Die vorliegende, wissenschaftliche Arbeit widmet sich der Fragestellung: „Welche Auswirkungen hat die Besteuerung bei der Rechtsformwahl zwischen einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung und einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts?“
Das Ziel der Ausarbeitung ist daher die Ertragsbesteuerung der beiden Rechtsformen darzustellen und dadurch die rechtsformabhängigen Unterschiede hervorzuheben. Zudem soll zwei potentiellen Unternehmensgründern eine steuerliche Entscheidungshilfe bezüglich ihrer Rechtsformwahl zwischen einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung und einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegeben werden, bei der unterschiedliche Gewinnverwendungen zu berücksichtigen sind. Anhand eines Steuerbelastungsvergleiches im Fall der Ausschüttung des Unternehmensgewinns ist die Handlungsempfehlung zahlenmäßig zu belegen. Dabei ist sowohl die Besteuerung der Gesellschafts-, als auch der Gesellschafterebene darzustellen und zu analysieren.
Die gesellschaftsrechtlichen Kriterien der Rechtsformwahl werden aufgeführt und erläutert, jedoch werden sie im analytischen Teil der Ausarbeitung nicht berücksichtigt, da dies über den Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit hinausgehen würde. Zudem wird sich ausschließlich mit der laufenden Besteuerung der Gesellschaft mit beschränkter Haftung und der Gesellschaft bürgerlichen Rechts befasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Definitionen
2.1 Besteuerung
2.2 Rechtsformwahl
3 Gesellschaftsrechtliche Betrachtung
3.1 Gesellschaft bürgerlichen Rechts
3.2 Gesellschaft mit beschränkter Haftung
4 Ertragsteuerliche Betrachtung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts
4.1 Besteuerung auf Gesellschaftsebene
4.1.1 Transparenzprinzip
4.1.2 Gewinnermittlung
4.1.3 Gewerbesteuer
4.2 Besteuerung auf Gesellschafterebene
4.2.1 Gesonderte und einheitliche Feststellung
4.2.2 Einkommensteuer
4.2.3 Gewerbesteuer-Anrechnung gemäß §35 EStG
4.3 Die Thesaurierungsbegünstigung nach §34a EStG
4.3.1 Die Grundzüge der Thesaurierungsbegünstigung
4.3.2 Beispielrechnung
4.3.2.1 Ausgangsdaten
4.3.2.2 Berechnung der steuerlichen Gesamtbelastung
5 Ertragsteuerliche Betrachtung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung
5.1 Besteuerung auf Gesellschaftsebene
5.1.1 Steuerliche Behandlung vor Eintragung ins Handelsregister
5.1.2 Trennungsprinzip
5.1.3 Gewerbesteuer
5.1.4 Körperschaftsteuer
5.1.4.1 Offene Gewinnausschüttung
5.1.4.2 Verdeckte Gewinnausschüttung
5.1.4.3 Offene Kapitaleinlage
5.1.4.4 Verdeckte Kapitaleinlage
5.2 Besteuerung auf Gesellschafterebene
5.2.1 Einkommensteuer
5.2.2 Kapitalertragsteuer
6 Rechtsformvergleich im Hinblick auf die Gewinnverwendung
6.1 Ausschüttungsfall
6.2 Thesaurierungsfall
7 Steuerbelastungsvergleich
7.1 Ausgangsdaten
7.2 Die steuerliche Belastung der GbR
7.3 Die steuerliche Belastung der GmbH
7.4 Interpretation der Belastungsrechnungen
7.4.1 Tabellarische Gegenüberstellung der Ergebnisse
7.4.2 Vergleich der Steuerbelastungen auf der Gesellschaftsebene
7.4.3 Vergleich der Steuerbelastungen auf der Gesellschafterebene
7.5 Handlungsempfehlung für die Rechtsformwahl in der Praxis
8 Schlussbetrachtung
8.1 Zusammenfassung
8.2 Kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die steuerlichen Auswirkungen bei der Rechtsformwahl zwischen einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Ziel ist es, auf Basis eines quantitativen Steuerbelastungsvergleichs eine fundierte Entscheidungshilfe für Unternehmensgründer zu entwickeln, wobei insbesondere die unterschiedlichen Gewinnverwendungsabsichten und deren steuerliche Konsequenzen auf Gesellschafts- und Gesellschafterebene analysiert werden.
- Analyse des Transparenzprinzips bei der GbR vs. des Trennungsprinzips bei der GmbH.
- Ertragsteuerliche Betrachtung der laufenden Besteuerung beider Rechtsformen.
- Untersuchung der Gewinnverwendung (Ausschüttungsfall vs. Thesaurierungsfall).
- Quantitativer Steuerbelastungsvergleich anhand praxisnaher Ausgangsdaten.
- Handlungsempfehlungen zur steueroptimierten Rechtsformwahl.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Die Wahl der geeigneten Rechtsform ist eine zentrale Frage unternehmerischen Handelns, die sowohl bei Unternehmensgründungen und während des Bestehens des Unternehmens bei Umstrukturierungen, als auch beim Verkauf und bei Änderungen im Gesellschafterbestand von wirtschaftlicher Bedeutung ist. Sie lässt sich allerdings nicht einheitlich für alle Unternehmen beantworten und bedarf umfassender Vorüberlegungen. Die eine richtige Rechtsform existiert nicht, denn jedes Unternehmen benötigt einen anderen rechtlichen Rahmen, um seine individuellen Unternehmensziele optimal zu erreichen. Daher ist jeder Einzelfall gesondert zu betrachten.
