Absicherung von Währungsrisiken. Swaps, Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen


Hausarbeit, 2016

30 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Arten von Währungsrisiken
2.1 Translationsrisiko
2.2 Transaktionsrisiko
2.3 Ökonomisches Risiko

3 Terminologie der Absicherungsinstrumente
3.1 Devisenkassa- und Devisentermingeschäfte
3.2 Bedingte und unbedingte Geschäfte
3.3 Börsengehandelte und OTC-Geschäfte

4 Swaps
4.1 Devisenswaps
4.2 Währungsswaps
4.2.1 Ausgangstransaktion
4.2.2 Zinstransaktion
4.2.3 Schlusstransaktion

5 Devisentermingeschäfte
5.1 Forwards
5.2 Futures
5.3 Devisenterminkurs
5.4 Beispiel für einen EUR/USD-Future

6 Devisenoptionen
6.1 Preis einer Option
6.2 Call Option
6.3 Put Option
6.4 Im Geld, Aus dem Geld, Am Geld

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2.1: Teilrisiken hinsichtlich ihrer zeitlichen Wirkung

Abbildung 3.1: Übersicht: Bedingte und unbedingte Termingeschäfte

Abbildung 4.1: Ablauf eines Devisenswaps

Abbildung 4.2: Ablauf eines Währungsswaps

Abbildung 5.1: Übersicht: Report und Deport

Abbildung 5.2: Gewinn und Verlust der Long Position

Abbildung 6.1: Gewinn und Verlust des Long Call

Tabellenverzeichnis

Tabelle 6.1: Überblick: Call Option und Put Option

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kurzfassung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, mit welchen Mitteln sich international agierende Unternehmen gegen Währungsrisiken absichern können. Dazu werden die verschiedenen Arten von Währungsrisiken erläutert und drei Absicherungsinstrumente - Swaps, Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen - dargestellt. Die wesentlichen Funktionsweisen der Instrumente und ihre Vor- und Nachteile werden anhand von Beispielen erläutert und ihre Wichtigkeit wird aufgezeigt. Im Ergebnis wird deutlich, dass es keine allgemeingültige Strategie gibt, die für jedes Unternehmen anwendbar ist. Vielmehr kommt es auf verschiedene Einflussfaktoren wie die Risikofreudigkeit und die Wechselkurserwartung an.

1 Einleitung

Im Rahmen fortschreitender Globalisierung agiert heutzutage ein Großteil der deutschen Unternehmen international. Dies hat zur Folge, dass wesentliche Teile des deutschen Au- ßenhandels mit Fremdwährungsgebieten, insbesondere den USA, Großbritannien und China, abgewickelt werden. Im Jahr 2015 beispielsweise gingen 63,6 Prozent der deut- schen Exporte in Länder außerhalb der Eurozone (Statistisches Bundesamt 2016, S. 28ff.).

Da die meisten bedeutenden Währungen einem flexiblen Wechselkurssystem unterliegen, bei dem sich die Wechselkurse durch Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt bilden, ergeben sich marktbedingte Wechselkursschwankungen. Somit sind global tätige Unternehmen bei Geschäftsabschlüssen mit internationalen Geschäftspartnern einem Währungsrisiko ausgesetzt. Deshalb steigt die Nachfrage nach Möglichkeiten zur Absicherung gegen dieses (Perridon et al. 2012, S. 335).

Oftmals wird die Volatilität von Wechselkursen unterschätzt. Ein Beispiel für die starke Schwankung von Wechselkursen ist der Einbruch des Pfund Sterling (GBP) im Juni 2016 unmittelbar nach dem Votum der Briten, die EU zu verlassen. Innerhalb einer Nacht ver- lor das Pfund im Vergleich zum Euro (EUR) etwa 6 Prozent an Wert (Frankfurter Allge- meine Zeitung 2016).

Solche Schwankungen können enorme Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens haben. Ohne eine Absicherung gegen dieses Risiko wirken sich Wechselkursschwankungen unmittelbar auf die Liquidität eines Unternehmens aus und schränken dessen Planungssicherheit ein.

