Diese Bachelorarbeit findet ihre Aktualität in den vorhergehenden wirtschaftlichen und gesellschaftlich-sozialen Krisen der letzten Jahre. Vor dem Hintergrund einer wichtiger werdenden Diskussion über alternative Wirtschaftsformen, die unter anderem durch die letzte Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die Tragödie in Fukushima neu angestoßen wurde, ist das zugrunde liegende Thema von großer wirtschaftlicher Relevanz. Die vorliegende Arbeit definiert zu Beginn Begriffe wie "kleine und mittelständische Unternehmen", "nachhaltige Entwicklung" und "wirtschaftliches Wachstum", um anschließend die Vor- und Nachteile des Umsatzwachstums für Unternehmen herauszuarbeiten. Im Hauptteil widmet sich die Arbeit der Untersuchung, die mittels einer Umfrage an 24 Unternehmen in Süddeutschland durchgeführt wurde. Die Ergebnisse dieser Umfrage sowie die zu ziehenden Schlussfolgerungen und Kernaussagen der Unternehmen schließen die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Die Problemstellung und ihre Relevanz im aktuellen Kontext
1.2. Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit
1.3. Der Aufbau der vorliegenden Arbeit
2. Die vorherrschende Theorie des Wirtschaftswachstums
2.1. Die heutige Definition von Wirtschaftswachstum
2.2. Die Beschreibung des aktuellen Kontextes
2.3. Argumente und Gründe für Umsatzwachstum
2.3.1. Wirtschaftswachstum schafft Lebensqualität und Wohlstand
2.3.2. Wachstum erhält den Sozialstaat
2.3.3. Wirtschaftswachstum schafft Arbeitsplätze
2.3.4. Umweltschutz erfordert und fördert Wachstum
2.3.5. Das Geld- und Zinssystem erfordert Wachstum
2.3.6. Gründe für Umsatzwachstum aus Sicht der Unternehmen
3. Die Wachstumskritik und Argumente gegen Wachstum
3.1. Eine kurze Einführung in die Wachstumskritik
3.2. Argumente und Gründe gegen Umsatzwachstum
3.2.1. Der Kapitalismus und Wachstum
3.2.2. Die Problematik des exponentiellne Wachstums
3.2.3. Der Mythos vom Wohlstand durch Wachstum
3.2.4. Schafft Wachstum wirklich Arbeitsplätze?
3.2.5. Das Umsatzwachstum und Innovation
3.2.6. Die Problematik eines Wachstumsfokusses
3.2.7. Mehr Umweltschutz durch Wachstum?
3.2.8. Das Geld- und Zinssystem braucht Wachstum
3.3. Eine Vorstellung einiger alternativer Wirtschaftsmodelle
3.3.1. Die Postwachstumsökonomie
3.3.2. Die Gemeinwohl-Ökonomie
3.3.3. Eine Zusammenstellung weiterer alternativer Wirtschaftsmodelle
4. Die empirische Untersuchung: „Wie kann ein kleines oder mittelständisches Unternehmen ohne Umsatzwachstum nachhaltig und langfristig bestehen?“
4.1. Die Definition und Wichtigkeit eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens in Deutschland
4.2. Die Definition von nachhaltigem Wirtschaften
4.3. Der Überblick über existentes Vorwissen
4.4. Das Ziel der Untersuchung
4.5. Die Konzeption und Auswertung des Fragebogens
4.5.1. Die Erläuterung der Erhebungsmethode
4.5.2. Die Beschreibung des Fragebogenaufbaus und des Antwortdesigns
4.5.3. Die Auswahl der Untersuchungsteilnehmer
4.5.4. Die Durchführung und Auswertung des Fragebogens
4.6. Einschränkende Faktoren der empirischen Untersuchung
4.6.1. Die Abgrenzung der verwendeten Antworten
4.6.2. Sonstige Einschränkungen
5. Der Vergleich der befragten Unternehmen in vier Schritten
5.1. Die Einteilung der Unternehmen
5.2. Schritt 1: Die Ermittlung von Tendenzen aus der Umfrage
5.2.1. Marktsättigung, Subventionen und Fremdkapital
5.2.2. Umsatzwachstum als Unternehmensziel und Wunsch nach mehr Wachstum
5.2.3. Notwendigkeit und Nutzen von Wachstum
5.2.4. Gesellschaftliche und politische Zwänge
5.2.5. Wachstumsstopp und die Konsequenzen für Unternehmen
5.3. Schritt 2: Der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit, Wachstum und staatlichen Eingriffen
5.4. Schritt 3: Bedingungen eines nachhaltigen Führungsstils und Auswirkungen anderer Wachstumsansichten in den Unternehmen
5.5. Schritt 4: Die notwendigen Bedingungen für einen Wachstumsstopp aus Sicht der Unternehmen
6. Die Zusammenfassung
7. Die Schlussfolgerungen und Ausblicke
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob und unter welchen Voraussetzungen kleine und mittelständische Unternehmen nachhaltig und langfristig ohne Umsatzwachstum bestehen können. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der betriebswirtschaftlichen Machbarkeit in einem kapitalistischen Umfeld und der Identifikation von Bedingungen für eine wachstumsunabhängige Unternehmensführung.
