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Doping in Spitzensport, Studium und Beruf im Spiegel der Presse

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung über die Einnahme leistungssteigernder Substanzen durch Spitzensportler von der über Studierende und Arbeitnehmer?

Titel: Doping in Spitzensport, Studium und Beruf im Spiegel der Presse

Bachelorarbeit , 2016 , 46 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Lieske Meiners (Autor:in)

Sport - Sportsoziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Den Ausgangspunkt dieser Untersuchung bildet die Frage nach Unterschieden in der printmedialen Berichterstattung über die Einnahme leistungssteigernder Substanzen durch Spitzensportler im Vergleich zu Studierenden und Arbeitnehmern. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden drei Hypothesen formuliert, die sich aus den theoretischen Überlegungen der Soziologen Bette, Schimank und Hoberman sowie der Medienwissenschaftler Galtung und Ruge ergeben. Bette und Schimank verstehen Doping im Spitzensport als strukturelles Phänomen, das durch die wechselseitige Abhängigkeit verschiedener Systeme entsteht, während Hoberman Doping in anderen gesellschaftlichen Teilbereichen erforscht und es neu definiert. Galtung und Ruge formulieren Selektionskriterien journalistischer Berichterstattung, die die Medienwirksamkeit eines Ereignisses beschreiben und damit die mediale Darstellung beeinflussen.

Basierend auf diesen theoretischen Zusammenhängen wird zunächst angenommen, dass die printmediale Berichterstattung über Doping im Spitzensport in hohem Maße personalisiert ist, also individuellem Fehlverhalten seitens des Athleten zugeschrieben wird. Weiter folgt aus der Theorie, dass die printmediale Berichterstattung über Doping bei Studenten und Arbeitnehmern eher strukturellen Bedingungen zugeschrieben wird. Zuletzt steht die Vermutung, dass die printmediale Berichterstattung über dopende Studenten und Arbeitnehmern eher über gesundheitliche Risiken der leistungssteigernden Substanzen informiert, als die Berichterstattung über Doping im Spitzensport. Zur qualitativen Überprüfung dieser Hypothesen sind insgesamt 27 Artikel der Süddeutschen Zeitung ausgewählt worden, die mithilfe der strukturierten Inhaltsanalyse nach Mayring im Hinblick auf die Fragestellung untersucht werden; 16 Artikel behandeln den Dopingfall der Profi-Tennisspielerin Maria Scharapowa, die Anfang des Jahres bei den Australian Open positiv auf Meldonium getestet wurde, während elf Artikel das Thema Hirndoping und Neuro-Enhancement bei Studierenden und Arbeitnehmern zum Inhalt haben

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Vorgehen und Ziel der Untersuchung

1.2 Aktueller Forschungsstand

2 Was ist Doping?

2.1 Begriffsbestimmung

2.2 Definition

3 Theoretischer Bezugsrahmen

3.1 Doping im Spitzensport: Doping als Struktureffekt

3.2 Doping in anderen gesellschaftlichen Kontexten

4 Medientheoretische Einordnung

4.1 Realitätskonstruktion durch Medien

4.2 Doping in den Medien

5 Methode

5.1 Strukturierte Inhaltsanalyse nach Mayring

5.2 Durchführung

5.2.1 Bestimmung des Ausgangsmaterials

5.2.2 Analyse der Entstehungssituation

5.2.3 Formale Charakteristika des Materials

5.2.4 Das Kategoriensystem

6 Darstellung der Ergebnisse

6.1 Ursachen von Doping

6.1.1 Gesellschaftliche Strukturen

6.1.2 Individuelles Fehlverhalten

6.2 Gefahren durch Doping

6.2.1 Gesundheitliche Risiken/ Nebenwirkungen

6.2.2 Schäden für übergeordnete Systeme

7 Interpretation der Ergebnisse

7.1 Hypothese 1 – Die personalisierte Berichterstattung über Doping im Spitzensport

7.2 Hypothese 2 – Die strukturell geprägte Berichterstattung über Doping bei Studierenden und Arbeitnehmern

7.3 Hypothese 3 – Informationen über gesundheitliche Nebenwirkungen

7.4 Beantwortung der Forschungsfrage und Diskussion

8 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Unterschiede in der printmedialen Berichterstattung der „Süddeutschen Zeitung“ über Doping im Spitzensport im Vergleich zum sogenannten „Hirndoping“ bei Studierenden und Arbeitnehmern. Ziel ist es zu analysieren, ob und warum Medien bei diesen beiden Gruppen unterschiedliche narrative Muster der Schuldzuweisung und Gefahrenkommunikation anwenden.

  • Strukturelle Ursachen von Doping im Vergleich zu individuellem Fehlverhalten
  • Die Rolle der Personalisierung in der Sportberichterstattung
  • Einfluss der Medien-Systemlogik und Nachrichtenfaktoren nach Galtung und Ruge
  • Mediale Darstellung gesundheitlicher Risiken von leistungssteigernden Substanzen

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Das Thema Doping erscheint heutzutage allgegenwärtig; nicht zuletzt die Skandale in Russland und Großbritannien im Vorfeld der olympischen Spiele in Rio 2016 haben dazu beigetragen, dass die Thematik erneut im Fokus medialer Aufmerksamkeit steht. Im Fernsehen, in den Zeitungen oder im Hörfunk wird von angeblich unwissentlich gedopten Spitzensportlern, aber auch von Betrügern unter den Athleten, Funktionären und Ärzten berichtet. Parallel zu den Dopingthematiken im Leistungssport, über die vor allem die Sportpresse beinahe tagtäglich berichtet, (sofern das Ausmaß des Skandals sowie der betroffene Athlet eine Berichterstattung rechtfertigt), findet man in den Tageszeitungen zunehmend häufiger Artikel zu Doping in anderen gesellschaftlichen Kontexten.

