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Die personenbedingte Kündigung wegen Krankheit

Titre: Die personenbedingte Kündigung wegen Krankheit

Thèse de Master , 2016 , 89 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Carolin Bösking (Auteur)

Droit - Droit civil / Droit du travail
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Résumé Extrait Résumé des informations

Jeder Arbeitnehmer war durchschnittlich 11,9 Tage im Jahr 2014 arbeitsunfähig. Es besteht die Tendenz, dass die Entwicklung der krankheitsbedingten Ausfälle in der deutschen Wirtschaft in den nächsten Jahren zunehmen wird. Verantwortlich hierfür könnte der demografische Wandel sein, wonach immer mehr ältere Arbeitnehmer beschäftigt sind und in der Regel länger erkranken als jüngere Arbeitnehmer. Das Thema „Krankheit“ hat im Rahmen des Arbeitsrechts demzufolge eine große Bedeutung. Erkrankt ein Arbeitnehmer und kann er dadurch seine vertraglich geschuldete Leistung nicht mehr oder nur noch teilweise erbringen, werden die betrieblichen Interessen des Arbeitgebers beeinträchtigt. So verursacht das ständige Fehlen eines Arbeitnehmers betriebliche Störungen, insbesondere im Rahmen des Betriebsablaufes. Der Arbeitgeber muss regelmäßig Ersatzpersonal einsetzen, um die Störungen zu vermeiden.

Die krankheitsbedingten Ausfälle können neben betrieblichen Störungen auch wirtschaftliche Belastungen in Form von Entgeltfortzahlungskosten verursachen. Es ist jedoch ungewiss, ob diese Beeinträchtigungen vom Arbeitgeber noch billigerweise hinzunehmen sind oder ob die Störungen ein solches Ausmaß erreicht haben, dass sie dem Arbeitgeber nicht mehr zumutbar erscheinen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen nicht auf ewige Zeit vertraglich aneinandergebunden sein. Aus diesem Grund ist es für den Arbeitgeber von Interesse, sich mit den Themen „Krankheit“ und „Arbeitsunfähigkeit“ eingehend zu beschäftigen. Häufig wird in der Praxis die Ansicht vertreten, dass eine Kündigung wegen Krankheit unzulässig sei. Diese Ansicht findet in gesetzlichen Regelungen und im Rahmen der Rechtsprechung jedoch keine Stütze. Dennoch stellt sich hierbei die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine personenbedingte Kündigung wegen Krankheit sozial gerechtfertigt ist und welche Schwierigkeiten sich hieraus ergeben könnten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

