In der vorliegenden Hauptseminararbeit geht es um die spanisch-englischen Sprachkontakte auf der Welt, die daraus hervorgehenden Mischtexte und um den Anlass zur Produktion dieser Texte. Meine Arbeit gliedert sich in 3 Teile. Der erste Teil besteht aus einer Typologie der Kontaktsituationen Spanisch-Englisch, in der ich nach einer „Blitzdarstellung“ des jeweiligen Landes mit Fläche und Einwohnerzahl, den geschichtlichen Hintergrund beschreiben werde. Danach folgt die heutige sprachliche Situation und
anschließend die Sprachpolitik. Der zweite Teil meiner Arbeit behandelt die interkulturellen Texte die aus den
Kontaktsituationen hervorgehen. Im dritten Teil werde ich schließlich die Frage behandeln, warum aus bestimmten Kontakten eine Fülle von Mischtexten hervorgehen und aus anderen nur sehr wenige oder gar keine. Dabei werde ich meine Forschungsergebnisse aus dem zweiten Teil als Grundlage nehmen. Die einzelnen Kontaktsituationen werden jeweils nach Kriterien behandelt, die für mich in dieser Frage wichtig erscheinen. Im Schlußwort werde ich die erforschten Ergebnisse kurz zusammenfassen und ein
Desiderat nennen. Aufgrund der begrenzten Zeit meiner Forschung erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich konnte leider nicht zu jedem Punkt ausreichend Informationsmaterial finden. Das gilt vor allem für die Sprachpolitik. Genauso decken meine Beschreibungen zur heutigen Situation im jeweiligen Land nicht immer dieselben Punkte ab. Es kann also vorkommen, dass man einen interessanten Aspekt der einen Kontaktsituation in der Beschreibung einer anderen Kontaktsituation nicht vorfindet. Was die Texte angeht, kann ich nur diese anführen, die ich ermitteln konnte. Das schließt nicht aus, dass die Realität anders aussehen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Typologie der Kontaktsituationen Spanisch-Englisch
2.1 USA
2.1.1 Eckdaten
2.1.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.1.3 Heutige sprachliche Situation
2.1.4 Sprachpolitik
2.2 Gibraltar
2.2.1 Eckdaten
2.2.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.2.3 Heutige sprachliche Situation
2.2.4 Sprachpolitik
2.3 Australien
2.3.1 Eckdaten
2.3.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.3.3 Heutige sprachliche Situation
2.3.4 Sprachpolitik
2.4 Puerto Rico
2.4.1 Eckdaten
2.4.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.4.3 Heutige sprachliche Situation
2.4.4 Sprachpolitik
2.5 Zentralamerika / Karibik
2.5.1 Eckdaten
2.5.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.5.3 Heutige sprachliche Situation
2.5.4 Sprachpolitik
2.6 Belize
2.6.1 Eckdaten
2.6.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.6.3 Heutige sprachliche Situation
2.6.4 Sprachpolitik
2.7 Philippinen
2.7.1 Eckdaten
2.7.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.7.3 Heutige sprachliche Situation
2.7.4 Sprachpolitik
3. Aus welchen Kontaktsituationen gehen interkulturelle Texte hervor?
3.1 USA
3.2 Gibraltar
3.3 Australien
3.4 Puerto Rico
3.5 Zentralamerika / Karibik
3.6 Belize
3.7 Philippinen
4. Welches sind die möglichen Gründe für die unterschiedliche Quantität in der Produktion von Mischtexten in den verschiedenen Kontaktsituationen?
4.1 Identität
4.2 Sprachprestige
4.3 Sprachpolitik
4.4 Schlechte soziale Lage
4.5 Tatsächlicher täglicher Kontakt beider Sprachen
4.6 Größe der Kontaktsituation
4.7 Immigration oder Kolonisation
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht spanisch-englische Sprachkontaktsituationen weltweit, um zu analysieren, warum aus einigen dieser Kontakte eine Fülle interkultureller Mischtexte hervorgeht, während dies in anderen Fällen ausbleibt.
- Typologie der untersuchten Kontaktgebiete (USA, Gibraltar, Australien, Puerto Rico, Karibik/Zentralamerika, Belize, Philippinen)
- Analyse der sprachlichen Situation und Sprachpolitik in den jeweiligen Regionen
- Identifikation von interkulturellen Texten und deren Produktionsbedingungen
- Untersuchung potenzieller Einflussfaktoren wie Identität, Sprachprestige und sozialer Lage
Auszug aus dem Buch
4.1 Identität
Für die Chicanoliteratur spielt Identität eine große Rolle, denn die Chicanos identifizieren sich mit dieser Mischung aus beiden Sprachen und beiden Kulturen.
