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Die Rekonstruktion Erving Goffmans Theorie der Interaktionsordnung anhand zweier seiner Werke

Título: Die Rekonstruktion Erving Goffmans Theorie der Interaktionsordnung anhand zweier seiner Werke

Trabajo Escrito , 2016 , 13 Páginas

Autor:in: Leonie Schulte (Autor)

Sociología - General y Teorías
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Noch heute ist der Amerikaner Erving Goffman einer der bekanntesten und meist gelesenen Soziologen unserer Zeit. Schon immer galt er eher als ein Außenseiter in der Soziologie, „der sich mit den kuriosen Details des Alltags befasst“. Er war bekannt dafür, selbst die kleinsten und schwierigsten Details und Ereignisse so darzustellen, dass sie jeder nachvollziehen konnte. Da er sich in allen seinen Werk eher auf den Mikrokosmos bezog, und nicht, wie andere Soziologen, die Dinge aus der Makro-Perspektive betrachtete, wurde seine Arbeit oftmals nicht so hoch angesehen wie die seiner Kollegen.

Der Grundstein seiner Arbeiten war stets das Erforschen des Regelwerks sozialer Interaktionen. Er wollte herausfinden, wie die alltägliche Interaktion zwischen Menschen in einer so harmonischen Art und Weise funktionieren kann. Dabei gelang es ihm, bestimmte Regeln für „face to face-Situationen“ aufzustellen. Er kreierte eine Interaktionsordnung, die bei face to face-Interaktionen als Rahmen von Handlungen genutzt werden konnte. Nach Hettlage definiert Goffman diese Kommunikation als eine solche, bei der mindesten zwei Personen sowohl physisch als auch psychisch in der gleichen „sozialen Situation“ anwesend sind. Voraussetzung für diese Interaktion ist zudem, dass die anwesenden Personen so weit in Kontakt zueinander stehen, sodass sie sich gegenseitig wahrnehmen können. Ein Zusammenkommen zweier Personen kann dabei zu einem intensiven Austausch von Informationen führen, aber auch Risiken beinhalten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wir alle spielen Theater- eine Selbstdarstellung im Alltag

2.1. Das Ensemble

2.2. Das Mehr-Ensemble-Modell

2.3. Die verschiedenen Rollen eines Ensembles

2.3.1. Der Regisseur

2.3.2. Der Hauptdarsteller

2.3.3. Die übrigen Ensemblemitglieder

3. Interaktionsrituale - Über Verhalten in direkter Kommunikation

3.1. Das Image

3.2. Falsches Image - kein Image

3.3. Selbstachtung und Rücksichtnahme

3.4. Techniken der Imagepflege

3.4.1. Der Vermeidungsprozess

3.4.2. Der korrektive Prozess

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit rekonstruiert Erving Goffmans Theorie der Interaktionsordnung, indem sie zentrale Konzepte aus seinen Werken "Wir alle spielen Theater" und "Interaktionsrituale" systematisch analysiert und auf den soziologischen Alltagskontext überträgt.

  • Die dramaturgische Metapher der Bühne und des Ensembles als Modell für soziales Handeln.
  • Die Rolle von Selbstbildern und deren Schutz durch Interaktionsrituale.
  • Strategien der Imagepflege zur Vermeidung von sozialen Zwischenfällen.
  • Die Bedeutung von Situationen und Kontext für die Konstruktion der Identität.
  • Die situationsabhängige Natur des menschlichen Sozialverhaltens.

Auszug aus dem Buch

2.1. Das Ensemble

Ein Ensemble definiert sich nach Goffman (2011, S. 75) als eine Gruppe von Individuen, die gemeinsam eine Rolle aufbauen. Jedes Mitglied muss in enger Zusammenarbeit mit anderen Personen eine ihm fremde Rolle übernehmen.

Individuen, die Mitglieder des gleichen Ensembles sind, stehen in einer wichtigen Beziehung zueinander (vgl Goffman 2011, S. 75).

Ein Ensemble ist dabei durch zwei Eigenschaften gekennzeichnet. Zum einen durch die gegenseitige Abhängigkeit der Ensemblemitglieder. Die gemeinsame Darstellung kann durch unangemessenes Verhalten gestört oder sogar unterbrochen werden. Deshalb sind alle Ensemblemitglieder darauf angewiesen, dass die anderen Mitglieder ihre Rolle richtig spielen, damit eine korrekte Darstellung zustande kann (vgl. Goffman 2011, S. 77). Zum anderen durch die „Vertraulichkeit“ (Goffman 2011, S. 78), die unter Ensemblemitglieder erzwungen wird, um ihren Eindruck vor dem Publikum zu wahren. Diese Vertraulichkeit dient nur als Mittel zum Zweck und ist eher als „formalisierte Beziehung“ (Goffman 2011, S. 78) zum Schutz des Ensembles zu verstehen (vgl. Goffman 2011, S. 78).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Person und das Werk Erving Goffmans sowie Darlegung des Fokus auf die Mikro-Perspektive der sozialen Interaktion.

