Die vorliegende Arbeit soll zunächst das gängige Mediationsverfahren nach westlichen Standards visualisieren und es detailliert darstellen. In einem weiteren Schritt soll die Besonderheit der interkulturelle Mediation herausgearbeitet werden und Lösungsoptionen zur Überwindung kultureller Grenzen in der Mediation aufgezeigt werden.
Seit dem Menschen auf diesem Planeten existieren, können ihre Beziehungen untereinander von Konflikten behaftet sein. Diese entstehen meist, wo verschiedene Menschen, Organisationen, Staaten oder Gruppen mit unterschiedlichen Gefühlen, Wünsche, Interessen oder Bedürfnissen aufeinander prallen. Der Begriff Konflikt ist von dem lateinischen Wort „Confligere“ abgeleitet und bedeutet soviel wie Zusammenschlagen oder Aufeinandertreffen.
Genauso lange wie menschliche Interessen, Bedürfnisse und Wünsche aufeinander treffen und nicht miteinander vereinbar sind, gibt es neutrale Vermittler, die zwischen ihnen Konfliktbeilegend vermitteln. Und dies zum Teil auch schon vor der Entstehung von Rechtsnormen und der Einrichtung von staatlichen Organisationen. Beispielsweise haben Aristoteles und Platon in der Antike sich in Ihren Werken bereits mit der Vermittlung bei Konflikten beschäftigt. Die Geschichte der Konfliktbeilegung durch Vermittlung eines neutralen Dritten geht also weit in die Zeit zurück. Durch ihre Vermittlung wurde unzählige Konflikte beigelegt und ebenso viele kriegerische Auseinandersetzungen verhindert. Besonders haben neutrale Vermittler in vielen Kulturen bei der Beilegung von Handelskonflikten eine wichtige Rolle gespielt.
Dieses Verfahren der neutralen, unparteiischen oder keiner partei angehörenden Vermittlung zwischen Konfliktparteien bezeichnen wir heute als Mediation. Mediation in seiner heutigen Form entwickelte sich in Deutschland erst Ende der 1980er Jahre, als das öffentliche Interesse an dieses Verfahren zunahm. Zunächst überwiegend zur Vermittlung in Familien- und Scheidungskonflikten eingesetzt, hat sie sich in den letzten fünfzehn Jahren zu einer anerkannten Methode im Konfliktmanagement entwickelt und wird als Methode zur Konfliktlösung mittlerweile in vielen Bereichen des gesellschaftlichen und politischen Lebens mit Erfolg angewendet.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Einleitung
- 1.0 Kultur und Interkulturalität
- 1.1 Was ist Kultur?
- 1.2 Was bedeutet Interkulturalität?
- 2.0 Mediation
- 2.1 Was ist ein Konflikt?
- 2.2 Was ist die Mediation?
- 2.3 Rolle des Mediators
- 3.0 Die Phasen der Mediation
- 3.1 Phase II: Die Schaffung eines sicheren Rahmens
- 3.2 Phase III: Konfliktdarstellung
- 3.2.1 Aktiv zuhören
- 3.2.2 Paraphrasieren
- 3.3 Phase IV: Konflikterhellung
- 3.4 Phase V: Konfliktlösung
- 4.0 Interkulturelle Mediation
- 4.1 Interkultureller Konflikt
- 4.2 Die Rolle des Mediators in der interkulturellen Mediation
- 4.3 Die Phasen der interkulturellen Mediation
- 4.3.1 Konfliktdarstellung in der interkulturellen Mediation
- 4.3.2 Konflikterhellungsphase in der interkult. Mediation
- 4.3.4 Konfliktlösung in der interkulturellen Mediation
- 5.0 Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Arbeit hat zum Ziel, das gängige Mediationsverfahren nach westlichen Standards zu visualisieren und detailliert darzustellen. Darüber hinaus wird die Besonderheit der interkulturellen Mediation hervorgehoben und Lösungsoptionen zur Überwindung kultureller Grenzen in der Mediation aufgezeigt.
- Definition und Bedeutung von Kultur und Interkulturalität
- Das Konzept und die Phasen der Mediation
- Die Rolle des Mediators im Mediationsprozess
- Spezifische Herausforderungen und Strategien in der interkulturellen Mediation
- Die Anwendung von Mediation in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Die Einleitung führt in das Thema Konflikt und Mediation ein und beschreibt die historische Entwicklung des Verfahrens. Kapitel 1.0 beleuchtet die Begriffe Kultur und Interkulturalität und deren Bedeutung für den Kontext der Mediation. Kapitel 2.0 widmet sich der Mediation im Allgemeinen, definiert den Begriff Konflikt und erläutert die Rolle des Mediators. Kapitel 3.0 stellt die Phasen der Mediation nach westlichen Standards vor, einschließlich der Phasen der Konfliktdarstellung, Konflikterhellung und Konfliktlösung. Kapitel 4.0 beschäftigt sich mit der interkulturellen Mediation, beleuchtet die Besonderheiten interkultureller Konflikte und die Rolle des Mediators in diesem Kontext. Die Phasen der interkulturellen Mediation werden ebenfalls im Detail dargestellt.
Schlüsselwörter (Keywords)
Mediation, interkulturelle Mediation, Konflikt, Kultur, Interkulturalität, Konfliktlösung, Mediator, Konfliktmanagement, Globalisierung, Internationalisierung, Europäisierung, multikulturelles Zusammenleben.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Mediation und interkultureller Mediation?
Während die klassische Mediation auf westlichen Standards basiert, berücksichtigt die interkulturelle Mediation spezifische kulturelle Hintergründe, Werte und Kommunikationsstile der Parteien.
Welche Rolle hat ein Mediator?
Ein Mediator ist ein neutraler, unparteiischer Dritter, der die Kommunikation zwischen den Parteien moderiert, ohne selbst eine Entscheidung im Streitfall zu treffen.
Was sind die wichtigsten Phasen einer Mediation?
Die Phasen umfassen die Schaffung eines Rahmens, die Konfliktdarstellung, die Konflikterhellung (Suche nach Interessen) und schließlich die Erarbeitung einer gemeinsamen Lösung.
Was bedeutet "Paraphrasieren" im Mediationsprozess?
Beim Paraphrasieren wiederholt der Mediator das Gesagte einer Partei in eigenen Worten, um sicherzustellen, dass es richtig verstanden wurde und um Emotionen zu versachlichen.
Wie können kulturelle Grenzen in der Mediation überwunden werden?
Lösungsoptionen beinhalten die Sensibilisierung für interkulturelle Konflikte, aktives Zuhören und die Anpassung der Phasen an die kulturellen Bedürfnisse der Beteiligten.
- Quote paper
- Framorz Nazemi (Author), 2016, Mediation und interkulturelle Mediation. Darstellung des Verfahrens nach westlichen Standards und Lösungsoptionen zur Überwindung kultureller Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353984