I. Problemstellung

II. Zielsetzung

III. Aufbau der Arbeit

B. Krankheitsbedingte Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft

C. Das Rechtsinstrument der Kündigung

I. Wirksamkeit der Kündigung

II. Arten der Kündigung

1. Ordentliche Kündigung

2. Außerordentliche Kündigung

III. Das Kündigungsschutzgesetz

1. Anwendungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes

a) Persönlicher Geltungsbereich

b) Betrieblicher Geltungsbereich

c) Zeitlicher Geltungsbereich

2. Soziale Rechtfertigung der Kündigung

a) Prognoseprinzip

b) Ultima-Ratio-Prinzip

c) Interessenabwägung

3. Kündigungsgründe nach dem Kündigungsschutzgesetz

a) Verhaltensbedingte Kündigung

b) Betriebsbedingte Kündigung

c) Personenbedingte Kündigung

D. Krankheitsbedingte Kündigung

I. Begrifflichkeiten

1. Krankheit

2. Arbeitsunfähigkeit

II. Kündigungsrechtliche Bedeutung von Krankheit

III. Herausgebildete Fallgruppen krankheitsbedingter Kündigung

IV. Kurzvorstellung der vier Fallgruppen

1. Häufige Kurzerkrankungen

2. Lang andauernder Erkrankung

3. Dauerhaft krankheitsbedingte Leistungsunfähigkeit

4. Krankheitsbedingte Minderung der Leistungsfähigkeit

V. Prüfungsschema einer krankheitsbedingten Kündigung

1. Erste Stufe: Negative Gesundheitsprognose

a) Maßgeblicher Beurteilungszeitpunkt

b) Häufige Kurzerkrankungen

aa) Erkrankungen mit Wiederholungsgefahr

bb) Indizwirkung von häufigen Erkrankungen aus der Vergangenheit

cc) Darlegungs- und Beweislast

c) Lang andauernde Erkrankung

aa) Indizwirkung einer lang anhaltenden Erkrankung aus der Vergangenheit

bb) Darlegungs- und Beweislast

d) Dauerhaft krankheitsbedingte Leistungsunfähigkeit

e) Krankheitsbedingte Minderung der Leistungsfähigkeit

aa) Ermittlung der Normalleistung

bb) Darlegungs- und Beweislast

2. Zweite Stufe: Erhebliche Beeinträchtigung betrieblicher Interessen

a) Häufige Kurzerkrankungen

aa) Betriebsablaufstörungen

bb) Wirtschaftliche Belastungen

(1) Exkurs: Entgeltfortzahlung infolge Arbeitsunfähigkeit

(2) Entgeltfortzahlungskosten als wirtschaftliche Belastung

cc) Darlegungs- und Beweislast

b) Lang andauernde Erkrankung

aa) Betriebsablaufstörungen

bb) Wirtschaftliche Belastungen

cc) Darlegungs- und Beweislast

c) Dauerhaft krankheitsbedingte Leistungsunfähigkeit

d) Krankheitsbedingte Minderung der Leistungsfähigkeit

aa) Betriebsablaufstörungen

bb) Entgeltkosten als wirtschaftliche Belastungen

cc) Darlegungs- und Beweislast

3. Dritte Stufe: Vorrang milderer Mittel

a) Weiterbeschäftigung durch Umsetzungsmöglichkeit

b) Betriebliches Eingliederungsmanagement

aa) Zweck

bb) Voraussetzungen

cc) Konsequenzen bei Zustimmungsverweigerung oder fehlender Rückmeldung des Arbeitnehmers

dd) Konsequenzen bei Unterlassen des bEM

ee) Auswirkungen bei Zustimmung des Arbeitnehmers

4. Vierte Stufe: Interessenabwägung

a) Abwägungskriterien auf Arbeitnehmerseite

aa) Dauer der Betriebszugehörigkeit

bb) Störungsfreies Arbeitsverhältnis

cc) Chancen auf dem Arbeitsmarkt

dd) Lebensalter

ee) Familiäre Verhältnisse, Unterhaltspflichten

ff) Schwerbehinderung

gg) Betriebliche Ursachen der Krankheit

hh) Betriebs- oder Arbeitsunfall

ii) Durchschnittliche Ausfallquote

b) Abwägungskriterien auf Arbeitgeberseite

aa) Höhe der Entgeltfortzahlungskosten

bb) Überbrückungsmaßnahmen

cc) Personalreserve

dd) Betriebliches Eingliederungsmanagement

VI. Außerordentliche personenbedingte Kündigung wegen Krankheit

E. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit beleuchtet die komplexen rechtlichen Hindernisse bei der personenbedingten Kündigung wegen Krankheit. Ziel ist es, dem Arbeitgeber aufzuzeigen, wie ein rechtssicherer Umgang mit erkrankten Arbeitnehmern gewährleistet werden kann und unter welchen engen Voraussetzungen eine Kündigung sozial gerechtfertigt ist.

  • Rechtliche Grundlagen der Kündigung im Arbeitsrecht
  • Dreistufiges Prüfungsschema bei krankheitsbedingter Kündigung
  • Abgrenzung der verschiedenen Fallgruppen krankheitsbedingter Kündigung
  • Die Rolle des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (bEM)
  • Interessenabwägung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Auszug aus dem Buch

D. Krankheitsbedingte Kündigung

Die personenbedingte Kündigung wegen Krankheit (im Folgenden auch krankheitsbe dingte Kündigung genannt) ist dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitnehmer auf grund einer Erkrankung nicht mehr die Fähigkeit hat und die Eignung besitzt, seine Arbeitsleistung vertragskonform zu erfüllen.

Die Annahme, dass ein Arbeitsverhältnis aufgrund von Krankheit nicht gekündigt wer den kann, ist in der Praxis unberechtigterweise weit verbreitet, weil es dafür keine ge setzliche Norm gibt, die dem Arbeitgeber verbietet, einem erkrankten Arbeitnehmer zu kündigen. Eine krankheitsbedingte Kündigung ist jedenfalls nicht sozialwidrig. Dies lässt sich mittelbar aus § 8 EFZG entnehmen. Diese Kündigung sollt eine Ausnahme bleiben.

