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Malthus und sein Einfluss bis in die heutige Zeit

Título: Malthus und sein Einfluss bis in die heutige Zeit

Trabajo de Seminario , 2004 , 17 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Henning Zühlke (Autor)

Ciencias de la Tierra / Geografía - Demografía, planeamiento urbanístico y ordenación territorial
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Im Jahr 1798 veröffentlichte der Theologe Thomas Robert Malthus in London zunächst anonym das “Essay on the Principle of Population as it Affects the Future Improvement of Society, with Remarks on the Speculations of Mr. Godwin, M. Condorcet, and Other Writers“. Es war eine viel beachtete Veröffentlichung des Bevölkerungswachstums und erlebte innerhalb kurzer Zeit sechs Neuauflagen. Zahlreiche Gegenschriften regten die „Malthus-Debatte“ weiter an, die noch heute in „Malthusianismus“, „Antimalthusianismus“ und „Neomalthusianismus“ fortlebt.1 Im Zentrum von Malthus` Essay steht das „Bevölkerungsgesetz“, worauf ich in Punkt drei eingehe. Malthus war aber weder Sozial- noch Wirtschaftswissenschaftler, sondern in erster Linie anglikanischer Geistlicher. Ich stelle in Punkt vier kurz dar, wie er versucht seine Theorie mit Gott in Einklang zu bringen und wie man daraus schlussfolgern kann, dass es nicht reicht, ihn als „Zeugen für das Übel des Bevölkerungswachstums in Anspruch [zu nehmen]“ (STEINMANN 1989, S. 163).Als letztes (Punkt fünf) gehe ich auf den Einfluss seiner Theorie in den folgenden Jahrzehnten bis zum jetzigen Zeitpunkt ein. Bevor ich anfange, muss ich erwähnen, dass das „Essay“ nicht die Bedingungen einer wissenschaftlichen Arbeit erfüllt: „Das `Bevölkerungsgesetz´ enthält weder eine klare, nichttriviale Hypothese, noch wird gezeigt, unter welchen Bedingungen die behaupteten Thesen an Hand von Daten überprüft [...] werden können [...]“ (BIRG 1996, S.30), „Malthus beabsichtigte auch weniger eine originäre und systematische Bevölkerungstheorie vorzulegen [...]“ (STIEFERLE 1990: S.81) und „die Kluft zwischen den beiden Größen [Bevölkerungswachstum und Nahrungsmittelproduktion (d. Verf.)] [...] war nicht mehr als eine bloße Spekulation und weder theoretisch, noch empirisch ausreichend begründet“ (STEINMANN 1989, S.160). Auch waren die Argumente im wesentlichen bekannt. Es war mehr die griffige und einfach nachvollziehbare Darstellung der vermeintlichen Bevölkerungsentwicklung, was weniger zu wissenschaftlichen, sondern vielmehr zu politischsozialen Kontroversen führte und führt. Das war aber durchaus im Sinn von Malthus, denn den Hintergrund seiner Arbeit bildet die Absicht eine (antireformerische) Streitschrift zu verfassen, was im folgenden erläutert wird. 1 Innerhalb der ersten fünf Jahre nach seinem Erscheinen provozierte es mehr als zwanzig Gegenschriften (MALTHUS 1977: Nachwort von Barth, S. 173)

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Malthus und seine Zeit

2. Malthus` Bevölkerungstheorie als antirevolutionärer Entwurf

3. Malthus` „Bevölkerungsgesetz“

3.1 Nahrung, Fortpflanzung und Wachstum

3.2 Hemmnisse des Wachstums

4. Malthus als Ökonom Gottes

4.1 Gewählte Armut und Furcht als Motor der Zivilisation

4.2 Doch ein Optimist?

5. Malthusianismus – Die Anfänge

5.1 Neomalthusianismus

5.1.2 Neomalthusianismus und Rassenhygiene

5.2 (Neo-)Malthusianismus – Entwicklung bis heute

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Thomas Robert Malthus im historischen Kontext und analysiert deren anhaltende Wirkung und Rezeption bis in die heutige Zeit. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Malthus’ Bevölkerungstheorie als politisches Instrument eingesetzt wurde und inwieweit seine Grundannahmen in modernen Diskursen über Ressourcenknappheit und Bevölkerungspolitik fortbestehen.

  • Historische Einordnung des Malthusianismus als antirevolutionäre Streitschrift.
  • Analyse des „Bevölkerungsgesetzes“ und seiner mathematischen sowie moralischen Implikationen.
  • Untersuchung der Verbindung zwischen dem Malthusianismus und sozialpolitischen Reformen (bzw. deren Ablehnung).
  • Betrachtung der Entwicklung vom klassischen Malthusianismus zum modernen Neo-Malthusianismus.
  • Reflexion über die aktuelle Bedeutung der malthusianischen Ideologie in der modernen Bevölkerungswissenschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1 Nahrung, Fortpflanzung und Wachstum

Die Grundlage von Malthus` „Gesetz“ bilden zwei Postulate, die in ihrer Aussage verblüffend einfach sind: „Erstens: Die Nahrung ist für die Existenz des Menschen notwendig.“ „Zweitens: Die Leidenschaft zwischen den Geschlechtern ist notwendig und wird in ihrem gegenwärtigen Zustand bleiben.“ (MALTHUS 1977, S.17)

Das heißt also, dass der Mensch eine Mindestmenge an Nahrung braucht, um überleben zu können und dass zum Menschen der Sexualtrieb gehört, der sich in Zukunft nicht verringern wird.

