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Die Funktion des Löwen als Sinnbild in Hartmanns „Iwein“

Titel: Die Funktion des Löwen als Sinnbild in Hartmanns „Iwein“

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 13 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sandra Lill (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit untersucht Sandra Lill die Funktion des Löwen in Hartmanns Roman "Iwein". Vier verschiedene Aspekte des Löwenmotivs werden herausgearbeitet und bewertet.

Der Löwe spielt eine zentrale Rolle in Hartmanns Werk, und seine Funktion wurde in vielfältiger Wiese interpretiert. Und doch ist die Forschung noch keinesfalls abgeschlossen. Der Löwe fungiert als eine Art Mittler zwischen verschiedenen Diskursen. Die vorliegende Hausarbeit wird diese unterschiedlichen Ansätze zur Funktion des Löwen untersuchen und deren Plausibilität durch Textstellen unterstreichen bzw. widerlegen. Dabei soll die stimmigste Erklärung herausgefiltert und im Fazit genannt werden.

Zu diesem Zweck ist die Arbeit gegliedert in vier Unterpunkte, die sich mit vier verschiedenen Ansätzen befassen. Zu den ersten drei dieser vier Ansätze werden zusätzlich zwei Unterpunkte genannt, die sie jeweils von zwei verschiedenen Perspektiven her betrachtet unterstützen. Analysiert und interpretiert wird dabei vor allem auf Grundlage des Primärtextes „Iwein“ von Hartmann von Aue.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Analyse und Interpretation der Funktion des Löwen

2.1 Der Löwe als Sinnbild für Iweins Aufstieg aus der Wildnis

2.1.1 Der Löwe als Symbol des Adels

2.1.2 Das Verhältnis Iweins jeweils zum Einsiedler und zum Löwen

2.2 Der Löwe als Sinnbild für Demut und lebenslange Treue

2.2.1 Die Domestizierung des Löwen

2.2.2 Der Todeswunsch des Löwen nach Iweins vermeintlichem Tod

2.3 Der Löwe als Sinnbild für Christus und das Gute

2.3.1 Der Kampf des Löwen mit dem Drachen

2.3.2 Die mit Hilfe des Löwen gewonnenen Kämpfe Iweins

2.4 Der Löwe als Sinnbild für Iweins zweite Identität

3 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die vielschichtige Funktion des Löwen in Hartmanns von Aue Werk „Iwein“ und analysiert, inwiefern das Tier als symbolischer Begleiter Iweins dessen Reintegration in die höfische Gesellschaft und die Entwicklung seiner Identität spiegelt.

  • Symbolik des Löwen als Zeichen für den Adelsstand
  • Vergleichende Analyse der sozialen Konstellationen: Einsiedler und Löwe
  • Theologische und ethische Deutung des Löwen als Sinnbild für Christus und das Gute
  • Untersuchung der psychologischen Komponente des Löwen im Kontext von Treue und Demut
  • Die Transformation Iweins zum „Löwenritter“ und die Verschmelzung der Identitäten

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Der Löwe als Symbol des Adels

Der Löwe wurde im Mittelalter mit dem Adelsstand in Verbindung gebracht. Die Heraldik zeigt, dass er auf vielen Wappen zu finden ist. So etwa auf dem Wappen des heutigen Bundeslandes Bayern, dessen Herzöge ihn bereits ab dem 12. Jahrhundert gebrauchten. Die adeligen Familien und die Ritter an den Höfen bevorzugten starke und positiv konnotierte Tiere als Symbole ihrer Kraft. „Als Schildfiguren wurden am häufigsten der Adler, der Löwe und der Panther gewählt“. Die Verbindung zwischen dem Löwen und dem Adel ist auf Grundlage der Heraldik daher eindeutig nachgewiesen.

