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Straßenkindheit und soziale Devianz als Folge zunehmender Urbanisierung in Deutschland

Gesellschaft und Pädagogik um 1900

Título: Straßenkindheit und soziale Devianz als Folge zunehmender Urbanisierung in Deutschland

Trabajo , 2016 , 23 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Pedagogía - Historia de la pedagogía
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In der Arbeit soll die Thematik der Straßenjungen in Deutschland in der Zeit um 1900 behandelt werden. Straßenkindheit war zu der Zeit um 1900 ein immer größer werdendes Problem, nicht nur für die bürgerliche Gesellschaft. Damit das Phänomen umfassend verstanden werden kann, wird zunächst auf die Geschichte der Urbanisierung eingegangen. Dabei wird sowohl eine Definition für Urbanisierung gegeben als auch deren Bedeutung für die Bevölkerung des damaligen Deutschlands dargestellt. Die zunehmende Veränderung der Städte als Folge der Urbanisierung und die aufkommende Industrialisierung sind dabei für die Entwicklung der Bevölkerung entscheidende Faktoren.

In einem weiteren Schritt wird die zunehmende Verhäuslichung untersucht. Dazu wird der Prozess der Verhäuslichung, der nicht nur auf Erziehung beschränkt ist, näher beleuchtet. Historische Entwicklungstendenzen sind dabei ebenso von Bedeutung, wie neuere Errungenschaften der Gesellschaft. Verschachtelte Handlungsräume spielen dabei eine entscheidende Rolle, was ebenfalls genauer dargestellt wird, bevor wir zu der Frage kommen, was eine Straßenkindheit von einer verhäuslichten Kindheit unterscheidet. Dazu werden verschiedene Positionen gegenübergestellt und die Rezeption der damaligen Zeit dargestellt. Wie wird Kindheit wahrgenommen, sowohl bürgerlich als auch auf der Straße?
Das Verhalten von Kindern auf der Straße soll genauer betrachtet werden und besonders, welche Probleme es für die bürgerliche Schicht bereiten könnte. Dazu werden das Bandenverhalten und die Cliquen als eine der Ursachen für die Probleme in Betracht gezogen.

Wie sieht eine bürgerliche Kindheit aus und wie sind die Erziehungsvorstellungen der bürgerlichen Schicht? Schließlich soll die reformatorische Konzeption von Kindheit, mit Ellen Key als eine bedeutende Vertreterin der Reformpädagogik in Deutschland, kurz dargestellt werden. Diese Betrachtungsweise der damaligen Zeit ist Grundlage und Nährboden für die stärker aufkommende soziale Arbeit. Hier wird beispielhaft für andere (Settlement-)Bewegungen die Soziale Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost (SAG) aufgeführt. Sie engagierte sich für Kinder der Arbeiterklasse in Berlin und kam daher direkt mit den Straßenkindern in Kontakt. Die Ziele der SAG sollen kurz erläutert werden sowie durch die Klubarbeit eine Facette der Bewegung näher betrachtet werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Urbanisierung in Deutschland

3 Prozess der Verhäuslichung

4 Kindheit um 1900

4.1 Rezeption von Straßenkindheit

4.2 Cliquen und Banden

4.3 Bürgerliche Vorstellung von Kindheit

4.4 Reformatorische Konzeption von Kindheit

5 Soziale Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Straßenkindheit und soziale Devianz im Kontext der rapiden Urbanisierung und Industrialisierung in Deutschland um 1900. Ziel ist es, die entstehenden Spannungsfelder zwischen der bürgerlichen Vorstellung von "verhäuslichter" Kindheit und der Lebensrealität von Kindern auf der Straße aufzuzeigen und die pädagogischen Ansätze zur Bewältigung dieser sozialen Frage, insbesondere beispielhaft durch die Soziale Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost, kritisch zu beleuchten.

  • Die Entwicklung der Urbanisierung und Industrialisierung im Deutschland um 1900.
  • Die Entstehung und Definition des Konzepts der "Verhäuslichung" als zivilisatorischer Prozess.
  • Wahrnehmung und soziale Konstruktion von Straßenkindern durch das Bildungsbürgertum.
  • Die Rolle von Cliquen und Banden als soziale Form der Straßenjugend.
  • Pädagogische Reformbewegungen und Ansätze der Sozialen Arbeit (Settlement-Bewegung).

Auszug aus dem Buch

4.2 Cliquen und Banden

Der Straßenjunge wird allgemein mit Wildheit und Primitivität beschrieben. Oft wird davon gesprochen, dass sie, die Straßenjungen, in Meuten oder Rudeln auftauchen. Bewusst wird hier in der Literatur der damaligen Zeit ein Vokabular benutzt, das eher Tieren zuzuschreiben ist. Es wird ein Kontrast erzeugt, zwischen der gut bürgerlichen Welt und der Welt der Straße. Die Gefährlichkeit eines einzelnen Straßenjungen wird nur noch gesteigert durch die Gruppe in der er sich befindet. Politisch gesehen ist der Straßenjunge dabei ein junges Abbild eines revoltierenden Arbeiters und die Gemeinschaft auf der Straße als eine Vorläuferin der „organisierten Gemeinschaft“ der Arbeiter zu betrachten (Linder 1983, S. 198).

