Als subordinierende Konjunktion wird weil mit Verbendstellung realisiert und leitet einen Adverbialsatz ein. Im mündlichen Sprachgebrauch trifft man jedoch häufig auf weil-Sätze mit Verbzweitstellung. In der vorliegenden Arbeit soll die Verwendung von weil zunächst hinsichtlich syntaktischer Merkmale und schließlich unter semantischen und pragmatischen Gesichtspunkten untersucht werden. Hier liegt die Fragestellung zu Grunde, ob es sich um eine falsche Verwendungsweise oder vielmehr um eine Funktionsausweitung handelt und wenn ja, worin diese besteht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Syntaktische Betrachtung von weil-Sätzen
- Weil-Sätze mit Verbendstellung
- Weil-Sätze mit Verbzweitstellung
- Semantische/ pragmatische Betrachtung von weil-Sätzen
- Faktisches weil
- Epistemisches weil
- Illokutives weil
- Weil-Sätze mit Verbzweitstellung
- Eigenschaften von weil mit Verbzweitstellung
- Verwendung von weil mit Verbzweitstellung
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Verwendung von weil-Sätzen in der Mündlichkeit, insbesondere mit der Verwendung von weil mit Verbzweitstellung. Sie untersucht die syntaktischen Eigenschaften dieser Konstruktion sowie deren semantische und pragmatische Funktion. Die Arbeit analysiert die Frage, ob es sich bei weil mit Verbzweitstellung um eine falsche Verwendungsweise oder um eine Funktionsausweitung handelt und untersucht die Ursachen und Auswirkungen dieser Konstruktion.
- Syntaktische Analyse von weil-Sätzen mit Verbendstellung und Verbzweitstellung
- Untersuchung der semantischen Relation, die durch weil ausgedrückt wird
- Analyse der pragmatischen Funktion von weil-Sätzen, insbesondere im Kontext der Diskursmarkierung
- Beurteilung der Verwendung von weil mit Verbzweitstellung als Funktionsausweitung oder falscher Verwendungsweise
- Identifizierung der Ursachen und Auswirkungen der Verwendung von weil mit Verbzweitstellung in der Mündlichkeit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und stellt die Fragestellung vor. Kapitel 2 befasst sich mit der syntaktischen Betrachtung von weil-Sätzen. Dabei werden die Merkmale von weil-Sätzen mit Verbendstellung und Verbzweitstellung analysiert und die Positionierung des weil-Teilsatzes innerhalb des Satzgefüges untersucht. Kapitel 3 widmet sich der semantischen und pragmatischen Betrachtung von weil-Sätzen. Es werden verschiedene Kategorien von weil-Sätzen unterschieden und deren Funktionen im Kontext der Diskursmarkierung analysiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen weil-Sätze, Verbendstellung, Verbzweitstellung, Mündlichkeit, Grammatik, Diskursmarkierung, Funktionsausweitung, syntaktische Merkmale, semantische Relation, pragmatische Funktion, Sprachgebrauch, Konnektorenmerkmale, kausale Relation.
Häufig gestellte Fragen
Warum werden weil-Sätze in der Mündlichkeit oft mit Verbzweitstellung verwendet?
In der Mündlichkeit dient die Verbzweitstellung bei „weil“ oft als Funktionsausweitung, beispielsweise um eine Begründung als eigenständige Sprechhandlung (illokutiv) zu markieren.
Was ist der Unterschied zwischen faktischem und epistemischem „weil“?
Das faktische „weil“ begründet ein Ereignis in der Welt, während das epistemische „weil“ die Schlussfolgerung oder die Wissensbasis des Sprechers begründet.
Gilt die Verbzweitstellung nach „weil“ als grammatikalisch falsch?
Traditionell gilt sie als schriftsprachlich falsch, wird aber in der Linguistik zunehmend als funktionale Variante des mündlichen Sprachgebrauchs anerkannt.
Was ist ein illokutives „weil“?
Ein illokutives „weil“ begründet nicht den Inhalt einer Aussage, sondern den Vollzug der Sprechhandlung selbst (z. B. „Bist du hungrig? Weil im Kühlschrank ist noch Pizza“).
Welche Rolle spielt „weil“ als Diskursmarker?
In der mündlichen Kommunikation kann „weil“ dazu dienen, den Redefluss zu strukturieren und dem Hörer anzuzeigen, dass eine ergänzende Information oder Begründung folgt.
- Quote paper
- Stefanie Mißling (Author), 2004, Über die Verwendung von weil-Sätzen in der Mündlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35273