So ist insbesondere von „Hirn-Doping“, „Brain-Doping“ oder „Neuro-Enhancement“ die Rede, die die medikamentöse Leistungssteigerung außerhalb des organisierten (Wettkampf-)Sports beschreiben (vgl. Bisol, 2009, S. 2). Besonders oft wird in diesem Zusammenhang von „gedopten“ Studierenden oder Arbeitnehmern berichtet, die sich von der medikamentösen Unterstützung mehr geistige Leistungsfähigkeit und Effektivität erhoffen (vgl. Bisol, 2009, S. 2). Doping im Spitzensport bietet insbesondere den Tageszeitungen, in denen der größte Teil der Sportberichterstattung innerhalb der Printmedien erscheint (vgl. Richter, 1995), vielfältige inhaltliche Möglichkeiten und verspricht hohe Absatzzahlen durch Skandalpotenzial, deviantes Verhalten und Normverstöße (vgl. Bette & Schimank, 2000a, S. 91).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Aktualität des Dopingthemas ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Unterschiede zwischen der Berichterstattung über Profisportler und „Hirndoping“ im Alltag.

2 Was ist Doping?: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Herleitung des Begriffs sowie die aktuelle Definition durch die NADA inklusive einer kritischen Würdigung der enumerativen Definitionsweise.

3 Theoretischer Bezugsrahmen: Hier wird Doping soziologisch als Struktureffekt des Systems Spitzensport sowie als Konsequenz des Leistungsoptimierungsprinzips in anderen gesellschaftlichen Bereichen erläutert.

4 Medientheoretische Einordnung: Dieses Kapitel erläutert die Konstruktion von Realität durch Massenmedien und stellt die relevanten Nachrichtenfaktoren dar, die für die Selektion medialer Ereignisse entscheidend sind.

5 Methode: Es wird die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring als methodischer Ansatz für die empirische Untersuchung von 27 Zeitungsartikeln begründet und der Durchführungsprozess erläutert.

6 Darstellung der Ergebnisse: Die gewonnenen Erkenntnisse werden kategorisiert, wobei zwischen Ursachen von Doping und Gefahren durch Doping differenziert und mit Zitaten belegt wird.

7 Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden vor dem theoretischen Hintergrund diskutiert, wobei die drei aufgestellten Hypothesen hinsichtlich Personalisierung und struktureller Zuweisung überprüft werden.

8 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Rolle des Mediensystems bei der Erzeugung widersprüchlicher Realitäten von Doping.

Schlüsselwörter

Doping, Spitzensport, Hirndoping, Neuro-Enhancement, Printmedien, Medienrealität, Nachrichtenfaktoren, Leistungsgesellschaft, Personalisierung, Inhaltsanalyse, Süddeutsche Zeitung, Systemtheorie, Schuldzuweisung, Gesundheitliche Risiken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie printmediale Berichterstattung über Doping im Spitzensport und sogenanntes „Hirndoping“ bei Studierenden oder Arbeitnehmern narrativ konstruiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die mediale Skandalisierung, die Zuschreibung von Schuld (Individuum vs. Struktur) sowie die unterschiedliche Gewichtung gesundheitlicher Gefahren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit Unterschiede in der printmedialen Berichterstattung über die Einnahme leistungssteigernder Substanzen durch Spitzensportler im Vergleich zu Studierenden und Arbeitnehmern vorhanden sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin verwendet die strukturierte, qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um 27 ausgewählte Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ systematisch auszuwerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Soziologie (Systemtheorie) und Medientheorie, gefolgt von einer empirischen Analyse, in der Kategorien wie „gesellschaftliche Strukturen“ und „individuelles Fehlverhalten“ auf das Datenmaterial angewendet werden.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind hierbei Doping, Medienrealität, Nachrichtenfaktoren, Leistungsdruck sowie der Vergleich zwischen Sport- und Alltagskontext.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung über Maria Scharapowa von der über Studierende?

Bei der Sportlerin Scharapowa fokussieren die Medien auf das Individuum („Betrügerin“) und blenden systemische Einflüsse aus, während beim „Hirndoping“ von Studierenden die systemischen Ursachen wie Leistungsdruck in Universität und Beruf betont werden.

Warum wird im Fall Scharapowa auf gesundheitliche Warnungen verzichtet?

Die Inhaltsanalyse zeigt, dass die Medien im Sportkontext primär an einer moralischen Skandalisierung interessiert sind, während bei Alltagsnutzern die Gesundheitsberatung zur Kundenbindung und Rezipientenansprache genutzt wird.

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Details

Titel
Doping in Spitzensport, Studium und Beruf im Spiegel der Presse
Untertitel
Wie unterscheidet sich die Berichterstattung über die Einnahme leistungssteigernder Substanzen durch Spitzensportler von der über Studierende und Arbeitnehmer?
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für Sportwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Lieske Meiners (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
46
Katalognummer
V353694
ISBN (eBook)
9783668403147
ISBN (Buch)
9783668403154
Sprache
Deutsch
Schlagworte
doping spitzensport studium beruf spiegel presse bericherstattung einnahme substanzen spitzensportler studierende arbeitnehmer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lieske Meiners (Autor:in), 2016, Doping in Spitzensport, Studium und Beruf im Spiegel der Presse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353694
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  46  Seiten
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