"Allgemeine Musiklehre" und "Wirkung von Musik" im Musikunterricht der Hauptschule

Inkl. 2 Unterrichtsentwürfen zu "Dreiklänge" und "Musik in der Werbung"


Hausarbeit, 2016

30 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Lernbereich I: Allgemeine Musiklehre
2.1. Allgemeine Darstellung
2.2. Beispiel: Dreiklänge
2.2.1. Lehrplanbezug
2.2.2. Zwei ausgewählte Vorgehensweisen
2.2.3. Grob-/Feinziele

3. Lernbereich II: Wirkung von Musik
3.1. Allgemeine Darstellung
3.2. Beispiel: Musik in der Werbung
3.2.1. Lehrplanbezug
3.2.2. Zwei ausgewählte Vorgehensweisen
3.2.3. Grob-/Feinziele

4. Quellenverzeichnis
4.1. Literaturverzeichnis
4.2. Abbildungsverzeichnis

1. Vorwort

Im Rahmen des Seminars Musikunterricht in Haupt- und Realschulen von Prof. Dr. Wolfgang Pfeiffer wird die nachfolgende Hausarbeit versuchen zwei ausgewählte Lernbereiche des Musikunterrichts in der Sekundarstufe darzulegen. In Anlehnung an den bayerischen LehrplanPLUS ergeben sich in der Mittelschule vier Lernbereiche: (1) Sprechen-Singen- Musizieren, (2) Musik-Mensch-Zeit, (3) Bewegung-Tanz-Szene und (4) Musik und ihre Grundlagen.1 Die Notwendigkeit der Betrachtung dieser Disziplinen bedingt sich durch die Einführung eines kompetenzorientierten Lehrplans, welcher sowohl schulartunabhängig wie auch fächerübergreifend gelten soll.2

Daher versteht sich diese wissenschaftliche Arbeit als Überblick der Lernbereiche Allgemeine Musiklehre und Wirkung von Musik3, welche sowohl theoretisch wie auch praktisch in Form einer didaktischen Anwendbarkeit dargeboten werden. Beide Kapitel besitzen den gleichen Aufbau. Beginnend mit einer allgemeinen Darstellung, welche sich zunächst auf einen Überblick fokussiert, bietet das darauf aufbauende Beispiel eine praktische Anwendung. Da diese Hausarbeit versucht zukünftigen Lehrkräften zumindest zwei Bereiche näherzubringen, folgt unter dem Aspekt der schulischen Anwendbarkeit sowohl ein konkreter Lehrplanbezug inklusiver Grob- und Feinziele, sowie zwei ausgewählte Vorgehensweisen bezüglich der institutionellen Dienlichkeit.

Weiterhin erhebt diese Hausarbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr soll an die Fülle der Möglichkeiten ein wissenschaftlicher Maßstab gelegt und sich demnach auf einige ausgewählte Aspekte beschränkt werden. Selbstverständlich sind sämtliche geschlechtsspezifischen Ausdrücke beidergeschlechtlich zu verstehen. Für ein angenehmes Leseverständnis wird in dieser Arbeit meist die maskuline Form verwendet, wobei hierbei Gendergetreu die feminine Form auch berücksichtigt werden soll.

2. Lernbereich I: Allgemeine Musiklehre

Neben dem Singen, Musikhören und Musizieren versteht sich die allgemeine Musiklehre, demnach die Kompetenzen der wesentlichen melodischen, harmonischen und rhythmischen Zusammenhänge, als weiterer wichtiger Bestandteil des komplexen Verstehens von Musik.4 So ist in allen Bereichen des Musiklebens, wie beispielsweise beim aktiven Musizieren oder Musikhören, die Beschäftigung mit der elementaren Lehre von Musik und die Kenntnisse der Grundbegriffe unerlässlich. Dies kann in der vorliegenden Komplexität zumeist vielschichtig und verschlungen sein, bietet aber mithilfe der richtigen Darstellung und der Fokussierung auf die elementaren Bestandteile einen Ansatzpunkt der sich (im schulischen Kontext) gut vermitteln lässt.

