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Informelle Tests als Verfahren zur Leistungsmessung in der Schule

Titel: Informelle Tests als Verfahren zur Leistungsmessung in der Schule

Ausarbeitung , 2016 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Isabel Potthoff-Wenner (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Vergabe von Ziffernzensuren auf einer sechsstufigen Skala bestimmt seit Beginn des 19. Jahrhunderts unser Schulsystem, indem ein Maßstab vorgegeben wird, nach dem die Schüler einer Klasse hinsichtlich eines Leistungsprodukts bewertet werden. Dieser auf Selektion gerichtete Blick lässt jedoch weder Raum für individuelle Bewertungen der Schüler oder für Rückmeldungen über ihren Stand im Lernprozess und ihren Lernweg, noch werden Lernperspektiven und Förderungsmöglichkeiten für Schüler aufgezeigt.

Spätestens seit den Ergebnissen nationaler und internationaler Vergleichsstudien wie PISA, IGLU oder TIMMS ist „Leistung“, „Leistungsmessung“ und „Leistungsbeurteilung“ somit verstärkt in den Fokus der Bildungspolitik gerückt. So wird von der Kultusministerkonferenz mit „Diagnostizieren und Beurteilen“ ein elementares Aufgabenfeld einer Lehrkraft neben dem Unterrichten, Erziehen, Beraten und Innovieren benannt: „Lehrerinnen und Lehrer diagnostizieren Lernvoraussetzungen und Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern, sie fördern Schülerinnen und Schüler gezielt und beraten Lernende und deren Eltern“ (KMK 2004, 11).

Pädagogische Diagnostik gehört somit zum Kern des schulischen Alltags sowie, neben vielen anderen Tätigkeiten, zur professionellen Arbeit von Lehrern – allerdings ist diese Aufgabe von besonderer Bedeutung, weil das auf den einzelnen Schüler ausgerichtete pädagogische Handeln lernbegleitend analysiert, begründet und optimiert wird. Nach Weinert ist die diagnostische Kompetenz neben der Klassenführungskompetenz, didaktisch-methodischen und fachwissenschaftlichen Kompetenz deshalb eine Schlüsselqualifikation und gleichzeitig unabdingbare Voraussetzung für einen schulischen Unterricht, der auf eine Passung des Lernangebotes bzw. der Lernziele mit den heterogenen Lernausgangslagen der Schüler ausgerichtet ist. Demnach bedarf es geeigneter diagnostischer Methoden, um fortlaufend sowohl Lern- und Leistungsfortschritte sowie Lernschwierigkeiten der Schüler registrieren, einschätzen und interpretieren zu können als auch der Lehrkraft Rückmeldungen über die Qualität und Passung ihrer angewendeten Lernverfahren, der gestellten Anforderungen und didaktisch-inhaltlicher Entscheidungen zu geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pädagogische Diagnostik – Schulleistungsdiagnostik

2.1 Leistungsmessung und -beurteilung

2.2 Verfahren der Schulleistungsdiagnostik

2.2.1 Test: Begriffsbestimmung, Einsatz und Funktion

2.2.2 Schulleistungstests

3. Informelle Tests

3.1 Einordnung und Definition

3.2 Voraussetzungen und Kriterien

3.3 Testkonstruktion und -auswertung

4. Fazit: Möglichkeiten und Grenzen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht informelle Tests als Instrument der pädagogischen Diagnostik, um eine Alternative zur traditionellen Leistungsbeurteilung durch Ziffernzensuren zu evaluieren und deren Einsatzmöglichkeiten zur individuellen Lernförderung und Unterrichtsreflexion darzulegen.

  • Grundlagen der Schulleistungsdiagnostik
  • Unterscheidung zwischen Leistungsmessung und Leistungsbeurteilung
  • Konstruktion und Auswertung informeller Tests (teacher-made tests)
  • Anwendung wissenschaftlicher Gütekriterien in der Schulpraxis

Auszug aus dem Buch

3.3 Testkonstruktion und -auswertung

Trotz der Tatsache, dass informelle Tests im Vergleich zu formellen Tests relativ anspruchslos in Bezug auf die strikte Erfüllung der Gütekriterien oder die Repräsentativität der Stichprobe sind, ist ihre Entwicklung komplizierter und aufwendiger als die herkömmlicher Klassenarbeiten. Nachfolgend wird die Konstruktion und Auswertung informeller Tests zunächst auf der Basis eines rein testtheoretischen Ansatzes dargestellt, weshalb im Anschluss Möglichkeiten und Grenzen aus Sicht der Pädagogischen Diagnostik perspektivisch beleuchtet werden.

