Ballführung im Basketball. Übungsformen des Druckwurf-Korblegers (Sport, 7. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2016

14 Seiten


Leseprobe

Gliederung

1. Angaben zur Lerngruppe und zur Unterrichtssituation

2. Einordnung des Themas in curriculare Vorgaben und in eine Unterrichtseinheit

3. Sachanalyse

4. Didaktische Entscheidungen

5. Kompetenzen

6. Geplanter Verlauf des Unterrichts

7. Literatur

8. Anlagen

1. Angaben zur Lerngruppe und zur Unterrichtssituation

1.1 Rahmenbedingungen

Seit dem 11. Januar 2016 unterrichte ich im Rahmen meines Referendariats einmal wöchentlich für je 90 Minuten das Unterrichtsfach Sport in der Klasse 7 d. Die Lerngruppe besteht aus 10 Schülerinnen und 12 Schülern, die zwischen 11 und 13 Jahren alt sind. Die Zusammensetzung entspricht den Einzugsgebieten dem Viertel, was eine große Vielfalt an kulturellen, religiösen und sozialen Unterschieden mit sich bringt. Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler (SuS) ist in einem Sportverein aktiv. Viele von ihnen spielen in den anliegenden Vereinen Handball, was sich im Unterricht häufig widerspiegelt, da bei vielen SuS bereits ein Sportspielverständnis vorhanden ist. Der Unterricht findet montags in der zweiten und dritten Stunde, in der Zeit von 8.50 Uhr bis 10.20 Uhr in der dem Schulgelände anliegenden Sporthalle statt. Auf dem Weg müssen die SuS das Schulgelände unter Aufsicht einer Lehrkraft verlassen und gelangen auf einem Fußweg zur nahegelegenen Sporthalle. Diese bietet durch zwei mobile Trennwänden die Möglichkeit die Großhalle in drei gleich große Hallenteile zu unterteilen und verfügt in jedem Drittel über ausreichend Gerätschaften und Material. Daher sind nur in Einzelfällen Absprachen mit Sportkollegen/- innen notwendig.

1.2 Kompetenzorientierte Lern- und Arbeitsvoraussetzung und ihre Konsequenzen

1.2.1 Einstellungen:

Die Lerngruppe zeichnet sich überwiegend durch eine positive Grundeinstellung zum Fach Sport aus. Die SuS zeigen größtenteils eine überdurchschnittliche Motivation und Einsatzbereitschaft, was sich vor allem anhand schneller Begeisterungsfähigkeit bei spielerischen Ansätzen unterschiedlicher Sportspiele äußert. Dies erleichtert das Unterrichten und trägt zu einem meist angenehmen und konstruktiven Unterrichtsklima bei. Lediglich und weisen während des Unterrichts häufiger einen geringeren Bewegungsdrang und Konzentrationsschwierigkeiten auf, dem ich beständig über verbales Motivieren versuche entgegenzuwirken. fällt zudem häufig auch durch eine vorerst ablehnende Haltung gegenüber neuen Spiel- und Bewegungsformen auf. Spiele in denen ein enger Körperkontakt von Nöten ist, verweigert er sich zeitweilig. In der vorangegangenen Unterrichtseinheit Kooperationsspiele wardeutlich erkennbar, dass es ihm sichtlich schwer fällt, sich auf entsprechende Inhalte und Aufgaben einzulassen. Dies hatte zur Folge, dass es seiner Gruppe in Arbeitsphasen in denen es darum ging, sich gegenseitig zu unterstützen erschwert wurde, dem Arbeitsauftrag gerecht zu werden.

1.2.2 Entwicklungsstand:

Die Lerngruppe weist eine gute bis sehr gute Allgemeinsportlichkeit auf (vor allem dennoch ist das Leistungsniveau sowohl im kognitiven als auch im sportmotorischen Bereich sehr heterogen. Dies ist zurückzuführen auf die teilweise schon vollzogene Spezialisierung der jeweils ausgeübten Sportart. Einige SuS betreiben bereits Wettkampfsport. Dieser Zustand stellt für das Unterrichtsthema mit der Zielsetzung allerdings kein nennenswertes Hindernis da.

