In dieser Hausarbeit über den zweiten Golfkrieg gehe ich im Sinne des Proseminarthemas „Kollektive Führung nach dem Ost-
West-Konflikt“ der Frage nach, inwieweit das UN-Mandat, das die Anti-Saddam-Koalition zum Eingreifen in den Konflikt
ermächtigte, im Zusammenspiel mit den Interessen der ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrats zustande gekommen ist. Im
besonderen werde ich auch auf die Frage nach der Legitimation der Resolution 678 durch die Charta der Vereinten Nationen
eingehen, auf die sich auch mein Fazit bezieht. Im ersten Teil meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit den Grundlagen des Konflikts. Im folgenden untersuche ich die Motive der Sicherheitsratsmitglieder USA, Großbritannien, Rußland, Frankreich und China, aus denen sie ihre Standpunkte zum militärischen Einsatz am Golf entwickelt haben und erläutere ihre Rolle, die sie in diesem Krieg gespielt haben. Im Kapitel IV.) meiner Hausarbeit erkläre ich dann das daraus resultierende Verhalten der Vereinten Nationen und das Zustandekommen der Resolution.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Grundlagen des Konflikts:
1. Der zweite Golfkrieg: Ein Faktenüberblick
2. Entstehung des Konflikts: Warum griff der Irak Kuwait an ?
3. Die Reaktion der Golfstaaten
III. Die Reaktion der ständigen Sicherheitsratsmitglieder:
1. USA: Vorreiter der militärischen Option
2. Rußland: Alte Interessen und „neues Denken“
4. Frankreich: Eigenständigkeit und Solidarität
5. Großbritannien: An der Seite der USA
5. China: Neutralität als Kalkül
IV. Die Vereinten Nationen: Reaktion auf die Besetzung Kuwaits und Legitimation der Resolution 678
V. Fazit: Es geht ums Prinzip !
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht vor dem Hintergrund des Themas „Kollektive Führung nach dem Ost-West-Konflikt“, wie das UN-Mandat zur Intervention gegen den Irak im Zusammenspiel mit den nationalen Interessen der ständigen Sicherheitsratsmitglieder zustande kam. Zentral ist dabei die kritische Analyse der rechtlichen Legitimation der Resolution 678 durch die UN-Charta.
- Motive und Interessen der ständigen Sicherheitsratsmitglieder (USA, Rußland, Frankreich, Großbritannien, China)
- Diplomatische und militärische Strategien der Weltmächte während der Golfkrise
- Reaktion der Vereinten Nationen auf die irakische Besetzung Kuwaits
- Rechtliche Analyse und Legitimation der Resolution 678
Auszug aus dem Buch
1.) Der zweite Golfkrieg: Ein Faktenüberblick
Am 2. August 1990 begann die Krise am Golf, als die irakische Armee auf Befehl ihres Staatschefs Saddam Hussein in das Nachbarland Kuwait einmarschierte und es annektierte. Zum Krieg kam es als die internationale Koalition, bestehend aus insgesamt 28 westlichen aber auch etlichen arabischen Staaten unter Führung der USA, legitimiert durch die Resolution 687 der UNO in den Konflikt eingriffen. Am 17. Januar 1991 begannen die Alliierten den Irak zu bombardieren. Es folgte eine Bodenoffensive, die die irakischen Truppen aus Kuwait vertrieb. Am 11. April vereinbarten die Koalition und Hussein dann einen Waffenstillstand.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, inwieweit das UN-Mandat im Kontext der Interessen der Sicherheitsratsmitglieder zustande kam.
II. Grundlagen des Konflikts:: Das Kapitel bietet einen historischen Faktenüberblick sowie eine Analyse der Ursachen für die irakische Invasion Kuwaits und die Reaktionen der regionalen Golfstaaten.
III. Die Reaktion der ständigen Sicherheitsratsmitglieder:: Hier werden die unterschiedlichen außenpolitischen Interessen und die Rolle der USA, Rußlands, Frankreichs, Großbritanniens und Chinas im Golfkonflikt detailliert untersucht.
IV. Die Vereinten Nationen: Reaktion auf die Besetzung Kuwaits und Legitimation der Resolution 678: Dieses Kapitel erläutert das Handeln der UN, die Verhängung des Wirtschaftsembargos und die rechtliche Herleitung der Resolution 678 zur militärischen Ermächtigung.
V. Fazit: Es geht ums Prinzip !: Die Schlussbetrachtung kritisiert das rechtlich fragwürdige Vorgehen der Weltmächte und den Mangel an einer konformen UN-Führung.
Schlüsselwörter
Zweiter Golfkrieg, UN-Mandat, Sicherheitsrat, Resolution 678, Saddam Hussein, Kuwait-Krise, Weltmächte, Kollektive Führung, UN-Charta, Militärintervention, Außenpolitik, Interessenkonflikt, Wirtschaftsembargo, Internationale Koalition, Legitimation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den zweiten Golfkrieg und die Rolle der Vereinten Nationen im Kontext des UN-Mandats sowie die zugrunde liegenden Interessen der ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrats.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verhalten der Weltmächte während der Krise, die diplomatische Auseinandersetzung um Kuwait sowie die rechtliche Legitimität militärischer Interventionen durch UN-Resolutionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu hinterfragen, wie das Mandat für die Anti-Saddam-Koalition zustande kam und ob dieses mit der UN-Charta rechtlich vereinbar war oder primär nationalen Interessen diente.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Ereignisse mit einer inhaltlichen Untersuchung völkerrechtlicher Dokumente und staatlicher Interessenlagen kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Entstehungsgeschichte des Konflikts, die spezifischen Motive der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates und den Prozess der Verabschiedung der Resolution 678.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere der Golfkonflikt, das Mandat der UN, die Rolle der USA als Führungsmacht, das Völkerrecht und die diplomatischen Sonderwege der einzelnen Weltmächte.
Warum wird im Fazit von einem "rechtlich fragwürdigen Mischmasch" gesprochen?
Die Autorin argumentiert, dass die Resolution 678 keine eindeutige Grundlage in der Charta habe und dass die Militäraktion eher durch nationale Eigeninteressen als durch ein echtes UN-Mandat geleitet wurde.
Wie positionierten sich Rußland und China in dieser Krise?
Beide Länder befanden sich in einem Interessenkonflikt zwischen der notwendigen Zusammenarbeit mit dem Westen (USA) und der Aufrechterhaltung ihrer Beziehungen zu arabischen Staaten, wählten jedoch letztlich diplomatische Zurückhaltung oder formale Neutralität.
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- Diplom-Volkswirtin Friederike Krieger (Author), 2001, Der zweite Golfkrieg - Die Weltmächte und das UN-Mandat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35341