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Die Bürde der privilegierten Geburt. Folgen von hohem Wohlstand auf Jugendliche

Title: Die Bürde der privilegierten Geburt. Folgen von hohem Wohlstand auf Jugendliche

Bachelor Thesis , 2016 , 50 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kristin Hertwig (Author)

Social Studies (General)
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Das Ziel der Bachelorarbeit ist es „die Schattenseiten“ einer privilegierten Geburt aufzuzeigen, indem untersucht wird, auf welche Weise die scheinbar privilegierenden Bedingungen für diese Jugendlichen ins Gegenteil umschlagen können und welche Umstände dazu führen. Meine Fragestellung lautet demnach: Auf welche Weise können sich ökonomisch privilegierende Bedingungen bei Jugendlichen aus reichen Elternhäusern negativ auswirken und welche Umstände führen dazu? Die empirische Grundlage der Arbeit bilden Daten aus Vergleichsstudien der letzten zwei Jahrzehnte. Die meisten der Studien stammen aus den USA, da die Forschung dort auf diesem Gebiet am weitesten ist. Psychologische Störungen und ihre Auswirkungen auf Jugendliche wurden in Deutschland in der Forschung bisher kaum im Zusammenhang mit dem Sozialstatus untersucht. Es konnten jedoch genug Daten zusammengetragen werden, um eine Tendenz für den deutschen Raum festzustellen.

Privilegiert aufzuwachsen bedeutet, in einer Familie groß zu werden, deren finanzieller Rahmen unter materiellen Gesichtspunkten viele Sorgen ausschließt. Geld kann Zeit kaufen und mühevolle Schritte im Alltag überspringen. Besonders wohlhabende Menschen werden um ihr "leichtes Leben“, die für sie vielen offenen Türen und ihren Status oft beneidet. Gepaart mit gesunden moralischen Werten und einer starken Persönlichkeit kann Reichtum ein Segen sein. Während Kinder reicher Familien mit den Privilegien, die sie durch ihre Herkunft genießen, in Verbindung gebracht werden, werden Kinder aus ärmlichen Verhältnissen weithin als gefährdet angesehen. Seit den 1950er Jahren hat sich die Forschung steigend mit den Risiken von Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien beschäftigt. Die andere Seite des sozioökonomischen Spektrums, Jugendliche aus wohlhabenden Familien, wurde in dem Zusammenhang nicht berücksichtigt. Erst seit Anfang des 21. Jahrhunderts rücken diese Jugendlichen in den Fokus der Forschung. So konnten in den letzten Jahren verschiedene Anpassungsprobleme und Bereiche der Gefährdung wie bspw. Drogen- und Alkoholmissbrauch sowie eine Tendenz zu Depressionen innerhalb dieser gesellschaftlichen Gruppe festgestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Arbeitsziele

1.2 Aufbau der Arbeit

1.3 Persönliche Motivation

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Warum Kinder aus reichem Hause oft einen schweren Start haben

2.2 Symptome von Affluenza

2.2.1 Arbeitssucht

2.2.2 Isolation von Eltern und Wohlstandsverwahrlosung

2.2.3 Narzissmus und „The Silver-Spoon Syndrome“

2.2.4 Selbstbewusstsein

2.2.5 Falsches Verständnis von Berechtigung, Schwierigkeiten im Umgang mit Frustration und Verlust von Motivation für die Zukunft

2.3 Wege zu Reichtum

2.4 Forschungshypothesen

3 Verwendete Studien

3.1 Verwendete Studien

3.2 Auswahl Symptome und Folgen

3.3 Operationalisierung

4 Darstellung empirischer Ergebnisse

4.1 Hypothese 1

4.2 Hypothese 2

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Bachelorarbeit untersucht die negativen psychosozialen Auswirkungen von ökonomischem Reichtum auf Jugendliche. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie privilegierende Bedingungen in wohlhabenden Elternhäusern ins Gegenteil umschlagen können und welche spezifischen Faktoren zu Anpassungsproblemen oder psychischen Störungen bei diesen Jugendlichen führen.

  • Die psychologischen Auswirkungen des Phänomens "Affluenza".
  • Die Bedeutung von Eltern-Kind-Beziehungen und emotionaler Isolation.
  • Der Zusammenhang zwischen wohlhabender Herkunft und Drogen- bzw. Alkoholkonsum.
  • Empirische Analyse von Anpassungsstörungen bei wohlhabenden Jugendlichen im Vergleich zu nationalen Normen.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Isolation von Eltern und Wohlstandsverwahrlosung

In Familien, in denen Eltern arbeitssüchtig und aufgrund ihrer Arbeit wenig Zuhause anwesend sind, leiden die Kinder häufig unter Gefühlen von Verlassenheit und Vertrauensproblemen. Die Kinder werden durch die Abwesenheit der Eltern von Nannys, Au-Pairs, anderen Angestellten oder manchmal auch älteren Geschwistern behütet. Dadurch werden diese Kinder der Sozialisierung entzogen, die ihre weniger wohlhabenden Pendants bzw. „Peers“ in Familien oder Tageseinrichtungen erfahren, von denen sie so getrennt aufwachsen. Kinder aus Wohlstandsfamilien sind oft emotional unterversorgt: Sie fühlen sich einsam und isoliert und erklären sich die Abwesenheit der Eltern damit, dass sie nicht liebenswert seien (vgl. O’Neill 1997: 40). Diese emotionale Unterversorgung ist die Folge eines Mangels an Zuwendung der Eltern in Form von Zuhören und Interesse am Leben und der Persönlichkeit ihrer Kinder (vgl. Blaß 2015).

