Das Ziel dieser Arbeit ist es, regulatorische Neuerungen sowie Ergebnisse der Forschung in Bezug auf die Vereinbarkeit von gleichzeitiger Prüfung und Beratung aufzuzeigen. Ebenfalls sollen potenzielle Argumente, die für oder gegen eine weitere Regulierung der zeitgleichen Prüfung und Beratung sprechen, dargestellt und bewertet werden.
Die vorliegende Arbeit besteht aus sechs Kapiteln. Das erste Kapitel beinhaltet eine Einleitung, welche den Leser zur Thematik der Arbeit hinführen soll. Des Weiteren werden die Problemstellung und Zielsetzung sowie der Aufbau der Arbeit aufgezeigt. Im zweiten Kapitel werden die für den weiteren Verlauf der Arbeit benötigten theoretischen Grundlagen bezüglich des Berufsbildes des Wirtschaftsprüfers vermittelt. Dementsprechend werden die Rolle des Wirtschaftsprüfers und die von ihm ausgeführten Dienstleistungen Jahresabschlussprüfung und Beratung beleuchtet. Anschließend wird im dritten Kapitel auf den Grundsatz der Unabhängigkeit eingegangen um die Notwendigkeit und den daraus resultierenden Anstieg gesetzlicher Regulierungen hervorzuheben.
Daran anknüpfend sollen im vierten Kapitel die Veränderungen und Neuerungen des rechtlichen Rahmens in Bezug auf die gleichzeitige Prüfung und Beratung unterteilt in nationale, europäische und globale Sichtweisen aufgeführt werden. Im fünften Kapitel wird auf die Vereinbarkeit von gleichzeitiger Prüfung und Beratung eingegangen indem im ersten Schritt die Erfolgsfaktoren und Kritikpunkte zur gleichzeitigen Beratung und Prüfung geschildert werden und darauffolgend Studien und deren Ergebnisse zur tatsächlichen und wahrgenommenen Unabhängigkeit vorgestellt und bewertet werden. Den Abschluss der Arbeit bildet das sechste Kapitel, in welchem das Erarbeitete zusammengefasst und ein Ausblick gegeben wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Berufsbild des Wirtschaftsprüfers
2.1 Rolle des Wirtschaftsprüfers
2.1.1 Rechtsbegrifflichkeit Freier Beruf
2.1.2 Berufsrechtliche Regelungen
2.1.3 Prinzipal Agenten Beziehungen im Wirtschaftsprüfungsmarkt
2.2 Theoretische Grundlagen der Jahresabschlussprüfung
2.3 Theoretische Grundlagen der Beratung
3 Grundsatz der Unabhängigkeit
3.1 Definition des Begriffes Unabhängigkeit
3.2 Unabhängigkeitsgefährdende Sachverhalte
3.3 Maßnahmen zur Wahrung der Unabhängigkeit
4 Rechtlicher Rahmen zur Gewährleistung von Unabhängigkeit
4.1 Regelungen zur Stärkung der Unabhängigkeit
4.1.1 Sarbanes-Oxley Act
4.1.2 Berufs- und handelsrechtliche Regeln
4.1.3 Gesetzgebung der Europäischen Union
4.2 EU-Reform infolge der Finanzkrise
5 Vereinbarkeit von gleichzeitiger Prüfung und Beratung
5.1 Erfolgsfaktoren und Kritikpunkte bei gleichzeitiger Prüfung und Beratung
5.1.1 Erfolgsfaktoren bei gleichzeitiger Prüfung und Beratung
5.1.2 Kritikpunkte zur gleichzeitigen Prüfung und Beratung
5.2 Studien zur Vereinbarkeit von gleichzeitiger Prüfung und Beratung
5.2.1 Studien zur tatsächlichen Unabhängigkeit
5.2.2 Studien zur wahrgenommenen Unabhängigkeit
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von gleichzeitiger Prüfung und Beratung bei Wirtschaftsprüfern vor dem Hintergrund regulatorischer Neuerungen und wissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Das primäre Ziel ist es, Argumente für und gegen eine weitere Regulierung der zeitgleichen Dienstleistungen zu bewerten und die Auswirkungen auf die Unabhängigkeit des Berufsstandes zu analysieren.
- Berufsbild und Rolle des Wirtschaftsprüfers
- Grundsatz und Gefährdung der Unabhängigkeit
- Regulatorischer Rahmen (insb. EU-Reformen und Sarbanes-Oxley Act)
- Synergieeffekte vs. Interessenkonflikte
- Empirische Erkenntnisse zur tatsächlichen und wahrgenommenen Unabhängigkeit
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Prinzipal Agenten Beziehungen im Wirtschaftsprüfungsmarkt
Das Verhältnis zwischen den verschiedenen Akteuren im Rahmen eines Unternehmens ist der Beobachtungsschwerpunkt der ökonomischen Theorie. Der Fokus liegt insbesondere auf der Untersuchung der Interessensgegensätze zwischen den beteiligten Personen und Gruppen einer Aktiengesellschaft (AG), welche stark publikumsorientiert ist. Im Rahmen der informationsökonomischen Betrachtungsweise der Gesellschaft haben die Anteilseigener die Rolle des Prinzipals inne. Das Management, welches es zur Aufgabe hat das Vermögen der Anteilseigner (Prinzipale) zu verwalten und das Unternehmen zu führen übernimmt die Rolle des Agenten.