In dieser Arbeit werden zunächst die verschiedenen Arten der Währungsrisiken erläutert. Anschließend wird eine Auswahl an Instrumenten dargestellt, mit denen sich Unternehmen gegen Währungsrisiken absichern können. Anhand von Beispielen sollen die Möglichkeiten zur Absicherung veranschaulicht werden. Abschließend wird ein Fazit über die diversen Möglichkeiten gezogen.

2 Arten von Währungsrisiken

Bodemer und Disch (2014, S. 235) definieren das Währungs- oder auch Wechselkursrisiko als „das Risiko, wonach Währungsschwankungen den Unternehmenserfolg negativ beeinflussen können“.

Im Allgemeinen wird das Währungsrisiko in drei Teilrisiken unterteilt - das Translationsrisiko, das Transaktionsrisiko und das ökonomische Risiko (Breuer 2015, S. 113). Abbildung 2.1 zeigt, dass sich diese hinsichtlich der zeitlichen Lage im Verhältnis zum Zeitpunkt der Wechselkursänderung unterscheiden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1: Teilrisiken hinsichtlich ihrer zeitlichen Wirkung Quelle: Eilenberger et al. 2013, S. 57, leicht abgeändert

2.1 Translationsrisiko

Das bilanzorientierte Translationsrisiko bezieht sich auf die Umrechnung von Bilanzpositionen, die ursprünglich in einer Fremdwährung ausgedrückt sind (Breuer 2015, S. 113). Erstellt ein Unternehmen seinen Finanzbericht, so müssen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die in einer anderen als der Berichtswährung geführt werden, am Stichtag in die jeweilige Berichtswährung umgerechnet werden. Da der Wechselkurs zu ebendiesem Stichtag kaum vorhergesagt werden kann, ist die Umrechnung risikobehaftet (Bloss et al. 2009, S. 58). Allerdings muss betont werden, dass sich die Umrechnung zum Zwecke der buchhalterischen Konsolidierung nicht auf die Liquidität auswirkt, weshalb dieses Teilrisiko selten abgesichert wird (Bodemer/Disch 2014, S. 314).

Als Beispiel wäre denkbar, dass eine Tochtergesellschaft eines deutschen Konzerns eine Vermögensposition in Japanischem Yen in ihrer Bilanz ausweist. Zur Erstellung der Kon- zernbilanz in Euro wird der Vermögenswert zum Stichtag in Euro umgerechnet. Wertet der Yen bis zum Bilanzstichtag ab und der Wert der Vermögensposition sinkt, so wirkt sich dies auf die Bilanz und somit auf die buchhalterische Vermögenslage des Konzerns aus.

2.2 Transaktionsrisiko

Das Transaktionsrisiko beschreibt das Risiko, dass eine Wechselkursänderung zukünftige Zahlungsströme aus bereits vertraglich vereinbarten Geschäften mindern kann (Bloss et al. 2009, S. 57). Es betrifft also bestehende Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung. Da sich das Transaktionsrisiko auf konkrete, sichere Zahlungen bezieht, ist es das Währungsrisiko, das sich am ehesten durch die Instrumente zur Absicherung ausschließen oder mindern lässt (Breuer 2015, S. 121).

Angenommen, ein deutsches Unternehmen kauft eine Maschine von einem britischen Un- ternehmen und vereinbart, in Pfund Sterling zu bezahlen. Zwischen dem Vertragsab- schluss und dem Zeitpunkt der Zahlung liegt ein Jahr. Erfolgt in diesem Zeitraum eine Aufwertung des Pfund gegenüber dem Euro, so muss das deutsche Unternehmen mehr Euro aufwenden, als zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses kalkuliert wurde.

