"All across the nation, such a strange vibration. People in motion. There's a whole generation with a new explanation. People in motion, people in motion". Diese Strophe stammt aus dem weltberühmten Lied "San Francisco" von Scott McKenzie, das 1967 veröffentlicht wurde. Damit brachte er das Lebensgefühl einer ganzen Generation zum Ausdruck und traf den Zeitgeist der 60er Jahre.
Auch in der Bundesrepublik Deutschland konnte man den Aufbruch der jungen Generation auf allen Ebenen spüren. Sie wollten die politischen und sozialen Verhältnisse verändern. Vor allem die Jahre 1967 und 1968 standen im Zeichen des Aufbegehrens, was in erster Linie von den Studenten ausging. Doch warum endete diese Bewegung 1968 so abrupt? Kann man das Jahr 1968 als Schluss- und Höhepunkt datieren? Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, diese Fragen zu beantworten. Dazu werden das Jahr 1968 und seine Ereignisse chronologisch dargestellt und analysiert.
Zu Beginn der Ausführung wird auf die Ursachen und Ziele der 68er Bewegung eingegangen, was dem Leser gleichzeitig einen umfassenden Einblick in die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse der 1960er Jahre gibt. Ein kurzer Überblick über die bedeutsamsten Faktoren, die für die Politisierung der Studentengeneration verantwortlich waren, schließt sich an. Im Hauptteil der Arbeit wird das Jahr 1968 anhand der wichtigsten Ereignisse detailliert beschrieben und analysiert. Das Ende der Revolte wird im vorletzten Punkt erläutert, bevor dann mit Hilfe der gewonnenen Ergebnisse versucht wird, die Frage "Das Jahr 1968 – ein revolutionärer Schluss- und Höhepunkt?" zu beantworten.
Das Buch "1968 – Die Revolte" von dem Zeitzeugen Daniel Cohn-Bendit und dem Herausgeber Rüdiger Dammann fungiert als meine Primärquelle. Verschiedene Zeitzeugen, die bei der Studentenbewegung der 1960er Jahre mitwirkten, beschreiben in diesem Werk subjektiv die damaligen Probleme und Kritikpunkte der aufbegehrenden Studenten. Dies ist sehr hilfreich, um einen Einblick in die Sicht- und Denkweise der Studenten zu erlangen und diese nachvollziehen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Ursachen und Ziele der 68er Bewegung
3. Die Politisierung einer Studentengeneration
3.1. Die Rolle des SDS – Der Sozialistisch Deutsche Studentenbund
3.2. Der Einfluss der Außerparlamentarischen Opposition
3.3 Die Bedeutung der Universitäten
4. Die 68er Bewegung – Symbol des Widerstands und der Gewalt
4.1. Die Attentate
4.2. Die Osterunruhen
4.3. Sternmarsch auf Bonn
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Studentenbewegung der 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland, um zu ergründen, warum das Jahr 1968 als Höhepunkt und gleichzeitiges Ende der Revolte betrachtet werden kann. Durch eine chronologische Analyse der gesellschaftspolitischen Ursachen, der Rolle des SDS und der APO sowie der prägenden Ereignisse (wie der Notstandsgesetze und Attentate) wird das Ausmaß des Aufbegehrens gegen das politische System dargelegt.
- Gesellschaftlicher Wandel und Entstehung der 68er Bewegung
- Die zentrale Rolle des SDS und der außerparlamentarischen Opposition
- Einfluss der Bildungssituation und Hochschulpolitik
- Radikalisierung durch Attentate und den Streit um Notstandsgesetze
- Das Ende der Revolte im Kontext der sozialliberalen Wende 1969
Auszug aus dem Buch
4.1. Die Attentate
Um die Ereignisse im Jahre 1968 richtig einordnen und verstehen zu können, ist es wichtig, sich mit dem vorherigen Jahr zu beschäftigen. Im Folgenden wird das Attentat auf den 26-Jährigen Studenten Benno Ohnesorg näher erläutert, welches der Auslöser für die Radikalisierung der Studentenbewegung in den 68er Jahren war.