Ulrike Zöllner hat dieses Problem Ende der 1990er Jahre unter dem Begriff „Wohlstandsverwahrlosung“ in ihrem Buch „Die armen Kinder der Reichen“ bekannt gemacht. Verwahrlosungserscheinungen beruhen nach Zöllner auf psychischen Symptomen, die häufig lange nicht wahrgenommen werden, da sie im Inneren des Kindes stattfinden. Erst die aktive, aggressive Verarbeitung der Leiden, also die Auseinandersetzung mit dem gespürten Mangel, wird durch das Umfeld bemerkt. Dabei wird das Defizit nicht verarbeitet, sondern kompensiert (vgl. Zöllner 1997). Als Beispiel führt Zöllner ein junges Mädchen an, welches einen unbefriedigten Wunsch nach Wärme und „Aufgehobensein“ z. B. innerhalb der Beziehung zu den Eltern hat. Es versucht, dieses Defizit an Liebe durch sexuelle Beziehungen zu kompensieren (vgl. ebd.). Die Qualität der Beziehung zu den Eltern ist ein ganz zentraler Faktor in Bezug auf die emotionale Gesundheit eines Kindes. Körperliche und psychische Isolation von den Eltern führt deswegen oft dazu, dass Kinder unglücklich sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung der Forschungsziele, des Aufbaus der Arbeit sowie der persönlichen Motivation der Autorin.

2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der psychologischen Störungen durch Wohlstand ("Affluenza"), Analyse spezifischer Symptome wie Arbeitssucht, Isolation und Narzissmus sowie Entwicklung der Hypothesen.

3 Verwendete Studien: Vorstellung der empirischen Datenbasis und der methodischen Operationalisierung der zentralen Variablen wie Wohlstand, Drogenkonsum und Isolation.

4 Darstellung empirischer Ergebnisse: Empirische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen anhand von Sekundärdaten aus amerikanischen und deutschen Vergleichsstudien.

5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Bedeutung von emotionaler Bindung für die psychische Gesundheit.

Schlüsselwörter

Affluenza, Wohlstandsverwahrlosung, Jugendliche, Reichtum, Depression, Substanzgebrauch, Eltern-Kind-Beziehung, Narzissmus, emotionale Isolation, psychische Störungen, Anpassungsprobleme, sozioökonomischer Status, Adoleszenz, Bindungsqualität, Suchtverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die oft übersehenen Schattenseiten eines privilegierten Aufwachsens, bei dem materielle Sicherheit nicht zwangsläufig mit emotionalem Wohlergehen einhergeht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die psychologischen Auswirkungen von großem Wohlstand auf Kinder ("Affluenza"), die Rolle von abwesenden Elternteilen und die Entstehung von Suchtverhalten sowie psychischen Belastungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie scheinbar ideale Startbedingungen in reichen Familien ins Negative umschlagen können und welche spezifischen Umstände zu Fehlentwicklungen führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch psychologische Fachliteratur sowie einer anschließenden Analyse von Daten aus verschiedenen empirischen Sekundärstudien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der "Dysfunktionen des Geldes" sowie in die empirische Darstellung von Ergebnissen zu Drogen- und Alkoholmissbrauch sowie Anpassungsstörungen bei Jugendlichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Affluenza, Wohlstandsverwahrlosung, emotionale Isolation, narzisstische Persönlichkeitsentwicklung und Substanzgebrauch im Jugendalter.

Welche Rolle spielt die emotionale Bindung für die untersuchten Jugendlichen?

Die Studie identifiziert die emotionale Nähe, insbesondere zur Mutter, als einen entscheidenden Schutzfaktor gegen die Entstehung von Depressionen, Delinquenz und Suchtverhalten.

Gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Symptomatik?

Ja, die Arbeit zeigt auf, dass sich bei Mädchen und Jungen unterschiedliche Coping-Mechanismen entwickeln; Mädchen zeigen beispielsweise häufiger depressive Symptome, während Jungen vermehrt zu illegalem Substanzgebrauch neigen.

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Details

Title
Die Bürde der privilegierten Geburt. Folgen von hohem Wohlstand auf Jugendliche
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,3
Author
Kristin Hertwig (Author)
Publication Year
2016
Pages
50
Catalog Number
V353671
ISBN (eBook)
9783668397552
ISBN (Book)
9783668397569
Language
German
Tags
Privilegierte Geburt Wohlstand sozioökonomisches Spektrum Jugendliche reiches Elternhaus ökonomisch privilegierende Bedingungen Drogenmissbrauch Alkoholmissbrauch Anpassungsprobleme soziale Herkunft soziale Ungleichheit Substanzgebrauch sozioökonomischer Hintergrund Reichtum Nachteile Wohlstand Isolation von Eltern Affluenza Wohlstandsverwahrlosung Entwicklung des Kindes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristin Hertwig (Author), 2016, Die Bürde der privilegierten Geburt. Folgen von hohem Wohlstand auf Jugendliche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353671
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