1.2.3 Sprachliche Kompetenz:

Die guten sprachlichen Kompetenzen der Lerngruppe bilden eine positive Grundlage für eine gelingende Verständigung untereinander. Im Großen und Ganzen verfügt die Klasse über ein gutes Sprachvermögen, so dass kaum Probleme bezüglich des sprachlichen Verständnisses von Aufgabenstellungen auftreten. Ebenso sind die SuS in der Lage in vollständigen Sätzen zu antworten.

Mein persönlicher Anspruch ist es, mit einem Spiel oder einer Übungsform erst zu beginnen, wenn ich mir sicher sein kann, dass alle SuS die Erklärung oder die Anweisung verstanden haben. Um unterschiedliche Lerntypen anzusprechen, unterstütze ich meine Erklärungen immer mit einer Visualisierung, damit alle SuS die Möglichkeit haben, inhaltlich folgen zu können.

1.2.4 Methodische Kompetenz:

Die SuS sind im Rahmen ihres Entwicklungsstandes in der Lage denen an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Sie verfügen weiterhin über die Kompetenz in Übungsphasen selbstständig zu arbeiten. Das Arbeiten an Stationen ist ihnen bekannt. Sie konnten ihre Team- und Kommunikationsfähigkeit durch die Unterrichtseinheiten Akrobatik und Kooperationsspiele sichtlich verbessern. In der Unterrichtseinheit Basketball soll dies in den einzelnen schwerpunktbezogenen Unterrichtssequenzen weiter entwickelt werden.

1.2.5 Soziale Kompetenz:

Das Sozialverhalten ist in der Lerngruppe grundsätzlich als gut zu beschreiben. Die SuS unterstützen sich größtenteils gegenseitig und haben weitestgehend eine freundliche Umgangsform. Lediglich und müssen immer wieder an die Einhaltung von aufgestellten Verhaltensregeln erinnert werden. Bei dem Erstgenannten kann es Vorkommen, dass er sich auch aus der Gruppenarbeitsphase entfernt. Seine Gruppenmitglieder geben der Lehrkraft sofort Rückmeldung, falls ihr Einwirken keine Beachtung findet. Konsequenz: Ich habe ihm mit den Regeln im Einzelgespräch vertraut gemacht und mache ihn bei Bedarf darauf aufmerksam. In der Lerngruppe gibt es einen Schüler mit Sonderpädagogischen Förderbedarf körperlicher Art. hat eine Entwicklungsstörung an einem Handgelenk, was für Außenstehende nur schwer auszumachen ist, da er vollkommen integriert ist und bei Problemen auf die Unterstützung seiner Mitschüler zählen kann.

1.3 Interaktionsbeziehung:

Die SuS der zu unterrichtenden Lerngruppe gehen überwiegend freundlich und respektvoll miteinander um und verhalten sich weitestgehend fair. Jedoch lässt sich eine Gruppe aus vier Jungen innerhalb der Lerngruppe ausmachen, die leichte Züge als Außenseiter erkennen lassen. Im Laufe der Zeit, seitdem ich diese Lerngruppe unterrichte, lässt sich jedoch eine Veränderung der Gruppenmitglieder und der Zusammensetzung feststellen. Zwei Jungen haben sich aus der Gruppe als Zweierteam herausgelöst und beteiligen sich zunehmend am Klassenleben. der seit der fünften Klasse Schwierigkeiten hat, sich in die Klassengemeinschaft einzuleben, hat sich mit angefreundet. Beide ziehen sich zunehmend aus der Klassengemeinschaft heraus. Sein Auftreten hat sich ebenfalls ins Negative verändert.

der zur genannten Vierergruppe gehörte, zeigt sich zunehmend offener und zugänglicher. Für den Sportunterricht lässt sich feststellen, dass dieser stark von kooperativen Inhalten geprägt ist und dass sich Veränderungen im Sozialgefüge vollzogen haben.