Auch semantisch kann das neuhochdeutsche Wort „Adel“ auf das mittelhochdeutsche Adjektiv „edel“ zurückgeführt werden, welches übersetzt edel, adlig, kostbar, gut oder auch schön bedeutet. Der Löwe in Hartmanns Iwein wird mit jenem Attribut versehen. So etwa gleich zu Beginn der Löwenepisode, als Iwein den Kampf zwischen dem Drachen und dem „edeln tiere“ (V. 3864) sieht. Die Charakterisierung des Löwen als edles Tier spielt an dieser Stelle eine entscheidende Rolle, da sie Iwein dazu bewegt, ihm – und nicht dem Drachen – im Kampf zu helfen. Es wird an dieser Stelle nicht der Komparativ verwendet, also der Löwe im Vergleich zum Drachen als das edlere Tier bezeichnet, sondern dieser schlicht als das edle Tier dargestellt. Der Drache wird somit als eindeutig unedel und damit negativ dargestellt, worauf die Arbeit im weiteren Verlauf noch Bezug nehmen wird (s. Kapitel 2.3.1.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Rolle des Löwen ein und erläutert die methodische Vorgehensweise, verschiedene wissenschaftliche Interpretationsansätze kritisch zu prüfen.

2 Analyse und Interpretation der Funktion des Löwen: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und beleuchtet den Löwen als Symbol für den gesellschaftlichen Aufstieg, christliche Werte, Treue und die neue Identität des Protagonisten.

3 Schluss: Im Fazit wird festgehalten, dass die Interpretation des Löwen als Sinnbild für Iweins zweite Identität die allumfassendste Deutung für seine Entwicklung zum vollkommenen Ritter darstellt.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, Löwe, Artusroman, Mittelalter, Identität, Heraldik, Symbolik, Reintegration, höfische Welt, christliche Allegorie, Wildnis, Rittertum, Treue, Demut

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die symbolische und funktionale Bedeutung des Löwen in Hartmanns von Aue Artusroman „Iwein“ und wie dieser das Schicksal des Ritters beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Verbindung von heraldischen Traditionen, christlicher Symbolik, sozialer Hierarchie im Mittelalter und der psychologischen Entwicklung Iweins.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Hauptfrage ist, welche Funktion der Löwe in der Entwicklung Iweins vom verwilderten Ritter zurück zur höfischen Identität übernimmt und wie diese durch den Primärtext belegt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Analyse und Interpretation des Primärtextes, gestützt auf die Sekundärliteratur zu mittelalterlicher Literatur und Diskursen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier Interpretationsansätze: den Löwen als Sinnbild des Aufstiegs, als Symbol für Demut und Treue, als christliches Zeichen für das Gute und als Spiegel von Iweins neuer Identität.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff des Löwen sind Identitätsbildung, höfisches Ideal, Liminalität und die Reintegration in die Gesellschaft entscheidende Charakteristika der Arbeit.

Warum wird der Vergleich zwischen Iwein und dem Einsiedler gezogen?

Der Vergleich dient dazu, Iweins sozialen Wandel zu verdeutlichen: Vom Helfer des Einsiedlers wandelt sich seine Rolle hin zum Herrn des Löwen, was seinen Aufstieg in der sozialen Hierarchie untermauert.

Was bedeutet es, wenn der Löwe in Iwein „aufgeht“?

Dies symbolisiert, dass Iwein die positiven Eigenschaften des Löwen – wie Treue und Stärke – vollständig in sein eigenes Wesen integriert hat, was ihn zum „vollkommenen Ritter“ reifen lässt.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Funktion des Löwen als Sinnbild in Hartmanns „Iwein“
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Hartmann von Aue – Artusromane
Note
1,7
Autor
Sandra Lill (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V353956
ISBN (eBook)
9783668400221
ISBN (Buch)
9783668400238
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hartmann von Aue Iwein Löwe Mediävistik Mittelalter Artus Artusrunde Ritter Ritter der Tafelrunde Tafelrunde Artusroman
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Lill (Autor:in), 2014, Die Funktion des Löwen als Sinnbild in Hartmanns „Iwein“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353956
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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