Ziel dieser Arbeit ist es, das vielschichtige Konstrukt „Kommunikationskompetenz“ theoretisch zu systematisieren, um auf dieser Grundlage exemplarisch darstellen zu können, welche Ressourcen eine kommunikationskompetente Lehrkraft in schulischen Kommunikationssituationen außerhalb des Unterrichts benötigt und welchen Einfluss motivationale Faktoren auf ihre Kommunikationsweise nehmen können. Weil Kommunikationskompetenz als entscheidende Variable für eine professionelle Berufsausübung gesehen wird, werden anschließend Maßnahmen aufgezeigt, wie Kommunikationskompetenz bei Lehramtsanwärtern und Lehrkräften praktisch ausgebildet und gestärkt werden kann.
Jedes menschliche Verhalten stellt eine Form der Kommunikation dar – beginnend mit dem Tag der Geburt. Kommunikation schafft Verbindungen, führt Menschen zusammen und spielt eine elementare Rolle im alltäglichen sozialen Miteinander in Beruf, Schule, Familie und Gesellschaft, indem unser Wahrnehmen, Fühlen, Denken und Handeln immerzu Folgen von Kommunikation sind. Nahezu jeder Lebensbereich ist davon bestimmt. Ohne Kommunikation wäre ein menschliches Leben nicht denkbar, und ein Miteinander in der Gesellschaft nicht möglich.
Es gibt nur wenig, was den Menschen so sehr ausmacht und prägt, wie die Fähigkeit zu (sprachlicher) Kommunikation. Sowohl privat als auch beruflich wird die Fähigkeit zur Kommunikation daher als selbstverständlich vorausgesetzt. Insbesondere in einem Handlungsfeld wie der Institution Schule, das, wie fast kein anderes, lückenlos auf Kommunikation basiert, müssen Lehrkräfte in unterschiedlichsten Situationen und Kontexten professionell kommunizieren und interagieren können – und zwar nicht auf der Grundlage ihres Erfahrungswissens, sondern fundierter kommunikativer Kompetenzen. „Kommunikations-kompetenz“ avanciert daher immer mehr zu einer Schlüsselqualifikation, deren theoretische und praktische Vermittlung und Stärkung sowohl fester Bestandteil der Lehrerausbildung als auch der beruflichen Fort- und Weiterbildung sein muss.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen zwischenmenschlicher Kommunikation
3. Kommunikationskompetenz in der Institution Schule
3.1 Konzept der Kommunikationskompetenz
3.2 Kommunikation und Interaktion im Kontext „Schule“
3.3 Schulische Kommunikationssituationen
3.3.1 Kommunikation zwischen Lehrkraft und Schüler
3.3.2 Kommunikation zwischen Lehrkraft und Eltern
3.4 Förderung von Kommunikationskompetenz
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, das Konstrukt der „Kommunikationskompetenz“ theoretisch zu systematisieren und die Bedeutung professioneller Interaktion für Lehrkräfte in der Institution Schule aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse schulischer Kommunikationssituationen außerhalb des Unterrichts sowie der Identifikation notwendiger Ressourcen und motivationaler Faktoren, um anschließend praxisnahe Unterstützungs- und Fördermaßnahmen für angehende sowie praktizierende Lehrkräfte abzuleiten.
- Theoretische Einordnung von zwischenmenschlicher Kommunikation
- Konzeptualisierung von Kommunikationskompetenz bei Lehrkräften
- Analyse der Kommunikation in verschiedenen schulischen Systemen
- Detaillierte Betrachtung der Interaktion zwischen Lehrkraft, Schülern und Eltern
- Evaluation von Fördermaßnahmen wie Supervision und Training
Auszug aus dem Buch
Kommunikation zwischen Lehrkraft und Schüler
Die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler nimmt sowohl zeitlich betrachtet – im Unterricht sowie in Einzelberatungsgesprächen – als auch qualitativ den größten Stellenwert im Schulalltag ein, denn Lehrkräfte bewerten ihre eigene Tätigkeit und berufliche Zufriedenheit stets danach, ob die Beziehung zu ihren Schülern positiv, negativ oder gestört ist und ob sie mit ihrer pädagogischen Arbeit Anerkennung erfahren (vgl. Ulich 2001, 76). Konkret zeichnet sich die Lehrer-Schüler-Interaktion durch wechselseitige Einwirkung im Sinne beidseitiger Einflussnahme aus, durch wechselseitige Kontrolle im Sinne einer gegenseitigen, jedoch ziemlich ungleichen Sanktionierung auf der Grundlage schulischer Normen sowie durch wechselseitige Abhängigkeit, die sich aber verstärkt auf der Seite des Schülers zeigt. Somit ist die Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler immer eine vertikale Kommunikation, da sich die Lehrkraft als Leitungsperson hierarchisch gesehen über ihren Schüler befindet. Dieses Machtgefälle muss in der Kommunikation unbedingt bedacht und durch die Lehrkraft sinnvoll ausgestaltet werden, da sonst die Gefahr bestehen könnte, dem Gegenüber nicht ausreichend Respekt und Akzeptanz zukommen zu lassen.
