Ishihara Shintaros Buch „The Japan that can say No“. Ein Werk der nihonjinron-Literatur?


Ausarbeitung, 2016
21 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abstract

1 Einleitung
1.1 Forschungsstand (Ausgangspunkt der Betrachtung)
1.2 Fragestellung „Ein Werk des nihonjinron-Genre?“
1.3 Gliederung
1.4 Methode

2 nihonjinron - Theoretischer Teil
2.1 Definitionen
2.2 Zielsetzung
2.3 Produzenten
2.4 Rezipienten
2.5 Reichweite
2.6 Arten
2.6.1 Wissenschaftlicher nihonjinron
2.6.2 Populärer, konsumentenorientierter nihonjinron
2.7 Perspektiven von nihonjinron
2.7.1 Merkmale von Werken des Konsumenten-nihonjinron

3 Einordnung des Werkes nach Sugimoto
3.1 Produzenten
3.2 Rezipienten, Zielgruppe
3.3 Inhalte
3.3.1 Aufbau des Textes
3.3.2 Argumentationsstruktur und Sprache
3.3.3 Perspektive des Autors
3.3.4 Nicht-wissenschaftliche Aussagen

4 Einordnung des Werkes nach Befu
4.1 Formmerkmale
4.1.1 Preis
4.1.2 Umfang
4.1.3 Argumentation
4.1.4 Taschenbuchausgabe
4.1.5 Illustrierung
4.1.6 Belege
4.1.7 Weiteres Merkmal: Auflagenanzahl und Auflagenhöhe als Merkmal
4.1.8 Abschließende Bewertung der Form
4.2 Rezeption

5 Schlussteil
5.1 Zusammenfassung
5.1.1 Antwort auf die Frage
5.1.2 Weiterer Forschungsbedarf

6 Literaturverzeichnis

7 Abbildungsverzeichnis

Vorwort

Diese Arbeit wurde im Sommersemester 2016 im Fachbereich 9 am Institut für Orientalische und Ostasiatische Philologien im Fach Japanologie als schriftliche Ausarbeitung einer Stundenmoderation (60 Minuten Referat plus Diskussion) im Modul J2 „Grundwissen Japan – Geschichte“ im Rahmen des Bachelor-Studienganges Japanologie vorgelegt und angenommen. Aufgrund der Studienordnung vom 6. Juli 2011 in der Fassung vom 16. Januar 2013 ist für diese schriftliche Arbeit keine Benotung vorgesehen, da das Modul J2 über zwei Semester geht und durch eine Klausur abgeschlossen wird.

Aljoscha Utermark

Limburg an der Lahn, im Februar 2017

Abstract

In der vorliegenden Arbeit wird die englischsprachige und die deutschsprachige Ausgabe des Werkes „Nō to ieru Nihon“ Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten auf die Frage hin analysiert, inwiefern es sich um ein Werk der nihonjinron-Literatur handelt. Nach einer Begriffsklärung von nihonjinron wird in Anlehnung an die Arbeit von Sugimoto (Sugimoto 1999) auf die verschiedenen Gattungen innerhalb des nihonjinron eingegangen. Daran anschließend wird anhand von Aussagen des Textes und anhand seiner Rezeption in der Wissenschaft eine Einordnung des Werkes Ishiharas in die verschiedenen Kategorien des nihonjinron-Diskurses vorgenommen. Es kann gezeigt werden, dass das Werk die Merkmale des Konsumenten-nihonjinron (Befu 2008) weitestgehend erfüllt.

The topic of this paper is the analysis of the book by Ishihara Shintarō ‟The Japan that can say No.” The questions ‟Is this book an example of the nihonjinron-literature? And if so, then of what kind of ninhonjinron-literature?“ will be answered by using the work of Befu and Sugimoto. It will be proven, that the book is a good example of consumer-nihonjinron. This paper is based on a 60-minutes long presentation and a following academic discussion in the module “Japanese History” in the Bachelor program Japanology at the Goethe University in Frankfurt. This paper was accepted by the Institute for Oriental and East Asian Philologies.

