Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf einer speziellen Form der Kultur: der Subkultur.
Anfänglich gilt es daher zu klären, welche begrifflichen Dimensionen sich hinter diesen Wörtern verstecken, die zum alltäglichen Umgangston gehören. Es gibt diverse Ansätze und Ansichten zu diesem Themenbereich der Soziologie, weshalb es schier unmöglich wäre, alle mit einzubeziehen. Denkt man an Subkulturen, liegt der Gedanke an Jugendgangs nahe und damit einhergehend womöglich auch Kriminalität.
Es stellt sich die Frage, inwieweit Subkulturen tatsächlich mit abweichendem Verhalten zusammenhängen und für einen praktischen Einblick soll am Ende dieser Arbeit das Beispiel der Motorradgangs mit angeführt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2.Kultur und Subkultur
3. Subkulturkonzepte
4. Abweichendes Verhalten
4.1. Devianz und die Einordnung abweichenden Verhaltens
4.2. Die Anomietheorie als Erklärungsansatz von abweichendem Verhalten
5. Der „Motorcycle Club“ als Beispiel für Subkulturen und abweichendes Verhalten
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das soziologische Spannungsfeld zwischen Subkulturen und abweichendem Verhalten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit Subkulturen durch eigene Normsysteme mit abweichendem Verhalten korrelieren und wie diese Prozesse theoretisch und praxisnah verstanden werden können.
- Definition und theoretische Einordnung des Kulturbegriffs
- Analyse von Subkulturkonzepten (insbesondere nach Albert K. Cohen)
- Soziologische Betrachtung von Devianz und abweichendem Verhalten
- Anwendung der Anomietheorie nach Robert Merton
- Fallbeispiel: Organisierte Kriminalität und Normen in Motorradgangs
Auszug aus dem Buch
5. Der „Motorcycle Club“ als Beispiel für Subkulturen und abweichendes Verhalten
Eine besondere Form der Subkultur stellen die Motorradgangs, so genannte Rockerbanden dar. Auf den ersten Blick handelt es sich um Gruppen motorradbegeisterter Männer, die sich weltweit friedlich zusammen finden um ihrer motorisierten Leidenschaft nachzugehen. Bei genauerer Betrachtung ist es jedoch mehr als eine Freizeitbeschäftigung.
Die aus devianztheoretischer Sicht interessanten Motorradklubs stellen bei weitem die Minderheit der Männer mit den schweren Maschinen dar. Am 4. Juli 1947 kam es in Hollister, Kalifornien zu folgendem Ereignis: bei einem Treffen verschiedener Biker kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen mit der Polizei – medial gepusht ist diese Ereignis als der „Hollister-Bash“ bekannt. Das folglich gesteigerte öffentliche Interesse sorgte für eine Stellungnahme der „American Motorcyclist Association“, in der verkündet wurde, dass sich 99% der Biker an diesem Ereignis nicht beteiligt hätten. Gewaltbereites Vorgehen und Auftreten sei von nur einem Prozent der Motorradverrückten an den Tag gelegt worden. Fortan war der Begriff der „one percenter“ geschaffen und prägt bis heute das interne und öffentliche Verständnis dieser speziellen Gruppierungen. Einige der gewaltbereiten Biker gründeten in den folgenden Jahren Motorcycle Clubs (MC) oder schlossen sich den bereits bestehenden an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung führt in das soziologische Konstrukt von Kultur und Subkultur ein und leitet zur Fragestellung über, inwieweit Letztere mit abweichendem Verhalten verknüpft ist.
2.Kultur und Subkultur: Dieses Kapitel erörtert die definitorische Vielfalt des Kulturbegriffs und grenzt Subkulturen als eigenständige Lebensformen innerhalb einer dominanten Gesellschaft ab.
3. Subkulturkonzepte: Es werden theoretische Ansätze beleuchtet, die kriminelle Gruppierungen als kollektive Reaktion auf gesellschaftliche Anpassungsprobleme und Ungleichheiten interpretieren.
4. Abweichendes Verhalten: Hier erfolgt eine theoretische Fundierung des Devianzbegriffs sowie die Anwendung von Mertons Anomietheorie zur Erklärung abweichenden Handelns als alternative Anpassungsform.
5. Der „Motorcycle Club“ als Beispiel für Subkulturen und abweichendes Verhalten: Das Kapitel veranschaulicht die theoretischen Konzepte am praktischen Beispiel der als „one-percenter“ bekannten Motorradklubs und deren krimineller Hintergrundstruktur.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Komplexität subkultureller Vereinigungen und betont die Bedeutung von internen Normsystemen für das Verständnis organisierter Kriminalität.
Schlüsselwörter
Subkultur, Devianz, abweichendes Verhalten, Anomietheorie, Kultur, Rockerbanden, one-percenter, Normen, Anpassung, Soziologie, Delinquenz, soziale Identität, Motorradgangs, gesellschaftlicher Wandel, kollektive Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem soziologischen Verhältnis zwischen Subkulturen und abweichendem Verhalten, wobei der Fokus auf den internen Norm- und Wertesystemen solcher Gruppierungen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Kultur, theoretische Subkulturkonzepte, die soziologische Perspektive auf Devianz sowie die empirische Betrachtung organisierter Motorradklubs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum bestimmte Subkulturen eigene, von der Mehrheitsgesellschaft abweichende Regeln entwickeln und warum diese häufig mit kriminellem Verhalten korrelieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Literaturrecherche soziologischer Standardwerke, unter anderem von Durkheim, Merton und Cohen, ergänzt durch Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Subkultur- und Devianzmodellen sowie deren Anwendung auf das Praxisbeispiel der „one-percenter“ Motorradclubs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Subkultur, Devianz, Anomie, Normsysteme, kriminelle Gruppierungen und soziale Identität.
Wie definiert der Autor das Verhältnis von Kultur zu „one-percenter“-Gruppen?
Der Autor stellt dar, dass diese Gruppen eigene Gesellschaften innerhalb der Gesellschaft bilden, die zwar eigene Normen haben, sich aber durch eine paradoxe Mischung aus Pseudofreiheit und strengem Hierarchie-Reglement auszeichnen.
Welche Rolle spielt die Anomietheorie für das Fallbeispiel?
Die Theorie dient dazu, das Abweichen dieser Gruppen als „Innovation“ im Mertonschen Sinne zu deuten, bei der institutionalisierte Wege zur Zielerreichung abgelehnt und durch illegitime, aber effektivere Mittel ersetzt werden.
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- Anonym (Author), 2012, Subkulturen und abweichendes Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352659