- Analyse der Wachstumskritik und alternativer Wirtschaftsmodelle
- Empirische Untersuchung von KMU hinsichtlich ihrer Wachstumsstrategien
- Identifikation von Faktoren nachhaltiger Unternehmensführung ohne Umsatzwachstum
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Wachstumsstopp, Nachhaltigkeit und staatlichen Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Alles wächst, das ist in der Natur selbstverständlich. In den verschiedenen Lebenszyklen, die ein Organismus durchläuft, erfolgen verschiedene Arten von Wachstum. Am Beispiel eines Apfelbaums gesehen wächst dieser zu Beginn erst einmal in der Größe. Im Laufe der Jahre wird er zwar auch immer mehr Ernte bringen, aber vorrangig ist die Entwicklung eines soliden Stammes und genügend stabiler Äste, um die späteren Früchte tragen zu können. Nach erlangen seiner „gesunden Größe“ fängt ein neuer Lebenszyklus an, in dem der Apfelbaum hauptsächlich „qualitativ“ wächst, also Früchte trägt. Mal gibt es mehr, mal weniger Ernte, in manchen Jahren vielleicht nicht einmal einen einzigen Apfel. Die Gesamtgröße des Apfelbaums bleibt jedoch erhalten und nur die Qualität der Früchte verändert sich. Man könnte auch sagen, dass, systemtheoretisch betrachtet, jedes Wachstum in der Natur physikalisch begrenzt ist. Dies bedeutet, dass eine unkontrollierte und unbegrenzte Steigerung jeglicher Variablen, zum Beispiel der Erträge oder der Größe, automatisch zur Destabilisierung des gesamten Systems, in diesem Beispiel dem Apfelbaum, führt. Leopold Kohr schrieb schon fünfzig Jahre vor der eigentlichen Wachstumsdebatte: „In der Natur ist Wachstum ein Mittel zur Erreichung der optimalen Größe.“
Diese in der Natur zu beobachtende Entwicklung kann man auch auf andere Organismen übertragen, zum Beispiel auf ein Unternehmen im Kreislauf der Wirtschaft. In seiner Anfangsphase bedarf es viel Wachstum, um Lieferanten für Rohstoffe und Materialien und Abnehmer für die Produkte und Dienstleistungen zu finden und zu halten. Es müssen sich zuerst einmal passende Strukturen finden, Kunden gewonnen und Bekanntheit auf dem Markt erlangt werden. Erst wenn das Überleben gesichert ist, kann ein Unternehmen anfangen, darüber nachzudenken, ob es das reine Größen-Wachstum einstellt, um eventuell anderweitig weiter zu wachsen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Wachstums anhand natürlicher Analogien und Darstellung der Problemstellung sowie der Zielsetzung der Arbeit.
2. Die vorherrschende Theorie des Wirtschaftswachstums: Analyse der Definition von Wirtschaftswachstum und der Argumente, warum Wachstum als zentrales Ziel in der heutigen Ökonomie gilt.
3. Die Wachstumskritik und Argumente gegen Wachstum: Darstellung wachstumskritischer Ansätze, der Problematik des Kapitalismus sowie alternativer Wirtschaftsmodelle wie der Postwachstumsökonomie.
4. Die empirische Untersuchung: „Wie kann ein kleines oder mittelständisches Unternehmen ohne Umsatzwachstum nachhaltig und langfristig bestehen?“: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, Definition von KMU und nachhaltigem Wirtschaften sowie Konzeption des Fragebogens.
5. Der Vergleich der befragten Unternehmen in vier Schritten: Auswertung der empirischen Ergebnisse zur Situation der Unternehmen, ihrem Führungsstil und den notwendigen Bedingungen für einen Wachstumsstopp.
6. Die Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse und Zusammenführung der Erkenntnisse aus Theorie und Empirie.
Schlüsselwörter
Wirtschaftswachstum, Nachhaltigkeit, Unternehmen, KMU, Wachstumskritik, Kapitalismus, Postwachstumsökonomie, Gemeinwohl-Ökonomie, Unternehmensführung, Wachstumsstopp, Nachhaltiges Wirtschaften, Empirische Untersuchung, Umsatzwachstum, Ressourcenverbrauch, Innovationsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelor-Thesis untersucht, ob kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) auch ohne ständiges Umsatzwachstum langfristig bestehen können und welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Wachstumskritik, nachhaltiges Wirtschaften, die Rolle des Kapitalismus sowie alternative Wirtschaftsmodelle wie die Postwachstums- und Gemeinwohl-Ökonomie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, herauszufinden, unter welchen Bedingungen ein Unternehmen ohne Umsatzsteigerung nachhaltig geführt werden kann und ob Zusammenhänge zwischen Nachhaltigkeit und umsatzlimitierender Unternehmensführung bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Studie, die mittels einer empirischen Umfrage unter 24 Unternehmen sowie einer literaturgestützten Theorieanalyse durchgeführt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung der Wachstumskritik als auch eine detaillierte empirische Auswertung von Unternehmensbefragungen in vier Schritten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wirtschaftswachstum, Nachhaltigkeit, KMU, Wachstumsstopp, Postwachstumsökonomie und Unternehmensführung sind die zentralen Begriffe.
Wie unterscheiden die befragten Unternehmen ihre Wachstumsziele?
Die meisten befragten Unternehmer betonen, dass sie nicht quantitativ, sondern qualitativ wachsen wollen – etwa durch bessere Produktqualität oder die Suche nach einer „gesunden Größe“.
Welche Rolle spielt die „optimale Größe“ für die Unternehmen?
Viele Teilnehmer sehen in der Bestimmung einer individuellen, optimalen Unternehmensgröße einen Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg, der jenseits der ständigen Umsatzmaximierung liegt.
- Arbeit zitieren
- Carolin Buck (Autor:in), 2013, Wie kann ein kleines oder mittelständisches Unternehmen ohne Umsatzwachstum nachhaltig und langfristig bestehen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353778