Um das Nibelungenlied im Gymnasium zu bearbeiten, erstellt Sandra Lill in dieser Hausarbeit eine Unterrichtssequenz in sechs Doppelstunden für die 7. Klasse Gymnasium mit besonderem Blick auf die Beziehung von Männern und Frauen und deren Geschlechterrollen. Ziel ist es, die Mediävistik attraktiv dür den Deutschunterricht zu machen und den Schülerinnnen und Schülern den Stoff des Liedes auszugsweise zu vermitteln. Deutschlehrinnen und -lehrer, die dies in ihrem Unterricht erreichen wollen, erhalten mit dieser Arbeit einen detaillierten und umsetzbaren Vorschlag.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begründung der Sequenz und Verankerung im Lehrplan
2.1. Begründung der Epoche Mittelalter
2.2. Begründung der Textgrundlage Nibelungenlied
2.3. Begründung des Themenschwerpunkts Geschlechterrollen
2.4. Verankerung der Sequenz im bayerischen Gymnasium
3. Planung der Unterrichtssequenz
3.1. Einheit 1: Einführung in das Mittelalter
3.2. Einheit 2: Einführung in das Nibelungenlied
3.3. Einheit 3: Fokus auf Literatur
3.4. Einheit 4: Fokus auf Sprache
3.5. Einheit 5: Das Falkenmotiv
3.6. Einheit 6: Zusammenfassender Ausklang
4. Fazit
5. Bibliographie
6. Anhang
6.1. Tabellarische Verlaufsskizzen der sechs Doppelstunden
6.2. Unterrichtsmaterial (Folien, Arbeitsblätter, Tafelanschriebe etc.)
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine didaktisch strukturierte Unterrichtssequenz für den Deutschunterricht der 7. Jahrgangsstufe am Gymnasium zu entwickeln, die das Nibelungenlied als Grundlage nutzt, um Schülern die Epoche des Mittelalters näherzubringen. Im Zentrum steht dabei die Auseinandersetzung mit der Alterität der mittelalterlichen Kultur und Sprache sowie die kritische Reflexion zeitgenössischer und historischer Geschlechterrollen.
- Vermittlung mediävistischer Grundlagen in der gymnasialen Unterstufe
- Analyse und Vergleich mittelalterlicher Rollenbilder und Beziehungen
- Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und deren Bedeutungswandel
- Methodische Förderung der Selbstständigkeit durch stationsorientiertes und kreatives Arbeiten
- Persönlichkeitsentwicklung durch die Auseinandersetzung mit Identitätsfragen in der Pubertät
Auszug aus dem Buch
2.1. Begründung der Epoche Mittelalter
Warum das Mittelalter? Diese längst vergangene Epoche spielt auf den ersten Blick keine große Rolle im Leben der SuS heutzutage und ist ihnen vielleicht allenfalls durch Kinderbücher mit Rittergeschichten, Fantasy-Abenteuer mit mittelalterlichen Motiven wie etwa die Serie „Game of Thrones“ (US seit 2011) oder Komödien wie etwa „Ritter aus Leidenschaft“ (US2001) bekannt. Doch welches Bild vermitteln die modernen Medien von dieser Epoche, die unseren Kulturraum in Deutschland über viele Jahrhunderte hinweg maßgeblich geprägt hat und somit ein Teil jeder hier lebenden Person, ob gebürtig oder nicht, ist – und warum sollte es Aufgabe des Gymnasiums sein, diese zumeist nicht fundierte Grundlage durch seriöse Informationen zu ergänzen?
In dem Film „Ritter aus Leidenschaft“ beispielsweise wirbt die Hauptfigur William Thatcher, gespielt von Heath Ledger (australischer Schauspieler, 1979-2008) um eine Dame und gewinnt schließlich auch ihr Herz. Die Geschlechterrollen werden jedoch auf die heutige Zeit übertragen und nicht originalgetreu nach den damaligen, sondern nach den aktuellen Konventionen dargestellt. Diese Unterschiede werden den Jugendlichen durch das reine Sehen des Films jedoch nicht klar, sie müssen in der Schule erst herausgearbeitet werden, um ein vollständiges Bild vom Mittelalter und dadurch auch eine bessere Vorstellung der eigenen Identität zu erhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit stellt die Konzeption einer Unterrichtssequenz zum Nibelungenlied für die 7. Klasse dar, wobei die Alterität des Mittelalters und die Geschlechterrollen im Fokus stehen.
