Ziel ist es, am Ende dieser Arbeit eine erste Zerlegung der einzelnen Minuskeln des russischen Schriftsystems vorstellen zu können. Basis hierfür bildet ein Artikel von Beatrice Primus aus dem Jahre 2006, der unter dem Namen „Buchstabenkomponenten und ihre Grammatik“ erschienen ist. Wichtig ist, zu erwähnen, dass es sich hierbei um eine Übertragung eines bereits existierenden Merkmalinventars und Systems auf ein neues Schriftbild handelt. Daher können sicherlich auch Unstimmigkeiten auftreten, die einer späteren Konkretisierung bedürfen.
Die Hausarbeit ist wie folgt aufgebaut: Den Anfang bildet ein theoretischer Teil, der alle wichtigen Begriffe und Definitionen, die Primus in ihrem Artikel aufstellt, vorstellt. Diese werden im weiteren Verlauf von Bedeutung sein, da sie auf das Kyrillische übertragen werden sollen. Im Anschluss daran wird das russische Schriftsystem kurz vorgestellt und der Versuch einer Buchstabenzerlegung unternommen. Abgerundet wird schließlich mit einem Fazit, das eine Art Ausblick auf weitere Notwendigkeiten bilden soll.
In der Sprachwissenschaft existieren die unterschiedlichsten Schwerpunkte und somit auch Blickwinkel, was Sprachen angeht. Trotzdem haben all diese Bereiche ein gemeinsames Ziel: die Beschreibung, Analyse und im besten Fall Erklärung bestimmter Phänomene der menschlichen Sprache. Oftmals wird hierfür versucht, in die tiefsten Ebenen einzudringen und diese offenzulegen. Eine dieser Ebenen bildet die Verschriftlichung einer Sprache. Eine wichtige Teildisziplin, die sich diesem Gebiet widmet, ist die Graphematik. Hierunter versteht man die Untersuchung der Schriftsysteme auf beispielsweise Regularitäten und andere gesonderte Kriterien. Allerdings bildet diese Thematik einen noch relativ jungen Forschungsbereich und ist daher häufig noch nicht so weit verbreitet wie etwa die Phonologie oder Morphologie.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Merkmalinventar
2.2. Innergraphematische Beschränkungen
2.3. Phonologisch-funktionale Beschränkungen
3. Buchstabenzerlegung des Kyrillischen
3.1. Erste Versuche einer Buchstabenzerlegung
3.1.1. Lautklasse: Plosiv
3.1.2. Lautklasse: Affrikate
3.1.3. Lautklasse: Frikativ
3.1.4. Lautklasse: Konsonantische Sonoranten
3.1.5. Lautklasse: Vokalische Sonoranten
3.1.6. Besondere Zeichen: Weichheits- und Härtezeichen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das von Beatrice Primus (2006) entwickelte Merkmalinventar zur Buchstabenzerlegung des lateinischen Schriftsystems auf das kyrillische Alphabet der russischen Sprache zu übertragen, um eine erste graphematische Analyse der Minuskeln zu ermöglichen.
- Grundlagen der Graphematik und Merkmalsysteme
- Strukturelle Analyse kyrillischer Schriftzeichen
- Anwendung phonologisch-funktionaler Beschränkungen auf das Russische
- Systematische Zerlegung von Plosiven, Affrikaten, Frikativen und Sonoranten
- Untersuchung von Sonderzeichen wie Weichheits- und Härtezeichen
Auszug aus dem Buch
3.1. Erste Versuche einer Buchstabenzerlegung
Für die Buchstabenzerlegung wurden Merkmalinventar, innergraphematische und phonologisch-funktionale Beschränkungen nach Primus (2006) verwendet. Geordnet wurde das ganze nach den Lautklassen, genauer gesagt, nach der Sonorität, die nach Primus (2006) et al im Deutschen graphematisch deutlich erkennbar ist. Im Folgenden werden nun alle Buchstaben des russischen Alphabets einzeln vorgestellt und zerlegt.
3.1.1. Lautklasse: Plosiv
<п> = /p/ Kopf: [vertikal] = ׀
Koda: [vertikal] [bogen] [linksgerichtet] [frei unten] = ך
Horizontale Orientierung: [rechtsgerichtet]
Vertikale Orientierung: [frei unten]
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Graphematik als Forschungsfeld und begründet die Entscheidung, das Modell von Primus (2006) auf das kyrillische Schriftsystem anzuwenden.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert das für die Analyse notwendige Inventar an Grundelementen, die vier Bänder der Schrift sowie verschiedene innergraphematische und phonologisch-funktionale Beschränkungen.
3. Buchstabenzerlegung des Kyrillischen: Im Hauptteil werden die Buchstaben des russischen Alphabets systematisch nach Lautklassen (Plosive, Affrikate, Frikative, Sonoranten) sowie anhand besonderer orthographischer Zeichen zerlegt und analysiert.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Übertragung der Theorie auf das Kyrillische weitestgehend erfolgreich war, weist jedoch auf identifizierte Unstimmigkeiten und den Bedarf für weiterführende Analysen hin.
Schlüsselwörter
Graphematik, Kyrillisches Alphabet, Buchstabenzerlegung, Merkmalinventar, Schriftsystem, Phonologie, Sonorität, Minuskeln, Konsonanten, Vokale, Plosive, Frikative, Sonoranten, Graphem, Schriftforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der graphematischen Analyse des russischen Schriftsystems durch die Zerlegung einzelner Buchstaben in ihre konstituierenden Komponenten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das Merkmalinventar, innergraphematische Regeln wie die Charakteristische Lage oder Buchstabenformation sowie phonologisch-funktionale Beschränkungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist der erste Versuch, das auf das Deutsche ausgerichtete Modell von Beatrice Primus auf kyrillische Minuskeln zu übertragen und deren systemische Struktur zu erfassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird eine deskriptiv-analytische Methode verwendet, bei der Buchstaben anhand eines Merkmalsinventars in Kopf- und Koda-Komponenten zerlegt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Grundlagen und die detaillierte Zerlegung der russischen Buchstaben, unterteilt in die verschiedenen Lautklassen von Plosiven bis hin zu Weichheitszeichen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Graphematik, kyrillische Schrift, Buchstabenzerlegung, Merkmalmatrix und phonologische Sonoritätshierarchie.
Warum spielt die Sonoritätshierarchie eine Rolle bei der Zerlegung?
Die Sonoritätshierarchie dient als Ordnungsprinzip für die Untersuchung, da Primus (2006) einen Zusammenhang zwischen der Länge der Buchstabenköpfe und der Sonorität der Laute im Deutschen postulierte.
Welche Besonderheit weisen Weichheits- und Härtezeichen auf?
Diese Grapheme werden als orthographische Zeichen klassifiziert, da sie weder Konsonanten noch Vokale im eigentlichen Sinne sind, jedoch eine essenzielle Rolle in der russischen Grammatik einnehmen.
- Citar trabajo
- Margarita Sonnenberg (Autor), 2016, Buchstabenzerlegung des Kyrillischen. Buchstabenkomponenten und ihre Grammatik nach Beatrice Primus (2006), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353976