Schwedens Gesundheitssystem unterscheidet sich vom deutschen in starkem Maße, weswegen es unter Anderem und auch aufgrund des Fachkräftemangels im Medizinbereich bei deutschen Gesundheits- und Krankenpflegern, Ärzten, Physiotherapeuten und weiteren medizinischen Fachkräften als Auswanderungsland beliebt ist.
In dieser Hausarbeit sollen Argumente aufgezeigt werden, die für das Gesundheitssystem im Norden Europas sprechen. Ist es wirklich ein Pullfaktor für deutsche Migranten? Zunächst werden allgemeine Informationen dargelegt und im Anschluss auf konkrete Motivatoren eingegangen, die diese Thesis belegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das schwedische Gesundheitssystem
2.1. Einblick in die Funktionsweise des Systems
2.2. Krankenversicherung in Schweden
2.3. Vorzüge des schwedischen Systems
3. Gestaltung der Auswanderung im Gesundheitsfachberuf
3.1. Unterstützende Institutionen
3.2. Voraussetzungen
3.3. Anerkennung von Abschlüssen
4. Gegenüberstellung von Motivatoren
4.1. Extrinsische Motivatoren
4.2. Intrinsische Motivatoren
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das schwedische Gesundheitssystem als zentralen Pullfaktor für die Migration von deutschen Fachkräften aus dem Gesundheitswesen. Dabei wird analysiert, inwiefern strukturelle Unterschiede, bessere Arbeitsbedingungen und monetäre Anreize in Schweden einen signifikanten Migrationsanreiz für Gesundheitsfachberufe bilden.
- Vergleich der Gesundheitssysteme (Bismarck- vs. Beveridge-Modell)
- Prozess der beruflichen Auswanderung nach Schweden
- Herausforderungen der Anerkennung deutscher Berufsabschlüsse
- Analyse extrinsischer und intrinsischer Motivatoren für Pflegepersonal
Auszug aus dem Buch
3.1. Unterstützende Institutionen
Nach den Recherchen und der Befragung von Auswanderern nach Schweden wurde explizit auf das sogenannte Baltic- Training- Center in Rostock verwiesen, das sich auf Auswanderungshilfe nach Skandinavien und den Niederlanden spezialisiert hat und ihren Service online vorstellen.
Geboten werden nach erfolgreicher Bewerbung ein Schwedisch- Intensivkurs, eine Aufwandsentschädigung während des Kurses, Unterstützung bei der Wohnungssuche, eine Festanstellung mit Einführungsprogramm in Schweden, weitere Sprachausbildung in Schweden, Ausbildung im medizinischem Recht und die Möglichkeitn eines Studienbesuches in Stockholm.
Was lässt dieses Angebot so attrakiv erscheinen? Zum Einen ist vorstellbar, dass die aufgeführten Punkte Bewerbern das Gefühl geben: Die Auswanderung ist machbar! Der Sprachkurs ist für einen Einstieg ins schwedische Arbeitsleben eine Grundvoraussetzung für die Anstellung. Zu diesem Punkt folgen die Recherchen in 3.2.
Das Wort "Festanstellung"- wieviele frisch ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger, Physiotherapeuten, Medizinische Dokumentationsassistenten kennen das Wort "Befristung" in , vor Allem, den neuen Bundesländern? Es gibt Beispiele aus der Praxis, in denen deutlich wird, wie schwer der Weg zum unbefristeten Vollzeitvertrag sein kann, teilweise über Jahre und mehrere Befristungen sogar im vierteljährlichen Abstand. Eine Lösung ist nur, letztendlich in Bundesländer wie z.B. Hessen oder Bayern, wo der Fachkräftemangel akut ist, zu gehen oder eben wie hier angeboten, nach Skandinavien, speziell Schweden, zu migrieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Migration von medizinischem Fachpersonal nach Schweden ein und erläutert die Relevanz des schwedischen Gesundheitssystems als potenziellen Pullfaktor.
2. Das schwedische Gesundheitssystem: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Beveridge-Modells und stellt die Funktionsweise der schwedischen Krankenversicherung sowie deren spezifische Vorzüge dar.
3. Gestaltung der Auswanderung im Gesundheitsfachberuf: Hier werden notwendige Schritte der Migration beleuchtet, einschließlich unterstützender Institutionen, formaler Voraussetzungen und des Anerkennungsverfahrens von Berufsabschlüssen.
4. Gegenüberstellung von Motivatoren: Dieses Kapitel analysiert extrinsische und intrinsische Motivatoren, wobei insbesondere Gehaltsunterschiede, Arbeitszeiten und berufliche Verantwortung vergleichend gegenübergestellt werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und bestätigt das schwedische System als attraktive Alternative für deutsches Pflegepersonal unter Berücksichtigung der notwendigen Sprachqualifikationen.
Schlüsselwörter
Gesundheitssystem, Schweden, Migration, Fachkräftemangel, Krankenpflege, Beveridge-Modell, Pullfaktor, extrinsische Motivation, intrinsische Motivation, Arbeitsbedingungen, Gehaltsvergleich, Sprachkompetenz, Anerkennung, Gesundheitsfachberufe, Arbeitsmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Attraktivität des schwedischen Gesundheitssystems für deutsches medizinisches Fachpersonal und bewertet es als Pullfaktor für eine mögliche Auswanderung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen den Systemvergleich zwischen Deutschland und Schweden, die bürokratischen Hürden der Auswanderung sowie die Arbeits- und Motivationsfaktoren für Gesundheitsberufe.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, Argumente für die Migration nach Schweden zu identifizieren und aufzuzeigen, ob das schwedische System tatsächlich die besseren Rahmenbedingungen bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Internetrecherche, ergänzt durch Beispiele aus der beruflichen Praxis sowie einem Vergleich von Arbeits- und Gehaltsdaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des schwedischen Gesundheitssystems, die praktischen Schritte der Auswanderung und eine detaillierte Gegenüberstellung von Motivatoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Migration, Gesundheitssystem, Fachkräftemangel, Pflege, Arbeitsbelastung und Motivationsfaktoren.
Warum ist das Sprachniveau C1 für Pflegekräfte in Schweden so wichtig?
Es ist Voraussetzung für die Arbeitserlaubnis und notwendig, um anspruchsvolle medizinische Texte zu verstehen und im anspruchsvollen Berufsalltag präzise kommunizieren zu können.
Wie unterscheidet sich die Rolle einer Pflegekraft in Schweden von der in Deutschland?
In Schweden genießt das Pflegepersonal durch den akademischen Ausbildungsgrad ein höheres gesellschaftliches Ansehen und agiert mit geringeren Hierarchieebenen gegenüber Ärzten als in Deutschland.
- Arbeit zitieren
- Christin Höhlig (Autor:in), 2017, Das schwedische Gesundheitssystem als Pullfaktor für die Migration von Gesundheitsfachberufen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353631