In der vorliegenden Bachelor-Arbeit soll untersucht werden, inwieweit die Sozialberatung der Berliner Justiz Frauen in der Lebensmitte unterstützen kann und ob die derzeitigen Interventionsmethoden greifen sowie ergänzende Angebote implementiert werden sollten. Die Verfasserin dieser Arbeit ist seit 2009 Beraterin im Team der oben genannten Sozialberatung. Die Beobachtungen während dieser Beratungstätigkeit machten sie auf die Frauen zwischen 40 und 55 Jahren aufmerksam. Sie stehen häufig vor besonderen Herausforderungen, Themen wie Trennung, Trauer, Konflikte am Arbeitsplatz, Familie, Abgrenzung, Gesundheit, Energieverlust, Rollenverständnis, Sinnfragen, Einsamkeit, Gestaltung der noch zu erwartenden Lebenszeit, Angst vor Altersarmut und vermindertes Selbstwertgefühl stehen im Vordergrund. Aussagen wie: „Ich will die werden, die ich bin“(Love, 2002) sind in der Beratungsarbeit keine Seltenheit. Die Lebensmitte der Frau wird auch als Wechseljahre, Klimakterium oder Menopause bezeichnet. Dieses Spannungsfeld der sogenannten „besten Jahre“ zwischen Krise und Wandel wird in der vorliegenden Bachelor-Arbeit näher beleuchtet, um die bestmöglichen Interventionsmaßnahmen in der Sozialberatung für diese Zielgruppe anbieten zu können.
Die These lautet: Die Sozialberatung der Berliner Justiz kann in verschiedenen Lebenskrisen einen unterstützenden Beitrag leisten. Dies soll am Beispiel Frauen in der Lebensmitte dargestellt werden.
Daraus ergibt sich eine Hypothese: Frauen in der Lebensmitte stehen vor besonderen psychosozialen Herausforderungen.
Folgende Fragestellung soll mit Hilfe einer schriftlichen Befragung im Verlauf der vorliegenden Arbeit beantwortet werden: Welche Interventionsmaßnahmen der Sozialberatung der Berliner Justiz unterstützen Frauen in der Lebensmitte? Welche Ergänzungsangebote wären sinnvoll?
Der theoretische Teil dieser Arbeit befasst sich im ersten Kapitel mit der Lebensmitte im Allgemeinen und im Speziellen mit dem Klimakterium der Zielgruppe, der medizinischen Perspektive und den psychosozial wirkenden Faktoren. Des Weiteren erfolgt ein Exkurs in die Lebensmitte der Männer, sowie ein Überblick wie der Umgang mit den Wechseljahren gestaltet werden kann. Die Auswahl der Literatur erfolgte mit dem Fokus auf Lösungsorientierung, verbunden mit dem Wunsch den Wandel ganzheitlich besser zu verstehen und begleiten zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 LEBENSMITTE
2.1 KLIMAKTERIUM / MEDIZINISCHE PERSPEKTIVE
2.2 PSYCHOSOZIALE FAKTOREN
2.3 MÄNNER IN DER LEBENSMITTE (KURZER EXKURS)
2.4 UMGANG MIT DEN WECHSELJAHREN (GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN DES WANDELS)
3 HISTORIE DER BETRIEBLICHEN SOZIALARBEIT
3.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG
3.2 GESCHICHTE DER BETRIEBLICHEN SOZIALARBEIT
3.3 VORSTELLUNG DER SOZIALBERATUNG DER BERLINER JUSTIZ
3.4 ANGEBOTE DER SOZIALBERATUNG DER BERLINER JUSTIZ
4 METHODENTEIL
4.1 METHODISCHE VORGEHENSWEISE IM EMPIRISCHEN TEIL
4.2 HALBSTANDARDISIERTE FRAGEBÖGEN / ENTWICKLUNG DES FRAGEBOGENS
4.3 DURCHFÜHRUNG DER ERHEBUNG
4.4 ERGEBNISDARSTELLUNG
4.5 ANALYSE UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
4.6 ZUSAMMENFASSUNG / DISKUSSION / FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Sozialberatung der Berliner Justiz Frauen in der Lebensmitte effektiv unterstützen kann, ob aktuelle Interventionsmethoden greifen und inwieweit ergänzende Angebote für diese Zielgruppe sinnvoll sind.