Die eigentliche These des Bevölkerungsgesetzes ist aber die Annahme, dass „die Vermehrungskraft der Bevölkerung unbegrenzt größer ist als die Kraft der Erde, Unterhaltsmittel für den Menschen hervorzubringen“ (ebd., S.18).

Die Gesetzmäßigkeit des Bevölkerungswachstums und der Nahrungsmittelzunahme begründet Malthus mit der folgenden Annahme: „Die Bevölkerung wächst, wenn keine Hemmnisse auftreten in geometrischer Reihe an. Die Unterhaltsmittel nehmen nur in arithmetischer Reihe zu“ (ebd., S.18).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Malthus und seine Zeit: Das Kapitel führt in den historischen Hintergrund der Veröffentlichung von Malthus’ Essay ein und legt den Fokus der Arbeit auf die kritische Auseinandersetzung mit seinem Bevölkerungsgesetz.

2. Malthus` Bevölkerungstheorie als antirevolutionärer Entwurf: Der Abschnitt verdeutlicht, dass Malthus’ Theorie primär als Gegenentwurf zu den idealistischen und utopischen Reformideen der Französischen Revolution konzipiert war.

3. Malthus` „Bevölkerungsgesetz“: Hier werden die mathematischen Postulate des Bevölkerungswachstums im Verhältnis zur Nahrungsmittelproduktion erläutert und die verschiedenen Hemmnisse des Wachstums klassifiziert.

4. Malthus als Ökonom Gottes: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Malthus moralische Kategorien in seine Theorie integrierte, um die Ablehnung von staatlicher Armenfürsorge theologisch und ökonomisch zu legitimieren.

5. Malthusianismus – Die Anfänge: Der Text beschreibt die Aufspaltung und Weiterentwicklung des Malthusianismus in eine wissenschaftliche Disziplin sowie eine praktische, sozialpolitische Bewegung des Neo-Malthusianismus.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Malthus’ wissenschaftliche Thesen zwar widerlegt wurden, seine Grundannahmen über Ressourcenknappheit jedoch in neuen, teils ideologisch geprägten Diskursen fortleben.

Schlüsselwörter

Malthusianismus, Bevölkerungsgesetz, Bevölkerungswachstum, Ressourcenknappheit, Neo-Malthusianismus, Armenfürsorge, Sozialpolitik, Demographie, Naturgesetz, Geburtenkontrolle, Moral Restraint, Thomas Robert Malthus, Bevölkerungspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bevölkerungstheorie von Thomas Robert Malthus, ihre Entstehung als antirevolutionäre Streitschrift und ihre Auswirkungen auf die sozialpolitische und wissenschaftliche Debatte über 200 Jahre hinweg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Malthusianischen Theorie, der Verbindung von Bevölkerungswachstum und Ressourcenverfügbarkeit sowie der Rolle moralischer Aspekte in der klassischen Ökonomie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Malthus’ Thesen trotz wissenschaftlicher Widerlegungen zur Legitimation politischer Maßnahmen genutzt wurden und wie sich diese Denkweisen bis heute in globalen Bevölkerungskontrollprogrammen spiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode auf Basis einer Literaturrecherche und historischen Kontextualisierung, um die theoretischen Konzepte von Malthus zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das „Bevölkerungsgesetz“, die moralphilosophischen Ergänzungen durch Malthus sowie die historische Entwicklung vom wissenschaftlichen Malthusianismus zum Neomalthusianismus diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Malthusianismus, Bevölkerungswachstum, Ressourcenknappheit, Sozialpolitik und Demographie charakterisieren.

Wie begründete Malthus die Notwendigkeit von Elend und Armut?

Malthus argumentierte, dass Armut ein notwendiges, „naturgesetzliches“ Regulativ darstellt, um die Bevölkerung im Einklang mit den begrenzten Nahrungsmittelressourcen zu halten und den zivilisatorischen Fortschritt durch „Furcht“ vor Verelendung anzutreiben.

Inwiefern beeinflusste Malthus die heutige Bevölkerungswissenschaft?

Obwohl Malthus’ rein mathematische Thesen als wissenschaftlich unhaltbar gelten, bildet sein Grundgedanke der ökologischen Grenzen des Wachstums die Basis für moderne Konzepte des „ökologischen Malthusianismus“ und heutiger Debatten über nachhaltige Entwicklung.

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Detalles

Título
Malthus und sein Einfluss bis in die heutige Zeit
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Geographisches Institut)
Curso
Seminar
Calificación
1,0
Autor
Henning Zühlke (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
17
No. de catálogo
V35324
ISBN (Ebook)
9783638352789
Idioma
Alemán
Etiqueta
Malthus Einfluss Zeit Seminar
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Henning Zühlke (Autor), 2004, Malthus und sein Einfluss bis in die heutige Zeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35324
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