Es handelt sich um eine Ausarbeitung zum Thema Hilfeplanverfahrens und zur Partizipation in den Erzieherischen Hilfen.
Die Ausführungen nehmen unter anderem Bezug auf die Fortschreibung des Hilfeplans im Setting der stationären Erziehungshilfe. Der Fortschreibung des Hilfeplans sind schon Hilfeplangespräche und die Unterbringung des Kindes/des Jugendlichen in einer Einrichtung der stationären Erziehungshilfe vorausgegangen. Daher wird zu Beginn der Arbeit kurz das Hilfeplanverfahren allgemein erläutert, um dann unter dem Gesichtspunkt der Partizipation zu klären, wie eine aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, durch eine von Seiten der Fachkräfte optimale Gestaltung und Vorbereitung des Hilfeplangesprächs, sichergestellt werden kann. Die Ausführungen beziehen sich insbesondere auf Fachkräfte in Einrichtungen der stationären Erziehungshilfe. Diese sind, im Hinblick auf eine aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Hilfeplangespräch, besonders gefordert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Hilfeplanverfahren
2.1 Ziele und Aufgaben des Hilfeplanverfahrens
2.2 Das Hilfeplangespräch - ein Aushandlungsort
2.3 Fortschreibung des Hilfeplans
3. Partizipation in den Erzieherischen Hilfen
3.1 Partizipation als gesetzlicher Auftrag
3.2 Partizipation - eine Frage der Haltung?
3.3 Methodische Hindernisse bei der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Hilfeplangespräch
3.4 Methoden und Verfahren zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Hilfeplangespräch
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Fachkräfte in stationären Erziehungshilfen Kinder und Jugendliche dabei unterstützen können, ihre Beteiligungsrechte im Hilfeplangespräch aktiv wahrzunehmen. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie das Gespräch von einem potenziellen Herrschaftsinstrument zu einem konstruktiven Aushandlungsprozess transformiert werden kann, in dem die jungen Menschen als Experten ihrer eigenen Lebenswelt agieren.
- Beteiligung von Kindern und Jugendlichen als gesetzlicher Auftrag (§ 36 SGB VIII)
- Transformation des Hilfeplangesprächs zum Aushandlungsort
- Haltung und methodische Kompetenzen der Fachkräfte
- Identifikation und Überwindung methodischer Hindernisse
- Praktische Methoden zur Förderung der Partizipation im stationären Setting
Auszug aus dem Buch
3.3 Methodische Hindernisse bei der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Hilfeplangespräch
In der Regel haben im Vorfeld schon Hilfeplangespräche stattgefunden bevor die Fachkräfte von stationären Einrichtungen der Jugendhilfe an der Hilfeplanung beteiligt werden. Viele der Kinder und Jugendlichen haben bereits Erfahrungen in den Hilfen zur Erziehung und den damit verbundenen Hilfeplangesprächen. Aufgrund der gemachten Erfahrungen im Vorfeld, zeigen die Kinder und Jugendlichen oft wenig Bereitschaft, sich aktiv an einem Hilfeplangespräch zu beteiligen. Sie sehen sich häufig als Opfer denn als mündiges Subjekt, das Einfluss auf den Hilfeverlauf nehmen kann.
SCHWABE nennt mehrere Faktoren, die die Realisierung von Partizipation im Hilfeplangespräch beeinträchtigen.
1. "Die Personensorgeberechtigten, aber auch die Kinder und Jugendlichen sagen im Hilfeplangespräch nicht was sie wollen oder denken" (Schwabe 2000, S. 12). Diese Haltung kann verschiedene Gründe haben, die zum Teil auf zuvor gemachten Erfahrungen beim Durchsetzen der eigenen Interessen beruht, als auch auf strukturellen Rahmenbedingungen. Räumlichkeiten und die Zusammensetzung der Runde können bei Kindern und Jugendlichen Hemmungen hervorrufen. Häufig sitzen viele Erwachsene, von der ASD-Fachkraft über Einrichtungsleitung und -mitarbeiter, Lehrer, Eltern usw. mit am Tisch, so dass die Motivation bei den Kindern und Jugendlichen, sich frei zu äußern, gering ist. Zudem kann die Sprache der Fachkräfte Angst und Nichtverstehen bei Kindern und Jugendlichen hervorrufen (vgl. Schwabe 2000, S. 12-13).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die oft negative Wahrnehmung von Hilfeplangesprächen durch Kinder und Jugendliche und formuliert die Leitfrage nach Möglichkeiten einer gelingenden, partizipativen Aushandlung.
