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Die ethische Bewertung von Folter

Zur Diskussion über die Rechtfertigbarkeit der Folter anhand der Beispiele Wolfgang Daschner und Abu Ghuraib

Título: Die ethische Bewertung von Folter

Trabajo Escrito , 2016 , 16 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Gian Marco Brizzolara (Autor)

Ética
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In der Hausarbeit wird das Thema Folter thematisiert, indem zunächst der Begriff und die Geschichte der Folter erläutert und in ein Verhältnis zum Begriff der Würde gesetzt wird. Weiterhin wird die juristische Bewertung von Folter erläutert und Grundpfeiler deontologischer und teleologischer Ethik dargestellt.

Im Hauptteil werden die ethischen Theorien auf die beiden prominenten Fälle Abu Ghuraib und Daschner angewendet. In der Hausarbeit wird des Weiteren auf bekannte rechtswissenschaftliche Dispute Bezug genommen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der Folter

a) Definition

b) Historischer Hintergrund

3. Der Begriff der Würde

a) Definition

b) Historischer Hintergrund

4. Juristische Bewertung von Folter

a) In Deutschland

b) In den Vereinigten Staaten von Amerika

5. Einführung ethischer Theorien

a) Grundpfeiler deontologischer Ethik

b) Grundpfeiler konsequentialistischer Ethik

6. Anwendung auf Praxisbeispiele

a) Der Fall Daschner

b) Der Fall Abu Ghuraib

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, einen fundierten Einblick in die ethische und juristische Diskussion über die Rechtfertigbarkeit von Folter zu geben. Basierend auf aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen analysiert die Arbeit die Spannungsfelder zwischen staatlicher Sicherheitswahrung, der Unantastbarkeit der Menschenwürde und den Konsequenzen aus der Anwendung verbotener Verhörtechniken.

  • Historische Entwicklung und Definition von Folter und Menschenwürde
  • Juristische Bewertung der Folterverbote in Deutschland und den USA
  • Gegenüberstellung deontologischer und konsequentialistischer Ethik
  • Analyse des Falls Daschner als ethisches Dilemma
  • Untersuchung des Falls Abu Ghuraib als Systemversagen

Auszug aus dem Buch

Der Fall Daschner

Im September 2002 entführte der Student Magnus Gäfgen den Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler, um ein Lösegeld zu erpressen. Einen Tag nach der Geldübergabe wurde er festgenommen und die Polizei nahm an, das der Entführte noch am Leben sei. Jedoch gab Magnus Gäfgen keine Auskunft über den Standort von Jakob von Metzler, sodass die Polizei sich einem moralischen Dilemma gegenüber sah. Die Frage war, ob sie warten sollten und damit womöglich den Tod des Entführten in Kauf nehmen oder Magnus Gäfgen Folter androhen sollten, um den Standort des Opfers schnellstmöglich zu erfahren. Der zuständige stellvertretende Präsident der Polizei Frankfurts, Wolfgang Daschner, entschied sich für das letztere, woraufhin Magnus Gäfgen den Standort preisgab und sich herausstellte, dass Jakob von Metzler bereits von Magnus Gäfgen getötet worden war.

Anschließend fanden verschiedene gerichtliche Verfahren zwischen Magnus Gäfgen und Wolfgang Daschner statt, die in der Folge, gemäß der klaren Gesetzeslage, die in 4a näher ausgeführt worden ist, zu einer Verurteilung von Wolfgang Daschner führten. Die Strafe des Oberlandesgerichtes Frankfurt am Main fiel mit einer Entschädigungszahlung von 3.000 Euro jedoch verhältnismäßig gering aus, da die Motivation Wolfgang Daschners in das Urteil positiv einbezogen wurde.

Des Weiteren ergab eine Umfrage im Jahr 2004, dass zwei Drittel der Deutschen für einen Freispruch von Wolfgang Daschner gewesen wären. Verschiedene Opferschutzverbände bezeichneten das Urteil zwar als juristisch korrekt, aber dennoch eine Verhöhnung von Opfern von Gewaltverbrechen. Die starke Sympathie für Wolfgang Daschner im Kontrast zu den klaren Gesetzen deuten auf einen Wiederspruch zwischen der moralischen Vorstellungen eines große Teils der Bevölkerung und der aktuellen Rechtsprechung (Weisser Ring e.V. 2011; Beestermöller et al. 2006).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die aktuelle Relevanz der Folterdebatte im Kontext weltweiter Sicherheitskrisen und stellt das Ziel der Untersuchung anhand der Fälle Daschner und Abu Ghuraib vor.