Die Kündigung wegen Krankheit ist in der Praxis die häufigste und zugleich auch die komplizierteste Form der personenbedingten Kündigung. Der Grund für die Komple xität ist vor allem, dass der Ausgang des arbeitsgerichtlichen Verfahrens nicht nur von den Vertragsparteien abhängt, sondern auch von medizinischen Gutachten und Ärzten, die die prognostizierten Tatsachen für die Zukunft ihrerseits bestätigen. Außerdem bestehen dahingehend Schwierigkeiten, dass dem Arbeitgeber die zukünftigen Auswir kungen der Erkrankung im Hinblick auf das Arbeitsverhältnis meist nicht bekannt sind, sodass die zukünftigen Fehlzeiten kaum vorhersehbar sind. Ebenso können leidensge rechtere Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten nur schwer prognostiziert werden. Des Weiteren muss der Arbeitgeber beachten, dass bei einer länger als sechswöchigen ununterbrochenen oder wiederholten Arbeitsunfähigkeit innerhalb eines Jahres ein betriebliches Eingliederungsmanagement (bEM) nach § 84 Abs. 2 SGB IX vor Aus spruch der Kündigung durchzuführen ist, um herauszufinden, wie die Arbeitsunfähig-

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Beschreibt die Bedeutung des Themas "Krankheit" im Arbeitsrecht und die daraus resultierenden Spannungsfelder zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteressen.

B. Krankheitsbedingte Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft: Analysiert statistische Daten zu krankheitsbedingten Fehltagen und deren wirtschaftliche Auswirkungen auf Unternehmen.

C. Das Rechtsinstrument der Kündigung: Erläutert die allgemeinen rechtlichen Anforderungen an die Wirksamkeit einer Kündigung und die Vorgaben des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG).

D. Krankheitsbedingte Kündigung: Der Hauptteil definiert Begriffe wie Krankheit und Arbeitsunfähigkeit, stellt die Fallgruppen vor und erläutert das komplexe Prüfungsschema sowie die Interessenabwägung.

E. Fazit: Fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die weiterhin bestehenden Unsicherheiten sowie die Notwendigkeit einer differenzierten Einzelfallprüfung.

Schlüsselwörter

Krankheitsbedingte Kündigung, Arbeitsunfähigkeit, negative Gesundheitsprognose, Interessenabwägung, Kündigungsschutzgesetz, Betriebsablaufstörung, Entgeltfortzahlung, BEM, Betriebliches Eingliederungsmanagement, personenbedingte Kündigung, Verhältnismäßigkeit, Ultima-Ratio-Prinzip, Arbeitsrecht, Fehlzeiten, Prognoseprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die juristischen Rahmenbedingungen und Herausforderungen, die mit der krankheitsbedingten Kündigung eines Arbeitnehmers in Deutschland verbunden sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen das Kündigungsschutzgesetz, die Definition von krankheitsbedingten Gründen, die Durchführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements (bEM) und die Interessenabwägung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, für den Arbeitgeber eine rechtssichere Handhabung zu definieren, um zu beurteilen, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Kündigung bei Krankheit sozial gerechtfertigt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der gesetzlichen Vorschriften sowie eine umfassende Auswertung aktueller arbeitsgerichtlicher Rechtsprechung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begriffe Krankheit und Arbeitsunfähigkeit, die Vorstellung verschiedener Fallgruppen sowie ein detailliertes, vierstufiges Prüfungsschema für krankheitsbedingte Kündigungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere das Prognoseprinzip, das Ultima-Ratio-Prinzip, das bEM sowie die Darlegungs- und Beweislast.

Warum ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement (bEM) so wichtig?

Das bEM ist ein präventives Verfahren. Auch wenn es keine strikte Wirksamkeitsvoraussetzung für eine Kündigung ist, kann dessen Unterlassung die Darlegungspflichten des Arbeitgebers im Kündigungsschutzprozess erheblich erschweren.

Gibt es einen festen Zeitraum, ab dem eine Kündigung bei Krankheit möglich ist?

Nein, es gibt keinen starren "starren Zeitraum". Das BAG lehnt eine pauschale zeitliche Fixierung ab, da es stets auf die Umstände des Einzelfalls ankommt.

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Résumé des informations

Titre
Die personenbedingte Kündigung wegen Krankheit
Université
University of Applied Sciences Nuremberg
Note
1,0
Auteur
Carolin Bösking (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
89
N° de catalogue
V353318
ISBN (ebook)
9783668395701
ISBN (Livre)
9783668395718
Langue
allemand
mots-clé
Arbeitsrecht Personal Wirtschaftsrecht Human Resources Kündigung Kündigungsrecht Krankheit Jura BWL Zivilrecht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Carolin Bösking (Auteur), 2016, Die personenbedingte Kündigung wegen Krankheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353318
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