Am Vormittag des 2. Junis 1967 versammelten sich die Demonstranten vor dem Schöneberger Rathaus, in dem der Schah empfangen werden sollte. „Nach Ansicht nicht nur linker Studenten [gehörte der Schah] zu jenen Diktatoren in der Dritten Welt, die gegen ihr Volk regierten.“ So zwang er beispielsweise das Land von seinen Bauern in die Industrialisierung und unterdrückte Regimegegner, wie z.B. die kommunistische Tudeh-Partei.
Bei dieser Demonstration kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Studenten und Schah–Anhängern, „die vom iranischen Konsulat ausgewählt worden waren, um den Schah würdig zu begrüßen“. Da die Polizei zunächst nicht einschritt, eskalierte die Situation – die von der Presse als „Jubelperser“ bezeichneten Schah-Anhänger gingen mit Holzlatten und Stahlrohren auf die Demonstranten los. Es wurden jedoch nicht die prügelnden Schah-Anhänger festgenommen, sondern zahlreiche Kommilitonen. „Die Polizei half, freilich ungewollt, nach Kräften mit. Statt wie heute mitzudiskutieren [...], schoss sie todernst und wild entschlossen mit Kanonen auf Spatzen und vergrößerte so noch die öffentliche Aufmerksamkeit“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Thematik der 68er-Bewegung ein, erläutert die Forschungsfrage nach dem Jahr 1968 als Höhepunkt der Revolte und stellt die verwendete Literatur vor.
2. Ursachen und Ziele der 68er Bewegung: Hier werden die gesellschaftlichen Hintergründe der Nachkriegszeit sowie die Kritik der Studenten am autoritären Bildungssystem und der mangelnden Aufarbeitung des Nationalsozialismus analysiert.
3. Die Politisierung einer Studentengeneration: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle des SDS, den Einfluss der APO als außerparlamentarische Kraft und die zentrale Bedeutung der Universitäten als Ausgangspunkte des Protests.
4. Die 68er Bewegung – Symbol des Widerstands und der Gewalt: Im Hauptteil werden die radikalisierenden Ereignisse, insbesondere das Attentat auf Benno Ohnesorg, die Osterunruhen nach dem Schuss auf Rudi Dutschke und der Sternmarsch gegen die Notstandsgesetze, chronologisch aufgearbeitet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass 1968 durch die Akkumulation dramatischer Ereignisse zwar den Höhepunkt der Bewegung markierte, aber auch deren Auflösung und Zersplitterung einleitete.
Schlüsselwörter
68er Bewegung, Studentenbewegung, SDS, APO, Rudi Dutschke, Benno Ohnesorg, Notstandsgesetze, Vietnamkrieg, Hochschulreformen, Radikalisierung, Außerparlamentarische Opposition, 1968, Gesellschaftskritik, Protestkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung, Dynamik und das Ende der 68er-Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Jahre 1967 und 1968.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Politisierung der Studenten, die Rolle des SDS und der APO, die Kritik an den Notstandsgesetzen und die Radikalisierung durch polizeiliche Gewalt und Attentate.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu beantworten, ob das Jahr 1968 als revolutionärer Schluss- und Höhepunkt der Studentenbewegung datiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine chronologische Darstellung und Analyse historischer Ereignisse, gestützt auf Primärquellen wie Zeitzeugenberichte und relevante Sekundärliteratur zur Geschichte der Bundesrepublik.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden die konkreten Ereignisse analysiert: das Attentat auf Benno Ohnesorg, die Osterunruhen nach dem Anschlag auf Rudi Dutschke sowie der Sternmarsch gegen die Notstandsgesetze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie 68er Bewegung, SDS, APO, Notstandsgesetze, Radikalisierung und außerparlamentarische Opposition geprägt.
Welche Bedeutung hatte der SDS für die 68er-Bewegung?
Der SDS fungierte als Motor und intellektueller Kern der Studentenbewegung, der die breite Öffentlichkeit durch Kongresse und Demonstrationen mobilisierte.
Warum war das Attentat auf Benno Ohnesorg ein Wendepunkt?
Das Attentat löste eine Welle der Empörung und Radikalisierung aus, da es die aus Sicht der Studenten autoritäre Gewalt des Staatsapparates offenlegte und zu einer breiten Solidarisierung führte.
- Citar trabajo
- Gina M. (Autor), 2016, Das Jahr 1968. Der revolutionäre Schluss- und Höhepunkt?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352266