2.3 Ökonomisches Risiko

Das ökonomische Risiko umfasst das Wettbewerbsrisiko, das sich aus Schwankungen des Wechselkurses ergibt und bezieht sich auf künftige, erwartete Zahlungen (Bloss et al. 2009, S. 56). Dieses Risiko ist zukunftsorientiert und langfristig ausgelegt. Das ökono- mische Risiko betrifft also in der Zukunft liegende Zahlungsströme, die noch nicht getä- tigt und in der Höhe ungewiss sind - es sind noch keine konkreten Positionen entstanden. Die gesamte Risikosituation eines Unternehmens soll erfasst werden, was einen erhebli- chen Prognoseaufwand zur Folge hat und auf Grund der Komplexität kaum zu realisieren ist (Breuer 2015, S. 125).

Exemplarisch sei die Situation genannt, dass ein Unternehmen das Budget für das Folgejahr festlegt, wobei manche Umsätze und Kosten in Fremdwährung geplant und anschließend konsolidiert werden (Bodemer/Disch 2014, S. 257).

3 Terminologie der Absicherungsinstrumente

3.1 Devisenkassa- und Devisentermingeschäfte

Für die folgenden Erläuterungen ist es wichtig, die Begrifflichkeiten Kassageschäft und Termingeschäft zu kennen und zu unterscheiden. Auf den Finanzmärkten ist es möglich, sowohl Devisenkassa- als auch Devisentermingeschäfte abzuschließen. Devisen sind das Buchgeld ausländischer Währung (Bodemer/Disch 2014, S. 236).

Ein Devisenkassageschäft dient dem sofortigen Austausch von Währungen am Devisenkassamarkt. Zwischen Geschäftsabschluss und Geschäftserfüllung, also dem Kauf und Verkauf von Devisen, liegen maximal zwei Werktage. Es handelt sich also faktisch um einen reinen Währungstausch. Das zugrunde liegende Austauschverhältnis ist der aktuelle Kassawechselkurs (Breuer 2015, S. 8).

Bei einem Devisentermingeschäft hingegen fallen Geschäftsabschluss und -erfüllung zeitlich auseinander. Der faktische Währungstausch erfolgt an einem in der Zukunft ge- legenen, vereinbarten Zeitpunkt (Breuer 2015, S. 8). Das Austauschverhältnis, zu dem an einem zukünftigen Zeitpunkt getauscht wird, ist der Terminwechselkurs. Im Gegensatz zu einem Kassageschäft kann das Termingeschäft also zur Kurssicherung genutzt werden.

3.2 Bedingte und unbedingte Geschäfte

Unterscheidet man nach Art der Erfüllung der Geschäfte, so kann man die Absicherungs- instrumente in bedingte und unbedingte Geschäfte unterteilen. Hat mindestens ein Ver- tragspartner ein Wahlrecht, ob er das Geschäft zu vorher vereinbarten Konditionen wahr- nehmen möchte oder nicht, so handelt es sich um ein bedingtes Termingeschäft. Die in Kapitel 6 erläuterten Devisenoptionen zählen zu den bedingten Termingeschäften. Bei einem unbedingten Termingeschäft hingegen sind beide Vertragspartner dazu verpflich- tet, das Geschäft in der Zukunft zu erfüllen (Eller 2002, S. 15). Dazu gehören sowohl die Swaps als auch die Devisentermingeschäfte in Kapitel 4 bzw. 5 der vorliegenden Arbeit.

3.3 Börsengehandelte und OTC-Geschäfte

Devisenkassa- und Devisentermingeschäfte können sowohl an der Börse als auch außer- börslich abgeschlossen werden. Werden Geschäfte außerhalb der Börse abgeschlossen, so spricht man von Over-the-Counter-Geschäften, kurz OTC-Geschäften. Börsengehan- delte Instrumente unterliegen einer weitgehenden Standardisierung hinsichtlich Wäh- rung, Vertragslaufzeit und Volumina, wohingegen die an den OTC-Märkten gehandelten Instrumente nicht standardisiert und somit individuell verhandelbar sind (Perridon et al. 2012, S. 181f.). Im Zuge der EU-Verordnung EMIR - kurz für European Market Infra- structure Regulation - wurde der OTC-Markt reguliert. Die Verordnung trat im August 2012 mit dem Ziel die OTC-Märkte transparenter und sicherer zu machen in Kraft. Anlass dafür war die globale Finanzkrise im Jahr 2008 (KPMG 2012, S. 1).

