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Kinder erlernen mit Schrift zu sprechen - Schriftspracherwerb

Title: Kinder erlernen mit Schrift zu sprechen - Schriftspracherwerb

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 34 Pages , Grade: gut

Autor:in: Michael Kellner (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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[...] Schriftsprache ist Kommunikation. Man muss in der Schriftsprache mehr sehen, als nur die bloße Tätigkeit mit der Hand Buchstaben des Alphabets zu schreiben. Geht es nicht vielmehr darum, Schrift und Sprache miteinander zu verschmelzen um so ein neues kommunikatives Werkzeug zu erwerben: Die Schriftsprache? Schriftsprache ist das Sprechen mit der Schrift. Diese Arbeit soll nicht erklären, wie Kinder die Schreibtechnik erlernen, sondern wie sie sich Sprachkompetenzen in Bezug auf Schrift aneignen. Anders ausgedrückt ist das Ziel der Schriftsprache nicht etwa Schrift einfach nur aufzuschreiben, sondern das Sprechen mit der Schrift zu erlernen und den Unterschied zwischen beiden Tätigkeiten zu erkennen, um so die kommunikative Seite
des Schreibens zu entdecken. Kerne“. Hiermit wäre eine Entfaltung oder eine Ausdehnung schon Doch wie gelangen Kinder an ihr Ziel? Der Schriftspracherwerb ist nach vielen Ansichten eine Konfrontation mit etwas völlig Neuen. Demnach müssten Kinder die Schriftsprache von Anfang an neu entdecken und sich von ersten kleinen Erfahrungen hocharbeiten zu höheren und komplexeren
Ebenen des Textes. Im Verlauf der Schriftspracherwerbsforschung rücken jedoch andere Theorien immer mehr in den Mittelpunkt. „(…) dass sich literales Denken nicht sukzessiv hierarchisch ausbildet, sondern dass einer großen Verdichtung zu Beginn allmählich eine lineare Vereinfachung und dann eine Entfaltung folgt“ (Dehn 1995, S.10). Betrachtet man die Aussage von Mechthild Dehn, dann ist die Entwicklung der Textkompetenz kein Hinzutreten hierarchisch höherer Strukturierungsebenen, sondern eine Ausdifferenzierung eigenaktiv schon angelegter, aber noch „verdichteter vorhandener Strukturen die Grundlage für die Schriftsprachentwicklung (vgl. Feilke, 1995, S. 71). Im Verlauf dieser Arbeit möchte ich nicht nur den oft falschen Gebrauch des Begriffs „Schriftsprache“ klären, sondern auch einen Überblick über verschiedene Konflikte in der Schriftspracherwerbstheorie schaffen. Hierzu ist es nötig, sich mit der zahlreichen und teilweise sehr unterschiedlichen Literatur in Bezug auf Schriftsprache auseinanderzusetzen, sie zu vergleichen und zu diskutieren.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeines zur Schriftsprache

3 Theorie des Schriftspracherwerbs

4 Ein Überblick zu methodischen Konzeptionen

4.1 Unterschiedliche Methodenkonzeptionen und ihre Konflikte

4.1.1 Grundlagen der Methodenkonzeptionen

4.1.2 Schreiben und Kommunikation

4.2 Methodenkonzeptionen und kritische Betrachtungsweisen

4.2.1 Die ganzheitlich-analytische Methode

4.2.1.1 Kritische Betrachtungsweisen

4.2.2 Die einzelheitlich-synthetische Methode

4.2.2.1 Kritische Betrachtungsweisen

4.2.3 Zusammenfassung

4.2.4 Der Spracherfahrungsansatz als Alternative?

5 Schriftspracherwerb unter kognitiven Aspekten

5.1 Schreiben als Problemlösen

5.2 Psychologische Betrachtungsweisen des Schreibens unter didaktischen Gesichtspunkten

5.3 Schreibentwicklung als Ausdifferenzierung vorhandener Strukturen

6 Sprachentwicklung und Schriftsprache

6.1 Sprachkompetenz: Eine Grundausstattung?

6.2 Sprachentwicklung

7 Parallelen: Sprachentwicklung und Schriftsprachentwicklung

8 Zusammenfassende Betrachtungen

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Schriftspracherwerb nicht als reinen Technikerwerb, sondern als einen komplexen kommunikativen Lernprozess zu begreifen, bei dem Kinder lernen, "mit Schrift zu sprechen". Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Kinder Sprachkompetenzen in Bezug auf Schrift entwickeln und welche methodischen Ansätze den Erwerb dieses komplexen Systems am besten unterstützen können.

  • Untersuchung der Bedeutung von Schriftsprache als kommunikatives Werkzeug.
  • Kritische Analyse traditioneller und moderner methodischer Konzeptionen (synthetisch, ganzheitlich, Spracherfahrungsansatz).
  • Betrachtung des Schriftspracherwerbs aus kognitionspsychologischer Perspektive und als Problemlöseprozess.
  • Erörterung der Zusammenhänge und Parallelen zwischen mündlicher Sprachentwicklung und Schriftsprachentwicklung.

