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Gretchenfrage Liberalisierung

Welthandelsrunden als Two-Level-Games in der Internationalen Politik

Title: Gretchenfrage Liberalisierung

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Robert Rädel (Author)

Politics - Topic: Globalization, Political Economics
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Außenhandelspolitik ist nach innen ein Verteilungskonflikt zwischen verschiedensten Interessengruppen, und nach außen ein Kampf um wirtschaftliche Macht, Marktzugänge und Entwicklungschancen. Die Konfliktlinien verlaufen quer durch alle Ländergruppen und Sachgebiete. Das Ziel der Arbeit ist es, einen theoretischen Ansatz vorzustellen, der versucht, die politökonomischen Auswirkungen sowie Verflechtungen von Handelsliberalisierung darzustellen und mit dem Two-Level Game – Modell der Internationalen Politik zu verbinden, um die Welthandelsrunden des GATT und der World Trade Organization als institutionalisierte, sich wiederholende Mehrspieler- Two-Level Games mit dem Zweck der Überwindung von Nichtkooperation in der Außenhandelspolitik zu beschreiben.
Außenhandelspolitik führt aufgrund ihrer Verteilungswirkungen zu Gewinnen und Verlusten unter Arbeitnehmern und -gebern, import- und exportorientierter Industrie sowie Produzenten und Konsumenten, und ist politisch brisant ist. Lobbygruppen verursachen domestic constraints, die den Freiraum der Regierung in internationalen Verhandlungen einschränken. Die Verhaltenslogik des Gefangenendilemmas sagt theoretisch voraus, dass die Regierungen in multilateralen Handelsgesprächen in einem spieltheoretischen Nash-Gleichgewicht des gegenseitigen Protektionismus verbleiben, um ihren eigenen Nutzen zu maximieren. Mit dem Modell des Two-Level Games, das die Interdependenz von nationaler und internationaler Politik beschreibt, lässt sich jedoch erklären, wie und wann die Spieler aus dieser Situation der Nichtkooperation ausbrechen können. Welthandelsrunden sind institutionalisierte, sich wiederholende Mehrspieler- Two-Level Games, die Anreize zur Nichtkooperation abschwächen, durch das Bereitstellen von Information Unsicherheiten über domestic constraints beseitigen, issue linkages ermöglichen und damit strategische Verhandlungsoptionen öffnen sowie durch wiederholtes „Spielen“ tit-for-tat – Lösungen anbieten und Kooperationsnormen schaffen. Die zunehmende Verrechtlichung des globalen Handelsregimes kann Erwartungen über zukünftige Gewinne und Verluste stabilisieren und damit die Kooperation fördern, gleichzeitig aber auch zu mehr Widerstand gegen Freihandelsabkommen führen und die weitere Liberalisierung des Welthandels verzögern.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Liberalisierung

2.1. Die Theorie der Liberalisierung

2.2. Die Verteilungswirkung von Liberalisierung

2.3. Determinanten der außenhandelspolitischen Orientierung

3. Two-Level Games in der Internationalen Handelspolitik

4. Welthandelsrunden als institutionalisierte Mehrspieler – Two-Level Games

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht den theoretischen Konflikt um Handelsliberalisierung und analysiert, wie sich internationale Handelsrunden durch das "Two-Level Game"-Modell als institutionalisierte Mehrspieler-Prozesse beschreiben lassen, um Nichtkooperation zu überwinden.

  • Politökonomische Auswirkungen der Handelsliberalisierung
  • Einfluss von "domestic constraints" auf die Außenhandelspolitik
  • Spieltheoretische Analyse von internationalen Handelsverhandlungen
  • Die Rolle der GATT/WTO als institutionalisiertes Forum für Kooperation
  • Grenzen des Two-Level-Game-Modells in der aktuellen Handelspolitik

Auszug aus dem Buch

3. Two-Level Games in der Internationalen Handelspolitik

Im letzen Kapitel habe ich dargestellt, dass Internationaler Freihandel in der Theorie zu Wohlfahrtsgewinnen für alle führt, aber aufgrund der Verteilungswirkung von Außenhandelspolitik es auch in demokratischen Staaten zu protektionistischen Bestrebungen kommen kann und viele Länder vom Freihandelsideal abweichen, so dass Handelsstreitigkeiten seit Jahrhunderten zur internationalen Tagesordnung gehören.