1 Einleitung

1989 erregte ein Buch des japanischen Intellektuellen und Politikers, Ishihara Shintarō1, weltweite Aufmerksamkeit (Ishihara 1991: 12). Es war das in Japan erschienene Buch „Nō to ieru Nihon“ Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, das gemeinsam mit Morita Akio2 (Morita, Ishihara 1989) verfasst worden war. Aufgrund einiger provokanter Thesen wurde es in das Amerikanische übersetzt (Akaike-Toste 2013, 48) und dem US Kongress zugänglich gemacht (Jefferson Educational Foundation 1990). Ein breites Medienecho war die Folge (Farnsworth 1990; McDowell 1990), das zu zwei Dingen führte. Erstens, Morita trat als Co-Autor zurück und distanzierte sich von dem Werk, um wirtschaftliche Folgen für den Sony-Konzern abzuwenden (Ishihara 1991: 12). Zweitens, entschloss sich Ishihara zu einer von ihm genehmigten Übersetzung des Werkes (Ishihara 1991, 12). Diese Übersetzung kam 1991 in New York heraus (Ishihara 1991). Es handelt sich hierbei um eine durch Ishihara stark erweiterte Fassung des ursprünglichen Buches, da die Aussagen Moritas nicht wieder abgedruckt werden konnten. Nach einem Vorwort des Asienwissenschaftlers Ezra F. Vogel3 und von Ishihara selbst, folgt in einem ersten Teil des Hauptteils der Inhalt des ursprünglichen Buches, im zweiten Teil des Hauptteils erläutert Ishihara erneut seine Thesen, um daran anschließend mit einem Nachwort zu schließen.

1.1 Forschungsstand (Ausgangspunkt der Betrachtung)

Über den nihonjinron-Diskurs liegt eine Vielzahl von Veröffentlichungen vor (Befu 1990, Befu 1992, Befu 2001, Dale 1986, Distelrath 2002, Manabe 1992, Sugimoto 1999, Yoshino 1995). Nur wenige Arbeiten jedoch beschäftigen sich mit der Bedeutung von nihonjinron im Werk von Ishihara (Lasalle 2011, Akaike-Toste 2013). Eine umfassende Arbeit zu diesem Thema liegt bislang auf Deutsch nicht vor.

1.2 Fragestellung „Ein Werk des nihonjinron-Genre?“

Diese Ausarbeitung der Stundenmoderation vom 05.07.2016 soll einen Beitrag zur Vervollständigung des Bildes über nihonjinron (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten)und das englischsprachige Werk4 von Ishihara leisten, indem die folgende Fragestellung bearbeitet wird. Ist das Werk ein Beispiel für nihonjinron-Literatur? Und wenn ja, für welche Art von nihonjinron-Literatur?

1.3 Gliederung

Die Arbeit gliedert sich wie folgt: nach einer Begriffsklärung von nihonjinron wird in Anlehnung an die Arbeit von Sugimoto (Sugimoto 1999) auf die verschiedenen Gattungen innerhalb des nihonjinron eingegangen. Daran anschließend wird anhand von Aussagen des Textes und anhand seiner Rezeption in der Wissenschaft eine Einordnung des Werkes Ishiharas in die verschiedenen Kategorien des nihonjinron-Diskurses vorgenommen. Abschließend erfolgt eine kurze Zusammenfassung mit einem Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf.

1.4 Methode

Zur Anwendung kommen die Kategorisierungen von nihonjinron-Literatur von Sugimoto (Sugimoto 1999) und von Befu (Befu 2008). Dies geschieht anhand einer Textanalyse und unter Berücksichtigung der Rezeptionsgeschichte des Werkes.

2 nihonjinron - Theoretischer Teil

2.1 Definitionen

Der Begriff nihonjinron besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil nihonjin bedeutet Theorien über Japaner (Sugimoto 1999: 81). Der zweite Teil ron wird gemäß Befu als Theorie, Blickwinkel oder als Interpretation verstanden (Befu 2001: 2).

Unter dem Begriff nihonjinron werden Theorien subsumiert, die sich mit einer postulierten Einzigartigkeit Japans, seiner Kultur, seiner Gesellschaft und seines nationalen Charakters beschäftigen (Yoshino 1992: 2). Der Begriff nihonjinron umfasst Theorien über die Japaner (Yoshino 1992: 2; Sugimoto 1999: 81). Antoni fasst diese Theorien wie folgt zusammen:

an intellectual position that postulates specific characteristics of national singularity and applies them to the analysis of complex historical, economic and sociological problems as relevant categories, thereby emphasizing specific, supposedly purely Japanese traits that are not shared by other countries and cultures and on the basis of which Japan´s exceptional economic success is supposed to have been made possible (Antoni 2016: 351).