Als Lehrkraft ist es mir ein besonderes Anliegen, dass die Turnhalle als besonders geschützter Raum für einen sportlichen Umgang fungiert. Sportlicher Umgang bedeutet, dass SuS sich gegenseitig respektieren und wenn notwendig unterstützen sollen. Dies unterstütze ich dadurch, dass Gruppenbildungen nicht in Form einer freien Wahl stattfinden, so ist das Lernen zu kooperieren in immer wieder unterschiedlichen Gruppenzusammensetzungen notwendig. Die Beziehung zwischen der Lerngruppe und der Lehrkraft lässt sich als sehr aufgeschlossen und positiv beschreiben. Rituale, wie Sitzdreieck, die Trillerpfeife als vielseitiges Signalinstrument, beispielsweise für ein Freez oder ein Übungswechsel werden problemlos angenommen. Es herrscht ein freundlicher und verbindlicher Umgang, in dessen Rahmen ich als Lehrkraft wahr- und angenommen werde.

2 Einordnung des Themas in curriculare Vorgaben und in die Unterrichtseinheit

Mit Blick in den Bildungsplan für das Fach Sport an der bremischen Oberschule Jahrgang fünf bis zehn legitimiert die Wahl des Themas „Basketball" in der Klassenstufe 7. In der Klassenstufe sieben und acht werden im Bewegungsfeld Spielen besonders die Standards; 1. Die SuS können bisher erworbene allgemeine Spielfähigkeiten in das Spielgeschehen einbringen. 2. Die SuS können spielspezifische Situationen erkennen und darauf adäquat reagieren. 3. Die SuS können ihr Handeln sinnvoll auf die Grundsituationen in Angriff und Abwehr abstimmen;(vgl. Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit, 2012, S. 17) benannt, die für diese Unterrichtseinheit elementar sind. An den Anfang der Unterrichtseinheit wurden bewusst das Fangen und Passen zur Erarbeitung der Ballsicherheit gestellt. Die Unterrichtseinheit wird von einem Basketballturnier abgerundet und dient der ersten Berührung mit dem Spiel Basketball. Im Jahrgang acht wird es ein Jahrgangsturnier zum Spiel Basketball geben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Sachanalyse

Der Korbleger bildet in der schulischen Vermittlung des Sportspiels Basketball neben dem Standwurf den wichtigsten Basketball-Grundwurf. Ferner handelt es sich beim Korbleger um den im Spiel erfolgreichsten und am häufigsten Verwendung findenden Wurf. Mit ihm kann ein Angriff unmittelbar am Korb abgeschlossen werden, wenn ein/e Spieler/in zum Korb dribbelt oder sie/er den Ball im Lauf in Korbnähe zugepasst bekommt. Ein deutlicher Vorteil des Korblegers ist entgegen anderen Würfen die sich günstig auf die Trefferquote auswirkende äußerst geringe Entfernung des Abwurfs zum Korb. Bereits seine Namensgebung verweist darauf, dass „der Spieler so nahe an den Korb gelangt, dass er in Verbindung mit seinem Sprung den Ball nahezu nur noch in den Korb ,legen' muss" (Medler; Miehlke & Schuster, 2002, S. 96). Als Druckwurf-Korbleger, Unterhand-Korbleger, „Dunking" sowie „Power-move" mit beidbeinigem Absprung und in seinen Variationen jeweils ein- oder beidhändig kann der Korbleger sehr unterschiedlich ausgeführt und variabel eingesetzt werden. (vgl. Steinhöfer & Remmert, 2004, S. 88f, 92) Inhalt der Unterrichtsstunde wird ausschließlich der einhändige Druckwurf-Korbleger sein (zur Begründung vgl. didaktische Entscheidung in Abs. 4).

