoretischen Grundlagen der Nachhaltigkeit, die Einbettung von CSR in Österreich, die Funktionsweise von Nachhaltigkeitsberichten sowie die empirische Analyse von fünf spezifischen Handlungsfeldern (Führung, Markt, Mitarbeiter, Umwelt, Gesellschaft).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, in einer quantitativen Studie zu klären, inwieweit ausgewählte Mitgliedsunternehmen von respACT die Handlungsfelder des CSR-Leitbildes im wirtschaftlichen Alltag tatsächlich umsetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet eine quantitative empirische Methode in Form einer standardisierten Onlinebefragung, um einen breiten Querschnitt der engagierten österreichischen Unternehmen abzubilden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der CSR-Standards, die Darstellung der methodischen Vorgehensweise sowie eine detaillierte deskriptive und interpretative Analyse der Befragungsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie CSR, Nachhaltige Entwicklung, respACT, Stakeholder-Dialog, Nachhaltigkeitsberichterstattung, GRI und empirische Forschung.
Wie hoch war die Beteiligung an der Onlinebefragung?
Von 220 angeschriebenen CSR-Verantwortlichen haben 78 Unternehmen den Fragebogen komplett beantwortet, was einer Rücklaufquote von 35,45 % entspricht.
Welche Erkenntnis ergibt sich hinsichtlich der Umwelt-Umsetzung?
Die Analyse zeigt, dass der Bereich Ökologie im Vergleich zu den Bereichen Ökonomie und Soziales in den untersuchten Unternehmen geringfügig weniger stark umgesetzt ist, was jedoch auch mit langfristigen Investitionszyklen in diesem Bereich zusammenhängen kann.
- Citar trabajo
- Helmut Hösch (Autor), 2016, Denken in Generationen statt in Quartalen. Corporate Social Responsibility in österreichischen Unternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351735