Neben diesem Begriff werden Synonyme verwendet wie „nihon bunkaron (discussions of Japanese culture“ (Yoshino 1992: 10 (Hervorhebung im Original)), „Nihon shakairon, and Nihonron“ (Befu 2001: 2; Hervorhebung im Original). Der nihonjinron-Diskurs lässt sich bis in die Vorkriegszeit zurückverfolgen (Befu 2001: 16; Kowner 2002: 169).

2.2 Zielsetzung

Der Zweck des nihonjinron-Diskurses ist nach Yoshino die Selbstbehauptung gegenüber China und dem Westen als die „two ʻsignificant othersʼ“ (Yoshino 1992: 11). Nach Yoshino habe die als Randlage empfundene geographische Lage Japans zu einem Prozess geführt, in dem fremdes Wissen angeeignet worden sei, aber die japanische Identität als solche immer wieder durch Abgrenzung bestätigt werden musste und bestätigt worden sei (Yoshino 1992: 11). Auch Befu sieht eine solche Abgrenzung der japanischen Kultur von anderen Kulturen:

The whole genre can be regarded as one dealing with Japan´s identity, attempting to establish Japan´s uniqueness and to differentiate Japan from other cultures (Befu 2001: 2).

Antoni betont die Erklärungsfunktion von nihonjinron, in dem wirtschaftlicher Erfolg auf spezifische kulturelle Eigenschaften zurückgeführt wird (Antoni 2016: 351). Der nihonjinron-Diskurs kann als ein kulturelles Phänomen betrachtet werden (Befu 2001: 4), das als ein diskursives, kollektives Selbstporträt der Japaner fungiert (Befu 2008: 351). Es handelt sich somit um einen Selbstbehauptungsdiskurs.

2.3 Produzenten

Als Produzenten von Werken des nihonjinron agieren “thinking elites” (Yoshino 1992: 2). Diese Gruppe von Intellektuellen lässt sich gemäß Sugimoto in Wissenschaftler und Publizisten unterteilen (Befu 2008: 347).

2.4 Rezipienten

Die Leserschaft von nihonjinron-Literatur sind Wissenschaftler, Intellektuelle und Normalbürger mit einem Interesse an Japan als kulturelle Entität. Eine japanische Staatsbürgerschaft ist nicht zwingend erforderlich.

2.5 Reichweite

Im Zeitraum von 1945 bis 1995 erschienen mehr als 11.000 Monographien und Zeitschriftenartikel, die sich dem Ninhonjinron-Genre zuordnen lassen (Nichigai Associates 1996, zitiert nach Vollmer 2002: 119). Auch Kowner und Yoshino betonen den hohen quantitativen Umfang der Veröffentlichungen (Kowner 2002: 169; Yoshino 1992: 2). Mehr als ein Viertel der japanischen Bevölkerung hat mindestens ein Buch des Genre gelesen (Befu und Manabe 1987, zitiert nach Sugimoto 1999: 82).

2.6 Arten

Befu unterscheidet zwei Arten von nihonjinron-Literatur: den akademischen nihonjinron und den Konsumenten-nihonjinron (Befu 2008: 345).

2.6.1 Wissenschaftlicher nihonjinron

Die erste Art ist ein Produkt von Wissenschaftlern, sie ist den Grundsätzen wissenschaftlichen Arbeitens verpflichtet und richtet sich primär wieder an Wissenschaftler (Befu 2008: 345-346).

2.6.2 Populärer, konsumentenorientierter nihonjinron

Die zweite Art dagegen ist nicht ein Dialog sondern ein Monolog (Befu 2008: 347), der von Publizisten erstellt wird und sich an eine zahlende Kundschaft richtet (Befu 2008: 347). Das Ziel ist die Bereitstellung von zeitbezogenen Antworten, die die Neugierde der Leserschaft befriedigen (Befu 2008: 350). Dieses Genre wird somit zu einem Werkzeug für die Öffentlichkeit, um die sich verändernde Wirklichkeit zu erklären (Befu 2008: 350).

2.7 Perspektiven von nihonjinron

Eine weitere Einteilung des Genre liefert Sugimoto, indem er drei Arten von Perspektiven in der nihonjinron-Literatur unterscheidet:

1. ethno-nationalistisch,
2. ethno-kritisch,
3. isolationistisch vs. hegemonial (Sugimoto 1999: 83-85).

