Die Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz, bietet innerhalb des Faches Psychologie im Zwei-Fach-Bachelor ein Kolloquium an, in dem aktuelle Forschungen vorgestellt werden. Im Rahmen dessen können nicht nur Studierende und Dozierende ihre Ergebnisse vortragen, sondern auch externe Forschende. Drei dieser Vorträge sollen im Folgenden kurz zusammen-gefasst und hinsichtlich ihrer Gütekriterien reflektiert werden.
1) HIV 50+ - Psychosoziale Aspekte des Älterwerdens mit HIV und AIDS (Ahmad, 2014)
2) Räumliche Intelligenz: ein Motor- oder Kognitionseffekt? (Lehmann, 2014)
3) cognitive & neural signatures of altruistic punishment (Krüger, 2015)
Inhaltsverzeichnis
1. Die Veranstaltung „Empirisch Forschen in der Psychologie“
a. HIV 50+ - Psychosoziale Aspekte des Älterwerdens mit HIV und AIDS (Ahmad, 2014)
b. Räumliche Intelligenz: ein Motor- oder Kognitionseffekt? (Lehmann, 2014)
c. cognitive & neural signatures of altruistic punishment (Krüger, 2015)
d. Fazit über gesamte Veranstaltung mit Nutzen für eigenes Studium
2. Versuchspersonenstunden
a. 1. Studie: zeitlicher Lernaufwand in Bezug auf kognitive Leistung: Hängt das Maß der Lernmenge mit den Kompetenzen in Arbeitsgedächtnis und der mentalen Rotation zusammen? (von Kacsoh & Wüst, 2014)
b. Orientation. Differences between sighted and blind students. (Hahne & Robert, 2014)
c. Einfluss der Persönlichkeit auf das Entscheidungsverhalten unerfahrener Entrepreneure im Spannungsfeld von Effectuation und Causation (Eberz, 2016)
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Reflexion über wissenschaftliche Forschungsvorhaben aus der Perspektive einer Teilnehmerin, wobei sowohl die methodische Durchführung als auch die Gütekriterien der vorgestellten psychologischen Studien kritisch beleuchtet werden.
- Empirische Forschungsmethodik in der Psychologie
- Psychosoziale Aspekte bei chronischen Erkrankungen
- Kognitive Prozesse und mentale Rotation
- Neurobiologische Grundlagen sozialen Verhaltens
- Reflexion der Rolle als Versuchsperson in psychologischen Experimenten
Auszug aus dem Buch
b. Räumliche Intelligenz: ein Motor- oder Kognitionseffekt? (Lehmann, 2014)
Ebenfalls im Juni 2014 stellte Frau Jeniffer Lehmann eine breite Forschung im Feld der mentalen Rotationsfähigkeit, insbesondere bei Kindern zwischen acht und zwölf Jahren mit Spina Bifida bzw. mit Hydrocephalus, vor. Frau Lehmann fokussierte die neurowissenschaftlichen Aspekte, insbesondere die mentale Rotation und Motorik sowie Kognition. Konkludierend aus dem aktuellen Forschungsstand verfolgt die von Frau Lehmann vorgestellte Studie das Ziel, den Zusammenhang des Arbeitsgedächtnisses mit der mentalen Rotationsfähigkeit, also den Zusammenhang motorischer Fertigkeit mit der mentalen Rotationsfähigkeit, nachzuweisen. Um den Einfluss des räumlichen Arbeitsgedächtnisses auf die mentale Rotation sowie den Zusammenhang von Motorik und Kognition zu untersuchen, wurden Kindern mit der Neuralrohrfehlbildung Spina Bifida (SB) und/oder Hydrocephalus (HC) zwischen acht und zwölf Jahren getestet. Jeweils zwölf Kinder mit HC sowie mit SBHC bearbeiteten einen Testbogen zur mentalen Rotationsfähigkeit sowie einem Testbogen zum Ordnen von Zahlen nach Zeit.