Die folgende Darstellung umschreibt den Wurf mit rechts; mit links erfolgt die Bewegung gegengleich. Der Wurf wird in der Regel leicht seitlich vom Korb angesetzt, um das Spielbrett für einen indirekten Wurf zu nutzen. (vgl. Medler et al., 2002, S. 97) Dem Korbleger geht entweder ein Dribbling oder ein Zuspiel unmittelbar voraus. In beiden Fällen erfolgt eine beidhändige Ballannahme „nach dem Abdrücken vom linken Bein im flachen Schrittsprung" (Steinhöfer & Remmert, 2004, S. 89; vgl. Medler et al., 2002, S. 96) auf das rechte Bein (erster Bodenkontakt). Der Blick der/des Angreiferin/Angreifers geht unmittelbar nach der Ballannahme zum Korb bzw. Zielpunkt und löst sich erst nach dem Wurf. (vgl. Steinhöfer & Remmert, 2004, S. 89) Dem flachen Schrittsprung von links schließt sich ein Zweierkontakt (rechts-links) an, wobei der zweite Schrittsprung, also jener auf links als Stemmschritt ausgeführt den Absprung nach oben zum Korb einleitet.[1] Das Bein der Wurfarmseite wird dabei zur Unterstützung der Flughöhe als Schwungbein aktiv nach oben „gerissen" (Steinhöfer & Remmert, 2004, S. 90). „Im Moment des Absprungs bzw. in der Aufwärtsbewegung" (ebd.) wird der Ball mit beiden Händen nahe am Körper bis über Stirnhöhe nach oben geführt, wobei die dem Korb abseitige, also die rechte Hand[2] unter den Ball gebracht wird, während die linke Hand als Stützhand den Ball seitlich sichert. Der Wurf bzw. das „Ablegen" des Balles (s.o.) erfolgt schließlich im höchsten Punkt des Sprungs. Die Stützhand lässt dabei den Ball los und der Wurfarm wird nach oben-vorne gestreckt. Die Finger bleiben lange am Ball, bis das Handgelenk in der Endphase aktiv nachklappt, wodurch dem Ball eine leichte Rückwärtsrotation verliehen wird. Die Landung erfolgt abfedernd auf beiden Füßen. In der Regel wird der Ball indirekt, d.i. mit Bretthilfe geworfen, wobei dieser das Brett (beim Wurf von rechts) idealer Weise in der rechten oberen Ecke des Zielrechtecks trifft. (vgl. Medler et al., 2002, S. 96f; Steinhöfer, 2004, S. 89ff; Braun et al., 2006, S. 43)

Korbleger über Kopf

Abbildung aus urheberrechtlichen Gründen entfernt.

Siehe z.B Skizze unter http://www.sportunterricht.de/lksport/basket.html

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Medler et al., 2002, S. 96; Benummerung H.L.

4 Didaktische Entscheidung

Allgemeine Überlegungen zur Unterrichtsstunde

Der Stunde gingen in zwei Doppelstunden eine Auseinandersetzung mit dem Thema Basketball voraus. Gegenstand der ersten Doppelstunde war eine Auffrischung respektive Vertiefung des Passens und Fangens und die Thematisierung grundlegender Regeln des Sportspiels Basketball. Gegenstand der zweiten Doppelstunde bildete neben einem Wiederauffrischen von basketballspezifischem Passen und Fangen insbesondere die Beidhändigkeit des Dribbelns sowie des Standwurfs - so wird von Steinhöfer & Remmert darauf verwiesen, dass für die Schulung des (Druckwurf-)Korblegers „die Beherrschung des Standwurfs aus unmittelbarer Korbnähe - und zwar möglichst als Einhandwurf mit rechts und links - von besonderer Wichtigkeit" (Steinhöfer & Remmert, 2004, S. 88; vgl. ebenso Braun, Goriss & König, 2006, S. 40) ist. Das Sportspiel Basketball wird im Lehrplan Sport für die Oberschule des Landes Bremen neben den Sportspielen Fußball, Volleyball und Handball in dem Bewegungsfeld Spielen aufgeführt. (vgl Sport. Bildungsplan für die Oberschule. Freie Hansestadt Bremen, 2012, S.ll). Die Sachkompetenz des Sportspiels Basketball betreffend sind dazu die Inhalte Korbwurf, Fangen, Passen, Dribbeln, Beinarbeit und Rebound formuliert, wobei für den Korbwurf die Varianten Positionswurf, Sprungwurf[3] und Korbleger aufgeführt werden. (vgl. ebd., S. 38)