Mit den nun bekannten Begrifflichkeiten ergibt sich folgende Übersicht über die Einteilung der in dieser Arbeit behandelten Devisentermingeschäfte:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.1: Übersicht: Bedingte und unbedingte Termingeschäfte Quelle: Eigene Darstellung

4 Swaps

Seit Beginn der achtziger Jahre gibt es sogenannte Swaps, die Tauschgeschäfte zwischen zwei Vertragspartnern darstellen. Ein Swap ist definiert als eine „Vereinbarung zwischen zwei Parteien, typischerweise mehrere Zahlungen an festgelegten, in der Zukunft liegenden Zeitpunkten auszutauschen“ (Rieger 2016, S. 47).

Swaps liegen hauptsächlich in drei Ausprägungen vor: Devisenswaps, Zinsswaps und Währungsswaps, welche eine Kombination aus den beiden erstgenannten darstellen (Bernstorff 2008, S. 196f.). Im Laufe der Zeit entwickelten sich Swaps zu einem der wichtigsten Sicherungsinstrumente des Währungsmanagements. Swaps sind OTC-Ge- schäfte, sie werden also außerhalb der Börse nach individuellen Vereinbarungen gehan- delt. Außerdem sind Swaps unbedingte Geschäfte, da sie für beide Vertragspartner eine Verpflichtung darstellen. Das bedeutet, dass sie zwar eine Absicherung von Kursrisiken ermöglichen, aber auch die Möglichkeit ausschalten, von einer vorteilhaften Kursent- wicklung zu profitieren.

Da Zinsswaps in erster Linie der Absicherung von Zinsänderungsrisiken dienen, nicht also der Absicherung von Währungsrisiken, werden im Folgenden nur Devisen- und Währungsswaps detailliert betrachtet.

4.1 Devisenswaps

Ein Devisenswap, auch als Foreign Exchange Swap oder kurz FX Swap bezeichnet, ist ein Absicherungsinstrument gegen Währungsrisiken und stellt eine Kombination aus Kassa- und Termingeschäft dar (Bodemer/Disch 2014, S. 288). Bei Geschäftsabschluss wird ein Währungsbetrag getauscht (Kassageschäft) und an einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem vereinbarten Kurs zurückgetauscht (Termingeschäft).

Somit werden bei einem Devisenswap drei Größen festgelegt. Eine davon ist das Währungsvolumen, das zu Beginn zum aktuellen Kassawechselkurs und auf Termin, also in der Zukunft, zum Terminwechselkurs zurückgetauscht wird. Ein anderer Parameter, der vereinbart wird, ist der Terminwechselkurs am Fälligkeitstag. Dieser wird durch einen Aufschlag oder Abschlag zum Devisenkassakurs gebildet und spiegelt die Zinsdifferenz der verschiedenen Währungen wider (vgl. Kapitel 5.3).

Außerdem wird der Fälligkeitstag und somit die Laufzeit des Termingeschäfts bestimmt. Üblicherweise handelt es sich um Laufzeiten von mehreren Wochen bis hin zu einigen Monaten. Ziel eines Devisenswaps ist es, einen Liquiditätsbedarf zu decken und gleich-zeitig einen Wechselkurs abzusichern (Bodemer/Disch 2014, S. 288f.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Absicherung von Währungsrisiken. Swaps, Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen
Hochschule
Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
30
Katalognummer
V352186
ISBN (eBook)
9783668385290
ISBN (Buch)
9783668385306
Dateigröße
900 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Risikomanagement, Swaps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen, Wechselkursrisiko, Währungsrisiko
Arbeit zitieren
Linda Kron (Autor), 2016, Absicherung von Währungsrisiken. Swaps, Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352186

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