Es wird eine Synthese von Performance Measurement Systemen und Ansätzen des Wissensmanagement versucht, um Hinweise darauf zu finden, wie wissensorientierte Performance Measurement Systeme aufgebaut sein sollten. Dabei wird besonders auf die Theorie des Vernetzten Denkens nach Vester eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Ausgangspunkt und Zielstellung
2 Zur Entwicklung des Performance Measurment
2.1 Zielsetzungen des Performance Measurement
2.2 Die Balanced Scorecard als gebräuchlichstes Instrument
2.3 Zusammenfassung zum Performance Measurement
3 Darstellung des Wissensmanagements
3.1 Gestaltungsfelder
3.2 Gestaltungsebenen
3.3 Wissensprozesse
4 Integration zum wissensorientierten Performance Measurement
4.1 Zielsetzungen der Wissensmessung
4.2 Wissensmessung mittels Wissensbilanz
4.3 Wissensorientierte Balanced Scorecard
4.4 Die Theorie vernetzten Denkens und die Wirkungsmatrix nach Vester
4.5 Ursache-Wirkungsbeziehungen im Wirkungsnetz
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern Performance-Measurement-Systeme als Controlling-Instrumente einen Beitrag zum Wissensmanagement in Unternehmen leisten können, um intellektuelles Kapital zielgerichtet zu steuern.
- Grundlagen und Entwicklung von Performance-Measurement-Systemen.
- Systematisierung der zentralen Aspekte des Wissensmanagements.
- Methoden der Wissensmessung, insbesondere durch Wissensbilanzen.
- Integration von Wissensmanagement in die Balanced Scorecard.
- Einsatz der Wirkungsmatrix nach Vester zur Analyse komplexer Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge.
Auszug aus dem Buch
4.4 Die Theorie vernetzten Denkens und die Wirkungsmatrix nach Vester
Frederic Vester (2002) begründet Fehlentwicklungen unserer technokratisch orientierten Gesellschaft damit, dass wir stets perfekte Lösungen für Einzelzusammenhänge finden und davon ausgehen, dass deshalb das Zusammenspiel dieser Einzellösungen funktionieren müsse, was aber oft nicht der Fall ist. Was fehle, ist ein kybernetisches Wirkungsverständnis vom gesamten System und eine Mustererkennung durch Reduktion der Information. Er bietet verschiedene Instrumente an, mit deren Hilfe die Komplexität von Systemen erfassbarer wird.
Eines davon ist die Einflussmatrix. Die Gesamtheit der zuvor ermittelten variablen Einflussgrößen eines Systems wird jeweils an die horizontale und an die vertikale Dimensionen einer Matrix geschrieben. In die entstehenden Felder sind danach die subjektiven Einschätzungen der Wirkungsstärken einer Veränderung einer Systemvariable auf alle anderen Systemvariablen einzutragen. Die Bandbreite der Wirkungen reicht von keiner bis zu überproportional. Dass dabei Subjektivität dominiert, muss kein Nachteil sein. Der Glaube an eine (fiktive) Einflussstärke kann die Handlungen von Personen genauso beeinflussen, wie das objektive Vorhandensein einer solchen Einflussstärke. Durch horizontale bzw. vertikale Aggregation der Werte ist es möglich, Aktiva und Passiva zu erstellen, deren Höhe man miteinander vergleichen kann. Sie stellen dar, ob eine Einflussgröße im Gesamtsystem eher Treiber oder eher Ergebnis darstellt.
Im Bezug auf Performance Measurement und Wissensmanagement ist solch ein Vorgehen dort wichtig, wo Ursache-Wirkungsverhältnisse geklärt werden müssen, um die Verknüpfungen von Perspektiven untereinander valid zu gestalten. Es diente als Grundlage der im nächsten Absatz dokumentierten Erstellung eines Wirkungsnetzes.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ausgangspunkt und Zielstellung: Einleitung in die Relevanz des Wissensmanagements und Definition der Forschungsfrage zur Unterstützung durch Performance Measurement.
2 Zur Entwicklung des Performance Measurment: Erläuterung der Ursprünge und Zielsetzungen von Performance-Measurement-Systemen sowie eine Darstellung der Balanced Scorecard.
3 Darstellung des Wissensmanagements: Definition des Wissensmanagements als Gestaltungsprozess und Betrachtung der relevanten Felder, Ebenen und Wissensprozesse.
4 Integration zum wissensorientierten Performance Measurement: Zusammenführung der Konzepte durch Wissensmessung, Wissensbilanzen und die Anwendung der Theorie vernetzten Denkens.
5 Schlussbetrachtung: Fazit über die Notwendigkeit einer systemischen Betrachtungsweise bei der Implementierung von wissensorientierten Messsystemen.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Performance Measurement, Balanced Scorecard, Wissensbilanz, Vernetztes Denken, Wirkungsmatrix, Frederic Vester, Wissensmessung, Organisationsentwicklung, Controlling, Intellektuelles Kapital, Ursache-Wirkungs-Beziehungen, Wissensprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Performance-Measurement-Systeme, die klassischerweise aus dem Controlling stammen, genutzt werden können, um das Wissensmanagement in Unternehmen methodisch zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Operationalisierung von Unternehmensstrategien, der Wissensmessung mittels Wissensbilanzen und der Integration von Wissensaspekten in bestehende Steuerungsinstrumente.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Messung und Verknüpfung von Wissen mittels Performance Measurement das intellektuelle Kapital eines Unternehmens effektiver gesteuert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Anwendung systemtheoretischer Ansätze, insbesondere der Wirkungsmatrix nach Frederic Vester zur Modellierung komplexer Wirkungszusammenhänge.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Grundlagen des Wissensmanagements definiert, danach Methoden zur Wissensmessung vorgestellt und schließlich Ansätze für eine "wissensorientierte" Balanced Scorecard entwickelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Wissensmanagement, Performance Measurement, Balanced Scorecard, Wissensbilanz sowie die Theorie vernetzten Denkens.
Wie trägt die Wirkungsmatrix nach Vester zur Lösung der Problemstellung bei?
Sie ermöglicht es, subjektive Einschätzungen von Experten zu systematisieren und komplexe Ursache-Wirkungs-Beziehungen sichtbar zu machen, was als Basis für die Modellierung eines Wirkungsnetzes dient.
Warum wird die Balanced Scorecard als Instrument kritisch betrachtet?
Der Autor weist darauf hin, dass die unternehmensspezifische Aussagekraft stark davon abhängt, wie präzise die qualitativen Ursache-Wirkungs-Beziehungen operationalisiert werden können, was in der Praxis oft eine große Schwierigkeit darstellt.
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- Benjamin Viertel (Author), 2004, Wissensmanagement durch Performance Measurement Systeme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35269