2. Das Hilfeplanverfahren: Dieses Kapitel erläutert den rechtlichen und professionellen Rahmen des Hilfeplanverfahrens und definiert das Hilfeplangespräch als zentralen Aushandlungsort, der einen Subjektstatus für die Leistungsberechtigten erfordert.
3. Partizipation in den Erzieherischen Hilfen: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen, die notwendige fachliche Haltung sowie spezifische Hindernisse und methodische Ansätze zur aktiven Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine gelingende Beteiligung maßgeblich von der Haltung der Fachkräfte, der Zeitinvestition und einem breiten Methodenrepertoire abhängt, um die Hilfe wirksam zu gestalten.
Schlüsselwörter
Hilfeplangespräch, Partizipation, Erzieherische Hilfen, SGB VIII, Aushandlungsprozess, Beteiligungsrechte, stationäre Jugendhilfe, Fachkräfte, Hilfeplanung, Empowerment, Selbstwirksamkeit, Kindeswohl, Mitbestimmung, Subjektstatus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der aktiven Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Hilfeplangespräch innerhalb der stationären Erziehungshilfe und untersucht, wie dieses Instrument partizipativ gestaltet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den gesetzlichen Grundlagen der Beteiligung, dem Wandel des Hilfeplangesprächs zum Aushandlungsort sowie den Anforderungen an die Haltung und Methodik der betreuenden Fachkräfte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, welche konkrete Unterstützung von Seiten der Fachkräfte benötigt wird, damit Kinder und Jugendliche sich aktiv und selbstbestimmt am Hilfeplangespräch beteiligen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender Fachkonzepte und gesetzlicher Vorgaben (SGB VIII) im Kontext der aktuellen Jugendhilfepraxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Hilfeplanverfahren, erörtert Partizipation als gesetzlichen Auftrag sowie als Haltungsfrage und identifiziert methodische Hindernisse, um darauf aufbauend Lösungsansätze für die Praxis zu entwickeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Hilfeplangespräch, Partizipation, Erzieherische Hilfen, Aushandlungsprozess, Beteiligungsrechte und Empowerment.
Warum wird das Hilfeplangespräch oft als "Herrschaftsinstrument" wahrgenommen?
Wenn Kinder den Eindruck haben, dass Entscheidungen nur "über" sie hinweg getroffen werden, ohne ihre Bedürfnisse in einen Dialog einzubeziehen, entstehen oft Gefühle von Angst und Machtlosigkeit, die das Gespräch als Instrument der Fremdbestimmung erscheinen lassen.
Welche Rolle spielt die Sprache im Hilfeplangespräch?
Eine komplexe Fachsprache oder die Verwendung von Abkürzungen führt häufig dazu, dass Kinder und Jugendliche inhaltlich aussteigen; eine altersangemessene Kommunikation ist daher eine Grundvoraussetzung für einen echten Dialog.
Wie kann eine Vorbereitung die Partizipation fördern?
Eine inhaltliche Vorbereitung, bei der die Sichtweise des Kindes im Vorfeld (z.B. durch Plakate oder Fragenkataloge) erarbeitet wird, entlastet die jungen Menschen in der großen Gesprächsrunde und stärkt ihre Position.
- Citation du texte
- Patricia Benneckenstein (Auteur), 2016, Das Hilfeplangespräch. Herrschaftsinstrument oder Aushandlungsprozess?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352024