Die Gliederung des Lernbereichs erfolgt in Anlehnung an fundierte Fachliteratur. So lassen sich folgende Teilbereiche untergliedern: (akustische) Grundlagen, Notenschrift, Zeit und Rhythmus, Melodik und Tonalität, Harmonik, Formenlehre und Instrumentenkunde.5

2.1. Allgemeine Darstellung

Die allgemeine Darstellung des Lernbereich I Allgemeine Musiklehre beginnt mit den (akustischen) Grundlagen. 6 Diese beziehen sich in erster Linie auf eine Wahrnehmungskomponente, welche sich im menschlichen Hörbereich bezüglich Ton, Klang und Geräusch(Schall) fokussiert.7 Mithilfe von Resonanzen und Schallübertragungen entstehen Schallwellen. Bei der Entstehung eines Tones, und damit im weiteren Sinne auch Klang -, bzw. Geräuschelemente, muss differenziert werden zwischen Höhe und Stärke. Ersteres bedingt sich durch die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde, welches in Herz gemessen und in Frequenz angegeben wird. Letzteres beschreibt die Weite der Schwingungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Verschiedene Tonhöhen anhand unterschiedlich ausgeprägter Frequenzen.

Im Zuge der schulischen Verwendbarkeit bieten sich sog. elektroakustische Wandler8 als motivationale Anhaltspunkte an. Die schlichte Darlegung von Wellendiagrammen scheint (nicht nur) für den Bereich der Mittelschuldidaktik zu fern der Lebenswelt der Schüler, wohingegen die Funktionsweisen akustisch wahrnehmbarer Spannungsschwankungen oder elektronischer Verläufe, beispielsweise in Form von Lautsprechermembran, greifbarer wirken kann.

Weiterhin bedient sich die allgemeine Musiklehre der Darstellung der Notenschrift. Vernachlässigt man den historischen Aspekt der Entwicklung, gilt es die richtige Notation hörbarer Signale in schriftlicher Form anzuwenden. Diese lässt sich u.a. in Artikulation, Notation, Tempus, etc. angeben und kann nach Jahrgangsstufe (sowie schulartspezifisch) differenziert vertieft werden.9 Neben den verschiedenen Formen der Notation müssen sich Schüler selbstverständlich über Angaben zum Ablauf eines Musikstückes informieren können, wozu beispielsweise jede Formvarianten der Taktstriche, Klammern, Wiederholungen, etc. zählen.10 Ebenfalls gelten Sonderregelungen wie Versetzungszeichen und Vorzeichnung oder eine enharmonische Verwechslung aufzugreifen.11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 uszug aus dem Volkslied „ uf, auf zum fröhlichen Jagen“. Satz nach Walther Hensel (1887-1956).

Der Bereich Zeit und Rhythmus geht weg von der klassischen Notation und hin zu Grundelementen muskalischer Gliederung. So fällt darunter nicht nur Tempo-, Noten- wie Pausenangaben, sondern das gesamte Metrum von Takt und Rhythmus. Der zeitliche Ablauf eines (Musik-)Stücks wird von diesen Aspekten beeinflusst. Für den Schulalltag greifbar und motivational wertvoll erscheint, neben der Einführung der theoretischen Darlegung von Rhythmikelementen, der Bezug von Rhythmik in der Popularmusik. Neben herkömmlichen Rock-, Pop- und HipHoppattern können Exkurse in Jazz, Blues, African, Gospel, etc. gewagt werden. Die Schüler können dadurch ein breites Spektrum an unterschiedlichen Grooves kennenlernen und eine anspruchsvolle rhythmische Kompetenz erlangen. Allerdings erscheint aufgrund der Vielzahl von unterschiedlichen Konzeptionen eine allumfassende Didaktik der Rhythmik schwierig.12

Melodik und Tonalität beziehen sich in ihren Grundzügen auf die Darstellung der Intervalle, Skalen und differenzierte Melodien.13 Während Intervalle das Verhältnis zweier Töne in ihrem Abstand zueinander beschreiben, zeigen Skalen verschiedene Kadenzen auf - für den Schulalltag sind diese in erster Linie anhand der Dur- und Moll-Tonleiter aufzuzeigen. Mögliche Exkurse in Jazz- und Bluesrichtungen können vorgenommen werden, sollten sich jedoch wegen derer Komplexität primär auf die höheren Klasse der Sekundarstufe I (II) fokussieren. Darauf aufbauend lassen sich die verschiedenen Liedarten erarbeiten. Eine Melodie versteht sich als ͣein feiner Gesang, worin nur eintzelne Klänge so richtig und erwünscht auf einander folgen, daß empfindliche Sinnen dadurch gerühret werden“14 und beschreibt somit eine künstlerisch geprägte Abfolge von Tönen. Ein wichtiger Aspekt folgt anhand der Harmonik die sich mithilfe verschiedener musikalischer Parameter, wie beispielsweise Zugehörigkeit zu einer Tonalität, einordnen lässt.