In Hinblick auf die benötigten Voraussetzungen einer kommunikationskompetenten Lehrkraft stehen hier nicht die Kommunikationsprozesse in der Klasse oder im Unterricht, sondern Einzelberatungsgespräche zwischen Lehrkraft und Schüler im Vordergrund. Das nachfolgende Fallbeispiel steht stellvertretend für Situationen im schulischen Kontext, in denen die Lehrkraft beratend tätig wird, indem z. B. gemeinsam mit einem Schüler erörtert wird, wo Schwierigkeiten liegen und wie mit ihnen umgegangen werden kann oder was die Quelle eines gezeigten (Stör-)Verhaltens sein kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz von Kommunikationskompetenz als Schlüsselqualifikation für den Lehrerberuf und umreißt die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen zwischenmenschlicher Kommunikation: Dieses Kapitel liefert eine definitorische Basis zwischenmenschlicher Kommunikation und erläutert anhand eines allgemeinen Modells die zentralen Faktoren, die den Kommunikationsprozess beeinflussen.
3. Kommunikationskompetenz in der Institution Schule: Das Kernkapitel systematisiert das Kompetenzkonzept, analysiert die spezifischen Interaktionssysteme in der Schule (Lehrer-Schüler/Eltern) und diskutiert Möglichkeiten der praktischen Förderung durch Selbststudium und Supervision.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Kommunikationskompetenz als festen Bestandteil der Lehrerbildung zu etablieren, um die Qualität schulischer Zusammenarbeit langfristig zu sichern.
Schlüsselwörter
Kommunikationskompetenz, Lehrkräfte, Schule, zwischenmenschliche Kommunikation, Lehrer-Schüler-Interaktion, Lehrer-Eltern-Gespräch, Schlüsselqualifikation, Supervision, Beratungsgespräche, pädagogische Kommunikation, soziale Interaktion, Fortbildung, Schulkultur, Kooperative Gesprächsführung, Motivation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und die theoretischen Grundlagen der Kommunikationskompetenz von Lehrkräften innerhalb der Schule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit fokussiert auf die Definition von Kommunikationskompetenz, die Analyse spezifischer Beratungssituationen im schulischen Umfeld sowie Möglichkeiten zur praktischen Weiterbildung von Lehrern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das komplexe Konstrukt der Kommunikationskompetenz theoretisch zu systematisieren, um daraus konkrete Anforderungen und Unterstützungsmaßnahmen für den Schulalltag abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Ausarbeitung, die auf einer Literaturanalyse basiert, um vorhandene Konzepte auf den schulischen Kontext zu übertragen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Anwendung des Kompetenzbegriffs auf Interaktionen mit Schülern und Eltern sowie eine Übersicht zu Förderangeboten wie Trainings und Supervision.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Kommunikationskompetenz, Lehrer-Schüler-Interaktion, Lehrer-Eltern-Gespräch und die Förderung dieser Fähigkeiten durch berufliche Weiterbildung.
Warum ist das Machtgefälle bei der Kommunikation zwischen Lehrkraft und Schüler so relevant?
Das Gefälle ist relevant, da es die hierarchische Beziehung definiert; eine kompetente Lehrkraft muss dies reflektieren, um das Gegenüber trotz ungleicher Position respektvoll und auf Augenhöhe zu behandeln.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Ebenen der Kommunikation in der Schule?
Die Arbeit nutzt systemtheoretische Ansätze, um zu differenzieren, wie eine Lehrkraft innerhalb des Mikro-, Meso-, Exo- und Makrosystems agiert und in welche Beziehungsgeflechte sie eingebettet ist.
- Citar trabajo
- Isabel Potthoff-Wenner (Autor), 2016, Kommunikationskompetenz von Lehrkräften in der Institution Schule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352697