Das Prinzip der effektiven Nachfrage nach John Maynard Keynes

Lösungsansätze für die Probleme eines kapitalistischen Wirtschaftssystems?


Hausarbeit, 2016

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit

2 Kapitalistisches System
2.1 Begriffsklärung und Definition
2.2 Vorteile und Nachteile des kapitalistischen Systems

3 Historischer Hintergrund und Weltwirtschaftskrise

4 Keynes Theorie der Beschäftigung
4.1 Unsicherheit
4.2 Das Prinzip der effektive Nachfrage
4.3 Zusammenfassung Theorie der Beschäftigung

5 Keynes wirtschaftspolitische Empfehlungen

6 Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis

Liefert das Prinzip der effektiven Nachfrage aus der „General Theory of Employment, Interest and Money“ von John Maynard Keynes Lösungsansätze für die Probleme eines kapitalistischen Wirtschaftssystems?

1. Einleitung

Die Verflechtungen der Volkswirtschaften, des Welthandels und der Finanzmärkte werden zunehmend komplexer und damit auch unübersichtlicher. Die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen an Staaten sind immens. Neben fehlender Solidarität, stellt auch die Zunahme der Übertragungswege von wirtschaftspolitischen Problemen von einem Land auf ein anderes ein zunehmendes Problem dar. Diese Interdependenzen sind es, die aus einer amerikanischen Immobilienkrise eine Bankenkrise machten und schließlich 2008 eine globale Finanz- und Wirtschaftskrise auslösten. In Europa führten diese Entwicklungen zu einer Währungskrise und damit in eine Staatsschuldenkrise, die beinahe einen Bankrott Griechenlands nach sich zog.

So wie der 15. September 2008 als schwarzer Montag und Höhepunkt der letzten Finanzkrise galt, war es zur Zeit von John Maynard Keynes der 24. Oktober 1929, welcher als schwarzer Donnerstag und damit als Anfang der ersten Weltwirtschaftskrise in die Geschichte einging. (vgl. Kromphardt, 2013: 53) Er wurde Zeuge von Phänomenen wie Massenarbeitslosigkeit, wirtschaftlicher Depression und dem daraus resultierenden Elend. Die Lösungen der klassischen Theory empfand Keynes in vielerlei Hinsicht als „irreführend und verhängnisvoll“. (s. Keynes, 1936: 3, Z.14) Dies trieb ihn an, eine eigene Theory zu entwickeln, die vorherrschenden Probleme zu analysieren und eingefahrene Denkweisen zu überwinden. Die Frage, was eine Regierung tun kann, um schnellstmöglich wieder wirtschaftliche Stabilität herzustellen, gewann zunehmend an Bedeutung. J. M. Keynes gilt als Begründer des Keynesianismus, seine Thesen und Gedanken hatten über 60 Jahre nach seinem Tod ein unerwartetes Comeback. In dieser Arbeit möchte ich daher untersuchen, wie Keynes´ Prinzip der effektiven Nachfrage den Kapitalismus beeinflusst und in welcher Weise diese eine wirkungsvolle Strategie darstellt, wirtschaftliche Stabilität in einem schwankenden kapitalistischen System zu erzeugen. (vgl.Gabler, 2006:195)

1.1 Aufbau der Arbeit

Im ersten Kapitel werden die Ausgangssituation, die Problemstellung, die Fragestellung und der Aufbau der Hausarbeit dargestellt.

Im zweiten Kapitel stelle ich das kapitalistische System vor, dabei wird im speziellen auf die Vor- und Nachteile eingegangen.

Das Kapitel drei erläutert den historischen Hintergrund, auf die Auswirkungen der Krise von 1929 wird hier im besonderen Maße eingegangen.

Im vierten Kapitel werden der Perspektivenwechsel und wesentliche Inhalte von J.

M. Keynes` Theorie vorgestellt. Im besonderen Maße werden die Themen Unsicherheit, das Prinzip der effektiven Nachfrage beleuchtet. Weiter erfährt der Leser durch die folgende Zusammenfassung von Keynes Theorie die Grundgedanken, welche den Kern seiner Allgemeinen Theorie ausmachen. Das fünfte Kapitel zeigt die wirtschaftspolitischen Konsequenzen auf. Das sechste Kapitel bildet den Schlussteil. Hier sollen die Ergebnisse zusammengefasst werden und eine Antwort auf die einleitende Frage gefunden werden.

2. Kapitalistisches System

Der Kapitalismus ist das vorherrschende Wirtschaftssystem auf unserem Planeten. Keynes war der Überzeugung, dass sich der Kapitalismus makroökonomisch mit Hilfe ökonomischer Wissenschaft steuern lässt. Es bleibt jedoch fraglich, ob der Kapitalismus das vielbehauptete geeignete und gerechte System ist.

