Erhebung und Dokumentation von Beschwerden. Unterrichtsentwurf und Reflexion

Praxisaufgabe zur Zusatzqualifikation "Zertifizierter Dozent (m/w): Deutsch für medizinische Fachkräfte"


Unterrichtsentwurf, 2017

18 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhalt:

1.Zielgruppe

2.Lehrwerk und weiteres Unterrichtsmaterial

3.Lernziele

4.Lerninhalte

5.Unterrichtsfeinplanung für 2 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten

6.Reflexionsbericht / Selbsteinschätzung der Lernerfahrungen

7.Anlagen (Arbeitsblätter)

1. Zielgruppe

Die Gruppe hat tatsächlich in der Zeit von Juli bis Oktober 2016 an einer Qualifikation „Deutsch für Mediziner B2 – C1 inkl. Telc-Zertifizierung“ (480 Unterrichtseinheiten) bei einem Weiterbildungsträger in Hamburg teilgenommen. Als unterrichtstragendes Lehrwerk wurde „Trainingseinheiten Deutsch Medizin“ verwendet. Die Teilnehmenden wurden jedoch nicht von mir unterrichtet.

Meine Kenntnisse über die Gruppe stammen von einem Teilnehmer, den ich bei der seinen Bemühungen um eine berufliche Eingliederung in Deutschland unterstütze. Insofern ist die Gruppe – für mich – fiktiv.

Die Gruppe besteht aus 21 Teilnehmenden, 5 Frauen und 16 Männern, im Alter von etwa gut 30 bis 58 Jahren. Die Frauen stammen aus Spanien, Rumänien, Ägypten, Russland und Weißrussland. Von den Männern stammen 8 aus Syrien, 6 aus Saudi-Arabien und je 1 aus China und aus der Türkei.

16 Teilnehmende haben bereits mehrjährig als Ärzte/Ärztinnen in ihren Heimatländern gearbeitet, davon 3 als Fachärzte/-innen für Innere Medizin, für Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen bzw. Orthopädie. 2 Teilnehmer aus Saudi-Arabien haben bereits als Zahnärzte, die Teilnehmerin aus Spanien als Psychologin, ein Teilnehmer aus Syrien als Apotheker gearbeitet. Die Teilnehmerin aus Russland hat als Krankenschwester – dort mit höherer Verantwortung als in Deutschland - gearbeitet und plant ein Studium der Pflegewissenschaften. Niemand von den Teilnehmenden hat bereits in Deutschland im Beruf gearbeitet. Einzelne Teilnehmende haben ein ein- bis mehrwöchiges Praktikum in einem Krankenhaus bzw. einer Praxis oder Apotheke gehabt, konnten dort aufgrund der noch zu geringen Sprachfertigkeiten überhaupt nicht mit beruflichen Tätigkeiten betraut werden. Von allen wird jedoch eine Berufstätigkeit in Deutschland angestrebt.

Alle Teilnehmenden haben in ihren Heimatländern studiert. Die Muttersprachen sind Arabisch (15 TN), Russisch (2 TN), Chinesisch (1TN), Rumänisch (1 TN), Spanisch (1 TN) bzw. Türkisch (1 TN). Die Teilnehmenden haben mehrheitlich als Erstschrift Arabisch (15 TN), Kyrillisch (2 TN) oder Chinesisch (1 TN) erlernt, beherrschen jedoch – zumeist über Englisch als Brückensprache – die lateinische Schrift.

Die Teilnehmenden haben sich vor Beginn der Qualifikationsmaßnahme alle mehr als 12 Monate in Deutschland aufgehalten und Integrationskurse A1-B1 erfolgreich absolviert. Außerdem haben fast alle bereits einen Sprachkurs Deutsch B1+ oder B2 durchlaufen. Nicht alle Teilnehmenden konnten ihren Sprachstand auf dem Level B2 nachweisen. Einige sind als Ausnahmefälle in den Kurs aufgenommen worden, nachdem der Schulleiter sich im Rahmen eines persönlichen Gesprächs davon überzeugt hat, dass insbesondere die mündliche Sprachkompetenz für die Teilnahme an der Qualifikationsmaßnahme ausreicht.