Eine Zusammenfassung liefert die folgende Abbildung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einteilung von nihonjinron-Literatur (Eigene Darstellung in Anlehnung an Sugimoto 1999)

2.7.1 Merkmale von Werken des Konsumenten-nihonjinron

Befu benennt sechs Merkmale von Werken des Konsumenten-nihonjinron auf: Es sind dies:

1. ein relativ geringer Preis,
2. eine relativ geringe Seitenzahl,
3. keine komplizierte Argumentation,
4. die Ausgabe als Taschenbuch,
5. das Fehlen von Illustrationen,
6. und wenige oder keine Belege in Form von Fußnoten oder Endnoten, Literaturverzeichnis (Befu 2008: 353-354).

3 Einordnung des Werkes nach Sugimoto

3.1 Produzenten

Ishihara ist kein Wissenschaftler, verfügt jedoch über eine akademische Bildung (Britannica 2015). Als Schriftsteller, als Regisseur und als Journalist (Kolumnenschreiber) ist er jahrzehntelang publizistisch tätig gewesen. Diese Tätigkeit geschah im Zeitraum von 1969 bis 2014 neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Politiker. Er erfüllt somit nicht das Merkmal für wissenschaftlichen nihonjinron, jedoch für Konsumenten-nihonjinron.

3.2 Rezipienten, Zielgruppe

Ishiharas Buch wendete sich in seiner Ausgabe von 1988 an ein japanisches Publikum (Britannica 2015). Somit ist das Merkmal „japanische Zielgruppe“ erfüllt.

3.3 Inhalte

3.3.1 Aufbau des Textes

Das ursprüngliche Werk ist eine Sammlung von Essays. Ishihara betont in seinem Vorwort, dass die ursprüngliche Fassung eine Mischung aus Aussagen beider Autoren und seines Dialoges mit Morita gewesen sei (Ishihara 1991: 11). Er spricht in diesem Zusammenhang von einer fragmentierten Struktur (Ishihara 1991: 11).

3.3.2 Argumentationsstruktur und Sprache

Durch die nicht lineare Gedankenführung, die häufigen Wiederholungen und die teilweise vorhandenen Widersprüche zeigt sich ein weiteres Merkmal des Konsumenten-nihonjinron bestätigt. Der Zweck ist nicht die Teilnahme an einem akademischen Diskurs, sondern die Bestätigung des Selbst durch Hervorheben der Einzigartigkeit, des Besonderen der japanischen Kultur bei gleichzeitiger Kritik eines Anderen, in dem Werk verkörpert nicht durch den Westen sondern durch die USA.

3.3.3 Perspektive des Autors

Ishihara unterlässt es aber nicht, auch die japanische Seite zu kritisieren, indem er japanischen Politikern „Duckmäusertum“, „Zaudern“ und „Ja-Sagen“ vorwirft (Ishihara 1991: 44, 50, 67). Er unterstellt dem japanischen Volk eine Mentalität der Niederlage, die sich aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges und der Besatzungszeit speisen würde (Ishihara 1991: 25). Aus dieser Erklärung heraus fordert er mehrfach die japanische Leserschaft zu einem Umdenken auf, damit Japan seinen Platz unter Anderen in Anbindung an die USA einnehmen könne (Ishihara 1991: 25, 30, 61-62). Diese ethno-kritische Perspektive Ishiharas nimmt zwar die Ethnie der Japaner als eine homogene Masse an, da er nicht auf die beiden Minderheiten der Koreaner oder der Ainu eingeht, geschweige denn die Bewohner der Ryūkyū-Inseln erwähnt. Jedoch dient dies mehr der Veranschaulichung, um eine klare Abgrenzung der einen Gruppe, der Gruppe der Japaner, von der anderen Gruppe, den US-Amerikanern, zu erreichen. Die Betonung, dass Japan nicht einzigartig sei (Ishihara 1991: 102), macht deutlich, wofür Ishihara steht: Er ist nicht ein radikaler Nationalist, sondern vielmehr ein tief denkender Praktiker, der sich um Japan sorgt. Ishiharaʼs Standpunkt ist nicht isolationistisch sondern weltoffen, wie er mehrfach deutlich macht (Ishihara 1991: 30, 61). Matthews sieht in Ishihara einen reformorientierten Politiker, der als Katalysator für Wandel stünde (Matthews 2003: 87). Auch seine Sicht der Vergangenheit (Ishihara 1991: 61) ist nicht revisionistisch, wie Antoni betont (Antoni 2003: 177), sondern eher ausgewogen. Zwar bedarf es weiterer Forschung, inwiefern die japanische Okkupation zum Wohl oder zum Unwohl von Gesellschaften oder Strukturen beigetragen hat (Hee 2012; Dudden 2004), aber ein Urteil des „100% schlecht“ verfehlt das Ziel, einer wissenschaftlich objektiven Betrachtung.

