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Das Verhältnis Friedrichs II. von Hohenstaufen zum Islam

Title: Das Verhältnis Friedrichs II. von Hohenstaufen zum Islam

Term Paper , 2016 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jakob Wasserscheid (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Kaum ein mittelalterlicher Herrscher ist so bekannt und gleichzeitig so umstritten wie Friedrich II. von Hohenstaufen. An ihm und seiner komplexen Persönlichkeit schieden sich die Geister der verhangenen Jahrhunderte. Besonders sein ungewöhnlich toleranter Umgang mit Menschen anderer Kulturen, in erster Linie mit Muslimen, polarisierte die Urteilenden. Schon zu Lebzeiten reichten die Meinungen über ihn vom „Antichrist“ oder der „Bestie“ bis hin zum „Stupor Mundi et Immutator Mirabile“, „dem Staunen der Welt und deren wunderbarer Verwandler“. Später glaubten Aufklärer in ihm einen ihrer Vorreiter, einen sogenannten Renaissancekaiser, zu sehen und auch im 19. Jahrhundert wurde seine Gestalt des Öfteren bemüht, um das Bild eines idealen Herrschers zu stilisieren.

In dieser Hausarbeit soll versucht werden, Friedrichs Verhältnis zum Islam fernab von Wunschvorstellung oder Idealisierung mit historischen Belegen so objektiv wie nur möglich darzustellen und abschließend zu bewerten. Die entscheidenden Fragen, auf die es dabei eine Antwort zu suchen gilt sind: War Friedrich lediglich ein machtpolitisch orientierter Politiker pragmatischer Natur, der vor transkultureller Diplomatie nicht zurückschreckte, wenn es dazu führte Macht und Einfluss festigen zu können? Ein kühler Kopf zwischen religiösen Fanatikern? Oder aber ein erster moderner Weltbürger, ein Vorreiter aufklärerischen Denkens und ein Mann der Wissenschaft, der Menschen unabhängig von kultureller oder religiöser Prägung bewertete und bewunderte?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. EINLEITUNG

1. SIZILIEN – REICH DER BYZANTINER, ARABER, NORMANNEN UND STAUFER

2. KURZBIOGRAPHIE FRIEDRICHS MIT BETONUNG AUF DER KREUZZUGSFRAGE

3. BIOGRAPHISCHE BERÜHRUNGSPUNKTE FRIEDRICHS MIT DEM ISLAM

4. FAZIT

5. LITERATUR:

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das historische Verhältnis von Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen zum Islam. Ziel ist es, unter kritischer Einbeziehung aktueller und historischer Forschungsliteratur zu klären, ob sein diplomatischer und kultureller Austausch mit der muslimischen Welt auf einem modern-toleranten Weltbild basierte oder primär einem pragmatisch orientierten Machtkalkül geschuldet war.

  • Die normannisch-sizilianische Tradition als kultureller Prägefaktor
  • Friedrichs Biografie im Kontext der Kreuzzugspolitik
  • Die Deportation der Sarazenen nach Lucera als politisches Instrument
  • Die Rolle muslimischer Gelehrter und Leibwachen am staufischen Hof
  • Historische Bewertung der Toleranz Friedrichs II. im Vergleich zu seinen Zeitgenossen

Auszug aus dem Buch

3. Biographische Berührungspunkte Friedrichs mit dem Islam

Im diesem Kapitel soll es nun darum gehen, anhand biographischer Berührungspunkte Friedrichs mit dem Islam, dessen Verhältnis gegenüber der Glaubensgemeinschaft zu analysieren.

Beginnend soll hier zunächst die Kindheit Friedrichs untersucht werden, da die ersten Jahre im Leben eines Menschen bekanntlich stark prägend sind. Nur leider lässt die Quellenlage hier sehr wenig fundierte Erkenntnisse zu, was im Laufe der Jahre vermehrt Autoren dazu bewogen hat, diese Lücken mit phantasievollen Spekulationen zu füllen. Besonders Ernst Kantorowicz formte das stilisierte Bild eines jungen Friedrichs, der nach dem Tod seiner Eltern vollkommen verwahrlost durch die Straßen des stark muslimisch beeinflussten Palermos schlenderte und so auch mit einfachsten Menschen in Kontakt kam. Er habe keine gewöhnlich königliche Erziehung genossen, sondern das Leben in seiner Vielfalt und Verschiedenheit habe ihn erzogen. Darüber hinaus berichtet Kantorowicz von einem philosophisch gebildeten Imam, der einen großen Anteil an Friedrichs Bildung gehabt haben soll.