- Lebensmitte der Frau: Spannungsfeld zwischen Krise und Wandel
- Historische Entwicklung der betrieblichen Sozialarbeit
- Angebotsstruktur und Arbeitsweise der Sozialberatung der Berliner Justiz
- Empirische Evaluation der Unterstützungsmöglichkeiten durch eine schriftliche Befragung
Auszug aus dem Buch
2.1 Klimakterium / Medizinische Perspektive
Das Klimakterium ist ein normaler physiologischer Lebensabschnitt, der definiert wird durch den Beginn der Menopause. Es handelt sich bei der Menopause um die letzte spontan Periodenblutung, nach der Minimum 12 Monate keine Menstruation erfolgt. Das durchschnittliche Alter der Menopause liegt in Mitteleuropa bei 51 Jahren (vgl. Runnebaum und Rabe 1994).
Das Ausbleiben der Regelblutung bedeutet für Frauen, dass sie biologisch unfruchtbar werden. Der Östrogenspiegel sinkt, da schlussendlich keine Follikel (Eiblässchen) mehr heranreifen, in denen Östrogene produziert werden. Die Funktionalität der Ovarien (Eileiter) ändert sich und wird dafür verantwortlich gemacht, dass der Östrogenspiegel abnimmt (vgl. Longcope 1990, S. 21). Das Klimakterium wird in Phasen unterteilt. Zum einen in die prämenopausale Phase und zum anderen in die postmenopausale Phase. Diese Zeit ist von unterschiedlicher Dauer und wird sehr verschieden erlebt. Allgemein wird über die Zeit zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr gesprochen. Zu den typischen Beschwerden gehören Schwindelgefühle, Hitzewallungen inklusive Schweißausbrüchen, Herzklopfen, Anstieg des Blutdrucks, Atemnot, Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Durch die Veränderung des Hormonniveaus im Körper kann sich auch die Vaginal- und Blasenschleimhaut, sowie die Vulva (äußere weibliche Geschlechtsorgane) verändern. Der Schwund des festen Knochengewebes, also das Auftreten einer Osteoporose, ist ebenso möglich. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass ca. ein Drittel der Frauen massiv unter den Veränderungen, die das Klimakterium beinhaltet, leiden. Ein Drittel fühlt sich lediglich gelegentlich beeinträchtigt, während ein weiteres Drittel kaum Beeinflussung verspürt (vgl. Kast 2000, S. 92ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Frauen in der Lebensmitte und die spezifische Fragestellung zur Unterstützung durch die Sozialberatung der Berliner Justiz.
2 LEBENSMITTE: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Klimakterium, psychosozialen Faktoren sowie einem Vergleich der Lebensmitte bei Frauen und Männern.
3 HISTORIE DER BETRIEBLICHEN SOZIALARBEIT: Darstellung der historischen Entwicklung der betrieblichen Sozialarbeit sowie eine detaillierte Vorstellung der Sozialberatung bei der Berliner Justiz.
4 METHODENTEIL: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, der Durchführung und der Auswertung der empirischen Untersuchung zur Unterstützung der Zielgruppe.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Betriebliche Sozialberatung, Lebensmitte, Frauen, Klimakterium, Midlife-Krise, Evaluation, Intervention, Beschäftigte, Berliner Justiz, Psychosoziale Faktoren, Betriebliches Eingliederungsmanagement, Prävention, Beratung, Gender.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen von Frauen in der Lebensmitte und die Möglichkeiten der betrieblichen Sozialberatung, sie in Krisensituationen zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen das Klimakterium, psychosoziale Belastungen in der Lebensmitte sowie die historische und aktuelle Praxis der betrieblichen Sozialarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu analysieren, wie die Sozialberatung der Berliner Justiz Frauen in der Lebensmitte unterstützt und welche zusätzlichen, sinnvollen Ergänzungsangebote implementiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine empirische Evaluation in Form einer quantitativen schriftlichen Befragung, ergänzt durch eine qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der Lebensmitte und eine praxisnahe Darstellung der Angebote der Sozialberatung der Berliner Justiz inklusive einer Befragung der Klientinnen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Betriebliche Sozialberatung, Lebensmitte, Frauen, Klimakterium, Midlife-Krise, Evaluation und Intervention.
Warum ist die Sozialberatung der Berliner Justiz für diese Studie relevant?
Die Autorin ist dort selbst als Beraterin tätig und konnte durch ihre Beobachtungen den erhöhten Beratungsbedarf bei Frauen zwischen 40 und 55 Jahren identifizieren.
Welche Rolle spielt die "Krise" in dieser Arbeit?
Die Krise wird als zentraler Aspekt der Lebensmitte verstanden, auf den die Sozialberatung durch gezielte Interventionsmaßnahmen reagieren muss, um die Arbeitsfähigkeit und persönliche Gesundheit zu erhalten.
- Quote paper
- Doreen Adam (Author), 2016, Frauen in der Lebensmitte im Spannungsfeld zwischen Krise und Wandel. Die Sozialberatung der Berliner Justiz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353549