3.3.4 Nicht-wissenschaftliche Aussagen

Die provokanten Aussagen zu einem Rassismus der US-Amerikaner gegenüber Asiaten und Japanern (Ishihara 1991: 27-29) bleiben schwer zu widerlegen bzw. zu bestätigen. Es handelt sich anscheinend um den Eindruck des Individuums Ishihara, der durch diese provokanten Aussagen bewusst polarisieren will. Die Aussage über die Atombombenabwürfe (Ishihara 1991: 28) ist widerlegt, denn diese Waffentechnologie stand zu einem früheren Zeitpunkt für einen Einsatz über dem Dritten Reich noch nicht zur Verfügung.5 Dieser Mangel an wissenschaftlicher Genauigkeit bestätigt erneut, dass es sich um Konsumenten-nihonjinron handelt. Auch die Sprache ist nicht akademisch und allgemeinverständlich.

4 Einordnung des Werkes nach Befu

Auch anhand der Merkmalsliste von Befu (Befu 2008: 353-354) kann untersucht werden, inwiefern das Werk Ishiharas ein Werk des nihonjinron-Diskurses ist.

4.1 Formmerkmale

4.1.1 Preis

Die amerikanische Ausgabe kostete 1991 18,95 $ (Lewis 1991). Die Kosten der japanischen Ausgabe konnten nicht ermittelt werden, da diese Daten von den Verlagen nicht zur Verfügung gestellt werden (Kelley-Milburn 2016). Somit kann das erste Merkmal des Konsumenten-nihonjinron nicht vollständig überprüft werden.

4.1.2 Umfang

Das ursprüngliche Werk umfasste 160 Seiten (Amazon 2016a), die amerikanische Übersetzung 158 Seiten (OCLC 2016c), wobei der erste Teil nur 48 Seiten umfasst. Zwar ist das Werk um ein Vorwort von Ezra F. Vogel und um einen Epilog von Ishihara ergänzt worden, jedoch ist das Buch mit seinen knapp 200 Seiten immer noch als eher kurz zu bezeichnen.

4.1.3 Argumentation

Wie oben dargestellt, ist die Argumentation eher einfach und plastisch. Die Wortwahl ist umgangssprachlich und eine leicht verständliche Schriftsprache. Fachbegriffe wie ICBM werden mit Erläuterung genannt (Ishihara 1991: 21).

[...]


1 Ishihara Shintarō ist ein japanischer Intellektueller, Politiker (Abgeordneter, Minister) und Publizist. Er war 13 Jahre lang Gouverneur von Tōkyō und ist einer breiten Öffentlichkeit bekannt (Britannica 2015).

2 Morita Akio war ein japanischer Unternehmer, der den Sony-Konzern mitbegründete (Munzinger Online 2000).

3 Ezra F. Vogel ist ein amerikanischer Sozialwissenschaftler und Ostasienwissenschaftler (Harvard University o. J.).

4 Die japanische Version (Morita 1989) findet aufgrund der noch nicht vorhandenen Sprachkompetenz des Autors in dieser Arbeit keine Verwendung.

5 Die erste erfolgreiche Zündung einer Atombombe geschah am 16.07.1945.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Ishihara Shintaros Buch „The Japan that can say No“. Ein Werk der nihonjinron-Literatur?
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Orientalische und Ostasiatische Philologien - Japanologie)
Veranstaltung
BA J2 Grundwissen Japan - Geschichte
Autor
Jahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V353967
ISBN (eBook)
9783668400290
ISBN (Buch)
9783668400306
Dateigröße
720 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
siehe Abstract
Schlagworte
nihonjinron, Konsumenten-nihonjinron, Ishihara Shintarō, japanischer Nationalismus, Japaner-Theorien, The Japan that can say No
Arbeit zitieren
Aljoscha Utermark (Autor), 2016, Ishihara Shintaros Buch „The Japan that can say No“. Ein Werk der nihonjinron-Literatur?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353967

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