2. Wir alle spielen Theater- eine Selbstdarstellung im Alltag: Erläuterung der dramaturgischen Perspektive, in der soziale Interaktion als Theaterspiel begriffen wird, inklusive der Konzepte Ensemble und Rollenverteilung.

2.1. Das Ensemble: Analyse der gruppendynamischen Abhängigkeiten und der notwendigen Vertraulichkeit innerhalb einer Darstellungseinheit.

2.2. Das Mehr-Ensemble-Modell: Beschreibung der Interaktion zwischen verschiedenen Ensembles und der Steuerung des Bühnenbildes gegenüber Zuschauern.

2.3. Die verschiedenen Rollen eines Ensembles: Differenzierung der internen Rollenverteilung innerhalb einer sozialen Gruppe.

2.3.1. Der Regisseur: Untersuchung der Führungsrolle bei der Leitung und Korrektur der Darstellung.

2.3.2. Der Hauptdarsteller: Betrachtung der fokussierten Akteursposition innerhalb des Ensembles.

2.3.3. Die übrigen Ensemblemitglieder: Klassifizierung unterschiedlicher Präsenzgrade und zeremonieller Rollen innerhalb der Gruppe.

3. Interaktionsrituale - Über Verhalten in direkter Kommunikation: Untersuchung der normativen Ordnung und der Verhaltensregeln in der direkten sozialen Begegnung.

3.1. Das Image: Definition des durch Interaktion aufgebauten Selbstbildes und der Strategien zu dessen Stabilisierung.

3.2. Falsches Image - kein Image: Diskussion der Konsequenzen, wenn das vermittelte Bild nicht der sozialen Wirklichkeit entspricht oder gänzlich fehlt.

3.3. Selbstachtung und Rücksichtnahme: Analyse der dualen Pflicht, das eigene Image zu wahren und gleichzeitig das des Gegenübers zu schützen.

3.4. Techniken der Imagepflege: Vorstellung von Methoden zur Wahrung der Interaktionsordnung.

3.4.1. Der Vermeidungsprozess: Darstellung präventiver Strategien, um soziale Zwischenfälle von vornherein zu verhindern.

3.4.2. Der korrektive Prozess: Erläuterung der Schritte zur Wiederherstellung des rituellen Gleichgewichts nach einer Störung.

4. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Situationsgebundenheit menschlicher Identität als Maske innerhalb verschiedener Interaktionsordnungen.

Schlüsselwörter

Erving Goffman, Interaktionsordnung, Selbstdarstellung, Ensemble, Bühne, Image, Interaktionsrituale, soziale Interaktion, Rollenverhalten, Vermeidungsprozess, korrektiver Prozess, Identitätskonstruktion, Situation, Soziologie, Alltagshandeln

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologische Theorie Erving Goffmans, insbesondere seine Konzepte zur Interaktionsordnung, und wendet diese auf alltägliche soziale Prozesse an.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die dramaturgische Selbstdarstellung im Alltag, die Struktur von Ensembles sowie die Bedeutung von rituellen Verhaltensweisen in der direkten Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Rekonstruktion und Verdeutlichung von Goffmans Theorie anhand seiner beiden Werke "Wir alle spielen Theater" und "Interaktionsrituale".

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die zentrale soziologische Konzepte Goffmans systematisch aufbereitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rollen und Ensembles im theatralen Kontext sowie die Untersuchung von Imagepflege und Interaktionsritualen zur Wahrung des sozialen Gleichgewichts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Interaktionsordnung, Selbstdarstellung, Imagepflege, Ensemble, soziale Situation und rituelles Gleichgewicht.

Warum ist das Konzept des "Ensembles" für Goffman so bedeutend?

Das Ensemble ist essenziell, da Individuen in sozialen Situationen selten isoliert handeln, sondern in einer Gruppe gemeinsam eine Darstellung aufbauen, für die sie wechselseitig verantwortlich sind.

Wie unterscheidet sich der "Vermeidungsprozess" vom "korrektiven Prozess"?

Der Vermeidungsprozess dient dazu, durch defensives Verhalten soziale Zwischenfälle im Vorfeld zu verhindern, während der korrektive Prozess ein rituelles Verfahren ist, um den Schaden nach einem bereits eingetretenen Zwischenfall zu beheben.

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Detalles

Título
Die Rekonstruktion Erving Goffmans Theorie der Interaktionsordnung anhand zweier seiner Werke
Universidad
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Autor
Leonie Schulte (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
13
No. de catálogo
V352708
ISBN (Ebook)
9783668694330
ISBN (Libro)
9783668694347
Idioma
Alemán
Etiqueta
rekonstruktion erving goffmans theorie interaktionsordnung werke
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Leonie Schulte (Autor), 2016, Die Rekonstruktion Erving Goffmans Theorie der Interaktionsordnung anhand zweier seiner Werke, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352708
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