2.1 Begriffserklärung und Definition

Der Kapitalismus ist ein Oberbegriff für ein privatmarktwirtschaftliches System bei dem sich die Produktionsmittel in Privateigentum befinden und der Mensch seine Arbeitskraft als Ware verkauft. Während die einen für ihre Arbeitskraft einen möglichst hohen Lohn erreichen möchten, wollen die Produktionsmittelbesitzer ihre Gewinne maximieren. (vgl.Gabler, 2006:192) Märkte und Preismechanismen bestimmen die Abläufe des marktwirtschaftlichen Systems. Angebot und Nachfrage beeinflussen sowohl den Preis als auch die Menge der Güter einer Marktwirtschaft. (vgl. Gabler, 2006: 234 f.) Die Motive des Kapitalismus beruhen auf Profitgier und Gewinnstreben. Diese werden immer wieder kritisiert, weil sie gegen die gängigen moralischen Wertvorstellungen und solidarischen Prinzipien verstoßen. Das System Kapitalismus ist aber nach Keynes auch in der Lage das Wohlergehen der Menschen zu fördern. (vgl. Skidelsky,2010: 199)

2.2 Vorteile und Nachteile des kapitalistischen Systems

Der durch den Kapitalismus erzeugte Wohlstand erlöst die Menschen von Mittellosigkeit. Jedoch werden nicht nur der Reichtum und Bildung gefördert, sondern auch die medizinische Versorgung verbessert. Lebensmittel stehen das ganze Jahr durch Im- und Export zur Verfügung, wodurch eine gesunde und vielfältige Ernährung begünstigt wird. Durch die Technisierung der Arbeit steigen die Anforderungen und damit die Nachfrage nach gebildeten Arbeitskräften. Arbeitsplätze werden durch Erfindungen und durch technische Weiterentwicklungen geschaffen. Die Arbeit wird durch den Einsatz von Maschinen effizienter und körperlich weniger anstrengend. Kapitalismus braucht Frieden und Freiheit, ohne welche wirtschaftlicher Welthandel kaum möglich wäre. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der Lebensstandard durch den erzeugten Wohlstand steigt. Doch macht Geld glücklich wenn es auf Kosten anderer verdient wird? Trotz der genannten Vorteile sind viele kapitalistische Effekte von Nachteil. (vgl. Skidelsky,2010: 200)

Ungerechtigkeit, Ungleichverteilung und Ausbeutung sind Probleme, welche im Kapitalismus begründet sind. Lebensmittel werden nicht wegen Verbraucherbedürfnissen wie zum Beispiel Hunger hergestellt, sondern um sie zu verkaufen und damit möglichst viel zu verdienen. Durch den Wettbewerb stehen die Menschen miteinander in Konkurrenz. Es gilt von klein auf an bessere Schulnoten zu bekommen, später den besseren Job, das bessere Haus, das schnellere Auto zu fahren. Diesem Leistungsdruck sind viele nicht gewachsen und werden krank. Weiterhin nehmen Zivilisationskrankheiten durch den globalisierten Handel zu. Auch Unternehmen werden durch die Konkurrenz unter Druck gesetzt. Lohnkürzungen, Stellenkürzungen und Outsourcing gehören zu gängigen Instrumenten, derer sich die Unternehmen bedienen, um konkurrierende Firmen vom Markt zu verdrängen. Die Profitgier richtet sich dabei auch gegen die Natur. Ohne Rücksicht auf die Umwelt wird produziert und dabei werden zum Beispiel große Waldgebiete zerstört und das Klima durch Verschmutzung verändert. (vgl. Pies/ Leschke, 2014:245)

Neben den genannten Nachteilen ist die wirtschaftliche Instabilität eines der größten Probleme. Schon mehrfach kam es in der Vergangenheit zu Zusammenbrüchen des globalen Weltwirtschaftssystems mit verheerenden Auswirkungen. Zwei prägnante Tiefpunkte waren die Weltwirtschaftskrise von 1929 und die von 2008. Der historische Kontext war für Keynes bei der Theorieentwicklung von außerordentlicher Bedeutung.

3. Historischer Hintergrund und Weltwirtschaftskrise

Der Lebensstandard der Menschen verbesserte sich zu Lebzeiten von Queen Viktoria, die Bevölkerungszahlen nahmen zu. Und die Wirtschaft florierte. Es entstanden erste Arbeitersiedlungen und immer mehr Menschen zogen vom Land in die Stadt. Eine Verstädterung, die bis heute anhält, nahm hier ihren Ursprung. Die Stärke der englischen Flotte und die Zunahme des Kolonialisierungsbesitzes führten zu einer Ausweitung der Handelsbeziehungen mit dem Rest der Welt. Dies begünstigte die Anhäufung von Kapital und damit die Entwicklung des englischen Bankenwesens. Der Erste Weltkrieg mit den unzähligen Opfern durchbrach die positiven wirtschaftlichen Entwicklungen. Großbritannien gehörte zwar zu den Siegermächten, doch ein großer Schuldenberg blieb zurück, welcher erst im Juli 1933 an die USA zurückgezahlt werden konnte. Die Schulden wirkten sich destabilisierend auf die Wirtschaft aus. England musste sich zunächst wieder ordnen. Nachdem die schwere Nachkriegszeit überstanden war, begannen die Goldenen Zwanziger Jahre. Die Städte füllten sich mit jungen Menschen, welche auf der Suche nach Kultur und Weiterentwicklung waren und nach Durchbrechung der auferlegten Konventionen strebten. London war als Metropole Großbritanniens ein Siedekessel der Kulturen und Zentrum von politisch und künstlerisch motivierten Gemeinschaften. (vgl. Bode/ Broich, 2001: 87)

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Prinzip der effektiven Nachfrage nach John Maynard Keynes
Untertitel
Lösungsansätze für die Probleme eines kapitalistischen Wirtschaftssystems?
Hochschule
Universität Hamburg  (Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V351934
ISBN (eBook)
9783668383999
ISBN (Buch)
9783668384002
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Keynes, effektive Nachfrage, Kapitalismus, Wirtschaftssystem, General Theory of Employment Interest and Money
Arbeit zitieren
Ulrike Hensel (Autor), 2016, Das Prinzip der effektiven Nachfrage nach John Maynard Keynes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351934

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