In der Sachanalyse wurde bereits erwähnt, dass neben vielfältig möglichen Ausführungsvarianten des Korblegers (vgl. Abschnitt 3) Gegenstand der Stunde der Druckwurf-Korbleger ist. Steinhöfer und Remmert (2004, S. 89) empfehlen in der Vermittlung mit dem Druckwurf-Korbleger zu beginnen, da es sich bei diesem um den einfacheren sowie sichereren Wurf handelt; ferner schließt sich dieser hinsichtlich der Bewegungsausführung der oberen Extremitäten unmittelbar dem in aller Regel vorausgehend erlernten Standwurf an (vgl. ebenso Braun, Goriss & König, 2006, S. 40; sowie Themen der der Stunde vorausgehenden Doppelstunden (siehe zu Beginn dieses Abschnitts)). Der Druckwurf-Korbleger soll dabei von den SuS nach Möglichkeit einhändig ausgeführt und beidseitig geübt werden. Zur angestrebten Einhändigkeit heißt es bei Steinhöfer & Remmert: „Die Frage ob der Korbleger als Ein- oder Beidhandwurf ausgeführt werden sollte, muss wie beim Standwurf beantwortet werden. Prinzipiell ist der Einhandwurf anzustreben. Wo dieser aber jungen Schülern Schwierigkeiten macht, sollte anfangs auch der Druckwurf-Korbleger mit beiden Händen erlaubt werden." (Steinhöfer & Remmert, 2004, S. 89; vgl. ebd., S. 92; Braun et al., 2006, S. 43) Die ferner angesprochene frühe Schulung (des Korblegers) von rechts und links ist angestrebt, da „die Gefährlichkeit des in unmittelbarer Korbnähe mit rechts und links werfenden im Spiel ungleich größer ist als die des nur einhändig geübten Spielers. Zudem lernen jugendliche Anfänger relativ schnell, auch die ungeschicktere Hand als Wurfhand zu verwenden, jedenfalls rascher und technisch besser als erwachsene Spieler, die lange nur eine Hand geschult haben." (Steinhöfer & Remmert, 2004, S. 101; vgl. Braun et al., 2006, S. 43)

Der Vermittlung des Gegenstandes geht ein Aufwärmen, in Form eines (je nach Lehreranweisung) in Variationen dribbelnd zu durchlaufenden Parcours, voraus. Mit der laufintensiven Erwärmung wird dem Bewegungsdrang der Lerngruppe (vgl. Abschnitt 1) bereits zu Stundenbeginn nachgekommen, ein Nachkommen welches sich präventiv hinsichtlich möglicher Unterrichtsstörungen auswirken dürfte (vgl. Klingen, 2007). Alternativ hätten in den Parcours Übungen integriert werden können, die - über das beidseitige Dribbeln hinaus - auf den für den Korbleger erforderlichen Stemmschritt sowie den Zweier­Rhythmus hätten vorbereiten können. Die Absicht solcher Übungen wäre den SuS vor der kognitiven Phase, in der die für den Korbleger notwendigen Technikmerkmale schließlich erläutert werden, vermutlich jedoch eher als eine sinnentleert Spießsche Freiübungsgymnasik (vgl. Krüger, 2005, S. 116) erschienen.

Auf eine Dehnung und/oder Mobilisation wird angesichts der Intensität der nachfolgenden Übungen und in Reflexion auf das Alter der Schüler/innen verzichtet. Eine Dehnung und/oder Mobilisation ist aus Körpererfahrungs- sowie Gewohnheitsgründen zwar ebenso für diese Altersgruppe empfehlenswert, da die SuS dieser Lerngruppe indes alle einem regelmäßigen leistungssportlichen Training nachgehen (vgl. Abschnitt 1), lassen sich die angeführten Intentionen an dieser Stelle vernachlässigen.