Die Teilnehmenden haben in der aktuellen Qualifikationsmaßnahme bereits in 180 Unterrichtseinheiten 9 Trainingseinheiten durchgearbeitet und sich bereits in erheblichem Maße Sprachhandlungskompetenz für Gespräche mit Pflegekräften, Kranken und Angehörigen angeeignet.

2. Lehrwerk und weiteres Unterrichtsmaterial

Menschen im Beruf - Medizin. Deutsch als Fremdsprache. B2/C1 (2016).

München: Hueber (Thommes, Dorothee; Schmidt, Alfred)

(1,2) Kursbuch(1) mit MP3-CD (2)

(3) Menschen im Beruf – Medizin. Praktische Tipps für den Unterricht (2016).

München: Hueber (Thommes, Dorothee) https://www.hueber.de/seite/pg_download_neu_mib?tabid449539=3 (31.12.2016)

Trainingseinheiten Deutsch Medizin B2 – C1 (2014).

(4,5) Frankfurt am Main: telc gGmbH. Arbeitsbuch (4) mit CD (5)

Trainingseinheiten Deutsch Medizin B2 – C1 (2014).

(6) Frankfurt am Main: telc gGmbH. Trainerhandreichungen

(7) Unterrichtsentwürfe Deutsch Medizin B2 – C1 (2014).

Frankfurt am Main: telc gGmbH.

- Radio-Gerät mit CD-Player (MP3)
- Flipchart und Marker
- Kreide und Tafel oder Whiteboard, Whiteboard-Marker, Whiteboard-Löscher

3. Lernziele

Die Teilnehmenden können ein Anamnesegespräch angemessen einleiten.

Die Teilnehmenden können die Schilderung von Beschwerden verstehen und gegebenenfalls durch Nachfragen Klarheit gewinnen.

Die Teilnehmenden können die Krankheitsvorgeschichte systematisch erheben.

Die Teilnehmenden können Beschwerden und die Vorgeschichte in üblicher Weise dokumentieren.

4. Lerninhalte

Wortschatz / Redemittel:

- Angemessene Einleitung eines Anamnesegesprächs
- Beschwerdeschilderung verstehen und durch Nachfragen klären
- Fragewörter und Fragen für systematische Erhebung der Krankheitsvorgeschichte

Grammatik:

- Indirekte Rede für die schriftliche Dokumentation der Beschwerden und der Vorgeschichte für die Behandlungsakte und den Abschlussbericht.

5. Unterrichtsfeinplanung für 2 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten, Blatt 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungen: GS = Grammatikalische Struktur, LB = Lehrbuch, LK = Lehrkraft, RM = Redemittel, TN = Teilnehmende(r), WS = Wortschatz

Unterrichtsfeinplanung, Blatt 2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungen: GS = Grammatikalische Struktur, LB = Lehrbuch, LK = Lehrkraft, RM = Redemittel, TN = Teilnehmende(r), WS = Wortschatz

Unterrichtsfeinplanung, Blatt 3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungen: GS = Grammatikalische Struktur, LB = Lehrbuch, LK = Lehrkraft, RM = Redemittel, TN = Teilnehmende(r), WS = Wortschatz

6. Reflexionsbericht / Selbsteinschätzung der Lernerfahrungen

Bei der Zielgruppe handelt es sich um eine in beruflicher Hinsicht und in Bezug auf den Sprachstand relativ homogene Gruppe von Teilnehmenden, die andererseits natürlich heterogen im Hinblick auf ihr Lernpotenzial und ihr Lernverhalten sind und sich auch von unterschiedlichen fachlichen und persönlichen Interessen leiten lassen.

In der Unterrichtsplanung ist meines Erachtens einerseits zu berücksichtigen, dass es angesichts der vorliegenden beruflichen Erfahrung im Sprachunterricht deplatziert wäre, etwa allgemeines medizinisches Fachwissen vermitteln zu wollen. Andererseits ist sicherlich davon auszugehen, dass die Teilnehmenden sich in ihrem Fachwissen und auch in ihrer Arbeitsweise durchaus erheblich unterscheiden können, auch und insbesondere im Hinblick auf kulturelle Regeln oder Gewohnheiten. Insofern kann es zum Teil auch wichtig sein, die in Deutschland üblichen Verfahrensweisen deutlich darzustellen – und ggf. auch zu erläutern, insbesondere auch im Hinblick auf rechtliche Implikationen.