Dieser Lernbereich der Harmonik versteht sich als weites Feld von musikalischen Bausteinen, die als wesentlicher Bestandteil für erfolgreiches Musizieren verstanden werden kann. Neben der Darstellung von Akkorden, Kadenzen und historisch geprägte Entwicklungen von Harmonien ist der ufbau von Dreiklängen, bzw. ein ͣharmonisches Chiffrierungssystem“15 essentiell.

Die Formenlehre bezeichnet in der allgemeinen Musiklehre die Grundbestandteile musikalischer Form. So finden sich darunter nicht nur elementare Schemata, sondern in einem weiteren Kontext Formungsprinzipien und -techniken sowie verschiedene Gattungen.16 Diese ist Teilgebiet der neueren Musiktheorie, welche sich entweder ͣ(…) normativ oder historisch- deskriptiv“17 mit Prinzipien der Gliederung von Musikstücken befasst. Im schulischen Kontext lässt sich hierbei anmerken, dass die Darstellung von Sonatenformen, Fugen, etc. sowie deren Prinzipien und Techniken der Verarbeitung aufgrund ihres komplexen Sachverhaltes in der Mittelschule nicht zu finden sind,18 sondern sich dementsprechend auf weiterführende musikalische Kompetenzen bezieht.

Für eine fundierte musikalische Allgemeinbildung fehlt als letzte Kompetenz nun die Instrumentenkunde. Dazu sollte sowohl die grobe Einteilung in Streich-, Zupf- und Blasinstrumente gehören, als auch die differenzierte Eingrenzung, beispielsweise, der Blasinstrumente je nach Material in Holzblas-, Blechblasinstrumente, etc. Als Ordnungsprinzip für die Systematik der Musikwerkzeuge gilt die Art der Tonerzeugung, welche auch unter bauspezifischer und spielpraktischer Eigenheit beachtet werden kann.

Epochale Erfindungen neuer Instrumente sind ein wichtiger Bestandteil der Instrumentenkunde. Dazu zählt ebenfalls die im 20. Jahrhundert entwickelte elektronische Klangerzeugung, welche im schulischen Kontext einige Schüler anzusprechen vermag.

Nachdem nun eine grobe Darstellung des Lernbereiches erfolgt ist, wird im anschließenden Kapitel der Aspekt Harmonie anhand eines selbstgewählten Beispiels detaillierter aufgegriffen.

2.2. Beispiel: Dreiklänge

Der Bereich der Harmonielehre kann u.a. in die Dur- und Molldreiklänge differenziert werden. Dazu sollte, bevor im weiteren Verlauf der Arbeit die schulische Anwendbarkeit herausgearbeitet wird, zunächst ein theoretischer Überblick der Thematik erfolgen. Als Basis für die Bildung von Dreiklängen werden die jeweiligen Tonleitern, welche durch eine Anordnung von Einzeltönen in Halbton- oder Ganztonschritten bedingt werden, angesehen.19 Sowohl eine Dur- wie eine Molltonleiter bestehen aus acht Tönen mit fünf Ganzton- und zwei Halbtonschritte. Der Unterschied besteht in der Akzentuierung der Halbtonschritte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Tonleiter in C-Dur.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Tonleiter in A-Moll.

Aufbauend auf diesem Verständnis können nun die klassischen Dur - und Molldreiklänge gebildet werden. Dieser Akkordtypus ist gerade wegen seiner Einfachheit optimal für den Schulbereich geeignet. Für die Bildung des Grundakkords wird sich vorerst der I., III. und IV. Stufe bedient. Folgendes Schaubild soll dies anhand einer Durtonleiter in C verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5 Bildung eines C-Durdreiklangs.

Die Basis des Akkordes ist sein Grundton, darüber steht eine große Terz (= 4 Halbtonschritte) und von der großen Terz aus eine weitere kleine Terz (= 3 Halbtonschritte).20 So ergeben sich beispielsweise für den Akkord C-Dur die einzelnen Töne c,e,g oder für F-Dur f,a,c. Analog lassen sich Molldreiklänge bilden, indem die Position der Terzen vertauscht wird. So fungiert als Basis erneut sein Grundton, darauf eine kleine Terz und anschließend eine große Terz.21 Als Beispiel besteht ein A-Mollakkord aus den einzelnen Tönen a,c,e oder E-Moll e,g,h.