Zugegeben, passt Kantorowicz´ Darstellung über Friedrichs Kinderjahre exzellent zu einer Gesamtgeschichte im Kontext des modernen und toleranten Kaisers, ist aber durch die Quellenlage nur bedingt belegbar. Zwar war Friedrich nach dem Tod seiner Eltern den wechselnden Machthabern ausgeliefert, doch dass diese es zu gelassen hätten den unmündigen König unbeaufsichtigt durch die Gasen schlendern zu lassen, scheint äußerst unwahrscheinlich, da derjenige, der den jungen König in seiner Hand hatte, in seinem Namen Politik machen konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

0. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die ambivalente historische Rezeption Friedrichs II. ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Motivation seines Umgangs mit dem Islam.

1. SIZILIEN – REICH DER BYZANTINER, ARABER, NORMANNEN UND STAUFER: Dieses Kapitel zeichnet die komplexe kulturelle Geschichte Siziliens nach, die Friedrichs Kindheit und sein späteres Verständnis von Herrschaft maßgeblich prägte.

2. KURZBIOGRAPHIE FRIEDRICHS MIT BETONUNG AUF DER KREUZZUGSFRAGE: Es wird der Lebensweg Friedrichs mit Fokus auf seine wechselhafte Kreuzzugspolitik und die damit verbundenen diplomatischen Spannungen mit dem Papsttum dargestellt.

3. BIOGRAPHISCHE BERÜHRUNGSPUNKTE FRIEDRICHS MIT DEM ISLAM: Dieser Abschnitt analysiert konkret Friedrichs Jugend, seine Behandlung der Sarazenen und die Einbindung muslimischer Elemente an seinem Hof.

4. FAZIT: Das Fazit resümiert, dass Friedrichs tolerantes Verhalten keinem modernen Weltbild entsprang, sondern als pragmatische Machtpolitik innerhalb des mittelalterlichen Rahmens zu verstehen ist.

5. LITERATUR:: Dieses Kapitel listet die für die Untersuchung verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf.

Schlüsselwörter

Friedrich II. von Hohenstaufen, Mittelalter, Islam, Sizilien, Kreuzzüge, Normannen, Machtpolitik, Al-Kamil, Lucera, Religionspolitik, Staufer, Interkulturalität, Diplomatie, Toleranz, Herrscherbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis von Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen zum Islam und hinterfragt die historischen Narrative, die ihn entweder als toleranten Weltbürger oder als machtpolitischen Pragmatiker zeichnen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung beleuchtet die sizilianische Geschichte, die Biografie Friedrichs, seine Kreuzzugspolitik, die Umsiedlung der Sarazenen nach Lucera sowie seinen höfischen Umgang mit muslimischen Gelehrten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, anhand historischer Belege zu klären, ob Friedrichs Umgang mit der muslimischen Kultur auf echter aufklärerischer Toleranz beruhte oder lediglich politischem Kalkül zur Machtfestigung diente.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historisch-kritische Analyse, indem er gegensätzliche Forschungspositionen wie die von Ernst Kantorowicz und David Abulafia einander gegenüberstellt und mit historischen Quellen abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des kulturellen Erbes Siziliens, die Analyse der kreuzzugspolitischen Entscheidungen und die kritische Beleuchtung seiner direkten Berührungspunkte mit dem Islam.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Friedrich II., Sizilien, Islam, Machtpolitik, Lucera, religiöse Toleranz und das mittelalterliche Weltbild.

Warum war die Deportation der Muslime nach Lucera so bedeutend?

Die Umsiedlung nach Lucera war ein ambivalentes Ereignis: Sie war einerseits eine gewaltsame Entwurzelung, führte aber andererseits zur Schaffung einer loyalen, hochproduktiven Militär- und Handelskolonie unter kaiserlichem Schutz.

Wie bewertet der Autor Friedrichs Verhältnis zu seinen Zeitgenossen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Friedrich zwar durch eine für das Mittelalter außergewöhnliche Vorurteilslosigkeit herausstach, er jedoch dennoch fest im Rahmen seines zeitgenössischen, machtpolitischen Weltbildes handelte.

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Details

Title
Das Verhältnis Friedrichs II. von Hohenstaufen zum Islam
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,0
Author
Jakob Wasserscheid (Author)
Publication Year
2016
Pages
19
Catalog Number
V352105
ISBN (eBook)
9783668385696
ISBN (Book)
9783668385702
Language
German
Tags
hohenstaufen islam Friedrich II.
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jakob Wasserscheid (Author), 2016, Das Verhältnis Friedrichs II. von Hohenstaufen zum Islam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352105
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