Die Spieltheorie, die sich als Zweig des rational oder social choice mit dem strategischen Verhalten von mehreren Akteuren in konflikthaltiger Interaktion beschäftigt, hat für die Verhandlungssituation, in der sich zwei oder mehrere Länder u.a. in Handelsgesprächen befinden, einen in der Sozialwissenschaft weit verbreiteten Begriff geprägt. Das Gefangenendilemma ist das Bild für eine Situation zweier Spieler, die rational handeln und vor einer Entscheidung stehen, zu kooperieren (K) (den eigenen Markt öffnen) oder nicht zu kooperieren (N) (den eigenen Markt abschotten). Das Spiel geht nur eine Runde, und jeder Spieler muss seine Entscheidung treffen, ohne die des anderen vorher zu erfahren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Schwierigkeiten aktueller Welthandelsrunden und führt in die Fragestellung ein, wie internationale Handelsliberalisierung mit dem "Two-Level Game"-Modell erklärt werden kann.

2. Liberalisierung: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Grundlagen der Freihandelsdoktrin, ihre Verteilungswirkungen und die domestic constraints, die außenhandelspolitische Entscheidungen beeinflussen.

3. Two-Level Games in der Internationalen Handelspolitik: Hier wird das Two-Level-Game-Modell nach Robert Putnam eingeführt, um die Verflechtung von innenpolitischen Interessen und internationaler Verhandlungsebene spieltheoretisch zu analysieren.

4. Welthandelsrunden als institutionalisierte Mehrspieler – Two-Level Games: Das Kapitel überträgt das Modell auf das GATT/WTO-System und zeigt auf, wie diese Institutionen als wiederkehrende Mehrspieler-Verhandlungen Kooperation fördern können.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die theoretischen Erkenntnisse und diskutiert die Grenzen des Modells, insbesondere im Hinblick auf den Einfluss von Machtpolitik in globalen Handelskonflikten.

Schlüsselwörter

Handelsliberalisierung, Two-Level Games, Außenhandelspolitik, Welthandelsorganisation, Protektionismus, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Win-Sets, domestic constraints, internationale Kooperation, Freihandel, Verteilungswirkung, GATT, Verhandlungspolitik, internationale politische Ökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die politische Ökonomie des internationalen Handels und untersucht, warum Staaten trotz theoretischer Wohlfahrtsgewinne durch Freihandel häufig protektionistische Maßnahmen ergreifen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit verknüpft liberale Handelstheorien, distributive Verteilungswirkungen, innenpolitische Entscheidungsprozesse und spieltheoretische Modelle der internationalen Kooperation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die theoretische Erklärung der Funktionsweise von Welthandelsrunden mittels des Two-Level-Game-Modells nach Robert Putnam, um den Ausweg aus dem Gefangenendilemma der Außenhandelspolitik zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein politökonomischer Ansatz verfolgt, der spieltheoretische Modelle (Gefangenendilemma, Nash-Gleichgewicht) und das Two-Level-Game-Modell zur Analyse realpolitischer Prozesse nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Fundierung der Liberalisierung, eine Analyse der Two-Level-Struktur von Verhandlungen sowie die Anwendung dieser Theorie auf das institutionelle Gefüge von GATT und WTO.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind das Two-Level Game, domestic constraints, Win-Sets, Verteilungswirkung, Freihandel, Protektionismus und institutionelle Kooperation.

Welche Rolle spielen "Win-Sets" im Modell von Putnam?

Win-Sets repräsentieren den Spielraum eines Verhandlungsführers auf internationaler Ebene, innerhalb dessen ein Abkommen auch innenpolitisch ratifiziert werden kann. Ihre Größe ist entscheidend für die Erfolgsaussichten von Handelsverhandlungen.

Wie unterscheidet sich die WTO von bilateralen Handelsgesprächen laut der Arbeit?

Durch die Institutionalisierung als "wiederkehrendes Spiel" ermöglicht die WTO "issue linkages" und regelmäßige Interaktionen, die Kooperationsnormen wie das Prinzip "tit-for-tat" etablieren, welche in rein bilateralen, einmaligen Verhandlungen schwieriger zu festigen sind.

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Details

Title
Gretchenfrage Liberalisierung
Subtitle
Welthandelsrunden als Two-Level-Games in der Internationalen Politik
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
HS Internationale politische Ökonomie heute
Grade
2,3
Author
Robert Rädel (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V35359
ISBN (eBook)
9783638353021
ISBN (Book)
9783638749329
Language
German
Tags
Gretchenfrage Liberalisierung Internationale
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Rädel (Author), 2004, Gretchenfrage Liberalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35359
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