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Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Hartz-Reform

Ein Subsumtionsversuch auf den Begriff der politischen Technologien

Titel: Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Hartz-Reform

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 31 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Friederike Stange (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, welche Instrumente und Methoden, die seit der Arbeitsmarktreform von 2003 bis 2005 in Deutschland angewandt werden, um Langzeitarbeitslose auf den Arbeitsmarkt zu (re-)integrieren, im foucaultischen Sinne unter den Begriff der politischen Technologien subsumiert werden können.

Einleitend werden im ersten Kapitel Überlegungen angeführt, die das Sujet der Langzeitarbeitslosigkeit aus der Perspektive des Staates beschreiben sollen. Dabei steht vor allem die Neuausrichtung des Sozialstaates im Mittelpunkt. Im folgenden Kapitel steht die Arbeitsmarktreform selbst im Vordergrund. Bündig und beschränkt auf die relevanten Fakten sollen hier die Hintergründe, Akteure und die Gesetze beschrieben werden, um anschließend eine kurze Bilanz zu ziehen. Im dritten Kapitel werden ausführlich die Instrumente und Methoden beschrieben, die mit der Hartz-Reform Einzug in die Arbeitsvermittlung erhielten. Folgend soll eine Synthese zwischen der arbeitsmarktpolitischen Praxis und dem machtanalytischen Verständnis Foucaults vorgenommen werden. Resümierend werden im letzten Kapitel die Ergebnisse besprochen und diskutiert.

Seit einigen Jahren sind sowohl in den Medien als auch in der Politik Debatten um diese und ähnliche Begriffe zu erkennen. Grundlegend geht es um die empirisch zu beobachtenden und gewachsenen sozialen, ökonomischen und gesellschaftlichen Unterschiede zwischen dem „Unten und den Eliten“. Einigkeit besteht bei den Forschern und Theoretikern allerdings nur darüber, dass „Langzeitarbeitslosigkeit und deren Regulation als Katalysator von sozialstrukturellen und mentalen Veränderungen in den unteren Gesellschaftssegmenten gelten.“ Um die terminologischen Feinheiten der Begrifflichkeiten nicht zu sabotieren, wird sich in dieser Arbeit konsequenterweise auf den regierungspolitischen Umgang Langzeitarbeitsloser konzentriert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Das Problem der Langzeitarbeitslosen im regierungspolitischen Aktionsraum

2 Die Arbeitsmarktreform von 2003 bis 2005

2.1 Die politischen Hintergründe zu der Arbeitsmarktreform

2.2 Die Akteure der Reform

2.3 Die Hartz-Gesetze

2.4 Bilanz zur Arbeitsmarktreform 2003 bis 2005

3 Instrumente und Methoden der Hartz-Reform

4 Synthese: politische Technologien in der Hartz-Reform

5 Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die im Rahmen der Hartz-Reform eingeführten arbeitsmarktpolitischen Instrumente und Methoden als "politische Technologien" im Sinne der machtanalytischen Perspektive Michel Foucaults interpretiert werden können, um Langzeitarbeitslose zu regieren und in den Arbeitsmarkt zu (re-)integrieren.

  • Neuausrichtung des Sozialstaates unter der rot-grünen Bundesregierung
  • Analyse der Hartz-Gesetze und ihrer politischen Akteure
  • Instrumente der Arbeitsvermittlung (Fallmanagement, Assessment, Eingliederungsvereinbarung, Profiling)
  • Machtanalytische Synthese: Eingriff in das Private, Kategorisierung und Anpassung der Individuen

Auszug aus dem Buch

Synthese: politische Technologien in der Hartz-Reform

Politische Technologien wie im oben beschriebenen Sinn können anhand von drei Indikatoren zusammengefasst werden: der Eingriff in das Private, Kategorisierung der Individuen und der Vollzug von Anpassungsmaßnahmen. Bevor also eine tatsächliche Arbeitsplatzvermittlung durch die Bundesagentur für Arbeit stattfinden kann, müssen die „gehemmten und unzulänglichen Langzeitarbeitslosen“ in „vermittlungsfähige Subjekte“ mit Hilfe des Fallmanagements und dessen Methoden transformiert werden. Folglich müssen, um „von (marktkonformen) ‚Arbeitslosen‘“ sprechen zu können, deren individuellen „Hemmnisse […] identifiziert und dem gehemmten Subjekt bewusst gemacht werden“.