Die Beauftragung des Wirtschaftsprüfers mit einer zusätzlichen Beratungsleistung neben der eigentlichen Jahresabschlussprüfung führt zu einer weiteren Prinzipal-Agenten-Beziehung. Der Wirtschaftsprüfer fungiert in dieser Konstellation als Doppel-Agent, der einerseits eine Schutzfunktion gegenüber den Aktionären erfüllt und andererseits dem Interesse des Management im Zuge des Beratungsprojektes gerecht werden muss. Dies wiederum führt zu immensen Interessenskonflikten und zu einer massiven Beeinflussung der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers. Demnach kann der Wirtschaftsprüfer seinen gesetzlichen Auftrag und seinen Verpflichtungen gegenüber den Aktionären nicht mehr ausreichend gerecht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unabhängigkeit von Wirtschaftsprüfern ein, die durch Bilanzskandale und zusätzliche Beratungsleistungen unter Druck geraten ist.
2 Berufsbild des Wirtschaftsprüfers: Hier werden die Rolle des Wirtschaftsprüfers, die theoretischen Grundlagen der Prüfung und Beratung sowie die Prinzipal-Agenten-Problematik erläutert.
3 Grundsatz der Unabhängigkeit: Dieses Kapitel definiert den Unabhängigkeitsbegriff, identifiziert Gefährdungssachverhalte und erörtert Maßnahmen zur Wahrung der professionellen Unabhängigkeit.
4 Rechtlicher Rahmen zur Gewährleistung von Unabhängigkeit: Der Abschnitt behandelt nationale, europäische und globale regulatorische Maßnahmen, insbesondere den Sarbanes-Oxley Act sowie die Reaktionen der EU auf die Finanzkrise.
5 Vereinbarkeit von gleichzeitiger Prüfung und Beratung: Hier werden die Vorteile (Synergien/Transaktionskosten) und die Kritikpunkte (Interessenkonflikte) sowie empirische Studien zur Unabhängigkeit analysiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Notwendigkeit sowie die Wirksamkeit regulatorischer Eingriffe in den Prüfungsmarkt.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsprüfer, Unabhängigkeit, Jahresabschlussprüfung, Beratung, Interessenskonflikt, Prinzipal-Agenten-Theorie, EU-Reform, Sarbanes-Oxley Act, Bilanzskandale, Corporate Governance, Transaktionskosten, Berufsrecht, Aufsicht, Kapitalmarktvertrauen, Nichtprüfungsleistungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die regulatorischen und forschungsbasierten Aspekte der Vereinbarkeit von gleichzeitiger Prüfung und Beratung durch Wirtschaftsprüfer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen das Berufsbild, den Grundsatz der Unabhängigkeit, den rechtlichen Rahmen durch Gesetzesreformen und die empirische Überprüfung der Unabhängigkeit bei Kombinationsmandaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen Prüfung und Beratung aufzuzeigen und zu bewerten, ob eine weitere Regulierung notwendig ist, um die Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers zu schützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse sowie die Auswertung bestehender empirischer Studien zur tatsächlichen und wahrgenommenen Unabhängigkeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Berufsbildes, die Analyse von Unabhängigkeitsgefahren, eine Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Erörterung von Erfolgsfaktoren und Kritikpunkten bei paralleler Prüfung und Beratung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Wirtschaftsprüfer, Unabhängigkeit, Prüfung, Beratung, Interessenkonflikt und regulatorische EU-Reformen.
Warum ist die Unabhängigkeit eine Kardinaltugend des Wirtschaftsprüfers?
Die Unabhängigkeit ist essenziell, damit der Prüfer ein vertrauenswürdiges Urteil abgeben kann, das als notwendige Informationsgrundlage für die Kapitalmarktteilnehmer dient.
Welche Rolle spielt die Prinzipal-Agenten-Theorie in diesem Kontext?
Sie erklärt die Interessensgegensätze zwischen Managern (Agenten) und Anteilseignern (Prinzipale) und verdeutlicht, warum ein Wirtschaftsprüfer, der gleichzeitig als Berater fungiert, in einen Interessenkonflikt gerät, der seine Kontrollfunktion schwächt.
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- Florian Simmerer (Autor), 2016, Gleichzeitige Prüfung und Beratung durch Wirtschaftsprüfer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353885