Diese Akkordtypen lassen sich auf den jeweiligen Tonleitern bilden. Es entstehen sog. Leitereigene Dreiklänge.22 Zu einer siebenstufigen Skala23 gehören drei Dur-, drei Moll- und ein verminderter Dreiklang. Bezogen auf die Durtonleiter ergeben sich die Durakkorde auf den Stufen I., IV. und V., die Mollakkorde auf II., III. und VI. und der verminderte Akkord auf Stufe VII.:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6 Anordnung der Dreiklänge in der C-Durtonleiter.

Analog bedingt sich die siebenstufige Mollskala ebenfalls drei Dur -, drei Moll- und einem verminderten Dreiklang. Während die Durakkorde auf den Stufen III., V. und VI. entstehen, bildet sich bei I. und IV. ein Molldreiklang. Der verminderte Akkord ist auf den Stufe II. und VII. zu finden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7 Anordnung der Dreiklänge in der A-Molltonleiter.

[...]


1 Vgl. http://www.lehrplanplus.bayern.de/fachprofil/mittelschule/musik#69763.

2 Vgl. ebenda.

3 Die Lernbereiche wurden in dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung gemäß der Bezeichnungen während des Seminars von Prof. Dr. Wolfgang Pfeiffer benannt. Der Bereich Allgemeine Musiklehre gilt analog zu (4) Musik und ihre Grundlagen, während Wirkung von Musik mit (2) Musik-Mensch-Zeit/ (3) Bewegung-Tanz-Szene gleichzusetzen ist.

4 Vgl. Ziegenrücker (1997), ABC Musik, 1.

5 Vgl. Hempel (1997), Neue Allgemeine Musiklehre, 5-9.

6 Die folgenden Fußnoten dienen nicht nur als Literaturbeleg, sondern sind in ihrer weiteren Funktion ebenfalls als vertiefe fachspezifische Lektüre zu verstehen.

7 Vgl. Marx (1841), Allgemeine Musiklehre, 2-5.

8 Vgl. Möser (2015), Technische Akustik, 364.

9 Vgl. Riemann (2015), Musik-Lexikon, 1198.

10 Vgl. Hempel (1997), Neue Allgemeine Musiklehre, 64-69.

11 Vgl. Ziegenrücker (1997), ABC Musik, 34.

12 Vgl. Helms/Schneider/Weber (1994), Neues Lexikon der Musikpädagogik, 230.

13 Vgl. a.a.O., 7f.

14 Mattheson (1739), Der vollkommene Capellmeister, 138.

15 Hempel (1997), Neue Allgemeine Musiklehre, 173.

16 Vgl. Leichtentritt (1911), Musikalische Formenlehre, 71ff.

17 Helms/Schneider/Weber (1994), Neues Lexikon der Musikpädagogik, 74.

18 Vgl. dazu die bayerischen Lehrpläne im Fach Musik der Jahrgänge 5-9.

19 Vgl. Wolf (1967), Die Musikausbildung, 72.

20 Vgl. Schilling (1840), Lehrbuch der allgemeinen Musikwissenschaft oder dessen, was Jeder, der Musik treibt oder lernen will, nothwendig wissen muß, 730.

21 Vgl. a.a.O., 735.

22 Vgl. Hempel (1997), Neue Allgemeine Musiklehre, 168.

23 Die siebenstufige Skala bedingt sich aus den sieben Tönen einer Tonleiter. Der achte Ton ist die Oktave des ersten Tones und wird daher nicht explizit erwähnt.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
"Allgemeine Musiklehre" und "Wirkung von Musik" im Musikunterricht der Hauptschule
Untertitel
Inkl. 2 Unterrichtsentwürfen zu "Dreiklänge" und "Musik in der Werbung"
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
30
Katalognummer
V353303
ISBN (eBook)
9783668395961
ISBN (Buch)
9783668395978
Dateigröße
1007 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musik, Lehrplan, Schulmusik, Musikunterricht, Musikpädagogik, Unterrichtsentwurf
Arbeit zitieren
Maximilian Bretschneider (Autor), 2016, "Allgemeine Musiklehre" und "Wirkung von Musik" im Musikunterricht der Hauptschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353303

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