Dabei zeigten sich in der Reaktionszeit hinsichtlich der Winkeldisparität sowie der Gruppe signifikante Effekte. In der Fehlerrate zeigten sich ebenfalls signifikante Effekte, wonach Kinder mit SB eine höhere Fehlerrate als Kinder mit HC aufwiesen. Aus dieser Forschung stellte sich eine reduzierte mentale Rotationsfähigkeit der Kinder mit SBHC gegenüber den Kindern mit HC heraus. Ob die mit SB einhergehenden motorischen Einschränkungen die Ursache dafür waren, wurde im nächsten Schritt mit einem motorischen Training (Jonglieren) überprüft. Nach der nun aufgestellten Hypothese weisen Kinder mit SB nach dem motorischen Training bessere Leistungen in der mentalen Rotation auf. Es wurden 19 Kinder mit SB zwischen acht und zwölf Jahren in zwei parallelisierten Gruppen getestet. Neben dem acht-wöchigen einstündigen Jongliertraining kamen ein allgemeiner Fragebogen sowie ein chronometrischer Rotationstest zum Einsatz. Im Ergebnis konnten signifikante Effekte in der Reaktionszeit bzgl. der Gruppe, als auch eine signifikante Interaktion von der Gruppe sowie der Winkeldisparität, festgestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Veranstaltung „Empirisch Forschen in der Psychologie“: In diesem Kapitel werden drei aktuelle Vorträge aus dem Fachbereich Psychologie zusammengefasst und hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Gütekriterien kritisch reflektiert.
2. Versuchspersonenstunden: Dieses Kapitel thematisiert die eigenen Erfahrungen als Versuchsperson in drei verschiedenen psychologischen Studien und reflektiert die Versuchsbedingungen aus Teilnehmersicht.
Schlüsselwörter
Psychologie, Empirische Forschung, Mentale Rotation, Arbeitsgedächtnis, Spina Bifida, Altruistische Bestrafung, Verantwortungsdiffusion, Versuchsperson, Gütekriterien, Reliabilität, Validität, Objektivität, Effectuation, Causation, Entscheidungsverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Reflexionsbericht grundlegend?
Der Bericht dokumentiert die Teilnahme der Autorin an einem Kolloquium für aktuelle psychologische Forschung sowie ihre Erfahrungen als Versuchsperson in verschiedenen Studien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen methodische Aspekte der empirischen Forschung, kognitive Psychologie, sozialpsychologische Experimente und die praktische Anwendung von Forschungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel des Reflexionsberichts?
Das Ziel ist die methodische Reflexion von Forschungsvorhaben hinsichtlich ihrer Gütekriterien und der persönlichen Erfahrungen bei der Teilnahme an empirischen Untersuchungen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden in den besprochenen Studien primär verwendet?
Es kommen diverse Methoden zum Einsatz, darunter Experteninterviews, kategoriale Inhaltsanalysen, psychologische Testverfahren, Magnetresonanztomographie (MRT) und computergestützte Simulationen.
Was wird im Hauptteil des Dokuments behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Zusammenfassung und Reflexion von Fachvorträgen sowie die kritische Aufarbeitung der Erfahrungen bei der Teilnahme an drei spezifischen Studien.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Empirische Psychologie, Gütekriterien, Experimentelles Design, Mentale Rotation und Sozialpsychologie.
Welche Rolle spielt die Verantwortungsdiffusion in der Studie von Dr. Krüger?
Die Studie untersucht, wie die Anwesenheit anderer Personen die eigene Verantwortungsübernahme verringert und somit das Ausmaß altruistischer Bestrafung bei Normverletzungen beeinflusst.
Wie beeinflusst der Faktor "Lerneffekt" die Validität der vorgestellten Experimente?
Die Autorin weist darauf hin, dass Lerneffekte bei mehrmaliger Durchführung oder bei computerbasierten Aufgaben als Störvariablen wirken können, die das Ergebnis verfälschen, weshalb sie in der Auswertung berücksichtigt werden müssen.
Warum ist das Jongliertraining in der Studie von Lehmann relevant?
Das Training dient dazu zu überprüfen, ob motorische Übungen die bei Kindern mit Spina Bifida reduzierte mentale Rotationsfähigkeit durch eine Verbesserung der motorischen Fertigkeiten steigern können.
Was kritisiert die Autorin an der PC-basierten Testung bei den Versuchspersonenstunden?
Sie bemängelt, dass technische Schwierigkeiten bei der Bedienung oder die Art der Eingabe zu Frustration führen und das Messergebnis durch Störvariablen wie Nervosität oder Flüchtigkeitsfehler beeinflussen können.
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- Melissa Quantz (Author), 2016, Forschungsmethoden in der Psychologie. Ein Reflexionsbericht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353322