Die Entscheidungsfindung wird dabei sowohl durch betriebswirtschaftliche, als auch durch gesellschafts- und steuerrechtliche Kriterien beeinflusst, die durch unterschiedlich hohe Gewichtungen in die Beurteilung einfließen.
Die Suche nach einer idealen Gesellschaftsform stellt insbesondere für die potentiellen Unternehmensgründer und die Geschäftsführung einer bereits existierenden Unternehmung eine Herausforderung dar, da ihre Entscheidung steuerliche Konsequenzen für das Unternehmen hat. Die Besteuerung hängt nämlich von der gewählten Rechtsform ab, wodurch Belastungsunterschieds zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften entstehen. Diese Differenzen lassen sich sowohl auf die unterschiedlichen Besteuerungsprinzipien und Belastungen auf der Gesellschafts-, sowie der Gesellschafterebene, als auch auf die verschiedenen Steuerarten, -bemessungsgrundlagen und -tarife zurückführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung der Rechtsformwahl ein, definiert das Forschungsziel und erläutert die Vorgehensweise der Thesis.
2 Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe „Besteuerung“ und „Rechtsformwahl“ definiert und das allgemeine Besteuerungsverfahren sowie der Personenkreis der Steuerpflichtigen erläutert.
3 Gesellschaftsrechtliche Betrachtung: Dieses Kapitel beleuchtet die grundlegenden gesellschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen der GbR und der GmbH.
4 Ertragsteuerliche Betrachtung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts: Der Fokus liegt hier auf dem Transparenzprinzip, der Gewinnermittlung sowie der spezifischen steuerlichen Behandlung auf Gesellschafts- und Gesellschafterebene, inklusive der Thesaurierungsbegünstigung.
5 Ertragsteuerliche Betrachtung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Hier wird das Trennungsprinzip analysiert sowie die Besteuerung der GmbH, inklusive Sonderaspekten wie verdeckter Gewinnausschüttung und Kapitaleinlagen.
6 Rechtsformvergleich im Hinblick auf die Gewinnverwendung: In diesem Kapitel werden die Rechtsformen hinsichtlich ihrer Steuerbelastung beim Ausschüttungs- und Thesaurierungsfall in Abhängigkeit vom Einkommensteuersatz verglichen.
7 Steuerbelastungsvergleich: Dieses Kapitel führt eine detaillierte, quantitative Berechnung der Steuerlast für eine Beispiel-GbR und -GmbH durch und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab.
8 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und einer kritischen Würdigung durch die Autorin.
Schlüsselwörter
Rechtsformwahl, GbR, GmbH, Steuerbelastung, Besteuerung, Transparenzprinzip, Trennungsprinzip, Gewinnverwendung, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Thesaurierungsbegünstigung, Ausschüttungsfall, Steuervergleich, Unternehmensbesteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der steuerlichen Analyse und dem Vergleich der Rechtsformen GbR und GmbH, um deren Auswirkungen auf die Gesamtsteuerbelastung eines Unternehmens aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen das Transparenzprinzip der Personengesellschaften, das Trennungsprinzip der Kapitalgesellschaften sowie die unterschiedlichen Auswirkungen der Gewinnverwendung auf die Steuerlast.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, welche Auswirkungen die Besteuerung bei der Wahl zwischen einer GmbH und einer GbR hat und gibt Unternehmensgründern eine quantitative Entscheidungshilfe an die Hand.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive sowie eine analytische Methode verwendet, wobei insbesondere ein quantitativer Steuerbelastungsvergleich anhand definierter Ausgangsdaten zur Anwendung kommt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die gesellschaftsrechtliche Einordnung, die detaillierte ertragsteuerliche Analyse beider Rechtsformen sowie den anschließenden Belastungsvergleich mit Beispielrechnungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Rechtsformwahl, Transparenz- und Trennungsprinzip, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Einkommensteuer und Steuerbelastungsvergleich.
Welche Rolle spielt die Thesaurierungsbegünstigung nach §34a EStG für die GbR?
Die Arbeit untersucht die Thesaurierungsbegünstigung als Option zur Steuersenkung bei Gewinnthesaurierung, stellt jedoch fest, dass aufgrund der Nachversteuerung bei späteren Entnahmen die Regelbesteuerung oft vorteilhafter ist.
Warum schneidet die GmbH im Ausschüttungsfall steuerlich oft schlechter ab als die GbR?
Aufgrund der doppelten Belastung durch Körperschaft- und Gewerbesteuer auf Gesellschaftsebene sowie der nachgelagerten Kapitalertragsteuer bei Ausschüttung an die Gesellschafter ergibt sich meist eine höhere Gesamtbelastung als bei der steuerlich transparenten GbR.
- Citation du texte
- M.A. Jacqueline Klüting (Auteur), 2014, Die Auswirkungen der Besteuerung bei der Rechtsformwahl GmbH oder GbR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353754