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Schreiben und Kommunikation

Es gibt drei Annahmen für das Erstschreiben, welche die Schreibdidaktik stark beeinflusst haben und auch heute noch prägen. Man geht noch immer davon aus, dass entscheidende Probleme im Bereich der Motorik lägen und dass diese am besten durch Methoden musisch-ganzheitlicher Schreiberziehung gelöst werden. Des Weiteren gibt es immer noch die Ansicht, dass Schreiben und Lesen getrennt voneinander gelernt werden solle. Diese Annahmen stehen der Schreiberziehung unter kommunikativen Gesichtspunkten im Wege. In verschiedenen Schreibübungen wird das Schreiben auf die Tätigkeit mit der Hand reduziert. Somit rücken die wichtigen Funktionen des Schreibens in den Hintergrund.

Wolfgang Menzel vertritt eine Methode, die sowohl Form und Bewegung als auch den Sinn des Schreibens einbezieht. Hierbei kann ebenfalls von einem Mischverfahren gesprochen werden, welches mehrere Faktoren aus verschiedenen methodischen Ansätzen vereint. Da hier die kommunikative Seite des Schreibens besonders im Vordergrund steht, soll dieses Konzept separat erwähnt werden.

Das Schreiben ist hier von Anfang an als komplexe Handlung zu vermitteln. Sie bezieht motorische, kognitive und insbesondere kommunikative Faktoren mit ein. Menzel sagt „die Lesbarkeit der Schrift (…) ist wichtigstes Ziel einer Schrift-Erziehung, die Kommunizierbarkeit des Geschriebenen oberstes Ziel der Schreiberziehung“ (vgl. Schorch, 1995, S.58).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definiert den Schriftspracherwerb als kommunikative Handlung und grenzt ihn von reinem Technikerwerb ab.

2 Allgemeines zur Schriftsprache: Arbeitet die signifikanten Unterschiede zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation heraus.

3 Theorie des Schriftspracherwerbs: Skizziert historische und moderne theoretische Ansätze zum Lernen von Schrift.

4 Ein Überblick zu methodischen Konzeptionen: Vergleicht synthetische, ganzheitliche und analytisch-synthetische Verfahren sowie den Spracherfahrungsansatz.

5 Schriftspracherwerb unter kognitiven Aspekten: Beleuchtet das Schreiben als kognitiven Problemlöseprozess und Ausdifferenzierung von Strukturen.

6 Sprachentwicklung und Schriftsprache: Untersucht die sprachlichen Voraussetzungen und die Entwicklung der Sprachkompetenz von Säuglingen bis zum Schulkind.

7 Parallelen: Sprachentwicklung und Schriftsprachentwicklung: Vergleicht theoretische Erklärungsansätze der Sprachentwicklung mit den Herausforderungen des Schriftspracherwerbs.

8 Zusammenfassende Betrachtungen: Reflektiert die Ergebnisse und konstatiert den Trend hin zur Betrachtung der Schriftsprache als Entfaltung vorhandener Fähigkeiten.

Schlüsselwörter

Schriftspracherwerb, Schriftsprache, Kommunikation, Schreibdidaktik, Schriftsprachentwicklung, Methodenkonzeptionen, kognitive Entwicklung, Sprachentwicklung, Textproduktion, Schreibentwicklung, Sprachkompetenz, Spracherfahrungsansatz, Ganzheitsmethode, Synthetisches Verfahren, Schreibprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Prozess des Schriftspracherwerbs bei Kindern und plädiert dafür, diesen als eine umfassende kommunikative Entwicklung statt als rein technischen Akt des Buchstabenschreibens zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die verschiedenen didaktischen Methoden zum Schreibenlernen, die kognitionspsychologische Einordnung des Schreibens als Problemlösen und die Verbindung zwischen mündlicher Sprachentwicklung und der Aneignung von Schriftsprache.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Unterschied zwischen dem bloßen Erlernen der Schreibtechnik und dem Erwerb von schriftsprachlicher Kompetenz aufzuzeigen und zu verstehen, wie Kinder Schrift als kommunikatives Werkzeug begreifen lernen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit fachdidaktischen und entwicklungspsychologischen Ansätzen, um einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs, vergleicht verschiedene Lehrmethoden, analysiert psychologische Aspekte der Textproduktion und zieht Parallelen zur natürlichen Sprachentwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Schriftspracherwerb, Kommunikationsfähigkeit, Schreibdidaktik, kognitive Entwicklung sowie der Vergleich zwischen ganzheitlichen und synthetischen Methoden.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Laut und Bedeutung für Kinder beim Schreiben wichtig?

Kinder müssen lernen, dass sich die Schriftstruktur auf die Lautstruktur bezieht und nicht auf die Bedeutung eines Wortes, was durch die abstrakte Natur der Schrift beim Schreibenlernen oft eine Herausforderung darstellt.

Wie beeinflusst die Kommunikationssituation den Schreibprozess?

Die Kommunikationssituation bestimmt den Zweck des Schreibens, die Textart und die Wahl der sprachlichen Mittel; Schreiben als komplexes Problemlösen erfordert daher die Berücksichtigung von Rezipient und situativem Kontext.

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Details

Title
Kinder erlernen mit Schrift zu sprechen - Schriftspracherwerb
College
University of Kassel
Grade
gut
Author
Michael Kellner (Author)
Publication Year
2003
Pages
34
Catalog Number
V35388
ISBN (eBook)
9783638353120
Language
German
Tags
Kinder Schrift Schriftspracherwerb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Kellner (Author), 2003, Kinder erlernen mit Schrift zu sprechen - Schriftspracherwerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35388
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