Um die heutigen politischen Entwicklungen vor allem in Europa aus einem historischen
Blickwinkel heraus besser verstehen zu können, bildet den Schwerpunkt
dieser Hausarbeit das Buch „Die postnationale Konstellation – Politische Essays“1
von Jürgen Habermas2. In diesem nimmt der Sozialtheoretiker und Philosoph u.a.
zu den Fragen und Problemen einer globalen bzw. europäischen Politik Stellung.
In den Kapiteln zwei und drei der Hausarbeit werden einige von Habermas dargelegten
Erklärungsansätze und Sichtweisen kurz vorgestellt. In Kapitel vier wird
die Europäische Union anhand ihrer Eigendefinition und der Eckpunkte der neuen
EU-Verfassung skizziert. Das Fazit in Kapitel fünf beinhaltet abschließend die
Lage der Dinge aus Sicht der Bürger.
Ziel dieser Hausarbeit ist es, dem interessierten Leser zu ermöglichen, sein
eigenes Bild eines zukünftigen Europas mit Hilfe von Habermas Thesen sowie
der historischen und aktuellen Situation in Europa zu hinterfragen.
Diese Hausarbeit kann aufgrund des vorgegebenen maximalen Umfangs nur einen
Einstieg in die komplexe Thematik bieten.
Für weiterführende Informationen siehe Angaben im Quellenverzeichnis und die
ergänzenden Literatur- und Websitehinweise.
1 Vgl.: Oswald, Bernd: „Großbaustelle Europa“ in: Süddeutsche Zeitung Online,15.06.03,
URL: http://www.sueddeutsche.de/ausland/schwerpunkt/786/9777/Sueddeutsche.de, (02.05.04)
1 Habermas, Jürgen: „Die postnationale Konstellation – Politische Essays“, Starnberg 1998
2 Mehr Information zur Kurzbiographie v. J. Habermas des Suhrkamp Verlags auf:
http://www.suhrkamp.de/autoren/index.htm, (02.05.04)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Ziel der Hausarbeit
2. Historische Betrachtungen zur Entstehung einer Nation aus Sicht der Geisteswissenschaften des 19. Jahrhunderts
3. Die politische Entwicklung im 20. Jahrhundert
3.1 Der historische Charakter des 20. Jahrhunderts
3.2 Die postnationale Konstellation zum Ende des 20. Jahrhunderts
4. Die Europäische Union (EU)
4.1 Eigendefinition der EU
4.2 Eckpunkte der EU-Verfassung
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert Jürgen Habermas’ These der „postnationalen Konstellation“ im Kontext der heutigen politischen und wirtschaftlichen Lage Europas, um zu untersuchen, wie historische Erkenntnisse und ein verfeinertes nationales Selbstbewusstsein die europäische Integration beeinflussen können.
- Habermas’ Theorie der postnationalen Konstellation
- Historische Entwicklung des modernen Nationalstaats
- Politische und soziale Herausforderungen der EU-Integration
- Eigendefinition und Verfassungsentwurf der Europäischen Union
- Bedeutung von Solidarität und demokratischer Legitimation in Europa
Auszug aus dem Buch
Die postnationale Konstellation zum Ende des 20. Jahrhunderts
Im Kapitel II, Teil 4: “Die postnationale Konstellation und die Zukunft der Demokratie“ erläutert der Autor, was er unter der „postnationale Konstellation“ versteht. Mit diesem Begriff bezeichnet Habermas die immer noch aktuelle Situation der Welt, in der die vormals erfolgreichen, eher national-denkenden und wirkenden Regierungen mit grenzüberschreitenden und nicht allein national lösbaren Problemen (Umweltschutz, Verlagerung von Arbeitsplätzen und Unternehmen ins Ausland, internationale Wettbewerbsfähigkeit der Staaten, Kriminalität etc.) im Zuge der Globalisierung konfrontiert werden.
Die nationale Unkontrollierbarkeit der weltweiten Wirtschaft und die daraus resultierenden Schwierigkeiten für die Volkswirtschaften (z.B. sinkende Steuereinnahmen durch Kapitalverlagerung der Unternehmen ins Ausland = weniger Geld für den Verwaltungs- und Sozialstaat) würden eine in viel stärkerem Maße internationale Denk- und Handlungsweise des Staates und der Gesellschaft fordern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Ziel der Hausarbeit: Einführung in die Thematik und Vorstellung von Habermas' Werk als Grundlage für die Untersuchung der aktuellen europäischen Situation.
2. Historische Betrachtungen zur Entstehung einer Nation aus Sicht der Geisteswissenschaften des 19. Jahrhunderts: Analyse der Rolle von Sprache, Recht und Geschichte bei der Identitätsbildung der Nation im 19. Jahrhundert.
3. Die politische Entwicklung im 20. Jahrhundert: Betrachtung des 20. Jahrhunderts als durch Katastrophen geprägter Zeitraum und Entstehung globaler Herausforderungen, die nationale Grenzen überschreiten.
4. Die Europäische Union (EU): Untersuchung der EU hinsichtlich ihrer Eigendefinition als supranationales Gebilde und der zentralen Punkte ihres geplanten Verfassungsentwurfs.
5. Fazit: Kritische Reflexion über die Möglichkeiten eines solidarischen Europas angesichts wirtschaftlicher Globalisierungsdrucks und nationaler Interessenkonflikte.
Schlüsselwörter
Postnationale Konstellation, Jürgen Habermas, Europäische Union, Globalisierung, Nationalstaat, Europäische Integration, Sozialstaat, EU-Verfassung, Politische Identität, Supranationalität, Demokratie, Solidarität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Relevanz von Jürgen Habermas' Theorie der postnationalen Konstellation im Hinblick auf den aktuellen politischen und sozialen Zustand der Europäischen Union.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Nationalstaats, den Auswirkungen der globalen Wirtschaft auf soziale Sicherungssysteme und der Zukunftsfähigkeit europäischer Integration.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, dem Leser zu ermöglichen, ein eigenes Bild über die zukünftige Entwicklung Europas zu formen, indem Habermas' Thesen mit der aktuellen politischen Realität verknüpft werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoriegeleitete Analyse, die auf einer Literaturstudie von Habermas' politischen Essays basiert und diese durch eine Betrachtung der aktuellen politischen Ereignisse in Europa ergänzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen der Nationsbildung, die politischen Veränderungen im 20. Jahrhundert durch die Globalisierung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der EU-Verfassung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Postnationale Konstellation, Europäische Integration, Globalisierung, Supranationalität und der Verfassungspatriotismus.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der Globalisierung auf die Nationalstaaten?
Habermas argumentiert, dass Nationalstaaten durch die globale Wirtschaft zunehmend die Kontrolle verlieren, was eine neue, supranationale und demokratisch legitimierte Handlungsweise erforderlich macht.
Welche Rolle spielt die EU-Verfassung in der Arbeit?
Sie wird als Instrument diskutiert, das durch die Verpflichtung auf Menschenwürde, Freiheit und neue Bürgerrechte einen Weg für die zukünftige demokratische Zusammenarbeit in Europa ebnen soll.
- Quote paper
- Michael Emmermann (Author), 2004, Die These der postnationalen Konstellation von J. Habermas im Vergleich zum aktuellen Status Europas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35236