Die Dynamik der Gruppe ist dabei genauso entscheidend, wie das Verständnis von Stadtgemeinschaften und der Territorialität. Straßenjungen eignen sich symbolisch ihr Wohngebiet oder ihre Straße an. Dabei wird ein eigentlich fremder Raum, der physisch nicht ihnen gehört, als eigen betrachtet. Dazu gehören z.B. die Herausbildung von eigenen und spezifischen Kommunikations-, Verhaltens- und Wahrnehmungsweisen. Es findet eine Transformation von gebautem Raum in gelebten Raum statt (vgl. Lindner 1983, S. 200). Dies wird realisiert durch die Errichtung von Treffpunkten untereinander, das (gemeinsame) Erkunden der Umwelt und das Entdecken von vermeintlichen Schlupfwinkeln. Der Raum wird belebt durch eine für Kinder eigene Sprache und Symbolik. Außenstehende können gar nicht wissen, was genau mit einer bestimmten Äußerung gemeint ist, solange sie nicht eingeweiht sind. Es entsteht ein eigener Sinn für den Ort. Diese Gruppen von Kindern und Jugendlichen werden von der Gesellschaft als Banden oder Cliquen bezeichnet. Diese Begriffe besitzen auch heute noch eine negative Konnotation.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik der Straßenkindheit um 1900 und legt den Aufbau der Arbeit dar, die von den urbanen Rahmenbedingungen über das pädagogische Konzept der Verhäuslichung hin zur praktischen Sozialarbeit führt.

2 Urbanisierung in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die massiven gesellschaftlichen Veränderungen durch Industrialisierung und Landflucht, die zur Entstehung der modernen Großstadt und der Arbeiterklasse führten.

3 Prozess der Verhäuslichung: Es wird untersucht, wie die räumliche Isolierung und Strukturierung von Handlungsräumen ein neues, bürgerliches Verständnis von Kindheit und Erziehung ermöglichte.

4 Kindheit um 1900: Dieses Hauptkapitel beleuchtet die konträren Lebenswelten von bürgerlicher Familienkindheit und Straßenkindheit sowie die gesellschaftliche Wahrnehmung und Stigmatisierung der Straßenjugend.

5 Soziale Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost: Anhand dieses Beispiels wird die praktische Arbeit von Settlement-Bewegungen dargestellt, die versuchten, Kinder durch Klubarbeit von der Straße zu holen und in bürgerliche Normen zu integrieren.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die historischen Entwicklungen im Kontext der sozialen Arbeit sowie deren Bedeutung für die Pädagogik.

Schlüsselwörter

Straßenkindheit, Urbanisierung, Verhäuslichung, Sozialarbeit, Soziale Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost, Kindheit um 1900, Industrielle Revolution, Reformpädagogik, Bandenwesen, Erziehung, Soziale Frage, Stadtgeschichte, Jugendkultur, Familienleben, Settlement-Bewegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Lebensbedingungen von Straßenjungen in deutschen Großstädten um 1900 und setzt diese in Bezug zur rasanten Urbanisierung und dem bürgerlichen Erziehungsideal jener Zeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verknüpft Stadt- und Sozialgeschichte mit der Geschichte der Pädagogik. Themen sind die Urbanisierung, das Konzept der "Verhäuslichung", die bürgerliche Kindheitsvorstellung und die Anfänge der organisierten sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Veränderungen (Urbanisierung) neue Herausforderungen für die Pädagogik schufen und wie durch Konzepte wie die "Verhäuslichung" und soziale Einrichtungen versucht wurde, auf das Phänomen der Straßenkindheit zu reagieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und zeitgenössischer Quellen basiert, um die pädagogischen Diskurse und sozialen Praktiken um 1900 zu rekonstruieren.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil steht der Gegensatz zwischen der als "defizitär" wahrgenommenen Straßenkindheit und der angestrebten, in geschützten Räumen stattfindenden "verhäuslichten" Kindheit im Zentrum. Zudem wird die Soziale Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost als konkretes Praxisbeispiel analysiert.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Urbanisierung, Verhäuslichung, Straßenkindheit, soziale Devianz und Reformpädagogik bilden den Kern der terminologischen Auseinandersetzung.

Welche Rolle spielt die "Verhäuslichung" für die Argumentation des Autors?

Die Verhäuslichung wird als zentrales zivilisatorisches Gestaltungsprinzip der Moderne verstanden. Sie dient dazu, Handlungsräume zu isolieren und zu standardisieren, was Kindern zwar Schutz bot, sie aber gleichzeitig von der Außenwelt und ihren informellen Lernorten auf der Straße entfremdete.

Warum wird die Soziale Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost als Beispiel gewählt?

Sie dient als prominentes Beispiel für die Settlement-Bewegung. Die Arbeit zeigt, wie dort versucht wurde, durch direkte Klubarbeit das "pädagogische Vakuum" der Straße zu füllen und durch Selbstverwaltung positive Alternativen zur "wilden" Straßenkultur zu schaffen.

Wie bewertet der Autor den Erfolg der sozialen Arbeit um 1900?

Der Autor konstatiert, dass die Arbeit nur mäßigen Erfolg hatte, da viele Jugendliche sich der pädagogischen Vereinnahmung entzogen, die als "brav" empfunden wurde, und die Distanz zwischen den sozialen Milieus oft unüberbrückbar blieb.

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Detalles

Título
Straßenkindheit und soziale Devianz als Folge zunehmender Urbanisierung in Deutschland
Subtítulo
Gesellschaft und Pädagogik um 1900
Universidad
Ruhr-University of Bochum  (Erziehungswissenschaften)
Calificación
2,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
23
No. de catálogo
V353560
ISBN (Ebook)
9783668396197
ISBN (Libro)
9783668396203
Idioma
Alemán
Etiqueta
straßenkindheit devianz folge urbanisierung deutschland gesellschaft pädagogik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2016, Straßenkindheit und soziale Devianz als Folge zunehmender Urbanisierung in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353560
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