Das gewählte Thema ist auch für deutsche Fachkräfte in den akademischen Heilberufen so etwas wie eine unendliche Geschichte bzw. ein Beispiel für das sog. lebenslange Lernen. In Gesprächen mit anderen Ärzten habe ich immer wieder meine eigene Erfahrung bestätigt bekommen, dass – zumeist im Zusammenhang mit einer vorschnellen Diagnosestellung – wichtige Teile der Krankheitsvorgeschichte übersehen bzw. nicht hinreichend geklärt wurden, so dass die Diagnostik in eine Sackgasse oder auf Irrwege geriet – und eine erneute Beschäftigung mit der Erhebung Anamnese erforderlich machte. Insofern ist wohl jeder Arzt bzw. jede Ärztin gut beraten, bei der Erhebung und Dokumentation der Anamnese - nach der Erhebung der Beschwerden, die den Patienten bzw. die Patientin ins Krankenhaus oder in die Praxis geführt haben - im Sinne eines vollständigen Überblicks sorgfältig mit einem Raster oder einer Checkliste zu arbeiten, um den fachlichen „toten Winkel“ möglichst zu vermeiden oder klein zu halten.

Unter diesem Blickwinkel hatte ich mich bei der Auswahl des Lehrwerks zunächst für die „Trainingseinheiten“ (4) entschieden, zumal mir das Raster (4, S. 7) und die Liste der Fragewörter (4, S. 10) und insbesondere das vorgesehene Rollenspiel (4, S. 11) gut gefallen haben.

Bei tiefergehender Beschäftigung mit den Aufgaben habe ich jedoch immer mehr den Eindruck gewonnen, dass die Erhebung der Anamnese dort schon sehr schnell auf spezielle Krankheitsbilder abzielt – und insofern den Bereich der Anamnese verlässt und in den diagnostischen Prozess einsteigt. Natürlich lassen sich Anamnese und diagnostischer Prozess nicht voneinander trennen, weil neue anamnestische Gesichtspunkte zu weiteren diagnostischen Schritten führen und andererseits diagnostische Erkenntnisse eine Vertiefung oder Erweiterung der Anamnese gebieten können. Insofern fand ich die Übungen durchaus interessant, allerdings weniger im Hinblick auf die Förderung der Sprachkompetenz, weil nach meinem Eindruck die erkennbaren Lernziele mehr im Bereich der Diagnosestellung in ausgesuchten Bereichen als im Bereich der Sprachhandlungskompetenz liegen.

Schließlich fand ich auch die Hinwendung zu den Redewendungen (4, S. 16 f.) durchaus unterhaltsam, jedoch im Zusammenhang mit der eigentlichen Zielsetzung eher verwirrend und wenig zielführend.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Erhebung und Dokumentation von Beschwerden. Unterrichtsentwurf und Reflexion
Untertitel
Praxisaufgabe zur Zusatzqualifikation "Zertifizierter Dozent (m/w): Deutsch für medizinische Fachkräfte"
Veranstaltung
Zusatzqualifizierung
Note
1,5
Autor
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V353023
ISBN (eBook)
9783668392670
ISBN (Buch)
9783668392687
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Zusatzqualifikation "Zertifizierter Dozent (m/w): Deutsch für medizinische Fachkräfte" richtet sich an DaF-/DaZ-Kursleitende, die sich auf berufssprachliche Kurse für die Bereiche Pflege und Medizin vorbereiten. Sie umfasst einen Lehrgang mit 16 Unterrichtseinheiten und eine Praxisaufgabe. Die Praxisaufgabe besteht aus einem Unterrichtsentwurf für 90 Minuten zu einem selbstgewählten Thema und einem Reflexionsbericht über den gehaltenen oder fiktiven Unterricht.
Schlagworte
Deutsch für medizinische Fachkräfte, Pflegekräfte, Ärzte, Fachsprache, Heilberufe, Berufssprache
Arbeit zitieren
Heiner Schmidt (Autor), 2017, Erhebung und Dokumentation von Beschwerden. Unterrichtsentwurf und Reflexion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353023

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