Der erste Konstruktionsschritt und damit Grundvoraussetzung informeller Testverfahren ist die Operationalisierung bzw. Bestimmung von Lernzielen, damit Unterrichts- und Testinhalt übereinstimmen und die Testitems wirklich nur das Lernziel bzw. die Lernziele überprüfen. Eine Hilfestellung bei der Sichtung der Lernziele bietet die Entwicklung einer differenzierenden Lehrzielmatrix – synonym auch Taxonomie –, in der die im Curriculum aufgeführten Lernziele des bestimmten Faches (Inhalt) mit den vom deutschen Bildungsrat formulierten vier Lernzielstufen (Reproduktion, Reorganisation, Transfer, Problemlösung / Beurteilung) bzw. den sechs Verhaltensklassen nach Bloom (Wissen, Verstehen, Anwenden, Analyse, Synthese, Beurteilen) kombiniert werden, um eine Grundlage für Aufgabenklassen zu bilden und später die Testaufgaben entsprechend formulieren zu können. (vgl. Abb. 2).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Dominanz der Zensurengebung und unterstreicht die Notwendigkeit diagnostischer Kompetenz bei Lehrkräften, um individuelles Lernen zu fördern.

2. Pädagogische Diagnostik – Schulleistungsdiagnostik: Dieses Kapitel differenziert zwischen Leistungsbeurteilung und Leistungsmessung und stellt die verschiedenen Bezugsnormen sowie Verfahren der Diagnostik vor.

3. Informelle Tests: Das Hauptkapitel definiert informelle Tests als unzensierte Lernzielkontrollen und erläutert detailliert die Prozesse der Konstruktion, Validierung und statistischen Analyse im Unterrichtskontext.

4. Fazit: Möglichkeiten und Grenzen: Das Fazit resümiert, dass informelle Tests trotz des Konstruktionsaufwandes eine wertvolle Alternative zur Leistungsdiagnostik darstellen, sofern der Fokus auf der individuellen Förderung statt auf der Selektion liegt.

Schlüsselwörter

Informelle Tests, Schulleistungsdiagnostik, Leistungsmessung, Leistungsbeurteilung, pädagogische Diagnostik, Testkonstruktion, Lernzielkontrolle, Validität, Objektivität, Lehrzielmatrix, individuelle Bezugsnorm, Förderung, Unterrichtsqualität, Diagnostische Kompetenz, Schulleistung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit informellen Tests als Verfahren der Schulleistungsdiagnostik und untersucht deren Bedeutung für die moderne pädagogische Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die Definition pädagogischer Diagnostik, die Abgrenzung verschiedener Leistungsbeurteilungsmaßstäbe sowie die spezifische Konstruktionsmethodik von sogenannten "teacher-made tests".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie informelle Tests als sinnvolle Ergänzung zum Lehrerurteil eingesetzt werden können, um Lernprozesse objektiver zu erfassen und individuelle Förderung zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Literatur zu pädagogischen Diagnostikverfahren und testtheoretischen Grundlagen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung, die Darlegung notwendiger Gütekriterien für Tests sowie eine schrittweise Anleitung zur Konstruktion und Auswertung informeller Tests in der Schulpraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind informelle Tests, Schulleistungsdiagnostik, Lernzielkontrolle, Validität, individuelle Förderung und pädagogische Diagnostik.

Wie unterscheiden sich informelle Tests von herkömmlichen Klassenarbeiten?

Informelle Tests sind primär als unzensierte diagnostische Instrumente konzipiert, die der Lehrkraft als Rückmeldung über die Qualität ihres Unterrichts und den Lernstand der Schüler dienen, anstatt nur eine Note zu generieren.

Welche Rolle spielt die Lehrzielmatrix bei der Konstruktion eines Tests?

Sie dient als strukturierendes Instrument, um Testinhalte curricular abzusichern und sicherzustellen, dass verschiedene Lernzielstufen wie Reproduktion oder Transfer angemessen berücksichtigt werden.

Warum wird im Fazit zur vermehrten Anwendung diagnostischer Verfahren aufgerufen?

Da viele Lehrkräfte aus Sorge vor dem Aufwand zögern, plädiert die Autorin für eine stärkere Verankerung diagnostischer Kompetenzen bereits in der Lehrerbildung, um den Fokus auf die Lernprozessbegleitung statt auf Selektion zu legen.

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Details

Titel
Informelle Tests als Verfahren zur Leistungsmessung in der Schule
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Erziehungswissenschaft)
Note
1,0
Autor
Isabel Potthoff-Wenner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V352698
ISBN (eBook)
9783668389069
ISBN (Buch)
9783668389076
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Informelle Tests Leistungsmessung Schule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isabel Potthoff-Wenner (Autor:in), 2016, Informelle Tests als Verfahren zur Leistungsmessung in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352698
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Leseprobe aus  18  Seiten
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