Über das Fallmanagement und das Assessment wird der gesamte Eingliederungsprozess der Langzeitarbeitslosen organisiert. Ein Indikator politischer Technologien lässt sich zum ersten in dem übergeordneten Ziel des Fallmanagements ausmachen, nämlich die Marktkonformität der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zu erreichen, also eine Anpassung der Subjekte bezüglich der Anforderungen des Arbeitsmarktes zu vollziehen. Zum zweiten findet vorab ein Ausschussverfahren von Leistungsbeziehern statt. Mit dieser ‚Prä-Kategorisierung‘ werden nur Personen herausgefiltert, die persönliche und/ oder berufsbiografische Auffälligkeiten aufweisen. Und zum dritten ist es die Aufgabe des Fallmanagers die Vermittlungshemmnisse zu identifizieren, die eine Berufsaufnahme mutmaßlich bisher unmöglich gemacht haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Das Problem der Langzeitarbeitslosen im regierungspolitischen Aktionsraum: Das Kapitel erläutert die Neuausrichtung des deutschen Sozialstaates unter der rot-grünen Regierung und ordnet Langzeitarbeitslosigkeit als zentrales regierungspolitisches Problem ein.

2 Die Arbeitsmarktreform von 2003 bis 2005: Hier werden die Hintergründe, die beteiligten Akteure sowie die Umsetzung der Hartz-Gesetze detailliert beschrieben und kritisch bilanziert.

3 Instrumente und Methoden der Hartz-Reform: Dieses Kapitel stellt spezifische Maßnahmen wie Fallmanagement, Assessment, Eingliederungsvereinbarungen und Profiling vor, die zur Arbeitsvermittlung eingesetzt werden.

4 Synthese: politische Technologien in der Hartz-Reform: Die arbeitsmarktpolitische Praxis wird hier mit dem machtanalytischen Verständnis Foucaults verknüpft, wobei die Kategorien Eingriff in das Private, Kategorisierung und Anpassung als Indikatoren für "politische Technologien" dienen.

5 Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und diskutiert die Subsumtion der Hartz-Instrumente unter den Begriff der politischen Technologien.

Schlüsselwörter

Hartz-Reform, Langzeitarbeitslose, Sozialstaat, politische Technologien, Michel Foucault, Fallmanagement, Arbeitsmarktpolitik, Aktivierung, Eigenverantwortung, Kategorisierung, Eingliederungsvereinbarung, Vermittlungshemmnisse, Machtanalyse, Arbeitssuche, Neoliberalismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, wie staatliche Arbeitsmarktpolitik durch die Hartz-Reform verändert wurde, um Langzeitarbeitslose zu aktivieren und an den Arbeitsmarkt anzupassen.

Welche theoretische Perspektive wird eingenommen?

Als theoretischer Rahmen dient die machtanalytische Perspektive des Philosophen Michel Foucault, insbesondere sein Konzept der "politischen Technologien".

Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll geprüft werden, ob Instrumente wie das Fallmanagement oder das Profiling als "politische Technologien" betrachtet werden können, die in die Lebensführung der Betroffenen eingreifen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen Subsumtionsversuch, um arbeitsmarktpolitische Instrumente mit dem theoretischen Konstrukt der politischen Technologien nach Foucault und Bohlender abzugleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Reformhintergründe und Akteure, die Beschreibung der eingesetzten Vermittlungsmethoden sowie die theoretische Synthese.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie "aktivierender Sozialstaat", "politische Technologien", "Fallmanagement" und "Marktkonformität" geprägt.

Was bedeutet "ABC-Messung" im Kontext der Arbeit?

Die ABC-Messung ist ein im Rahmen des Profilings eingesetztes computergestütztes Diagnoseverfahren zur Einstufung von Arbeitslosen, das auch als Indikator für Kategorisierungsprozesse analysiert wird.

Warum ist das "Fallmanagement" für die Analyse relevant?

Das Fallmanagement ist zentral, da es als Instrument dient, um "unzulängliche" Arbeitslose zu "vermittlungsfähigen Subjekten" zu transformieren und dabei tief in private Lebensverhältnisse eingreift.

Welches Fazit zieht die Autorin zu den Hartz-Instrumenten?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die untersuchten Instrumente als politische Technologien fungieren, da sie Menschen als Objekte behandeln und durch Sanktionsandrohungen ein Klima der Angst erzeugen.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Hartz-Reform
Untertitel
Ein Subsumtionsversuch auf den Begriff der politischen Technologien
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,0
Autor
Friederike Stange (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
31
Katalognummer
V353554
ISBN (eBook)
9783668397538
ISBN (Buch)
9783668397545
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Langzeitarbeitslose Macht Michel Foucault Mathias Bohlender politische Technologien Hartz IV aktivierender Staat Sozialstaat Agenda 2010 Rot-Grüne-Bundesregierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Friederike Stange (Autor:in), 2014, Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Hartz-Reform, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353554
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  31  Seiten
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