In einer sich dem Aufwärmen anschließenden kognitiven Phase werden den Schülerinnen und Schülern die relevanten Technikmerkmale und eine Bewegungsvorstellung des Groblernziels, also des (einhändigen) Druckwurf-Korblegers von links und rechts in der Grobform vermittelt. Den Schwerpunkt der Vermittlung, der sich in der Auswahl der Übungen der methodischen Reihe wiederspiegelt, bildet (a) die korrekte Schrittfolge (Zweier-Kontakt) und (b) die sich anschließende Sprungbewegung. So verweisen Braun, Goriss & König darauf, dass „die eigentliche Wurfbewegung zunächst vernachlässigt werden kann. Wichtiger ist das Beherrschen einer regelgerechten Schrittfolge sowie das Abstimmen von Krafteinsatz, Abstand zum Korb und Abwurfrichtung" (2006, S. 40). Ebenso wird von Steinhöfer & Remmert empfohlen, dass „der Zweier­Kontakt ... die Grundlage zum Erlernen der komplexen Korblegerbewegung" bilden sollte (2004, S. 89). Vermittels der Kernübungen der methodischen Reihe - Korblegerbewegung ohne Ball und Korbleger mit Ball aus dem Zweier-Rhythmus - werden die motorischen Lernziele erarbeitet. Der Korbleger aus dem einmaligen Dribbling wird über eine zweite, die erste erweiternde kognitive Phase eingeführt und schließlich in einer sich an die vorausgehenden Übungen anschließenden Aufgabe von den Schülerinnen und Schüler geübt. Die Erarbeitungsphasen mündet abschließend in eine Sicherungsphase, in der nochmals die relevanten Technikmerkmale wiederholt werden. In der Schlussphase spielen die SuS eine dem „Staffel" ähnliche Spielform: Korblegerstaffel, bei der es darum geht als erste Mannschaft 10 korrekt ausgeführte Korbleger auszuführen.

5. Kompetenzen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Dass z.B. der erste Schrittsprung länger ist als der zweite, der zum Stemmschritt einleitet, eine präzise Umschreibung des Stemmschrittes, die Art und Weise des Abrollens über die Füße (vgl. zu diesen Punkten Steinhöfer & Remmert, 2004, S. 90) u.ä. wird aufgrund der für die Vermittlung vorgesehenen Grobform an dieser Stelle nicht vertiefend behandelt und in der Vermittlung der Selbstorganisation (vgl. Scherer, 2001, S. 7) vorbehalten, der Versuch einer Bewusstmachung alljener Einzelaspekte würde das Erlernen des geforderten Bewegungsrhythmus eher behindern als unterstützen (vgl. Christian, 1963).

[2] „Der Korbleger wird günstig von der rechten Seite mit der rechten Hand und von der linken Seite mit der linken Hand ausgeführt. Das entsprichtjeweils der Umsetzung mit der ballführenden Außenhand, durch die der Ball vor dem Verteidiger geschützt wird." (Medler et al., 2002, S. 96)

[3] Die Korbwurfvarianten des Sprungwurfes als ebenso jene des Korblegers nach dem Zuspiel sind dem Anforderungsniveau 2 vorenthalten, wobei das Anforderungsniveau 2 nicht explizit den höheren Klassenstufen vorbehalten ist, vorgegeben ist lediglich eine „Bis-Norm", die dem Lehrer in der zeitlich-inhaltlichen Thematisierung Freiraum eröffnet. (vgl. Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung, 1998, S. 13)

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Ballführung im Basketball. Übungsformen des Druckwurf-Korblegers (Sport, 7. Klasse)
Hochschule
Landesinstitut für Schule, Bremen
Veranstaltung
Unterrichtsbesuch
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V353840
ISBN (eBook)
9783668400399
ISBN (Buch)
9783668400405
Dateigröße
635 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Umfangreicher Unterrichtsentwurf, Basketball - Korbleger, 6te Klasse
Schlagworte
Basketball Korbleger
Arbeit zitieren
Peer-Magnus Dunker (Autor), 2016, Ballführung im Basketball. Übungsformen des Druckwurf-Korblegers (Sport, 7. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353840

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