Die Chicanos oder Mexican-Americans sind zwar auf dem Papier US-Amerikaner, können sich aber mit den USA nicht vollständig identifizieren. Das liegt zum einen an ihrer mexikanischen Herkunft, der Bewahrung ihrer Kultur und Sprache über mehrere Generationen hinweg und zum anderen daran, dass ihnen von Seiten der US-amerikanischen Bevölkerung Vorurteile und gelegentliche Feindseligkeit entgegengebracht wird. Auf der anderen Seite fühlen sie sich aber auch nicht ganz mexikanisch, denn sie sind zum großen Teil in den USA geboren und aufgewachsen. Sie haben auch die amerikanische Kultur mit in sich aufgenommen und sprechen Spanisch nicht so perfekt wie Mexikaner. Außerdem werden sie von den Mexikanern in Mexiko auch nicht als Ihresgleichen angesehen. Sie werden vielmehr „pochos“ genannt, amerikanisierte Mexikaner die Spanisch mit amerikanischem Akzent sprechen und das Spanische aufgrund des englischen Einflusses verderben.
Chicanos fühlen sich also beiden Ländern nicht hundertprozentig zugehörig. Diese Mischung aus beidem, die sie verkörpern, zeigt sich deutlich an ihrer Sprache dem Spanglish. „Since we speak a language that is perceived as no more than a bastardized or corrupted version of Spanish and English mixed together, it seems as if we belong to neither country.“ ( Locks On Nuestras Bocas http://www.nd.edu/~frswrite/mcpartlin/2002/ramirez.shtml) Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich auch in den Texten der Chicanos diese Mischung der Sprachen und Kulturen widerspiegelt. Sie sind Ausdruck ihrer ganz neuen, eigenen Kultur und tragen somit zur Identitätsfindung bei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich spanisch-englischer Mischtexte und der methodischen Struktur der Arbeit.
2. Typologie der Kontaktsituationen Spanisch-Englisch: Detaillierte Darstellung der historischen, sprachlichen und politischen Rahmenbedingungen in sieben ausgewählten Kontaktregionen.
3. Aus welchen Kontaktsituationen gehen interkulturelle Texte hervor?: Ermittlung und Auflistung der Vorkommen interkultureller Texte in den betrachteten Regionen.
4. Welches sind die möglichen Gründe für die unterschiedliche Quantität in der Produktion von Mischtexten in den verschiedenen Kontaktsituationen?: Theoretische Analyse der Einflussfaktoren wie Identität, Prestige und soziale Bedingungen auf die Textproduktion.
5. Schlussbemerkung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Feststellung, dass keine allgemeingültigen Regeln für die Entstehung von Mischtexten existieren.
Schlüsselwörter
Spanisch-Englisch, Sprachkontakt, Mischtexte, Interkulturelle Texte, Chicanos, Spanglish, Identität, Sprachpolitik, Sprachprestige, Sprachmischung, Soziale Lage, Sprachwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Sprachkontakt zwischen Spanisch und Englisch in verschiedenen Regionen der Welt und untersucht die dadurch entstehenden Mischtexte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Typologie der Kontaktsituationen, die Erfassung existierender interkultureller Texte und die Analyse der Ursachen für deren unterschiedliche Häufigkeit.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, warum in manchen Kontaktsituationen eine Fülle von Mischtexten produziert wird, während dies in anderen Regionen kaum oder gar nicht geschieht.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Analyse bestehender Literatur und Online-Ressourcen zu den sieben ausgewählten Sprachkontaktgebieten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erstellung einer Typologie der Gebiete, die Identifizierung der Texte sowie die Untersuchung relevanter Kriterien wie Identität, Prestige und soziale Lage.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sprachkontakt, Spanglish, interkulturelle Identität und die sozio-politische Einbettung von Sprachminderheiten.
Warum spielt die Chicanoliteratur in der Arbeit eine besondere Rolle?
Sie stellt die einzige untersuchte Kontaktsituation mit einer wirklich nennenswerten und dokumentierten Produktion von Mischtexten dar und dient daher oft als Vergleichspunkt.
Welche Rolle spielt die nationale Sprachpolitik bei der Entstehung von Mischtexten?
Die Arbeit stellt fest, dass restriktive Sprachpolitiken oder die vehemente Unterdrückung einer Sprache in einigen Fällen die Identitätsbildung und damit die Textproduktion eher fördern können als liberale Modelle.
- Quote paper
- Daniela Wienhold (Author), 2003, Spanisch-englische Kontaktsituationen auf der Welt und die daraus entstehenden Mischtexte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35344