2. Begründung der Sequenz und Verankerung im Lehrplan: Dieses Kapitel rechtfertigt die Wahl des Mittelalters und des Nibelungenliedes als Unterrichtsgegenstand und verankert diese Inhalte in den didaktischen Vorgaben des bayerischen Gymnasiums.
3. Planung der Unterrichtssequenz: Hier erfolgt die detaillierte didaktische und methodische Ausarbeitung von sechs Unterrichtseinheiten, die den Lernprozess vom allgemeinen Epochenwissen bis hin zur kreativen Auseinandersetzung mit dem Falkenmotiv führen.
4. Fazit: Das Kapitel reflektiert den Erfolg der Sequenz bei der Vermittlung von historischen Inhalten und der Förderung der persönlichen Identitätsfindung der Schüler.
5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der Internetquellen zur Erstellung der Arbeit.
6. Anhang: Enthält tabellarische Verlaufsskizzen der Unterrichtsstunden sowie Materialien wie Arbeitsblätter und Tafelbilder.
Schlüsselwörter
Nibelungenlied, Mittelalter, Unterrichtssequenz, 7. Klasse Gymnasium, Geschlechterrollen, Falkenmotiv, Mittelhochdeutsch, Sprachwandel, Didaktik, Rittertum, Minne, Identitätsbildung, Lehrplan Bayern, Deutschunterricht, Literaturdidaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt eine in sich geschlossene Unterrichtssequenz über sechs Doppelstunden, die sich mit dem Nibelungenlied und der Epoche des Mittelalters im Deutschunterricht der 7. Klasse beschäftigt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Epoche des Mittelalters, der Zugang zur mittelhochdeutschen Sprache sowie die Analyse von Geschlechterrollen und deren Wandel von der Vergangenheit bis heute.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Schülern durch die Auseinandersetzung mit dem Nibelungenlied ein fundiertes Bild des Mittelalters zu vermitteln und sie gleichzeitig zur Reflexion über eigene Rollenbilder und Beziehungsformen in der Pubertät anzuregen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine didaktische Konzeption, die den Prozess von einer eher lehrerzentrierten Einführung hin zu einer offenen, schülerzentrierten Projektarbeit und Präsentation gestaltet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in sechs Einheiten: von der Einführung in die Epoche und das Epos, über Sprachbetrachtung und Bedeutungswandel, bis hin zur inhaltlichen Vertiefung des Falkenmotivs und einer abschließenden kreativen Präsentation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören das Nibelungenlied, Mittelalter, Geschlechterrollen, Mittelhochdeutsch sowie die pädagogische Zielsetzung der Identitätsbildung im gymnasialen Unterricht.
Welche Rolle spielt das Falkenmotiv in der Sequenz?
Das Falkenmotiv dient in Einheit 5 als zentrale Textgrundlage, um die Geschlechterrollen und die Minnekonzepte des Mittelalters exemplarisch zu analysieren und kritisch zu diskutieren.
Warum wird speziell die 7. Klasse adressiert?
Die 7. Klasse (Alter 13-14 Jahre) eignet sich besonders, da die Schüler in einer Phase der Identitätsfindung sind, in der das Interesse an Beziehungen und Rollenbildern zunimmt, was eine motivierende Anknüpfung an die mittelalterlichen Texte ermöglicht.
Welchen Stellenwert nimmt die mittelhochdeutsche Sprache ein?
Die Sprache dient nicht nur als historischer Kontext, sondern wird aktiv durch Textarbeit (Übersetzung, Aussprache) genutzt, um ein Bewusstsein für Sprachwandel und die Ursprünge des Neuhochdeutschen zu schaffen.
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- Sandra Lill (Author), 2015, Das Nibelungenlied. Die Beziehung von Männern und Frauen sowie deren Geschlechterrollen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353955