2. Der Begriff der Folter: Dieses Kapitel definiert Folter basierend auf internationalen Abkommen und skizziert den historischen Wandlungsprozess vom Mittelalter bis zur Ächtung in modernen Rechtsstaaten.

3. Der Begriff der Würde: Hier werden die philosophischen Wurzeln des Würdebegriffs, insbesondere die Positionen von Kant, und seine zentrale Rolle als Referenzpunkt für Moral und Recht erläutert.

4. Juristische Bewertung von Folter: Das Kapitel vergleicht das strikte Folterverbot im deutschen Recht mit der nationalen und internationalen Rechtslage in den Vereinigten Staaten.

5. Einführung ethischer Theorien: Es werden die Grundpfeiler der deontologischen (pflichtethischen) und konsequentialistischen (utilitaristischen) Ethik gegenübergestellt.

6. Anwendung auf Praxisbeispiele: Die theoretischen Konzepte werden auf die konkreten Fälle Daschner und Abu Ghuraib angewandt, um die Diskrepanz zwischen moralischer Intuition und rechtlicher Norm aufzuzeigen.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Legalisierung von Folter – auch in Extremfällen – den Rechtsstaat und die Menschenwürde fundamental gefährdet.

Schlüsselwörter

Folter, Menschenwürde, Rettungsfolter, Rechtsstaat, Ethik, Deontologie, Utilitarismus, Fall Daschner, Abu Ghuraib, Menschenrechte, Sicherheitspolitik, Recht, Moral, Verfassungsbruch, Terrorismusbekämpfung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethischen und juristischen Auseinandersetzung über die Rechtfertigbarkeit von Folter in modernen Gesellschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Folter, den Schutz der Menschenwürde, die Analyse ethischer Theorien sowie die rechtliche Einordnung von staatlicher Gewalt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen Einblick in die Diskurse um die Rechtfertigbarkeit von Folter zu geben und die Konsequenzen einer möglichen Aufweichung von Folterverboten zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die ethische Theorien und juristische Rahmenbedingungen mittels Literaturanalyse auf aktuelle Praxisbeispiele anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert philosophische und rechtliche Grundlagen und prüft diese kritisch anhand der konkreten Fallbeispiele Wolfgang Daschner und der Vorfälle im Gefängnis Abu Ghuraib.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Folter, Menschenwürde, Rettungsfolter, Rechtsstaat, Deontologie und Utilitarismus.

Wie unterscheidet sich die öffentliche Wahrnehmung der Fälle Daschner und Abu Ghuraib?

Während im Fall Daschner aufgrund der Rettungsabsicht eine hohe Sympathie in Teilen der Bevölkerung vorherrschte, lösten die systematischen Übergriffe in Abu Ghuraib weltweit überwiegend negative Reaktionen aus.

Warum warnen Wissenschaftler vor der sogenannten "Rettungsfolter"?

Wissenschaftler warnen, dass jede Abwägung der Würde verschiedener Menschen den Prinzipiencharakter der Würde untergräbt und den Weg in einen "Sumpf der Unmenschlichkeit" ebnet, was langfristig den Rechtsstaat aushöhlt.

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Detalles

Título
Die ethische Bewertung von Folter
Subtítulo
Zur Diskussion über die Rechtfertigbarkeit der Folter anhand der Beispiele Wolfgang Daschner und Abu Ghuraib
Universidad
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaften)
Curso
Ethik Kurs der WHU - Otto Beisheim School of Management
Calificación
1,0
Autor
Gian Marco Brizzolara (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
16
No. de catálogo
V353021
ISBN (Ebook)
9783668394490
ISBN (Libro)
9783668394506
Idioma
Alemán
Etiqueta
Folter Moral Ethik Deontologische Ethik Teleologische Ethik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Gian Marco Brizzolara (Autor), 2016, Die ethische Bewertung von Folter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353021
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